Donnerstag, Januar 21, 2016

TV-Duell Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist ja gerade große Aufruhr wegen der sogenannten traditionellen Elefantenrunde beim SWR im Vorfeld der Landtagswahl. Was ist passiert? Malu Dreyer hat erklärt, dass sie mit den Rechtspopulisten der AfD nicht auf ein Podium respektive in eine Sendung gehen wird. Daraufhin erklärt der SWR, dass er anders als bei der letzten Wahl nicht die "relevanten" Parteien (2011 wurde bspw. auch die Grünen in die Sendung eingeladen, obwohl sie damals noch nicht kim Landtag saßen), sondern nur die im Landtag vertretenen Parteien einladen möchte, also SPD, Grüne und die CDU. Letztere wittert ihre Chance und erklärt nun wiederum nicht an der Sendung teilzunehmen, wenn die FDP, tatsächlich aber eben auch die Linke und die AfD nicht an der Sendung teilnehmen dürfen. Gleichzeitig wirft sie der SPD und Malu Dreyer vor, dem SWR vorzuschreiben, wen dieser in seine Sendungen einzuladen hat oder nicht. Der Intendant des SWR ist wohlgemerkt CDU-Mitglied. So berechenbar und verlogen die Reaktion von Klöckner und ihrer CDU war, so fatal war das Verhalten des SWR, indem er sein Konzept abhängig gemacht hat von der Entscheidung von Malu Dreyer. Erst damit entstand der öffentliche Eindruck, Dreyer und die SPD könnten tatsächlich Einfluss auf den SWR und dessen souveräne Entscheidung nehmen, was natürlich Quatsch ist, leider nun aber die AfD in die öffentliche Opferrolle drängt. Malu Dreyer kann selbst entscheiden, wann und mit wem sie auf ein Podium geht - oder eben nicht (und beweist damit im übrigen klare Haltung gegen rechts). Der Wähler kann das dann gut finden - oder eben schlecht. Aber der SWR hat sich einen Bärendienst erwiesen. Grundsätzlich sollte es ohnehin dabei bleiben, nur die im Landtag vertretenen Parteien einzuladen. Denn was ist aktuell eine relevante Partei? Ab welchem Umfragewert und zu welchem Zeitpunkt? Alles andere ist nicht anhand objektiver Kriterien bemessbar und somit subjektiv und tatsächlich angreifbar für Beeinflussungen.

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