Dienstag, November 29, 2016

Weihnachtsmarkt der Nationen?

Weil sich einige Bürger darüber beschwert haben, dass die Ahmadiyya-Gemeinde einen Stand am Rüdesheimer "Weihnachtsmarkt der Nationen" (!) hat, bittet der Rüdesheimer Bürgermeister Volker Mosler (CDU) nun die Marktbetreiber darum, die Ahmadiyya-Gemeinde davon zu überzeugen, den Stand "freiwillig" aufzugeben. Ich kann über das Agieren von Bürgermeister Volker Mosler und das Vertauschen von Störern und Nicht-Störern (wer fühlt sich hier eigentlich wegen was und wem gestört?) nur den Kopf schütteln. Zur Erinnerung: Es heißt "Weihnachtsmarkt der Nationen". Weder erfolgt am Markteingang eine Pass- noch eine Konfessionskontrolle - und das ist auch gut so. Gerade in Zeiten wie diesen ist es doch schön, wenn die Ahmadiyya Muslim Community Rheingau einen Schritt auf die heimische Bevölkerung zugeht - was sie im übrigen auch in der Vergangenheit bereits des öfteren getan hat. Wenn sie an Neujahr beispielsweise "unseren" Dreck wegputzte, war das okay, aber wehe man möchte plötzlich einen Infotisch auf einem Markt aufstellen. Weihnachten ist vor allem auch das Fest der Nächstenliebe. Ich hoffe, dass sich auch die Mehrheit der Marktbesucher darauf besinnt, die Marktleiter bei ihrer löblichen Linie bleiben und der Bürgermeister als Vertreter aller (!) Bürger seine Haltung überdenkt. Wenn es ihm wirklich um Sicherheitsbedenken geht, hätte er sich statt einer Verbannung ja auch mal Gedanken darüber machen können, wie er den "Schutz" der Ahmadiyya-Vertreter gewährleisten kann. Im Foyer des Rathauses zum Beispiel, zentral am Weihnachtsmarkt gelegen, käme sicher niemand auf dumme Ideen. Oder er selbst stellt sich mal ein paar Stunden zu dem Stand und passt auf, das nichts passiert. Was wäre das doch für ein Signal für eine weltoffene Stadt...

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