Donnerstag, August 31, 2006

Hinter dem (geistigen) Horizont

"Was unser Denken begreifen kann, ist kaum ein Punkt, fast gar nichts im Verhältnis zu dem, was es nicht begreifen kann."

- John Locke (1632-1704), englischer Philosoph ("Zwei Abhandlungen über die Regierung") -

Mittwoch, August 30, 2006

Oper

"Oper = Eine hübsche Unterhaltung, die noch besser wäre, wenn nicht dabei gesungen würde."

- Claude Debussy (1862-1918), französischer Komponist -

Dienstag, August 29, 2006

Independence-Day

Kennt Ihr den Film? Dann habt Ihr ja in etwa eine Vorstellung, was heute in Oe-Wi bei diesem Anblick los war 1,2 :-)

Montag, August 28, 2006

Relevante Menschen

"Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht immer nur von sechs oder sieben."

- Elias Canetti (1905-1994), deutschsprachischer Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1981 -

Sonntag, August 27, 2006

Brot und Spiele für das Volk...

Heute begab ich mich im Gefolge vieler Motorenfans und in Begleitung glitzernder Kinder- und genervter Frauenaugen in Richtung R-Kauf, wo eine "Moster Truck Show" zu Gast war. Dort dann der erste Dämpfer: Der Spaß sollte doch ernsthaft 10 Euro kosten. Also suchte ich mir einen anderen Platz mit ebenfalls gutem (und kostenlosem) Sichtfeld auf das Areal - wobei offensichtlich auch andere ähnlich wie ich dachten. Los ging es dann klassisch mit einem "Burnout", der seinem Namen auch alle Ehre (und Geruch) machte. Anschließend hielt sich ein Mann am Autodach bei voller Fahrt fest, bevor schließlich die Reifen ein wenig geschont und nur noch auf zwei derselben gefahren wurde. Wie an den Bildern gut zu beobachten, verdunkelte sich der Himmel dann aber doch schneller als ich reagieren konnte und so machte ich mich nach 45 Minuten völligst durchnässt auf den Weg zu meinem Auto, ohne den Monster-Truck überhaupt live in Aktion erlebt zu haben. Naja, jedenfalls keinen Eintritt für dieses kurze und nasse Vergnügen berappt :-)

Samstag, August 26, 2006

Juso-Landescamp

Die Jusos im Rheingau-Taunus-Kreis veranstalteten dieses Jahr erstmals das Landescamp der hessischen Jusos. Als Veranstaltungsort wählten wir den Zeltplatz in Bad Schwalbach-Ramschied, der auch direkt Freitag Nachmittag in Jusohand genommen wurde - auch wenn uns im Laufe des Tges auch noch eine nette Gruppe von Bikern als Gäste beehrten. Trotz des großen Gruppenzelts, welches rasch aufgebaut 1,2 und "nett" eingerichtet war, schreckte das Wetter wohl viele ab, so dass wir leider nicht die erhoffte Teilnehmerzahl erreichen konnten. Nichtdestotrotz besuchten uns Jusos aus Gießen, Hochtaunus, Main-Taunus- und -Kinzig sowie einige einheimische Jusos und Parteigenossen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Neben politischen Diskussionen und Referaten standen aber natürlich auch Freizeitvertreibung und nette Stunden am Lagerfeuer auf dem Programm, welche mit Musik aus dem "Juso-Partybus" zudem angenehm begleitet wurden. Auch für Verpflegeung außerhalb des Grills war bestens gesorgt 1,2, so dass sich auch "ungeladene" Gäste angelockt fühlten und für einen Schnappschuss bereit erklärten 1,2.

Freitag, August 25, 2006

Nix geht mehr

Ich durfte die letzten 14 Tage ohne Internet und e-Mail auskommen, da bei uns in Oestrich-Winkel am Sonntag der Blitz in der Nachbarschaft eingeschlagen hatte und zahlreiche Häuser elektrische Schäden davon getragen hatten - bei uns ist dann bei der Gelegenheit halt mal das Modem durchgeschmort :-(

Aber immerhin habe ich festgestellt, dass das Leben ohne eMail und Internet zwar recht informationskarg ist, sich aber doch überleben lässt. Vor allem tut es dem Lerntrieb keinerlei Abbruch - im Gegenteil! So sitze ich auch seit Beginn meines Urlaubs durchschnittlich pro Tag 4-5 Stunden vor meinen Unterlagen zur Ausbildung zum Industriekaufmann und "büffele". Noch 45 Tage...

Donnerstag, August 24, 2006

Quantensprung

Habe ein neues Handy (Motorola C450) - im Kuhhandel für zehn Euro ergattert. Für mich ein Quantensprung im Vergleich zu meinen alten Handys, besitze ich doch nun erstmals u.a. ein Farbdisplay und viele weitere Tools...

Mittwoch, August 23, 2006

Genie

"Genie = Ein Blitz, dessen Donner Jahrhunderte währt."

- Knut Hamsun (1859-1952), norwegischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger 1920 -

Dienstag, August 22, 2006

Ansehen

"Wer den höchsten Rang in einer Gruppe von Tieren oder Menschen hat, ist leicht zu erkennen. Er ist immer derjenige, der am meisten angeschaut wird. Davon kommt auch das Wort Ansehen."

- Irenäus Eibl-Eibesfeldt (*1928), österreichischer Verhaltensforscher -

Montag, August 21, 2006

"O brother, where art thou?"

Zumeist passiert es unverhofft und völlig unerwartet. Man schaut einen Film und ohne Vorahnung kristallisiert sich dabei ein echtes Juwel heraus. So auch bei "O brother, where art thou?".

Bei den Gebrüder Coen kann nämlich eigentlich nur eines herauskommen: Etwas noch abgedrehteres als sonst schon in deren Filmen und somit auch als jemals zuvor. Was gar nicht so einfach ist, hat man die Messlatte in puncto abgefahrene Charaktere und skurrile Story mit dem Kult-Vorgänger "The Big Lebowski" doch bereits fast unerreichbar hoch gelegt. Also versucht das eigenwillige Brüderpaar gar nicht, den Vorgänger krampfhaft zu übertreffen, sondern erzählt eine zum Schreien komische Geschichte, deren Story und Charaktere natürlich immer noch so weit jenseits von Gut und Böse sind, wie es nur bei den Coens gelingt.

Amerikas Süden zur tiefsten Depressionszeit: Drei Sträflinge fliehen aus einem Straflager und es beginnt eine Landeiballade, für den der tiefe Süden gerade die richtige Kulisse ist. Wer schon immer gedacht hat, dass es bei den hinterwäldlerischen "Rednecks" aus Mississippi total verrückt zugeht (schließlich holte hier George W. Bush junior auch zweimal eines seiner besten Wahlergebnisse...! ), findet hier hundertprozentig Bestätigung. Ob unsere Helden nun einen einäugigen Bibelverkäufer treffen, einen milchgesichtigen Banditen oder einen machtgierigen Gouverneur: Debil sind sie alle im Coenschen Universum. Was aber natürlich auch auf unsere Helden durchaus zutrifft: Ulysses Everett Mc Gill (George Clooney) ist der Anführer der Truppe, der - obwohl selbst nicht ganz so klug, wie er von sich denkt - seine Kameraden mit stets hochgestochener Ausdrucksweise verwirrt, was wiederum gar nicht verwunderlich ist. Denn Delmar (Tim Blake Nelson), einer seiner zwei Begleiter, ist zwar rundum nett und freundlich, aber einer der größten Einfaltspinsel vor dem Herrn. Und der hitzköpfige Pete (John Turturro) hinterfragt zwar ständig Mc Gills Anführerschaft, ist aber selbst auch nicht unbedingt ein Meisterstratege. Diese tumben Drei mit dem Herz am rechten Fleck sind nun auf der Jagd nach einem von Mc Gill versteckten Goldschatz (der sich später als die Rückeroberung Mc Gills Ehefrau herauskristallisiert) und verstricken sich dabei in eine haarsträubende Odyssee...womit wir auch beim passenden Stichwort wären: Die Coen-Brüder deklarieren ihre Country-Ballade doch tatsächlich als moderne Interpretation von Homers epischer "Odyssee", dem zweitältesten Werk abendländischer Literatur. Dies ist zwar auf den ersten Blick ziemlicher Unsinn - genauso gut könnten sie behaupten, "Big Lebowski" beruhe auf der Nibelungensage - aber eine nette Idee, denn bei den Coens ist das Augenzwinkern halt Grundvorrausetzung. Und so heißt der Held schließlich Ulysses und begegnet tatsächlich Sirenen sowie einem "Zyklopen". Dies sind letztlich nichts weiter als nette Spielereien und kleine Zitatschmankerl, die dem Film und der Handlung aber das gewisse Etwas geben.

Diese hangelt sich von einer abgedrehten Situation zur nächsten (wobei dies ja bereits zu Beginn von einem blinden Lorenfahrer indirekt angekündigt wird). Das Trio Fatale, zeitweilig um den schwarzen Musiker Tommy (Chris Thomas King) erweitert, wird von hinterhältigen Bauern verraten, nimmt mal schnell als "Suggy Bottom Boys" eine Platte auf, die sie zum heißesten Act des Südens macht, trifft den Bankräuber "Babyface" Nelson (Michael Badalucco als Mischung zwischen Meat Loaf und Billy the Kid), und stolpert nebenbai nochmal eben in eine Ku Klux Klan-Parade, was alles zusammen für den Ausgang der anstehenden Gouverneurs-Wahl noch von zentraler Bedeutung sein wird. Und als zum Schluss der Galgen droht, kommt dann noch die große Flut...

Und bei diesen aberwitzigen Situationen in "O Brother, Where Art Thou?", welche sich an dieser Stelle gar nicht en Detail beschreiben lassen, sondern einfach nur das Anschauen empfohlen werden kann, sitzt wirklich jede Pointe. Politikerfilz, Rassismus, Boygroupwahn...all das und vieles mehr wird der Lächerlichkeit - eben mit einem Augenzwinkern - preisgegeben. Die Coensche Odyssee ist eine Odyssee der Narren durch eine mindestens genauso närrische Welt.

Grandios ist dabei auch das . Allen dreien sprüht die Spielfreude aus jeder Geste und jedem dümmlichen Gesichtsausdruck. Gerade George Clooney mit fürchterlichem Errol Flynn-Schnauzer nutzt seine Rolle, um genüsslich das eigene Image zu persiflieren. Sein Ulysses ist ein eitler Geck, der nur mit Haarnetz schläft und eine ganz bestimmte Sorte von Pomenade nutzt.

Mit "O brother, where art thou?" gehen Joel und Ethan Coen konsequent den Weg weiter, den sie mit "Big Lebowski" einschlugen. Weg vom düster-schwarzhumorigen Charakterkino wie "Fargo" hin zum leichtfüßig abgefahrenen Abenteuer. Gerade im Sog der heutzutage beliebten Teeniekomödien à la "Road Trip", "Old school" oder "American pie" kommt diese grandiose Farce erfreulicherweise so ganz ohne dümmliche Zoten und Uraltklischees aus. Genussvoll zelebrieren die Coen-Brüder ihre irrwitzigen Ideen und hieven "O brother where art thou?" dabei mal eben in meine imaginäre persönliche Top 10 der besten Filme!


P.S.: Für alle, die sich noch fragen, was es mit dem komischen Titel des Films auf sich hat: Dies ist eine Referenz an einen alten Filmklassiker von 1941 - "Sullivans Reisen" von Preston Sturges. In dieser Satire reist ein Regisseur inkognito als Landstreicher umher, um für sein sozialkritisches Werk "O brother, where art thou?" zu recherchieren - "google" lässt grüßen :-)


Original: O brother, where art thou?
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Ethan & Joel Coen
Cast: George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson, John Goodman, Holly Hunter u.a.
Spielzeit: 107 min.
Kinostart: 19.10.2000
Homepage: http://www.uip.de/brother

Sonntag, August 20, 2006

Alleskönner

"Man trägt ein göttliches Gefühl in seiner Brust, wenn man erst weiß, daß man etwas kann, wenn man nur will."

- Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), deutscher Pädagoge und Politiker -

Samstag, August 19, 2006

Urlaub

Auszüge eines typischen Urlaubstages, synonym für die letzten gut zehn Tage: Bis elf Uhr im Bett gelegen, anschließend an die Lernbücher für die Abschlussprüfung gesetzt und die Zeit im Fluge vergehen lassen, kurz darauf auf die Uhr geschaut und festgestellt, dass ja schon wieder "King of Queens"-Zeit ist und die Couch eingesessen, irgendwann am späteren Abend dann Kumpels über abendliche Aktivitäten ausgehorcht und das Haus verlassen...

Freitag, August 18, 2006

Kritiker

"Kritiker = Ein Mann, der sehr böse wird, wenn dem Publikum etwas gefällt, was er nicht mag."

- Erich W. Segal (*1937), US-amerikanischer Philologe und Schriftsteller ("Love Story") -

Donnerstag, August 17, 2006

Qualitätsjournalismus

"Zeitungsartikel = Das Zeug, das zwischen den Anzeigen steht."

- William Kelvin (1824-1907), britischer Physiker, Erfinder der absoluten Temperaturskala -

Mittwoch, August 16, 2006

TÜV

Mit zitternden Händen den geliebten Fi(r)esta(r) gestern Abend an der Tankstelle abgegeben, erwartete ihn doch heute früh ein Mann in DEKRA-Uniform. Und wie groß waren die Befürchtungen, was er meinem Wagen alles anlasten würde, so dass er nicht mehr den blauen "Bapper" auf das Nummernschild kriegen würde... Aber siehe da: Alle Befürchtungen umsonst - die TÜV-Plakette klebt die nächsten zwei Jahre. Einzig die Bemerkungen im TÜV-Bescheid sollten die nächsten Wochen und Monate doch vielleicht einmal angegangen werden: Bremsschläuche porös, 2 Steinschläge in Frontscheibe, Nummernschild verblasst, Querlenker verschleißt, Benzintank mit Rostspuren...

Dienstag, August 15, 2006

Servicewüste "e-plus", Teil 4

"e-plus" hat sich wieder gemeldet. Mittlerweile habe ich den Verdacht, dass die Mitarbeiter dort entweder geistig völligst verprellt sind oder einfach nicht konkret auf meine Fragen eingehen wollen und daher irgendwelche Standardvordrucke mit Formulierungen anreichern, die überhaupt gar nichts mit mir und meinem Problem zu tun haben. Naja, das Ende vom Lied lautet: Meine SIM-Karte ist futsch und ich brauche eine neue - und das auch noch von "e-plus" - da mein Handy kein Dualband-Handy ist.

Montag, August 14, 2006

"Mathilde - Eine große Liebe"

Der Titel des neuen Films von Jean-Pierre Jeunet ("Delikatessen", "Die fabelhafte Welt der Amélie") verheißt nämlich auf den ersten Anschein ganz großes Gefühlskino. Der Erste Weltkrieg geht seinem Ende entgegen, doch für Mathilde (Audrey Tautou) beginnt der härteste Kampf ihres Lebens. Die verwaiste und gehbehinderte Neunzehnjährige wartet im Haus ihres Onkels auf ein Lebenszeichen ihres Verlobten Menach (Gaspar Ulliel) - obwohl dieser längst für tot erklärt wurde. Mathilde ist jedoch davon überzeugt, über ein "unsichtbares Band" mit Menach verbunden zu sein und so spüren zu können, dass er noch am Leben ist. Mathilde, die trotz ihrer Gehbehinderung, bedingt durch eine Kinderlähmung, niemals so schnell aufgibt, kann jeder Situation positive Seiten abgewinnen: Den bewussten Faden, sollte er sie nicht zu ihrem Geliebten führen, könnte sie immer noch als Strick benutzen, um sich daran aufzuhängen.

Um Menach wieder zu finden, investiert Mathilde den Großteil des Erbes ihrer Eltern in einen Privatdetektiv - und stößt bei ihren Verwandten wegen ihrer unbeirrbaren Hoffnung auf Unverständnis. Tatsächlich scheint es um Menachs Tod keine Geheimnisse zu geben: Zusammen mit vier anderen Soldaten wurde er wegen Selbstverstümmelung zum Tode verurteilt. Die Verurteilten wurden ins Niemandsland gebracht und alles deutet darauf hin, dass sie dort zwischen den Fronten ihren Tod fanden. Doch mit Mathildes Nachforschungen wird der Fall immer rätselhafter und gibt tatsächlich immer wieder Anlass zu Hoffnungen - die sich allerdings ebenso schnell wieder zerschlagen. Die Spuren der Geschehnisse in den Kriegswirren und morastigen Schützengräben sind keineswegs eindeutig und leicht zu verwischen. Identifikationsnummern und Schuhe wurden getauscht, Augenzeugen halluzinieren und eine weitere ermittelnde Geliebte eines der Soldaten hinterlässt eine blutige Spur...die kriminalistische Suche Mathildes ist voller Überraschungen und plötzlicher Wendungen, gestützt auf die subjektiven Berichte verschiedener Zeugen, die von anderen Beobachtern oft genug revidiert oder ad absurdum geführt werden.

Die Protagonistin, die mit ihrer Fähigkeit, Dinge zu sehen, die anderen verborgen bleiben, weist damit Parallelen zu Amélie auf. Die Welt der in warmes Licht getauchten Bretagne mit kuchenbackenden Tanten, furzenden Hunden (!) und skurrilen Briefträgern ist denn auch eine "wunderbare Welt der Amélie" - auch wenn Mathilde selbst die Leichtigkeit der Amelie fehlt. Dieser Welt steht nun aber, anders als bei Amelie, die düstere und graue Welt der Schützengräben gegenüber. Das Liebespaar Mathilde/Manech kommt dem Zuschauer so nicht wirklich nahe, auch weil die kriegerischen und kriminalistischen Elemente in den Vordergrund gerückt werden bzw. die Liebesgeschichte in den Hintergund drängen,
was nicht zuletzt auch der Geschichte einen vergleichsweise rühmlichen Abgang verbaut. So gleitet der Handlungsstrang ab, hin zu einer Mischung aus Krimi und Love Story, gespickt mit Szenen, die einem Kriegsfilm à la "Der Soldat James Ryan" würdig wären. In Erinnerung bleibt Audrey Tautou als sehr entschlossene Mathilde sowie eindrucksvolle Aufnahmen der Bretagne und der Kriegsschauplätze in einer sypmathisch erzählten Geschichte. Ob das die Intention des Regisseurs war, wage ich zu bezweifeln, angesichts meiner persönlichen Erwartungshaltung als keinesfalls passoniertem Anhänger dieses Genres ist dies aber als eine durchaus "andere" Erzählart mehr positiv als negativ aufgefallen.


Original: Un longe dimanche de fiancailles
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch: J.-P. Jeunet, Guillome Laurant
Cast: Audrey Tautou, Gaspar Ulliel, Dominique Pinon, Julie Depardieu, Jodie Foster, u.a.
Spielzeit: 133 min.
Kinostart: 27.01.2005
Homepage: http://www.mathilde-derfilm.de

Sonntag, August 13, 2006

Notrufsäule

Und zu guter letzt noch etwas von der eher humorigen Seite. Dabei wollte er doch wirklich nur seine Freundin anrufen...

Notrufsäule als Telefon genutzt
HOF (dpa) – Die Sehnsucht eines Betrunkenen (24) nach seiner Freundin hat die Polizei in Hof auf Trab gehalten. Der Mann habe 13-mal versucht, seine Freundin über eine Notrufsäule zu erreichen. Er wollte mit ihr verbunden werden und forderte schließlich, dass ihn ein Streifenwagen heimbringt. Die Beamten holten ihn ab - anstatt zur Freundin brachten sie ihn aber auf die Wache.

Samstag, August 12, 2006

Azurblau

"Solange es das noch gibt, diesen wolkenlosen blauen Himmel, darf ich nicht traurig sein."

- Anne Frank (1929-1945), jüdische Bankierstochter ("Das Tagebuch der Anne Frank") -

Freitag, August 11, 2006

Servicewüste "e-plus", Teil 3

Mit "e-plus" geht es in die nächste Runde! Folgendes Schreiben habe ich auf meine Rückantwort Anfang der Woche erhalten:

Sehr geehrter Herr Sinß, vielen Dank, dass Sie uns noch einmal geschrieben haben. Sie haben uns damit die Gelegenheit gegeben, Ihnen den aktuellen Stand zum Guthabenverfall mitzuteilen. Zukünftig wird E-Plus das Guthaben Ihrer Prepaid-Kunden nicht mehr verfallen lassen, da die Kundenzufriedenheit an höchster Stelle steht. Nach Ablauf des Guthabenzeitfensters wird das jeweilige Restguthaben auf ein Zwischenkonto übertragen. Bei dieser komplizierten systemtechnischen Umstellung sind sehr viele interne Prozesse betroffen, sodass die Umsetzung ein längeres Zeitfenster erfordert. Unsere Techniker arbeiten bereits mit Hochdruck an den erforderlichen systemseitigen Umsetzungen. Aus diesen Gründen bitten Sie um Verständnis und ein wenig Geduld.
Eine erneute Freischaltung einer Free & Easy Card ist leider technisch nicht mehr möglich.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr E-Plus Team


Da ich persönlich unter "Kundenzufriedenheit" etwas anderes als meinen derzeitigen Zustand verstehe, habe ich "e-plus" freundlichst darum gebeten, mir die Karte wieder freizuschalten, weil ich doch meine starken Zweifel habe, dass das nicht mehr "technisch möglich sein soll" oder mir alternativ eine neue SIM-Karte zu erstatten
. Warten wir es ab...

Donnerstag, August 10, 2006

Döner at night

0.30 Uhr, der Magen knurrt und das Gehirn wägt gerade ab zwischen a) Bett, b) Zubereitung einer Mahlzeit in Eigenregie, c) Konsum einer zubereiteten Mahlzeit, als just das Telefon klingelt und mir ein Kumpel das gleiche Leid plagt. Also flugs in's Auto gesetzt, beim "Sultan Kebap" in Geisenheim die letzten zwei Döner verzehrt und dann noch ein bisschen durch den Rheingau "gecruist" - dabei dann auch noch sowohl skurrile als auch bekannte Gesichter getroffen, um dann kurz vor 3.33 Uhr (Insider...) den Haustürschlüssel ins Türschloss zu stecken. So viel zu meinem ersten von zwölf Urlaubstagen.

Mittwoch, August 09, 2006

200 Dinge

Wer sich noch nicht so ganz über den rechten Weg des Lebens im Klaren ist, findet hier zumindest einmal 200 Ansätze, was man im Leben einmal gemacht haben sollte. Ich habe mal alles fett markiert, was ich schon als abgehakt bezeichnen kann:

1. Eine Kneipenrunde bezahlen
2. Mit Delfinen im offenen Meer schwimmen
3. Einen Berg besteigen
4. Einen Ferrari (zur Probe) fahren
5. Das Innere der Großen Pyramide von Gizeh besuchen
6. Eine Tarantel auf der Hand halten
7. Im Kerzenlicht mit jemandem ein Bad nehmen
8. "Ich liebe dich" sagen und es meinen
9. Einen Baum umarmen
10. Einen Striptease bis zum Ende hinlegen
11. Bungee Jumping ausprobieren
12. Paris besuchen
13. Ein Gewitter auf See erleben
14. Die Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang ansehen
15. Das Nordlicht sehen
16. Eine Sportveranstaltung in einem Riesenstadion besuchen
17. Den Schiefen Turm von Pisa besteigen
18. Eigenes Gemüse züchten und essen
19. Einen Eisberg berühren
20. Unter dem Sternenhimmel schlafen
21. Eine Babywindel wechseln
22. In einem Heißluftballon fahren
23. Einen Meteoritenhagel beobachten
24. Einen Champagnerrausch haben
25. Mehr als man sich leisten kann für einen guten Zweck spenden
26. Den Nachthimmel durch ein Teleskop anschauen
27. Im unpassendsten Moment einen Lachanfall haben
28. An einer Schlägerei teilnehmen
29. Beim Pferderennen gewinnen
30. Blau machen, obwohl man nicht krank ist
31. Eine(n) Fremde(n) bitten, mit einem auszugehen
32. Eine Schneeballschlacht mitmachen
33. Seinen Hintern auf dem Bürokopierer ablichten
34. So laut schreien wie es geht
35. Ein Lamm in den Armen halten
36. Eine heimliche Fantasie ausleben
37. Um Mitternacht nackt baden gehen
38. In eiskaltem Wasser baden
39. Eine richtige Unterhaltung mit einem Bettler führen
40. Eine totale Sonnenfinsternis beobachten
41. Eine Achterbahnfahrt mitmachen
42. Einen Elfmeter verwandeln
43. Die Aufgaben von drei Wochen irgendwie in drei Tagen erledigen
44. Völlig verrückt abtanzen, egal wer dabei zusieht
45. Einen fremden Akzent einen ganzen Tag lang nachmachen
46. Den Geburtsort seiner Vorfahren besuchen
47. Tatsächlich glücklich mit dem eigenen Leben sein, wenn auch nur für einen Moment
48. Zwei Festplatten im Computer haben
49. Alle Bundesländer besuchen
50. Den eigenen Job in jeder Hinsicht mögen
51. Sich um jemanden kümmern, der besoffen ist
52. Nach eigenem Ermessen genug Geld besitzen
53. Abgefahrene Freunde haben
54. Im Ausland mit einem/r Fremden tanzen
55. Wale in der freien Natur beobachten
56. Ein Straßenschild stehlen
57. Mit dem Rucksack per Anhalter durch ein fernes Land reisen
58. An einer Demonstration teilnehmen
59. Freeclimbing ausprobieren
60. Im Ausland einen Beamten anlügen, um bloß nicht aufzufallen
61. Um Mitternacht am Strand spazieren gehen
62. Mit dem Fallschirm abspringen
63. Schottland besuchen
64. Länger an Liebeskummer leiden, als die Beziehung gedauert hat
65. Im Restaurant am Tisch mit Fremden speisen
66. Japan besuchen
67. Das eigene Gewicht in Hanteln stemmen
68. Eine Kuh melken
69. Seine Musiksammlung (CD, Schallplatten, Kassetten, Video) alphabetisch auflisten
70. Vorgeben, ein Superstar zu sein
71. Karaoke singen
72. Einen ganzen Tag lang einfach nur so im Bett bleiben
73. Nackt vor Fremden posieren
74. Mit Pressluftflasche tauchen
75. Zu Maurice Ravels "Bolero" Sex haben
76. Im Regen küssen
77. Im Schlamm spielen
78. Im Regen spielen
79. Ein Autokino besuchen
80. Etwas ohne Reue tun, was man eigentlich bereuen müsste
81. Die Chinesische Mauer besuchen
82. Auf einen hohen Baum klettern
83. Statt Microsoft Windows etwas besseres verwenden
84. Ein eigenes Geschäft gründen
85. Sich glücklich und auf Gegenseitigkeit verlieben
86. Eine berühmte historische Stätte besuchen
87. Einen Kampfsport erlernen
88. An einer Gerichtsverhandlung teilnehmen, sei es aktiv oder als Zuschauer
89. Mehr als sechs Stunden am Stück vor einer Spielkonsole sitzen
90. Heiraten
91. In einem Film mitwirken
92. Eine Party platzen lassen
93. Jemanden lieben, obwohl es verboten oder unschicklich ist
94. Jemanden küssen bis ihm/ihr schwindlig davon wird
95. Sich scheiden lassen
96. Sex im Büro haben
97. Fünf Tage lang ohne Essen auskommen
98. Guetzli/Plätzchen/Kekse nach eigenem Rezept backen
99. An Karneval/Fas(t)nacht von Kopf bis Fuß verkleidet auf die Straße gehen
100. In einer Gondel durch Venedig fahren
101. Sich tätowieren lassen
102. Herausfinden, dass allein die Berührung von Gegenständen einen anmacht
103. Wildwasser-Rafting
104. Im Fernsehen interviewt werden
105. Ohne Grund einen Blumenstrauß bekommen
106. In der Öffentlichkeit masturbieren
107. So besoffen sein, dass man sich später an nichts mehr erinnert
108. Schreibmaschinenschreiben im Zehnfingersystem erlernen
109. Auf einer Bühne auftreten oder eine Ansprache/Rede vor einem großen Publikum halten
110. Las Vegas besuchen
111. Die eigene Musik aufnehmen
112. In den Alpen Bergkristalle suchen
113. Einen One-Night-Stand haben
114. Thailand besuchen
115. Erleben, wie Asylbewerberinnen und -bewerber leben
116. Ein Haus kaufen
117. Beim Manövrieren mit dem Auto einen Blech- oder anderen Schaden anrichten
118. Ein oder beide Elternteile begraben
119. Sein Schamhaar rasieren
120. Eine Kreuzfahrt machen
121. Mehr als eine Sprache fließend sprechen
122. Beim Versuch, einen anderen zu verteidigen, selbst verprügelt werden
123. Eine Nacht in der Wüste verbringen
124. Schlittschuh laufen auf einem zugefrorenen See/Fluss
125. Die Steuererklärung selber ausfüllen
126. Kinder aufziehen
127. Nachträglich das ehemalige Lieblingsspielzeug kaufen und damit spielen
128. Auf der Tournee seiner Lieblingsmusiker mitreisen
129. Die eigene Sternenkonstellation bestimmen
130. Im Ausland eine Fahrradtour machen
131. Etwas Interessantes über die eigenen Vorfahren herausfinden
132. Der Regierung- oder dem Bundesrat einen Brief schreiben
133. Mit dem/der Geliebten irgendwo von Null neu anfangen
134. Blut spenden
135. Zu Fuß über die Golden Gate Bridge in San Franciso gehen
136. Im Auto laut singen und nicht aufhören, obwohl jemand zusieht
137. Eine Abtreibung hinter sich bringen, gegebenenfalls mit der Partnerin
138. Eine Schönheitsoperation mitmachen
139. Einen Unfall überstehen
140. Einen Beitrag für eine (wichtige) Zeitung schreiben
141. Einen Drittel des eigenen Körpergewichts abnehmen
142. Jemanden zum Trost in den Armen halten
143. In einem Flugzeug fliegen
144. Einen Stachelrochen streicheln
145. Das Herz eines/r anderen brechen
146. Einem Tier beim Gebären helfen
147. Den Job verlieren
148. Geld bei einer Fernsehshow gewinnen
149. Einen Knochenbruch erleiden
150. Vom Zehnmeterturm springen
151. In Afrika auf Fotosafari gehen
152. Ein Motorrad fahren
153. Mit irgendeinem Landfahrzeug schneller als 200 km/h fahren
154. Ein Piercing irgendwo schulterabwärts anbringen lassen
155. Eine Schusswaffe abfeuern
156. Selbst gesammelte Pilze essen
157. Ein Pferd reiten
158. Die eigene Homepage ins Internet stellen
159. Sex im fahrenden Zug haben
160. Das Geschehen an einer Aktienbörse vor Ort mitverfolgen
161. Eine Schneehütte/ein Iglu bauen und darin übernachten
162. Einen ganzen Flug durchschlafen: Start, Flugreise und Landung
163. Im Verlauf von zwei Tagen länger als dreißig Stunden schlafen
164. Ein Gedicht für seine(n) Liebste(n) schreiben
165. Alle sieben Kontinente bereisen
166. Eine Kanureise machen, die länger als zwei Tage dauert
167. Papier selber herstellen
168. Lagerfeuerromantik erleben
169. Sperma oder Eizellen spenden
170. Einen klassischen Tanz erlernen
171. In der Zeitung das eigene Foto finden
172. Mindestens zwei glückliche Partnerbeziehungen im Leben haben
173. Jemanden in einer Angelegenheit überzeugen, die einem wirklich am Herzen liegt
174. Jemanden wegen dessen Handlungsweise rauswerfen
175. Nochmals zur Schule gehen
176. Gleitschirm fliegen
177. Die eigenen Körperflüssigkeiten unter dem Mikroskop betrachten
178. Eine Kakerlake streicheln
179. Grüne Tomaten braten und essen
180. Die Ilias von Homer lesen
181. Ein Buch eines berühmten Autors lesen, dessen Abhandlung man in der Schule verpasst
hat
182. Im Restaurant Löffel, Teller oder Gläser für zu Hause mitgehen lassen
183. Goldwaschen an einem Fluss und dabei das Goldfieber spüren
184. Eine künstlerische Tätigkeit als Autodidakt erlernen
185. Ein Tier eigenhändig töten, zubereiten und essen
186. Sich bei jemandem Jahre nach einer Ungerechtigkeit dafür entschuldigen
187. Eine mehrstündige Nachtwanderung bei Mondschein ohne künstliches Licht durchführen 188. Sex mit jemandem haben, der halb oder doppelt so alt ist wie man selbst
189. In ein öffentliches Amt gewählt werden
190. Selbst eine Computersprache entwickeln
191. Erkennen dürfen, dass man den eigenen Traum tatsächlich lebt
192. Jemanden, den man liebt, in Pflege geben müssen
193. Selbst einen Computer aus Einzelteilen zusammenbauen
194. Ein selbstgemachtes Kunstwerk an einen Fremden verkaufen
195. Selbst einen Stand auf einem Straßenfest haben
196. Sich die Haare färben
197. Als DJ auftreten
198. Herausfinden, dass einem der Partner öffentlich im Internet den Laufpass gegeben hat
199. Sein eigenes Rollenspiel schreiben
200. Verhaftet werden

Dienstag, August 08, 2006

Boulevard

Wer wissen will, warum ich so ungern fliege bzw. noch nie geflogen bin:
Jet landet in falscher Stadt MADRID (dpa) Ziel verfehlt: Der Pilot einer Linienmaschine hat sich auf einem spanischen Inlandsflug in der Richtung geirrt und seine Passagiere in eine falsche Stadt gebracht. Die Maschine der Fluggesellschaft „Spanair“ flog von Barcelona nicht wie geplant nach Santiago de Compostela in Nordwest-Spanien, sondern nach Sevilla im Süden. Beide Städte liegen etwa 700 Kilometer Luftlinie auseinander.

Montag, August 07, 2006

Servicewüste "e-plus", Teil 2

So, "e-plus" hat nach vier Wochen- bzw. zwei Werktagen tatsächlich auf meine e-Mail bzgl. Sperrung meiner SIM-Karte aufgrund von Inaktivität geantwortet (siehe unten) – aber vom Urteil des OLG München scheinen die noch nichts gehört zu haben, so dass ich eine entsprechende Mail zurückgeschrieben habe, in dem ich auf eben dieses Urteil verweise und auf die Kooperationsbereitschaft von "e-plus" hoffe, andernfalls die Prüfung rechtlicher Mittel androhe. Nun heißt es wieder abwarten und der Dinge harren, die da kommen...

Sehr geehrter Herr Sinß, vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Prüfung Ihrer Free & Easy Card hat ergeben, dass Sie Ihr Guthaben innerhalb des Gültigkeitszeitraums nicht aufgeladen haben. Aus diesem Grund wurde Ihre Karte am 03. August 2006 deaktiviert. Eine erneute Aktivierung ist nicht mehr möglich. Selbstverständlich können Sie im Fachhandel oder in unserem E-Plus Online-Shop jederzeit eine neue Free & Easy Card erwerben.
Es wäre schön, Sie wieder bei E-Plus begrüßen zu dürfen.
Sollten noch Fragen offen sein, können Sie auch telefonisch unter der E-Plus Nummer 1150 unsere Kundenbetreuung erreichen, für ein Fax nutzen Sie bitte unseren Anschluss 0331-7 00 31 30 oder schicken Sie uns einen Brief an das Postfach der E-Plus Service GmbH & Co. KG in 14425 Potsdam.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr E-Plus Team

Sonntag, August 06, 2006

Tatütataaa....es brennt!

Heute mal einen kleinen Abstecher beim „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr Oestrich (während einer Vorführung des ‘Technischen Hilfswerks 1,2‘) gemacht - also bei Menschen, die in Ihrer Freizeit u.U. unter Einsatz ihres eigenen Lebens das Leben anderer Menschen zu retten versuchen und daher nach meinem Dafürhalten ein Höchstmaß an Respekt verdienen. Da der Nachwuchs auch schon in den Startlöchern steht und die Feuerwehr in Oestrich ohnehin nur ca. 300 Meter die Straße entlang stationiert ist, brauche ich mir für den Notfall auf jeden Fall wenig Sorgen zu machen :-)

Samstag, August 05, 2006

"Fluch der Karibik 2"

Captain Jack is back! Eine Fortsetzung, auf die sich viele lange gefreut haben - erwies sich "Fluch der Karibik 1" doch als einer der originellsten und besten Hollywood-Blockbuster der letzten Jahre und versetzte die Filmszene und das Publikum mit der gelungenen Wiederbelebung des seit langen Jahren eigentlich toten Genres des Piratenfilms ins Staunen. Mit Depps fast schon legendärer Vorstellung als von zuviel Sonne und Rum geprägten Captain Jack spielte der Film weltweit über 650 Millionen Dollar ein – und das nach Piratenfilmflops in jüngerer Vergangenheitwie z.B. „Die Piratenbraut“, die eine ganze Produktionsfirma in den Ruin gerissen hatte. Klar, dass ich eine Wiederholung dieses Vorgangs verhindern wollte und in dementsprechend freudiger Erwartung ins Kino gegangen bin.

Schon beim ersten Teil verließ man sich nicht allein auf die bodenständige Piraten-Romantik um Schatzinseln, Säbelrasseln und Kaperfahrten, sondern fügte (neben der etwas alternativen Rolle des Jack Sparrow) spektakuläre Computereffekte mit beeindruckenden Meereserscheinungen hinzu. Ein Rezept, das für die Fortsetzungen noch eine Schraube höher gedreht wird, bedient man sich hier doch reichhaltig am Mythen-Fundus des Seemannsgarns.
Zu Beginn wird das Traumpaar Will Turner (Orlando Bloom) und Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) kurz vor seiner Hochzeit verhaftet, da sie ja bekanntlich dem am Ende von Teil Eins zum Tode verurteilten Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp) zur Flucht verholfen hatten. Wie sich herausstellt, ist diese Verhaftung aber nur ein Winkelzug Lord Cutler Becketts (Tom Hollander), der mit dem drohenden Todesurteil Will dazu erpressen will, Jack Sparrow ausfindig zu machen und ihm seinen Kompass abzunehmen. Dieser führt einen nämlich nicht nur zur Toteninsel aus dem Original, sondern auch noch zu einem Objekt von weitaus größerem Wert: Ein "Schatz", bestehend aus einem Herz, sicher aufbewahrt in einer Truhe.

Hier fängt der besagte „Seemannsgarn“ an, denn Davy Jones ist in der englisch-amerikanischen Seefahrermythologie so etwas wie der Teufel der Meere, und wird hier in einer recht freien Interpretation zu einer Piraten-Ausgabe des "Fliegenden Holländers", ein zu ewigem Kreuzen auf den Meeren verfluchter Freibeuter, dessen Sichtung für jedes Schiff ein Omen des sicheren Untergangs ist. "Fluch der Karibik 2" präsentiert Davy Jones als einen auf dem Wasser lebenden Piraten, der wie der Rest seiner verfluchten Crew zu einem Mischwesen aus Mensch und Meeresbewohner mutiert ist – eine optisch zwar gewöhnungsbedürftige, inhaltlich für die Handlung des Films aber doch gelungene Interpretation. Über Umwege laufen sich also Jack, Will und Elizabeth wieder über den Weg bzw. das Wasser, um gemeinsam mit unterschiedlichem Interesse den Schatz zu heben. Jack, um seine Schuld bei der Unterstützung der Eroberung der „Black Pearl“ an Davy Jones, nämlich seine Seele, zu begleichen; Will, um seinen Vater aus den Klauen Davy Jones zu befreien und Elizabeth, die neben ihrer Hochzeitsrettung wohl auch beide in ihrem Unterfangen unterstützen will.

"Fluch der Karibik 2" kommt weitaus düsterer daher als sein Vorgänger, bei dem selbst die knochige Geistercrew noch eher amüsierte als erschreckte. Hier soll der Zuschauer sich wirklich grausen, manchmal auch ekeln, und das funktioniert. Auch wenn Johnny Depp wieder zu begeistern weiß und der Film einige grandiose Komik-Momente hat: Der Ton ist deutlich ernster, und über weite Strecken bleiben die Lacher fast vollständig aus – was für den Film nicht als negativ angesehen werden muss, aber eben eine andere Qualität im Vergleich zu seinem Vorgänger darstellt.

Das liegt auch daran, dass man es wohl aus dramaturgischer Notwendigkeit nicht dabei belassen hat, Jack Sparrow wie in Teil Eins als federführende Witzfigur agieren zu lassen. Aber keine Sorge, sein unvergleichlicher Habitus und Sprachstil bleibt unverändert.

Dass "Fluch der Karibik 2" aber auch wieder altbekannte spaßige Momente bereit hält, ist nicht zu leugnen. Auf der Haben-Seite stehen sogar einige großartige Lacher und vor allem zwei Action-Sequenzen mit Jack Sparrow als wandelndes Früchte-Schaschlik und einem Drei-Parteien-Schwertkampf auf einem rollenden Mühlrad, über die auch nach Verlassen des Kinos an den Stammtischen gelacht werden wird. Das sich etwas hinziehende Finale im Anschluss ist zwar ein Beleg dafür, dass dieser Film mit sinnvoller Straffung auch 20-30 Minuten hätte kürzer ausfallen können. Die letzten Szenen setzen aber bereits die Segel für Teil Drei, so dass schon einmal vermutet werden kann, was nächstes Jahr im Abschluss der Trilogie zu erwarten ist. Denn eines ich sicher: Captain Jack ist noch nicht weg. Man darf also gespannt sein...



Original: Pirates of the caribbean: Dead man's chest
Regie: Gore Verbinski
Drehbuch: Ted Elliott, Terry Rossio
Cast: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy, Jack Davenport, u.a.
Spielzeit: 150 min.
Kinostart: 27.7.2006
Homepage: www.fluch-der-karibik-2.de

Freitag, August 04, 2006

Datensalat

Was macht der Mensch - zum Beispiel ich - wenn er einen Weblog betreibt und dieser urplötzlich abschmiert und im Netz nur noch eine leere Seite ohne die Vielzahl der bisherigen Einträge/Posts (zum Beispiel ca. 160 Stück wie in meinem Fall) des bisherigen Weblogs zu sehen ist, das Gesamtwerk also quasi unwiderbringlich verschollen scheint? Er wendet sich an den Betreiber/Anbieter der Seite und nimmt mit ihm Kontakt auf...korrigiere: Er versucht es. Da keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme auf der Website des Anbieters ersichtlich ist, ist dies leider auch nicht möglich. Aber was macht der Mensch dann? Nachdem er nach elendigen und schier unendlich langen Minuten feststellt, dass schreien, fluchen und auf den Tisch schlagen irgendwie gar nichts hilft, kommt ihm DIE Idee und gleichzeitig letzte Hoffnung. Er überprüft die Einträge/Posts im Archiv und siehe da: Alle noch da! Es muss also ein Fehler bei der Übertragung des Archivs auf die Seite vorliegen. Er überprüft also den Quelltext seines Weblogs und stellt fest: Ups, nichts mehr da! Es bleiben dem Menschen, der wirklich so gut wie gar keine Ahnung von HTML hat, nun drei Möglichkeiten:
1) Er lernt HTML (...würde bedeuten, dass der Mensch wohl die nächsten Wochen beschäftigt wäre und aus Zeitmangel diesen Beitrag hier nicht schreiben könnte).
2) Der Mensch gibt sich seinem Schicksal hin und beendet seine Bloggerkarriere bzw. startet sie neu.
3) Der Mensch ist so verzweifelt, dass er sogar auf die aus seiner Sicht hirnrissige Idee kommt, einen neuen Weblog beim gleichen Anbieter zu eröffnen und aus diesem den Quelltext heraus- und in den eigenen Weblog wieder hineinzukopieren.
Und siehe da: Die Hoffnung stirbt tatsächlich zuletzt und es ward wieder Licht am Horizont (...und übrigens auch im Weblog, der fortan wieder die Seiten und Posts korrekt anzeigt). Kleinere Korrekturen an der Linkleiste (welche ebenfalls gelöscht wurde) und ein paar Einstellungen im Format und Optik - dann funzt das Ding wieder, als wäre nichts geschehen. *stolz*

Donnerstag, August 03, 2006

Servicewüste Deutschl....ääähhh..."e-plus"!, Teil 1

Mit noch halb geschlossenen Augen und zerstruppelten Haaren heute aus dem Bett aufgestanden und beim Blick auf's Handy als Guten-Morgen-Gruß auf dem Handy-Display erst einmal ein "Ihre SIM-Karte wurde wegen Inaktivität gesperrt - es besteht kein Dienst mehr" erhalten. Nun gut: E-plus hatte mich schon diverse Male per SMS gewarnt, irgendwann doch mal meine Karte wegen Inaktivität zu sperren, nun haben sie es aber halt auch tatsächlich wahr gemacht. Mit dem festen Vorsatz, nachmittags nach der Arbeit mit einem Anruf bei meinem "e-plus"-Händler in der Nähe die Sache aus der Welt zu schaffen, hat es mich dann erst mal auf die geliebte Arbeitsstätte verschlagen. Nach Feierabend habe ich schließlich zum Hörer gegriffen und beim "e-plus-Shop" in Wiesbaden in der Langgasse angerufen, um dort von einem Anrufbeantworter auf eine Service-Handynummer verwiesen zu werden. Das Handynummern bekanntlich etwas mehr vom Festnetz kosten ist ja bekannt, dass eine computeranimierte Frauenstimme am anderen Ende der Leitung dann aber 2.44 Minuten braucht, um mir klar zu machen, dass ich bei dieser Service-Nr. völlig falsch bin und ich mich noch bei einer weiteren Servicenummer ebenfalls noch einmal 1.57 Minuten lang beciercen lassen muss, bis ich endlich ein menschliches Pendant in der Leitung habe, empfinde ich als Verbraucher und "e-plus"-Kunde doch schon etwas ärgerlich. Das menschliche Pendant mit bellendem Hund im Hintergund konnte mich dann aber zum Glück beruhigen, als es mir mitteilte, dass meine SIM-Karte in kürzester Zeit (Nach Hinterfragen stellte sich diese 'kürzeste Zeit' als ca. 1 Monat heraus) wieder freigeschaltet werden würde, da dieser Vorgang von "e-plus" gar nicht rechtens sei und ein Kunde von "o2" wegen dem gleichen Vorgang schon beim Oberlandesgericht München geklagt und Recht bekomen hätte. Naja, ich bin also hofentlich in "kürzester Zeit" wieder per Handy zu erreichen...

Mittwoch, August 02, 2006

Als Rot-Grün entstand...

Ein großer Sozialdemokrat ist heute mit Holger Börner verstorben. Neben der Tatsache, dass er lange Jahre als Ministerpräsident erster Mann des Landes Hessen war, zeichnet er auch mitverantwortlich für die Gründung der ersten rot-grünen Koalition auf Landesebene in Deutschland - auch wenn dazu erst noch die ein oder andere "Dachlatte" entfernt werden musste :-).

Aber wie kam es denn eigentlich noch einmal genau dazu (aus www.faz-net.de):

Am Anfang war die Dachlatte. Kräftig geschwungen wurde sie - damals, Mitte der Achtziger. Natürlich nur verbal. Eigentlich sollte das massive Stück Holz sowas wie Rot-Grün in letzter Minute noch verhindern. Gekommen ist es bekanntlich anders. (...) Doch dann, wir befinden uns am Ende der siebziger Jahre, kam plötzlich doch noch Farbe ins Spiel. Ein bißchen unverhofft, natürlich außerparlamentarisch,„langsam, aber gewaltig“, um es mit Ina Deter zusagen (wenn auch aus dem frauenbewegten Zusammenhang gerissen). Es grünte so grün, „Zurück zum Beton“ war passé und: Ja, grün war die Hoffnung! Selbst viele, die die grüne Bewegung für einen Dumme-Jungen-Streich von Studenten, die zuviel Zeit haben, hielten, gaben zu: Es bewegt sich wieder was! Die neuen Umweltprobleme waren der guten altgewordenen Wirtschaftswunderrepublik lästig - eine Brache, auf der sich Grün-Alternative, Bunt-Alternative und andere ökologisch gescheckte Listen tummeln konnten.
Die Sache ließ sich nicht mehr stoppen. Als das allen längst klar war, verkündeten die aufgescheuchten „sortierten Brüder“ prompt dasdrohende Ende des Abendlandes. Selbst ein Egon Bahr warnte vor der grünen „Gefahr für die Demokratie“.Doch die Herrschaften in „Jesuslatschen“ und mit Strickzeug saßen in immer mehr Parlamenten, verteilten dort süße AKW aus Waffelröllchen-Schornstein, Schokokuss-Kuppel und Zuckerwattewölkchen, und nicht nur den jetzt schwarz-gelben Christlich-Liberalen dämmerte es langsam rot-grün.
Die gute alte SPD wäre nicht die SPD, hätte sie es sich nicht selbst fast noch in letzter Minute vermasselt. Holger Börner wollte zwar Hessens Ministerpräsident werden, hielt aber - wie so mancher Genosse - nichts von der neuen Konkurrenz imlinken Lager. Den Grünen, verkündete er lautstark der ganzen Republik, gehöre der Hintern „mit der Dachlatte versohlt“ - weil sie für Unordnung sorgten, weil sie Wählerstimmen kosteten, weil sie ihn sein Amt kosten würden und überhaupt. Doch selbst mit diesem historischen Satz war die Wahlnicht mehr allein zu gewinnen.
Nicht, dass er damit nicht vielen aus der Seele sprach, doch nach der Wahl - wir schrieben 1984 - ließ er sich trotzdem zunächst tolerieren und machte ein Jahr später eine richtige Koalition daraus. Rot-Grün war in der Welt und trat seinen Siegeszug an. Am 12. Dezember 1985 vereidigte Börner mit Joschka Fischer den ersten grünen Minister - und die Republik feixte: Wo hat er denn die Dachlatte versteckt? Fischer trug bei der Vereidigung Turnschuhe. Und ein Sakko. Aus heutiger Sicht für manche bereits Fischers erster fauler Kompromiss.

Dienstag, August 01, 2006

Erfahrungswerte

"Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist, was du aus dem machst, was dir zustößt. "

- Aldous Huxley (1894-1963), britischer Kulturkritiker und Essayist ("Schöne neue Welt") -