Freitag, Dezember 04, 2015

Zuckerberg spendet - Deutschland neidet

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat angesichts der Geburt seiner ersten Tochter angekündigt, im Laufe seines Lebens 99% seiner Firmenanteile - derzeit immer 45 Milliarden Dollar - wohltätigen Zwecken, spenden zu wollen, um "das Potenzial der Menschen voranzubringen und Gleichberechtigung zu fördern". Anstatt nun aber wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen, dass einer der reichsten Menschen auf der Welt einen Großteil seines Vermögens bereit ist für einen guten Zweck abzugeben, der nicht nur der Vervielfachung des eigenen Kontos (oder des eigenen Erben) dient, verfallen Teile der Republik nun in eine Mischung aus Neid- und Missgunstdebatte. Diese Neiddebatte wird wohlgemerkt schwerpunktmäßig in dem Sozialen Netzwerk geführt, dessen Gründer sie durch ihre Mitgliedschaft erst zum Milliardär gemacht haben, ohne nun aber so konsequent zu sein und sich beispielsweise auch zu einer Facebook-Abmeldung durchzuringen. Mit dem konsequenten Handeln ist das eben immer so eine Sache... 
Während sich Wohltätigkeitsorganisationen gegenseitig im Lob überschlagen, werfen Zuckerberg Neider vor dies nur aus Gründen der Steueroptimierung zu tun. Und warum lasse er sich mit der Spende überhaupt ein ganzes Leben lang Zeit und stelle es "nur" seiner Stiftung zur Verfügung? Mag ja sein, dass Zuckerberg ein noch edleresVorbild wäre, wenn sein Facebook-Konzern etwas weniger trickreich bei der Vermeidung von Unternehmensteuern wäre (wohlgemerkt im Rahmen der durch den Gesetzgeber gesetzten legalen Rahmen). Aber ein Firmenchef, der 99 Prozent seines Reichtums für die Allgemeinheit stiftet, ist dann doch ehrenvoller als einer, der 99 Prozent seiner Energie darauf verwendet, sein Vermögen beisammenzuhalten und zu vermehren.

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