Freitag, September 18, 2015

Der Name der Rose

Seit vielen Jahren wird im Rahmen des Kinosommers Jean-Jaques Annauds Verfilmung des Umberto Eco-Klassikers "Der Name der Rose" in der altehrwürdigen Basilika in Kloster Eberbach gezeigt. Und nach vielen Jahren konnte ich es dieses Jahr nun endlich einmal ermöglichen, an dieser Vorführung in der stimmungsvoll in Kerzenlicht getauchten Basilika persönlich teilzunehmen. 

November 1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville (Sean Connery) begibt sich mit seinem Novizen Adson (Christian Slater) in eine abgelegene Benediktinerabtei. Dort wird er mit einer Reihe von mysteriösen Morden und anderen schwer erklärbaren Vorfällen konfrontiert. Die Inquisition vermutet Teuflisches, William dagegen einen fanatischen Mörder. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um das Rätsel zu lösen.

Im Jahre 1980 erschien Umberto Ecos Erfolgsroman "Il nome della rosa", der einerseits ein spannender Krimi, andererseits aber auch ein gelungener historischer und (kirchen)kritischer Roman ist. Der akribisch und subtil arbeitende Annaud besuchte mehr als 300 Klöster in verschiedenen Ländern, bis ihn sein deutscher Kollege Bernd Eichinger auf Kloster Eberbach aufmerksam machte. Im Vergleich zu allem bisher gesehenen zeichnete sich das Kloster Eberbach durch seine gute logistische Lage, aber im Besonderen durch die fast vollständig erhaltene architektonische Substanz aus. Nachdem schließlich der Beschluss gefasst war, fast alle Innenaufnahmen des Films hier zu drehen, konnte das Projekt in den Jahren 1985 und 1986 in Angriff genommen werden. Schwierig war es deshalb, weil ein einheitliches Bild eines Benediktinerklosters des 14. Jahrhunderts entstehen sollte, ohne dass nachhaltige Veränderungen an der vorhandenen historischen Substanz und der verschiedenen Baustile im Zisterzienserkloster Eberbach vorzunehmen waren. Den Denkmalschutz berücksichtigend wurde deswegen u.a. mit wieder entfernbaren Requisiten, die zum Teil heute noch während der Besichtigung des Klosters zu sehen sind, und ebenfalls wieder entfernbarer Farbaufträge gearbeitet. Besonders das Mönchsdormitorium, der Kapitelsaal und die Basilika waren für den Filmdreh relevant: Das Dormitorium (Schlafsaal) der Mönche wurde unter anderem mit Schreibpulten ausgestattet, so dass es im Film das Skriptorium (Schreibsaal) mit der Tür zur geheimnisvollen Bibliothek darstellen konnte. Der Eberbacher Kapitelsaal wurde im Gegensatz dazu wenig zweckentfremdet, da er im Film "Der Name der Rose" als Versammlungsraum für einen Disput zwischen Vertretern des Kaisers und solchen des Papstes benutzt wurde. In der Basilika wurde ein Chorgestühl aufgebaut und zum ersten Mal nach fast 200 Jahren ertönte in ihr wieder der tiefe Choralgesang der (Film-)Mönche 

(Quelle: Homepage von Kloster Eberbach)

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