Montag, Mai 30, 2016

Nachbarn

Alexander Gauland meint, Millionen Fans jubeln Jérôme Boateng in den Stadien zu - aber als Nachbarn wolle ihn niemand haben - und indiziert damit auf dessen Hautfarbe. Nun ja, derartige Kommentierungen sprechen natürlich in erster Linie immer erst einmal für sich und nicht für einen selbst. Unabhängig davon habe ich mir aber mal - natürlich absolut unseriös und ohne tatsächliche Aussagekraft - angeschaut, ob man denn "so jemanden" wie Boateng in der deutschen Fußballnationalmannschaft haben möchte. Mit "so jemanden" meine ich Spieler mit Migrationshintergrund, die mittlerweile fast ein Drittel des deutschen Kaders ausmachen und damit stellvertretend für die Vielfalt in unserem Land stehen. Denn was wäre denn eigentlich, wenn wir diese Spieler - sprich einen Özil, Khedira, Podolski, Klose, Mustafi oder eben Boateng - nicht im Kader hätten bzw. zum Beispiel bei der erfolgreichen WM 2014 nicht im Kader gehabt hätten? Nehmen wir nur die Torschützen als Maßstab, kann ich insoweit beruhigen: Wir wären (womöglich) trotzdem Weltmeister geeworden. Allerdings hätten wir in der Gruppenphase gegen Ghana verloren (statt eines Remis) und wären nur Dank des besseren Torverhältnisses Gruppensieger geworden. Im Achtelfinale hätten wir uns ins Elfmeterschießen gegen Algerien quälen müssen (ok, da sind wir ja eh unschlagbar) und im Halbfinale wäre aus dem historischen 7:1 gegen Brasilien "nur" ein 5:1 geworden. Kann der Gauland ja beruhigt schlafen gehen, hm?

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