Mittwoch, April 27, 2016

Kaufprämie

Nach dem Willen der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung sollen bis 2020 1 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. So weit so gut. Leider spielen nur die Autofahrer/innen in Deutschland nicht mit, denn derzeit ist nur eine geringe fünfstellige Zahl an Elektroautos zugelassen. Und das aus nachvollziehbaren Gründen: Dem ehernen Ziel, einen Beitrag zur Umweltschonung im Straßenverkehr beizusteuern, stehen ganz praktische Hindernisse entgegen. E-Autos sind für den Otto-Normalverbraucher zu teuer, vor allem eingedenk der geringen Laufleistung, der langen Ladezeiten und der unzureichenden Anzahl an Ladestationen. Anstatt nun aber gezielt an diesen Punkten anzusetzen und zum Beispiel Forschungsgelder zur Verfügug zu stellen bzw. Forschungsanreize zu schaffen oder weitergehende Förderprogramme für eine ausreichende Anzahl an Ladestationen aufzulegen (derzeit sind 300 Millionen Euro vorgesehen), erhalten Kaufwillige beim Kauf eines E-Autos eine Kaufprämie in Höhe von 4.000 Euro bzw. bei einem Hybrid 3.000 Euro, jeweils hälftig aus dem Säckel des Steuerzahlers und der Automobilwirtschaft. Damit wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, denn die Wurzeln des Problems werden nicht angepackt, sondern es wird sinnbildlich noch etwas Gras darüber gelegt. Profitieren werden davon die Automobilwirtschaft und besser gestellte Bevölkerungsgruppen, die sich einen Neuwagen für rund 30.000 Euro leisten können. Bis das E-Auto zum massentauglichen Gefährt mit erschwinglichem Listenpreis wird, werden also noch einige Jahre vergehen.

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