Mittwoch, Februar 03, 2016

Bargeldverbot?

Großer Aufschrei aktuell, denn die Bundesregierung möchte wohl Bargeldzahlungen auf bis zu 5.000 Euro limitieren. Hintergrund ist, dass größere Bargeldzahlungen wohl vor allem im kriminellen und Schwarzmarktbereich Verwendung finden. Andere europäische Länder haben solche Regelungen bereits, zum Teil sogar auf niedrigerem Niveau. Zudem soll bei der Gelegenheit gleich der 500 Euro-Schein gleich mit abgeschafft werden. Erwartbar sind bestimmte Interessengruppen unmittelbar in Opposition zu diesen Vorschlägen gegangen und eine entsprechend emotionale DIskussion hat sich im Netz darüber entspannt. Denn wenn Mensch wo mit diskutieren kann und glaubt Experte zu sein, ist es schließlich der einzige Geldbeutel. Ins Feld geführt werden im großen und ganzen drei Argumente:
  1. "Die Vorschläge der Bundesregierung sind der erste Schritt zum kompletten Bargeldverbot." - Das hielte ich im übrigen auch für falsch, denn eine totale Abhängigkeit von elektronischen Zahlsystem halte ich für nicht zielführend, zumal - zumindest theoretisch - so auch eine totale Kontrolle und Nachverfolgung möglich wird (wobei mit dieser Argumentation auch schon jede EC-Kartenzahlung heutzutage kritisch zu beäugen wäre). Allerdings sollte man auch nicht immer gleich das schlimmste und schlechteste hinter jedem Vorstoß der Regierung sehen. Deshalb ist das für mich noch kein Argument, dieses Vorhaben grundsätzlich abzulehnen.
  2. "Die Vorschläge der Bundesregierung schränken meine Freiheit ein." - Nun ja, wie oft hat man denn im Leben schon einmal 5.000 Euro und mehr in bar transferiert? Ich in nun beinahe 32 Lebensjahren original noch kein einziges Mal. Mag also vielleicht gelten, aber nur für eine sehr sehr kleine Randgruppe. Der Großteil verwendet aber ein Alibi als Argument, welches er/sie selbst nie/kaum in Anspruch genommen hat oder je in Anspruch nehmen wird.
  3. "Was soll der Quatsch überhaupt? Damit löst ihr keins der gewünschten Probleme." - Vermutlich ist das des wahren Pudels Kern. Oder glaubt irgendjemand, dass nun Schwarzmarkt-, Drogen- oder Geldwäschegeschäfte nicht mehr stattfinden, weil für eine Bargeldzahlung von 5.001 Euro zukünftig womöglich ein Bußgeld anfällt und sich die Drogenhändler und Schwarzmarkthändler dieser Welt nun denken: "Mist, ich mache mich ja jetzt strafbar, wenn ich mein Heroin bar verticke?!" Mir würden jetzt schon gefühlt 17 Wege einfallen, dieses Verbot zu umgehen. Und wenn das so ist könnte das ein gutes Indiz sein, dass Vorhaben noch einmal zu überdenken oder sich nicht nur um die Bekämpfung der Symptome zu kümmern, sondern besser gleich der Wurzeln des Problems anzunehmen.

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