Mittwoch, September 27, 2006

Judgement-Day oder D-Day

Hiermit verabschiede ich mich erst einmal in das Wochenende, denn nach der Abschlussprüfung bietet mein Arbeitgeber eine 3-tägige Azubifahrt an.

Sonntag, September 24, 2006

Der Juso-Keller muss aufgeräumt werden (5/5)

Dienstag, September 19, 2006

"Citizen Kane"

Als ich vergangene Woche eines Nachts partout nicht einschlafen konnte, hat es mich doch tatsächlich nachts um kurz vor 2.00 Uhr nochmal an den Videorecorder verschlagen – mit „Citizen Kane“ im Recorder. Und auch beim vierten mal war ich immer noch fasziniert von Orson Welles’ Werk, so dass ich mir dachte, auch hierzu nun endlich mal ein paar Zeilen niederzuschreiben. 

Seit 1942 führt beispielsweise die Fachzeitschrift „Sight & Sound“ alle zehn Jahre unter namhaften Regisseuren und Kritikern eine Umfrage zum "Besten Film aller Zeiten" durch. Seit 1952 wird diese Liste jedes Mal von "Citizen Kane" angeführt, auch bei der letzten Fassung vom August 2002. So hat diese wie auch viele andere Umfragen dieser Art ihren Anteil an der Mythosbildung von "Citizen Kane" - und somit auch der Unmöglichkeit, diesen Film als Nichtkenner relativ unbelastet anzusehen. Spricht man von "Citizen Kane", schwingt automatisch eine Erwartungshaltung mit, die den neuen Zuschauer nach Ende des Films ein wenig enttäuscht und ratlos zurücklassen dürfte - vom angeblich „besten Film aller Zeiten“ hätte man dann vielleicht doch etwas anderes erwartet. Um Status und Bedeutung von "Citizen Kane" zu verstehen, muss man begreifen, was der Film zu seiner Entstehung bedeutete, und was er letztlich alles bewirkte. Und selbst dann mag man immer noch ratlos sein. So ging es also auch mir zunächst, als ich „Citizen Kane“ vor gut vier Jahren das erste Mal sah.


Orson Welles kam damals 24-jährig als frischgebackener Radiostar - seine Inszenierung von "Krieg der Welten" ist bis heute legendär, hielten zahlreiche amerikanische Zuhörer die geschilderte Invasion vom Mars doch für Wirklichkeit - nach Hollywood und erhielt von seinem Studio einen Traumvertrag mit kompletter künstlerischer Kontrolle. Der in Welles' Film portraitierte Zeitungsmagnat Charles Foster Kane war deutlich angelehnt an den echten Medienmogul
William Randolph Hearst. Er warf all seine Kontakte in die Waagschale, machte mit seinen Massenblättern mobil gegen Welles und seinen Film, bedrohte über weite Strecken sogar die gesamte Produktion und sorgte letztlich immerhin dafür, dass "Citizen Kane" von der Öffentlichkeit ignoriert wurde. Was sich auch bei der Oscar-Verleihung des nächsten Jahres niederschlug, als "Citizen Kane" nur mit dem Preis für das beste Drehbuch abgespeist wurde - bis heute wohl eine der größten Ungerechtigkeiten (in der an Ungerechtigkeiten nicht armen...) Oscar-Geschichte. Erst Jahre später entstand unter europäischen Cineasten eine "Citizen Kane"-Renaissance und der Film erhielt endlich die Anerkennung, die er verdiente – ähnlich wie bei guter Literatur.

Welles eröffnet sein Werk mit einem Nachrichten-Beitrag über den verstorbenen Zeitungsriesen Charles Foster Kane, dessen Leben dort kompakt zusammengefasst wird: „Als kleiner Junge zum Alleininhaber der auf dem elterlichen Grundstück entdeckten Ölquelle ernannt und von seiner Mutter in die Obhut eines wohlhabenden Geschäftsmanns gegeben, um ihn von dem negativen Einfluss seines Vaters zu bewahren, begann Charles Foster Kane mit erlangter Volljährigkeit eine Karriere als Zeitungsbesitzer und schwang sich mit populistischem Journalismus zum Sprachrohr des kleinen Mannes auf. Mit seinem stetig wachsenden Imperium kämpfte er gegen Korruption und Ausbeutung und beeinflusste selbst die internationale Politik, dank seiner resultierenden Popularität hätte er es fast zum Gouverneur gebracht - wenn nicht kurz vor der Wahl seine Affäre mit der Sängerin Susan Alexander öffentlich geworden wäre. Seine politischen Ambitionen zerstört, konzentrierte sich Kane anschließend darauf, aus seiner neuen Liebe einen Opernstar zu machen, trotz deren offensichtlichem Mangel an Talent. Zusehends verbittert und exzentrisch, starb Kane schließlich einsam in seinem monumentalen Anwesen Xanadu, verlassen von allen alten Freunden, mit dem Wort "Rosebud" auf den Lippen.


Dieses "Rosebud" nun ist der Aufhänger für die eigentliche Handlung: Auf der Suche nach dem "wahren" Kane macht sich ein Journalist auf, hinter die Bedeutung dieses letzten Wortes des großen Mannes zu kommen. Er liest die Memoiren von Kane's ehemaligem Leumund, interviewt seinen langjährigen Geschäftsführer Bernstein, seinen besten Freund und Weggefährten Jed Leland, und schließlich auch Susan Alexander - und ist am Ende nur so schlau wie am Anfang.


In ausgedehnten Rückblenden lässt "Citizen Kane" nochmals den bereits erläuterten Aufstieg und Fall seiner Hauptfigur Revue passieren, beleuchtet Kane's Charakter aus allen möglichen Richtungen - und sorgt gerade so dafür, dass der Mann ein Geheimnis bleibt. Mit einer fürs Erzählkino damals wohl revolutionären Bildsprache liefert Welles viele Ansätze für die Frage "Wer ist Kane?" - doch die Antwort muss sich jeder Zuschauer aus den vorhandenen Versatzstücken selber zusammenbasteln. Und selbst wenn in der berühmten letzten Einstellung des Films zumindest für den Zuschauer die Herkunft von "Rosebud" geklärt wird, hat das nicht so viel Bedeutung, wie es sich das nach Auflösung lechzende Publikum wünscht. Oder, wie die Kritikerin Pauline Kael dazu meinte: "It explains everything, yet it explains nothing."


In seiner Erzählstruktur schon ungewöhnlich, ist es die technische Seite, die "Citizen Kane" zu dem so unendlich einflussreichen Meilenstein machte, der er heute ist. Welche Finessen sich auch immer in Ton, Schnitt oder Kamera in der noch relativ jungen Tonfilm-Ära herauskristallisiert hatten, Welles nutzte sie exzessiv und in Perfektion. Beinahe jede Szene ist in der einen oder anderen Hinsicht außergewöhnlich, der Film quillt geradezu über vor Spezialeffekten, auch wenn die meisten unbemerkt bleiben, da sie die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen, sondern vielmehr die Funktionalität der Szene unterstützen. Welles entwickelte eine hochgradig ausgefeilte Bildsprache, die in ihrer Genauigkeit und Wirkung bis heute Maßstäbe setzt.


Mit der erwähnten vollen künstlerischen Kontrolle tobte sich Welles in all seiner kreativen Vielfältigkeit hemmungslos aus und erschuf so den laut Ebert "most dense movie ever". In der Tat findet sich wohl kein anderer Film auf der Welt, der auf so vielen Ebenen funktioniert, so viel analytisches Material bietet, in jeder Einstellung so bedeutungsschwanger daherkommt und wohl von Generation zu Generation auch noch anders gedeutet und interpretiert wird (ähnlich Goethe’s Faust in der Literatur).


Dank seiner schier unglaublichen Dichte, seiner künstlerischen Perfektion und seinem enormen Einfluss als sehr eigenwilliges und auch selbstreflexives Werk des Universalgenies Welles (hier in Personalunion als Regisseur, Autor, Produzent und Hauptdarsteller) gilt "Citizen Kane" wohl nicht zu Unrecht unter einer Vielzahl von Filmumfragen als bester Film aller Zeiten. Als „Lieblingsfilm“ - und hier setzt das Problem mit solcherlei Bezeichnung ein – werden ihn aber deutlich weniger anführen. Er verfügt über keine Identifikationsfigur und gibt seinem Zuschauer auch keine Weisheiten mit auf den Weg - außer vielleicht der Erkenntnis, das Geld nicht glücklich macht, aber das ist auch nicht gerade neu. Ebert bezeichnete "Citizen Kane" abschließend als "shallow masterpiece", und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Jeder halbwegs objektive Cineast muss eigentlich zugeben, dass der Film in jeder Hinsicht schlichtweg genial ist, aber wenn es darum geht, sich einen schönen Abend auf der Couch mit dem persönlichen Liebling zu machen, wird "Citizen Kane" im Regal liegen bleiben. Bei der Überwindung eines Schlafproblems nachts um 2.00 Uhr kann es aber hingegen keine bessere Alternative als „Citizen Kane“ geben :-)



Original: Citizen Kane
Regie: Orson Welles
Drehbuch: Orson Welles, Herman Mankiewicz
Cast: Orson Welles, Joseph Cotten, Dorothy Comingore, John Houseman, u.a.
Spielzeit: 119 min.

Montag, September 18, 2006

Leichte Sprache

"Einfach reden, aber kompliziert denken - nicht umgekehrt."

- Franz Josef Strauß (1915-1988), deutscher CSU-Politiker -

Sonntag, September 17, 2006

Seifenkisten und Oldtimer

Nach den Oldtimern vergangenen Sonntag in Presberg waren heute die Seifenkisten in Stephanshausen dran - Bilder hiervon gibt's aber erst nach meiner Abschlussprüfung.

Der Countdown: Noch 11 Tage bis zu meiner Prüfung....

Samstag, September 16, 2006

Gelegenheit verpasst

"Eine Gelegenheit klopft nie zweimal an. Das ist die traurige Wahrheit. Und wenn wir Dinge auf den nächsten Tag verschieben, kann es sein, dass dieser Tag nicht stattfindet."

- Gloria Estefan (*1957), US-amerikanische Sängerin -

Freitag, September 15, 2006

Servicewüste "C&A"

Wenn ich mal groß bin, will ich wohl im Verbrauscherschutz tätig werden. Nach dem Ärger mit "e-plus" und meiner gesperrten Prepaid-Karte ereilte mich nun nämlich der nächste Dämpfer. Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder einen ausgiebigen Shoppingtag in Wiesbaden gegönnt. U.a. sollte auch "C&A" von meinem Kaufrausch profitieren. Mit meinen Waren ging ich also an die Kasse und legte meine EC-Karte zur Bezahlung vor. Folgendes Gespräch ereignete sich dann sinngemäß zwischen dem Kassierer und mir:

"C&A"-Kassierer: "Oh, haben Sie eine andere Karte dabei, diese funktioniert nicht."
Ich: "Wie, die funktioniert nicht?!"
"C&A"-Kassierer: "Ja, da sollten Sie am besten mal bei Ihrer Bank nachfragen - liegt bestimmt am System. Wenn Sie keine andere Karte und auch kein Bargeld dabei haben, kann ich Ihnen die Sachen natürlich nicht mitgeben, aber ich hebe Sie hier noch 30 Minuten für Sie auf."
Ich: "Wollen Sie die Karte nicht einfach nochmal durch den Kartenleser schieben? Ich arbeite nebenbei an einer Tankstelle und kriege pro Schicht bestimmt 50-mal solche Meldungen."
"C&A"-Kassierer: "Nein, ein Fehler unseres Systems ist hier ausgeschlossen - also fragen Sie bei Ihrer Bank nach."

Nun dachte ich mir, ist die Bank ja nicht unweit vom "C&A" entfernt. Also die Füße in die Hände gepackt, dort an den Automaten gestapft...und siehe da: Ohne Probleme das erforderliche Geld abgehoben, auf den Kontauauszügen auch nochmal den Kontostand überprüft und verwundert zurück in den "C&A" marschiert.

Ich: "Also, es wundert mich doch sehr, dass Ihr Gerät meine EC-Karte nicht annimmt - vielleicht sollten Sie das Gerät doch einmal überprüfen."
"C&A"-Kassierer: "Das geschieht einmal wöchentlich, hier liegt kein Fehler vor! Fragen Sie, wie gesagt, Ihre Bank."

Mittlerweile versammeln sich die ersten Kunden hinter mir an der Schlange.

Ich: "Naja, ich kann das nicht ganz nachvollziehen, weil...."
"C&A"-Kassierer: "Wenn Sie mich schon so direkt hier an den Pranger stellen wollen, sage ich Ihnen hiermit auch direkt vor allen Leuten: Ihre Karte ist gesperrt und funktioniert deshalb nicht. So, jetzt haben Sie Ihre Erklärung."
Ich: "......?!?!.....gesperrt also?! Na, das ist ja ein Ding. Und mit dieser gesperrte Karte habe ich folgenden Kontostand (Kontoauszug vorgezeigt) und dann auch noch gerade eben dieses Geld hier abgehoben (Geld vorgezeigt). Das müssen Sie bzw. vielmehr Ihr Vorgesetzter mir jetzt mal erklären. Vorher werde ich nämlich hier nicht weggehen."
"C&A"-Kassierer: "Wenn Sie sich nicht entfernen, lasse ich Sie entfernen."
Ich: "Dann machen Sie mal..."
Mensch hinter mir in der Reihe: "Junger Mann, an Ihrer Stelle würde ich auch eine Erklärung verlangen. Wir warten gerne so lange." (Nicken bei den zwei Personen hinter ihm in der Schlange).

Und siehe da, ein anderer Verkäufer/Vorgesetzter kam dann auch tatsächlich kurze Zeit später und hat sich zumindest für die Unannehmlichkeiten entschuldigt.


Der Countdown: Noch 13 Tage bis zu meiner Prüfung....

Mittwoch, September 13, 2006

Einsamkeit

"Viele Menschen sind nur deshalb einsam, weil sie Dämme bauen statt Brücken."

- Maurice Chevalier (1888-1872), französischer Chansonnier und Filmschauspieler -

Dienstag, September 12, 2006

Carmen und der Morgen-Hans...

...sind bzw. waren, wie es seit heute früh heißen muss, dass kongeniale Duo der "bigfm"-Morning-Show. Carmen in der Rolle der sympathischen, verständnisvollen, Hans in der Macho-Ekel-Rolle. Seit zwei Jahren, also dem Beginn meiner Ausbildung bei der VRM (die übrigens am Radiosender 'bigfm' beteiligt ist!), versüßten die zwei mir die morgendliche Fahrt nach Mainz mit lustigen Dialogen und Gesprächen. Und dann heute der Schock: Carmen zieht wegen der Liebe nach Bonn und verlässt den Sender. Als Ersatz steht jetzt wohl so ein Azubi namens Kemal bereit, der mir schon heute mit seinem "Gülle,gülle" auf den Zeiger gegangen ist. Also: Entweder Carmen kommt zurück oder ich wechsel den Sender!


Der Countdown: Noch 16 Tage bis zu meiner Prüfung....

Montag, September 11, 2006

9/11

Da ja heute scheinbar jeder erzählen muss, was er vor genau fünf Jahren gemacht hat, will ich mich dem natürlich anschließen:
Ich habe damals gemütlich auf der Couch gelegen, als ein Ticker mit der sinngemäßen Meldung "Flugzeugkollission im World Trade Center" erstmals über den Bildschirm flackerte. Kurze Zeit später wurde dann klar, dass es sich dabei nicht um einen unglücklichen Unfall handelte. Weitere Flugzeuge stürzten vom Himmel, Hochhäuser und weitere Gebäude stürzten ein - und viele unschuldige Menschen verloren ihr Leben.
Bedenklich finde ich es noch heute
, wenn ich daran denke, wie einige der sogenannten Fernsehexperten als erstes auf die tolle Idee kamen, eine Benzinpreiserhöhung erheblichen Ausmaßes anzudrohen, die ich dann abends an der Tankstelle beim Kassendienst ausbaden durfte (so viel Umsatz hatte ich seitdem nie mehr!) - ohne das zu diesem Zeitpunkt zusammengebrochene Kreditkartensystem im übrigen ein Heidenspaß. Erschreckend, dass die Leute, die gerade eben vermutlich noch genauso wie ich mit Entsetzen die Bilder im Fernsehen verfolgt hatten nun in Scharen mit Benzinkanistern bei mir an der Tankstelle standen, um sich noch mit Benzinhamsterkäufen zu versorgen.

Der Countdown: Noch 17 Tage bis zu meiner Prüfung....

Sonntag, September 10, 2006

Pixelworld vs. Realworld

Welch lustige Begebenheiten sich ereignen können, wenn die virtuelle auf die reale Welt trifft...: Regelmäßig lese ich den Blog eines Oestrich-Winkeler Studenten und kommentierte gestern erstmals einen seiner Posts. Wie es der Zufall dann so will, stand er ausgerechnet heute an der Tankstelle als Kunde vor mir und begrüßt mich mit "Gude Carsten". Da die Menschen auf Pixeln aber doch noch ein wenig anders aussehen als mit 4 bzw. 4,5 Dioptrin auf der Nase, hab ich ihn nicht gleich erkannt und erst mal geschaut wie Bahnhof. Kleine Welt eben :-)


Der Countdown: Noch 19 Tage bis zu meiner Prüfung....

Samstag, September 09, 2006

"Miami Vice"

Wer kennt sie nicht, „Sonny“ Crockett und „Rico“ Tubbs, die beiden Drogen-Cops des Miami Police Departments. Beinahe täglich habe ich mich damals nach der Schule auf die Couch gefletzt, um zu sehen, wie die beiden Edel-Jacket-Träger in noch edleren Flitzern wieder mal einen Drogenboss nach reichlich Krawumm hochgenommen haben.

Entsprechend hoch war auch meine Erwartungshaltung an die Neuverfilmung der gleichnamigen Serie, wohlwissend, dass gerade diese Art der langsam in Mode kommenden Serienverfilmungen oftmals mit dem Original nur wenig bis gar nichts zu tun hat – von der Qualität mal ganz zu schweigen.
Als James "Sonny" Crockett (Colin Farrell) und Ricardo "Rico" Tubbs (Jamie Foxx) davon Wind kriegen, dass der mächtige kolumbianische Drogenboss Montoya (Luis Tosar) versucht, in Miami Fuß zu fassen und dabei gleichzeitig eine Neonazi-Gang gefährlich aufrüstet, versuchen die beiden, sich in das perfekt organisierte Kartell einzuschleichen. Dazu müssen sie erst einmal dem Misstrauen von José Yero (John Ortiz), des großen Bosses rechte Hand, entrinnen. Und auch Isabella (Gong Li), die Vertraute und "Finanzberaterin" von Montoya, stellt eine Gefahr da - in doppelter Hinsicht: Crocketts Interesse an ihr erweist sich als nicht nur beruflicher Natur...

Die Story also eigentlich altbacken wie die Serie, bei 6 Euro Eintritt erwartet man von der filmischen Umsetzung aber eben mehr als „nur" eine Verfilmung. Daher war ich auch erst einmal beruhigt, als ich hörte, dass sich Michael Mann der Sache als Regisseur annehmen wird.

Und außer Rollennamen, grundsätzlichstem Plot und eben demselben Handlungsort hat dieser Film recht wenig gemeinsam mit der TV-Serie, die Mitte der 80er kurzzeitig sogar Mode und Trends beeinflusste wie keine andere Serie vor ihr. Also keine Slipper ohne Socken, keine pastellfarbenen Anzüge über T-Shirts und kein Elvis, der Alligator. Einzig die Pop-Musik ist geblieben, die schönen Autos sind noch da und die schnellen Boote. Mehr soll es aber natürlich auch nicht sein, schließlich geht es hier um spürbar rauen Realismus anstelle der Actionutopien eines Michael Bay beispielsweise („Armageddon“, „Bad boys“, „Pearl harbor“), welche alle für sich die Zeit auf der Couch schnell vorüber ziehen scheinen, aber doch irgendwie alles wie in einem gewaltigen Werbespot aussieht. Mann stattdessen inszeniert einen Popcornfilm für den denkenden Filmfreund. Stimmung ist hier alles, Feuerwerk und Knalleffekte nur nutzvoll dosiertes Beiwerk.

Es ist auch Manns wortarme, stilsichere Inszenierung mit entsprechenden Momenten und Gesten, die diese Art Rückschluss zulässt. Eine der Stärken von "Miami Vice" ist, dass Mann seine Charaktere in diesem eigentlich zutiefst konservativen Genrefilm nicht faul werden lässt. Funktionieren tut dies nur, weil sein Ensemble funktioniert. Colin Farrell etwa posiert nicht nur, wie des Öfteren in den letzten Jahren, sondern erinnert daran, dass er ursprünglich wegen seiner Darsteller-Fähigkeiten bekannt geworden ist; Jamie Foxx ist alles andere als der „Onkel-Tom-Komiker“, den der schwarze Teil eines Polizistenpärchens ja so oft darstellen muss.


Überhaupt gibt es in „Miami Vice“ wenig bis gar nichts zu lachen, es ist alles strictly business. Denn Profis scheinen Mann zu faszinieren - und zwar Profis auf beiden Seiten des Gesetzes. Das war schon im Meisterstück "Heat" so und tritt hier nur noch mehr zu Tage. Die Vorbereitung beider Seiten auf Geschäftstreffen, Verhandlungen oder eben auch Hinterhalte, all dies zeigt Mann mit der Faszination eines Marionettenspielers für die präzisen Bewegungen seiner Puppen. Hier ist jeder vorbereitet, alles ist durchdacht. Das mag und wird reine Actionfans enttäuschen, denn von kurz aufblitzenden Momenten mal abgesehen geht es erst im Showdown zur Sache. "Bad Boys" und deren Fans müssen also draußen bleiben. Aber wenn die Gewalt in einem Mann-Film dann einmal kommt, dann kommt sie gewaltig: Bei niemandem knallen Schusswaffen so sehr, bei niemandem sind Kugeleinschläge härter oder beeindruckender in ihrer Wucht. Kompromisslos holt Mann dann doch noch mal kurz die Keule raus und haut ordentlich drauf, ohne zu übertreiben. Das passt und hat Stil - wie eben der ganze Film.



Original: Miami Vice
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Michael Mann
Cast: Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li, John Ortiz, Naomie Harris, u.a.
Spielzeit: 134 min.
Kinostart: 24.08.2006
Homepage: http://www.miamivice-film.de

Donnerstag, September 07, 2006

Ping Pong

Sodala, die neue Tischtennissaison ist heute gestartet und wir haben uns als Absteiger in die Kreisklasse II gegen den Mitabsteiger Hausen IV gleich wieder eine deutliche Niederlage (9:2) eingeheimst. War eigentlich zu erwarten, da wir personell geschwächt waren, der Gegner hingegen im Vergleich zur vergangenen Saison gestärkt. Frustriert bin ich aber über meine eigene Leistung, habe ich doch gegen einen Gegner verloren, den ich vergangene Saison noch zweimal von der Platte gefegt hatte. Muss natürlich am Trainingsrückstand liegen - hatte gestern das erste mal seit Ende März einen Schläger in der Hand - und nicht an meinem "Erlau-Meisterklasse"-Schläger!



Der Countdown: Noch 21 Tage bis zu meiner Prüfung....

Mittwoch, September 06, 2006

Unkompliziert

So lobe ich mir den Rheingau und seine MitbürgerInnen. In den abgeschiedenen Weinbergen war ich heute spazieren gewesen und hatte das Auto am Wegrand abgestellt in der Vermutung, dort mangels Menschenmasse ohnehin keinen "Verkehr" zu stören. Als vertrauensseeliger Mensch habe ich Fenster und Tür offen gelassen und bin so dann einfach mal los marschiert. Aus der Ferne vernahm ich nach kurzer Zeit ein Hupen und befürchtete schon das schlimmste. Als ich zurück gelaufen war, fand ich mein Auto schließlich ordentlich geparkt am Seitenrand vor - das war es zuvor zugegebenermaßen nicht. Es hat sich also tatsächlich jemand gezwungenermaßen die Mühe gemacht, sich in mein Auto zu setzen, den Gang rauszumachen und das Auto vorwärts zu rollen/schieben - ohne etwas zu beschädigen oder zu klauen. Das lob ich mir doch! Der Rheingauer - innovativ, flexibel und unbürokratisch! :-)


Der Countdown: Noch 22 Tage bis zu meiner Prüfung....

Dienstag, September 05, 2006

Deutscher Humor

"Deutscher Humor ist ja ein echter Schlankmacher: Man muß meilenweit laufen, bis man ihn trifft."

- Dieter Hallervorden (*1935), deutscher Kabarettist und Schauspieler -

Montag, September 04, 2006

Samstag, September 02, 2006

Theoriefragen

"Eine gute wissenschaftliche Theorie sollte einer Bardame erklärbar sein. "

- Ernest Rutherford (1871 1937), britischer Experimentalphysiker, Chemienobelpreisträger 1908 -

Freitag, September 01, 2006

Alkoholgenuss

"Es hat keinen Sinn, Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer."

- Robert Musil (1880-1942), österreichischer Erzähler, Essayist und Dramatiker -