Montag, August 01, 2016

Mutterbindung

So etwas wie heute in der Bahn habe ich auch noch nicht erlebt. Hätte man es mir als Drehbuch für einen Sketch gezeigt, ich hätte es als zu unglaubwürdig zurückgewiesen, gleichwohl die reale Begebenheit umso lustiger war. Ein schätzungsweise Mitte 20-jähriger Schlips- und Anzugträger hat nämlich beinahe eine halbe Stunde hinweg im proppevollen Abteil lauthals mit seiner Mutter telefoniert. Offenkundig hatten die zwei aber unterschiedliche Ansichten darüber, wie echte Bindung zur Mutter in der Praxis auszusehen hat. Und das ließen die zwei das Zugabteil zur Erheiterung aller auch deutlich wissen, denn wenn der Sohnemann nicht gerade dabei war, in verzweifelter und/oder lauter Tonlage das Handy anzuschreien, konnte man die Erwiderung der Mutter durchs Handy ebenfalls gut und deutlich verstehen. „Nein, Mama, ich habe jetzt einen Vollzeitjob…ich kann jetzt nicht immer auf Kommando vorbeikommen…ich muss lange arbeiten…Mama, gleich komme ich gar nicht mehr…dann räum halt mein Zimmer auf…tut mir leid, Mama…usw.“

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