Mittwoch, April 30, 2008

Walpurgisnacht

WALPURGISNACHT
Harzgebirg. Gegend von Schierke und Elend
Faust. Mephistopheles.

MEPHISTOPHELES:
Verlangst du nicht nach einem Besenstiele?
Ich wuenschte mir den allerderbsten Bock.
Auf diesem Weg sind wir noch weit vom Ziele.

FAUST:
Solang ich mich noch frisch auf meinen Beinen fuehle,
Genuegt mir dieser Knotenstock.
Was hilft's, dass man den Weg verkuerzt!-
Im Labyrinth der Taeler hinzuschleichen,
Dann diesen Felsen zu ersteigen,
Von dem der Quell sich ewig sprudelnd stuerzt,
Das ist die Lust, die solche Pfade wuerzt!
Der Fruehling webt schon in den Birken,
Und selbst die Fichte fuehlt ihn schon;
Sollt er nicht auch auf unsre Glieder wirken?

MEPHISTOPHELES:
Fuerwahr, ich spuere nichts davon!
Mir ist es winterlich im Leibe,
Ich wuenschte Schnee und Frost auf meiner Bahn.
Wie traurig steigt die unvollkommne Scheibe
Des roten Monds mit spaeter Glut heran
Und leuchtet schlecht, dass man bei jedem Schritte
Vor einen Baum, vor einen Felsen rennt!
Erlaub, dass ich ein Irrlicht bitte!
Dort seh ich eins, das eben lustig brennt.
Heda! mein Freund! darf ich dich zu uns fodern?
Was willst du so vergebens lodern?
Sei doch so gut und leucht uns da hinauf!

IRRLICHT:
Aus Ehrfurcht, hoff ich, soll es mir gelingen,
Mein leichtes Naturell zu zwingen;
Nur zickzack geht gewoehnlich unser Lauf.

MEPHISTOPHELES:
Ei! Ei! Er denkt's den Menschen nachzuahmen.
Geh Er nur grad, in 's Teufels Namen!
Sonst blas ich ihm sein Flackerleben aus.

IRRLICHT:
Ich merke wohl, Ihr seid der Herr vom Haus,
Und will mich gern nach Euch bequemen.
Allein bedenkt! der Berg ist heute zaubertoll
Und wenn ein Irrlicht Euch die Wege weisen soll
So muesst Ihr's so genau nicht nehmen.

FAUST, MEPHISTOPHELES, IRRLICHT (im Wechselgesang):
In die Traum- und Zaubersphaere
Sind wir, scheint es, eingegangen.
Fuehr uns gut und mach dir Ehre
Dass wir vorwaerts bald gelangen
In den weiten, oeden Raeumen!
Seh die Baeume hinter Baeumen,
Wie sie schnell vorueberruecken,
Und die Klippen, die sich buecken,
Und die langen Felsennasen,
Wie sie schnarchen, wie sie blasen!

Durch die Steine, durch den Rasen
Eilet Bach und Baechlein nieder.
Hoer ich Rauschen? hoer ich Lieder?
Hoer ich holde Liebesklage,
Stimmen jener Himmelstage?
Was wir hoffen, was wir lieben!
Und das Echo, wie die Sage
Alter Zeiten, hallet wider.

"Uhu! Schuhu!" toent es naeher,
Kauz und Kiebitz und der Haeher,
Sind sie alle wach geblieben?
Sind das Molche durchs Gestraeuche?
Lange Beine, dicke Baeuche!
Und die Wurzeln, wie die Schlangen,
Winden sich aus Fels und Sande,
Strecken wunderliche Bande,
Uns zu schrecken, uns zu fangen;
Aus belebten derben Masern
Strecken sie Polypenfasern
Nach dem Wandrer. Und die Maeuse
Tausendfaerbig, scharenweise,
Durch das Moos und durch die Heide!
Und die Funkenwuermer fliegen
Mit gedraengten Schwaermezuegen
Zum verwirrenden Geleite.

Aber sag mir, ob wir stehen
Oder ob wir weitergehen?
Alles, alles scheint zu drehen,
Fels und Baeume, die Gesichter
Schneiden, und die irren Lichter,
Die sich mehren, die sich blaehen.

MEPHISTOPHELES:
Fasse wacker meinen Zipfel!
Hier ist so ein Mittelgipfel
Wo man mit Erstaunen sieht,
Wie im Berg der Mammon glueht.

FAUST:
Wie seltsam glimmert durch die Gruende
Ein morgenroetlich trueber Schein!
Und selbst bis in die tiefen Schluende
Des Abgrunds wittert er hinein.
Da steigt ein Dampf, dort ziehen Schwaden,
Hier leuchtet Glut aus Dunst und Flor
Dann schleicht sie wie ein zarter Faden
Dann bricht sie wie ein Quell hervor.
Hier schlingt sie eine ganze Strecke
Mit hundert Adern sich durchs Tal,
Und hier in der gedraengten Ecke
Vereinzelt sie sich auf einmal.
Da spruehen Funken in der Naehe
Wie ausgestreuter goldner Sand.
Doch schau! in ihrer ganzen Hoehe
Entzuendet sich die Felsenwand.

MEPHISTOPHELES:
Erleuchtet nicht zu diesem Feste
Herr Mammon praechtig den Palast?
Ein Glueck, dass du's gesehen hast,
Ich spuere schon die ungestuemen Gaeste.

FAUST:
Wie rast die Windsbraut durch die Luft!
Mit welchen Schlaegen trifft sie meinen Nacken!

MEPHISTOPHELES:
Du musst des Felsens alte Rippen packen
Sonst stuerzt sie dich hinab in dieser Schluende Gruft.
Ein Nebel verdichtet die Nacht.
Hoere, wie's durch die Waelder kracht!
Aufgescheucht fliegen die Eulen.
Hoer, es splittern die Saeulen
Ewig gruener Palaeste.
Girren und Brechen der Aste!
Der Staemme maechtiges Droehnen!
Der Wurzeln Knarren und Gaehnen!
Im fuerchterlich verworrenen Falle
Uebereinander krachen sie alle
Und durch die uebertruemmerten Kluefte
Zischen und heulen die Luefte.
Hoerst du Stimmen in der Hoehe?
In der Ferne, in der Naehe?
Ja, den ganzen Berg entlang
Stroemt ein wuetender Zaubergesang!

HEXEN (im Chor):
Die Hexen zu dem Brocken ziehn,
Die Stoppel ist gelb, die Saat ist gruen.
Dort sammelt sich der grosse Hauf,
Herr Urian sitzt oben auf.
So geht es ueber Stein und Stock,
Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.

STIMME:
Die alte Baubo kommt allein,
Sie reitet auf einem Mutterschwein.

CHOR:
So Ehre denn, wem Ehre gebuehrt!
Frau Baubo vor! und angefuehrt!
Ein tuechtig Schwein und Mutter drauf,
Da folgt der ganze Hexenhauf.

STIMME:
Welchen Weg kommst du her?

STIMME:
Uebern Ilsenstein! Da guckt ich der Eule ins Nest hinein,
Die macht ein Paar Augen!

STIMME:
O fahre zur Hoelle! Was reitst du so schnelle!

STIMME:
Mich hat sie geschunden,
Da sieh nur die Wunden!

HEXEN, CHOR:
Der Weg ist breit, der Weg ist lang,
Was ist das fuer ein toller Drang?
Die Gabel sticht, der Besen kratzt,
Das Kind erstickt, die Mutter platzt.

HEXENMEISTER, HALBER CHOR:
Wir schleichen wie die Schneck im Haus,
Die Weiber alle sind voraus.
Denn, geht es zu des Boesen Haus,
Das Weib hat tausend Schritt voraus.

ANDERE HAELFTE:
Wir nehmen das nicht so genau,
Mit tausend Schritten macht's die Frau;
Doch wie sie sich auch eilen kann,
Mit einem Sprunge macht's der Mann.

STIMME (oben):
Kommt mit, kommt mit, vom Felsensee!

STIMMEN (von unten):
Wir moechten gerne mit in die Hoeh.
Wir waschen, und blank sind wir ganz und gar;
Aber auch ewig unfruchtbar.

BEIDE CHOERE:
Es schweigt der Wind, es flieht der Stern,
Der truebe Mond verbirgt sich gern.
Im Sausen sprueht das Zauberchor
Viel tausend Feuerfunken hervor.

STIMME (von unten):
Halte! Haltet

STIMME (oben):
Wer ruft da aus der Felsenspalte?

STIMME (von unten):
Nehmt mich mit! Nehmt mich mit!
Ich steige schon dreihundert Jahr,
Und kann den Gipfel nicht erreichen
Ich waere gern bei meinesgleichen.

BEIDE CHOERE:
Es traegt der Besen, traegt der Stock
Die Gabel traegt, es traegt der Bock
Wer heute sich nicht heben kann
Ist ewig ein verlorner Mann.

HALBHEXE (unten):
Ich tripple nach, so lange Zeit;
Wie sind die andern schon so weit!
Ich hab zu Hause keine Ruh
Und komme hier doch nicht dazu.

CHOR DER HEXEN:
Die Salbe gibt den Hexen Mut,
Ein Lumpen ist zum Segel gut
Ein gutes Schiff ist jeder Trog
Der flieget nie, der heut nicht flog.

BEIDE CHOERE:
Und wenn wir um den Gipfel ziehn,
So streichet an dem Boden hin
Und deckt die Heide weit und breit
Mit eurem Schwarm der Hexenheit
(Sie lassen sich nieder.)

MEPHISTOPHELES:
Das draengt und stoesst, das ruscht und klappert!
Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
Das leuchtet, sprueht und stinkt und brennt!
Ein wahres Hexenelement!
Nur fest an mir! sonst sind wir gleich getrennt.
Wo bist du?

FAUST (in der Ferne):
Hier!

MEPHISTOPHELES:
Was! dort schon hingerissen? Da werd ich Hausrecht brauchen muessen.
Platz! Junker Voland kommt. Platz! suesser Poebel, Platz!
Hier, Doktor, fasse mich! und nun in einem Satz
Lass uns aus dem Gedraeng entweichen;
Es ist zu toll, sogar fuer meinesgleichen.
Dortneben leuchtet was mit ganz besondrem Schein,
Es zieht mich was nach jenen Straeuchen.
Komm, komm! wir schlupfen da hinein.

FAUST:
Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich fuehren.
Ich denke doch, das war recht klug gemacht:
Zum Brocken wandeln wir in der Walpurgisnacht,
Um uns beliebig nun hieselbst zu isolieren.

MEPHISTOPHELES:
Da sieh nur, welche bunten Flammen!
Es ist ein muntrer Klub beisammen.
Im Kleinen ist man nicht allein.

FAUST:
Doch droben moecht ich lieber sein!
Schon seh ich Glut und Wirbelrauch.
Dort stroemt die Menge zu dem Boesen;
Da muss sich manches Raetsel loesen.

MEPHISTOPHELES:
Doch manches Raetsel knuepft sich auch.
Lass du die grosse Welt nur sausen,
Wir wollen hier im stillen hausen.
Es ist doch lange hergebracht,
Dass in der grossen Welt man kleine Welten macht.
Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloss,
Und alte, die sich klug verhuellen.
Seid freundlich, nur um meinetwillen;
Die Mueh ist klein, der Spass ist gross.
Ich hoere was von Instrumenten toenen!
Verflucht Geschnarr! Man muss sich dran gewohnen.
Komm mit! Komm mit! Es kann nicht anders sein,
Ich tret heran und fuehre dich herein,
Und ich verbinde dich aufs neue.
Was sagst du, Freund? das ist kein kleiner Raum.
Da sieh nur hin! du siehst das Ende kaum.
Ein Hundert Feuer brennen in der Reihe
Man tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebt
Nun sage mir, wo es was Bessers gibt?

FAUST:
Willst du dich nun, um uns hier einzufuehren,
Als Zaubrer oder Teufel produzieren?

MEPHISTOPHELES:
Zwar bin ich sehr gewohnt, inkognito zu gehn,
Doch laesst am Galatag man seinen Orden sehn.
Ein Knieband zeichnet mich nicht aus,
Doch ist der Pferdefuss hier ehrenvoll zu Haus.
Siehst du die Schnecke da? sie kommt herangekrochen;
Mit ihrem tastenden Gesicht
Hat sie mir schon was abgerochen.
Wenn ich auch will, verleugn ich hier mich nicht.
Komm nur! von Feuer gehen wir zu Feuer,
Ich bin der Werber, und du bist der Freier.
(Zu einigen, die um verglimmende Kohlen sitzen:)
Ihr alten Herrn, was macht ihr hier am Ende?
Ich lobt euch, wenn ich euch huebsch in der Mitte faende,
Von Saus umzirkt und Jugendbraus;
Genug allein ist jeder ja zu Haus.

GENERAL:
Wer mag auf Nationen trauen!
Man habe noch so viel fuer sie getan;
Denn bei dem Volk wie bei den Frauen
Steht immerfort die Jugend oben an.

MINISTER:
Jetzt ist man von dem Rechten allzu weit,
Ich lobe mir die guten Alten;
Denn freilich, da wir alles galten,
Da war die rechte goldne Zeit.

PARVENUE:
Wir waren wahrlich auch nicht dumm
Und taten oft, was wir nicht sollten;
Doch jetzo kehrt sich alles um und um,
Und eben da wir's fest erhalten wollten.

AUTOR:
Wer mag wohl ueberhaupt jetzt eine Schrift
Von maessig klugem Inhalt lesen!
Und was das liebe junge Volk betrifft,
Das ist noch nie so naseweis gewesen.

MEPHISTOPHELES (der auf einmal sehr alt erscheint):
Zum Juengsten Tag fuehl ich das Volk gereift,
Da ich zum letztenmal den Hexenberg ersteige,
Und weil mein Faesschen truebe laeuft,
So ist die Welt auch auf der Neige.

TROEDELHEXE:
Ihr Herren, geht nicht so vorbei!
Lasst die Gelegenheit nicht fahren!
Aufmerksam blickt nach meinen Waren,
Es steht dahier gar mancherlei.
Und doch ist nichts in meinem Laden,
Dem keiner auf der Erde gleicht,
Das nicht einmal zum tuecht'gen Schaden
Der Menschen und der Welt gereicht.
Kein Dolch ist hier, von dem nicht Blut geflossen,
Kein Kelch, aus dem sich nicht in ganz gesunden Leib
Verzehrend heisses Gift ergossen,
Kein Schmuck, der nicht ein liebenswuerdig Weib
Verfuehrt, kein Schwert, das nicht den Bund gebrochen,
Nicht etwa hinterruecks den Gegenmann durchstochen.

MEPHISTOPHELES:
Frau Muhme! Sie versteht mir schlecht die Zeiten.
Getan, geschehn! Geschehn, getan!
Verleg Sie sich auf Neuigkeiten!
Nur Neuigkeiten ziehn uns an.

FAUST:
Dass ich mich nur nicht selbst vergesse!
Heiss ich mir das doch eine Messe!
MEPHISTOPHELES:
Der ganze Strudel strebt nach oben;
Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben.

FAUST:
Wer ist denn das?

MEPHISTOPHELES:
Betrachte sie genau! Lilith ist das.

FAUST:
Wer?

MEPHISTOPHELES:
Adams erste Frau. Nimm dich in acht vor ihren schoenen Haaren,
Vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt.
Wenn sie damit den jungen Mann erlangt,
So laesst sie ihn so bald nicht wieder fahren.

FAUST:
Da sitzen zwei, die Alte mit der Jungen;
Die haben schon was Rechts gesprungen!

MEPHISTOPHELES:
Das hat nun heute keine Ruh.
Es geht zum neuen Tanz, nun komm! wir greifen zu.

FAUST (mit der Jungen tanzend):
Einst hatt ich einen schoenen Traum
Da sah ich einen Apfelbaum,
Zwei schoene Aepfel glaenzten dran,
Sie reizten mich, ich stieg hinan.

DIE SCHOeNE:
Der Aepfelchen begehrt ihr sehr,
Und schon vom Paradiese her.
Von Freuden fuehl ich mich bewegt,
Dass auch mein Garten solche traegt.

MEPHISTOPHELES (mit der Alten):
Einst hatt ich einen wuesten Traum
Da sah ich einen gespaltnen Baum,
Der hatt ein ungeheures Loch;
So gross es war, gefiel mir's doch.

DIE ALTE:
Ich biete meinen besten Gruss
Dem Ritter mit dem Pferdefuss!
Halt Er einen rechten Pfropf bereit,
Wenn Er das grosse Loch nicht scheut.

PROKTOPHANTASMIST:
Verfluchtes Volk! was untersteht ihr euch?
Hat man euch lange nicht bewiesen:
Ein Geist steht nie auf ordentlichen Fuessen?
Nun tanzt ihr gar, uns andern Menschen gleich!

DIE SCHOeNE (tanzend):
Was will denn der auf unserm Ball?

FAUST (tanzend):
Ei! der ist eben ueberall.
Was andre tanzen, muss er schaetzen.
Kann er nicht jeden Schritt beschwaetzen,
So ist der Schritt so gut als nicht geschehn.
Am meisten aergert ihn, sobald wir vorwaerts gehn.
Wenn ihr euch so im Kreise drehen wolltet,
Wie er's in seiner alten Muehle tut
Das hiess' er allenfalls noch gut
Besonders wenn ihr ihn darum begruessen solltet.

PROKTOPHANTASMIST:
Ihr seid noch immer da! nein, das ist unerhoert.
Verschwindet doch! Wir haben ja aufgeklaert!
Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel
Wir sind so klug, und dennoch spukt's in Tegel.
Wie lange hab ich nicht am Wahn hinausgekehrt,
Und nie wird's rein; das ist doch unerhoert!

DIE SCHOeNE:
So hoert doch auf, uns hier zu ennuyieren!

PROKTOPHANTASMIST:
Ich sag's euch Geistern ins Gesicht:
Den Geistesdespotismus leid ich nicht;
Mein Geist kann ihn nicht exerzieren.
(Es wird fortgetanzt.)
Heut, seh ich, will mir nichts gelingen;
Doch eine Reise nehm ich immer mit
Und hoffe noch vor meinem letzten Schritt
Die Teufel und die Dichter zu bezwingen.

MEPHISTOPHELES:
Er wird sich gleich in eine Pfuetze setzen,
Das ist die Art, wie er sich soulagiert,
Und wenn Blutegel sich an seinem Steiss ergetzen,
Ist er von Geistern und von Geist kuriert.
(Zu Faust, der aus dem Tanz getreten ist.)
Was laessest du das schoene Maedchen fahren,
Das dir zum Tanz so lieblich sang?

FAUST:
Ach! mitten im Gesange sprang
Ein rotes Maeuschen ihr aus dem Munde.

MEPHISTOPHELES:
Das ist was Rechts! das nimmt man nicht genau;
Genug, die Maus war doch nicht grau.
Wer fragt darnach in einer Schaeferstunde?

FAUST:
Dann sah ich-

MEPHISTOPHELES:
Was?

FAUST:
Mephisto, siehst du dort Ein blasses, schoenes Kind allein und ferne stehen?
Sie schiebt sich langsam nur vom Ort,
Sie scheint mit geschlossnen Fuessen zu gehen.
Ich muss bekennen, dass mir deucht,
Dass sie dem guten Gretchen gleicht.

MEPHISTOPHELES:
Lass das nur stehn! dabei wird's niemand wohl.
Es ist ein Zauberbild, ist leblos, ein Idol.
Ihm zu begegnen, ist nicht gut:
Vom starren Blick erstarrt des Menschen Blut,
Und er wird fast in Stein verkehrt;
Von der Meduse hast du ja gehoert.

FAUST:
Fuerwahr, es sind die Augen einer Toten,
Die eine liebende Hand nicht schloss.
Das ist die Brust, die Gretchen mir geboten,
Das ist der suesse Leib, den ich genoss.

MEPHISTOPHELES:
Das ist die Zauberei, du leicht verfuehrter Tor!
Denn jedem kommt sie wie sein Liebchen vor.

FAUST:
Welch eine Wonne! welch ein Leiden!
Ich kann von diesem Blick nicht scheiden.
Wie sonderbar muss diesen schoenen Hals
Ein einzig rotes Schnuerchen schmuecken,
Nicht breiter als ein Messerruecken!

MEPHISTOPHELES:
Ganz recht! ich seh es ebenfalls.
Sie kann das Haupt auch unterm Arme tragen,
Denn Perseus hat's ihr abgeschlagen.
Nur immer diese Lust zum Wahn!
Komm doch das Huegelchen heran,
Hier ist's so lustig wie im Prater
Und hat man mir's nicht angetan,
So seh ich wahrlich ein Theater.
Was gibt's denn da?

SERVIBILIS:
Gleich faengt man wieder an. Ein neues Stueck, das letzte Stueck von sieben.
So viel zu geben ist allhier der Brauch,
Ein Dilettant hat es geschrieben
Und Dilettanten spielen's auch.
Verzeiht, ihr Herrn, wenn ich verschwinde
Mich dilettiert's, den Vorhang aufzuziehn.

MEPHISTOPHELES:
Wenn ich euch auf dem Blocksberg finde,
Das find ich gut; denn da gehoert ihr hin.

Dienstag, April 29, 2008

Börsengurus

Ich habe heute ein Einsteigerseminar des "Arbeitskreis Börse" an der Universität Mainz besucht, wo mir ein Referent regelrecht leid tat, als er von Schweiß durchnässt und mit zittriger Stimme nach wenigen Folien mit dem Kommentar "Ich mach das hier ja regelrecht beschissen" seinen Vortrag abbrach und seinem Kollegen das Wort übergab.
Der Arbeitskreis Börse selbst hat dieses Jahr aber ein interessantes Programm vor sich, wo ich mir sicher die ein oder andere Veranstaltung zu Gemüte führen werde, u.a. mit ARD-Börsenguru Frank Lehmann.

Montag, April 28, 2008

Aus den Gremien

Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 28.04.2008

Tagesordnung

Bericht und Anfragen

1) Bericht des Magistrats

2) Beantwortung von Anfragen

U.a. mit drei Anfragen von mir zu den Themen Personalkosten, Radweg Rheingaustraße und Entsorgungsstelle für Altglas und Altkleider an der Ecke Rheinallee/Europaallee.

Neue Anträge von Fraktionen

Anm.: Ein von mir als Dringlichkeitsantrag eingebrachter Antrag betr. Radweg Rheingaustraße
wurde von CDU und FDP die Dringlichkeit abgesprochen und somit erst in die kommende Sitzung der Stadtverordneten am 2. Juni verwiesen. Hoffen wir mal, dass an den 4 Wochenenden bis zum 2. Juni und der nächsten Stadtverordnetenversammlung der Radweg von parkenden PKW verschont bleibt…

3) Antrag SV Sinß betr. Verbesserung Haushaltsplanstrukturierung

Einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

4) Antrag Fraktion B90/Grüne betr. Veranstaltungen und Feste

Einstimmig an den Ausschuss Jugend, Sport Soziales und Kultur sowie die Betriebskommission Weinbau und Tourismus verwiesen.

Neue Vorlagen des Magistrats

5) Änderung der Hauptsatzung der Stadt Oestrich-Winkel

Lange und breite Diskussionen, die letztlich darin münden, dass CDU und FDP sogar noch nicht einmal der Verweisung des Antrags zur vertiefenden Beratung der Vorlage in den Haupt- und Finanzausschuss zugestimmt haben…und das bei einer Änderung der Hauptsatzung mit einem angeblichen (!) Finanzvolumen von sechsstelligen Beträgen!

6) Bericht des Magistrats zum SPD-Antrag 2007/0213: Markt 15 – Mikwe

Mit einem Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig in den Ausschuss Jugend, Sport Soziales und Kultur verwiesen.

7) Bau eines Sendemastes für die Firmen O2 und SWR im Hallgartener Forst

Einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

8) SV-Beschluss v. 28.01.08 bzgl. Antrag B90/Grüne 2008/006 zur Solarenergienutzung, Punkt 2- 4

Mit einem Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig an den Ausschuss Umwelt, Planen und Bauen verwiesen.

9) Neuabschluss des Straßenbeleuchtungsvertrages

Einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

10) Übernahme Kegelbahn Hallgarten

Einstimmig angenommen, auch wenn ich noch kritisch angemerkt hatte, dass in der Aufhebungssatzung des Oestricher Bürgerhauses (was Sinn macht, da dieses ja gar nicht mehr existiert) das Datum der Aufhebung der Satzung vom 31. April (denn diesen Tag gibt es m.E. nicht ^^) auf den 30. April abgeändert werden sollte – auch das ist Kommunalpolitik ;-)

11) Änderung der Gebührensatzung für die Kinderbetreuungseinrichtungen in Oestrich-Winkel

Mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und einer FDP-Stimme (dafür Respekt!) an den Ausschuss Jugend, Sport Soziales und Kultur verwiesen.

12) Jahresabschluss 2006 Stadtwerke

Einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

13) Zuschuss von 80.000,- € für Maßnahmen des FSV 1917 Winkel aus dem zum Erbbaurechtsvertrag gehörenden Treuhandkonto

Einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen aufgrund teilweise unvollständiger Unterlagen.

14) Finanzielle Auswirkungen des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst im Haushaltsjahr 2008

Einstimmig zustimmend zur Kenntnis genommen.

Sonntag, April 27, 2008

Bezirkskonferenz (to be continued)

Zur diesjährigen ordentlichen Bezirkskonferenz der südhessischen Jusos kamen dieses Wochenende rund 100 Delegierte aus 18 Juso-Unterbezirken bei sonnigem Wetter im "Jugendzentrum Ronneburg" zusammen, um gemeinsam sowohl über politische Inhalte zu debattieren als auch den neuen Bezirksvorstand zu wählen. Soweit zunächst der Plan…
Als Gäste konnten die Jusos an diesem Wochenende u.a. den SPD-Bezirksvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Gernot Grumbach, den heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Sascha Raabe sowie die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für Grußworte bzw. Referate begrüßen. Nachdem samstags hauptsächlich Debatten zur Rechenschaftsdebatte und diversen Anträgen im Vordergrund standen, an denen auch ich mich diverse Male beteiligt hatte 1,2, stand schließlich am heutigen Sonntag die Verabschiedung des zwei Jahre amtierenden Juso-Bezirksvorsitzenden Christoph Degen an, der sich nun auf seine Arbeit im Hessischen Landtag konzentrieren wird. Als sein Nachfolger wurde Behnam Yazdani aus Groß-Gerau gewählt, der nun allerdings vorerst nur einem Rumpfvorstand aus drei Stellvertretern vorstehen wird, da die Konferenz aufgrund von Unstimmigkeiten bei deren Wahl vorerst abgebrochen werden musste, was nicht nur mir und meiner Delegation aus dem Rheingau-Taunus-Kreis Kopfzerbrechen bereitete. Bezirkskonferenz, Teil II kann also kommen…

Samstag, April 26, 2008

Auf der Ronneburg

Bin dieses Wochenende auf der Bezirkskonferenz der südhessischen Jusos in Ronneburg im Main-Kinzig-Kreis. Ausführlicher Bericht folgt.

Freitag, April 25, 2008

Hochschulreferent

Seit der heutigen Jahreshauptversammlung der Juso-AG Rheingau schimpfe ich mich "Hochschulreferent". Was es damit genau auf sich hat? Die Tage erfährt man hier mehr...

Mittwoch, April 23, 2008

Bauchfrei

Man munkelt, dass sie auch manchmal bauchfrei die Vorlesungen hält...derweil beginnen zu Semesterbeginn wieder die üblichen Druckschlachten, die manchmal auch so enden können, dass man wegen einem einzigen Blatt Papier, welches man am Uni-Drucker ausdrucken möchte, eine Vierstelstunde warten muss, weil jemand vor einem ein 200-Folien-Skript ohne Komprimierung ausdrucken muss *grrr*

Dienstag, April 22, 2008

Moneypenny

"Moneypenny, was sollte ich ohne Sie anfangen?"-"Warum kommen Sie nie auf die Idee, etwas mit mir anzufangen?"

- James Bond - Im Gehemindienst ihrer Majestät -

Montag, April 21, 2008

Bonjour et Buongiorno

Die ersten Brocken aus jeweils 3 Stunden französisch und italienisch sind hängen geblieben:

"Buongiorno, mi chiamo Carsten Sinß. Come sta?"
"Bonjour, je m'appele Carsten Sinß. Comment ca va?" -

Samstag, April 19, 2008

Parteitagsgeflüster

Aus Juso-Sicht sehr erfolgreich verlief heute der Unterbezirksparteitag der SPD im Rheingau-Taunus-Kreis, zu dem sich die Delegierten 1,2 in Hohenstein-Breithardt versammelt hatten. So wurden alle Juso-Anträge beschlossen wie auch diverse Juso-Mitglieder in die Bezirks- und Landesdelegationen gewählt ( „ich einmal mit dem besten und einmal mit dem drittbesten Ergebnis). In meinem von starkem Beifall begleiteten Rechenschaftsbericht für die Jusos hob ich den Stellenwert der Jusos als mittlerweile „bedeutendste politische Jugendorganisation im Rheingau-Taunus-Kreis“ hervor, in meiner Funktion als Präsidiumsmitglied konnte ich zudem neben dem SPD-Vorsitzenden Martin Rabanus, der Landtagsabgeordneten a.D. Christel Hoffmann, dem Landtagsabgeordneten Marius Weiß und dem Landrat Burkhard Albers auch die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti 1,2 ankündigen.
Storys from the gasstation
Meint ein Kunde an der Kasse zu seinem Kumpel: "Schau, dass hat sie mir neulich zur Versöhnung geschenkt" - und zeigt auf die aktuelle Ausgabe der "Sport Bild"...

Freitag, April 18, 2008

26 Stunden-Woche

Hier mal mein vorläufiger Stundenplan für das kommende Sommersemester:

Montag:
10.00-12.00 Uhr Mikroökonomik I (Übung)
12.00-14.30 Uhr Italienisch (Kurs)

Dienstag:
08.30-10.00 Uhr Finanzwirtschaft (Übung)
10.00-14.00 Uhr Finanzwirtschaft (Vorlesung)
16.00-18.00 Uhr Vergleich und Analyse politischer Systeme (Vorlesung)

Mittwoch:
12.00-14.00 Uhr Kommunalrecht (Vorlesung)
14.00-16.00 Uhr Französisch (Kurs)
16.30-18.00 Uhr Externes Rechungswesen (Vorlesung)

Donnerstag:
08.30-10.00 Uhr Mikroökonomik I (Vorlesung)
10.00-12.00 Uhr Externes Rechungswesen (Übung)
14.00-16.00 Uhr Webdesign/HTML (Kurs)

Freitag:
08.30-10.00 Uhr Mikroökonomik I (Vorlesung)

Donnerstag, April 17, 2008

Rot war die Liebe, Grün war die Hoffnung...

…und jetzt gibt’s erstmals Schwarz-Grün auf Landesebene. Kosten wird das ganze
  • die CDU 125 € bei den Studiengebühren plus zeitliche Verlagerung,
  • die Grünen einen Meter der Elbe,
  • und Hamburg ggf. Milliarden an Regressforderungen eines enttäuschten Kohlekraftwerkbetreiber.
Und zurück bleibt ein buntes Potpourri der Farbenlehre an potentiellen zukünftigen Koalitionsmöglichkeiten…

Mittwoch, April 16, 2008

Polizeikontrolle

Die Kommunikationsprobleme begannen schon, als es einiges an Zeichensprache bedurfte, bis ich heute morgen überhaupt erst einmal verstanden hatte, dass ich bei einer Polizeikontrolle am Mombacher Kreisel zu den „Auserwählten“ gehörte – und das an meinem ersten richtigen Uni-Tag in diesem Semester. Nachdem ich dem Polizeibeamten erklärt hatte, dass ich auf dem Weg in die Universität und ziemlich knapp in der Zeit sei, versicherte er mir, dass ich „je nachdem, was ich antworte“ ziemlich schnell weiterfahren könne. Als ich allerdings schon bei der ersten Frage „Was ist das denn?!“ antworten musste, weil der gute Mann von mir wissen wollte, ob ich schon einmal mit der mir nicht geläufigen Abkürzung „BTM“ in Kontakt getreten sei und darauf ein ungläubiges Kopfschütteln des Polizeibeamten erntete, durfte ich erst einmal das Auto verlassen und einer Taschenlampe hinterherblinseln...

Dienstag, April 15, 2008

Dioptrin sammeln

Quasi auf den Tag genau vier Jahre ist es her, dass ich das letzte mal beim Augenarzt war, um mir zusätzliche Dioptrin verpassen zu lassen. Da Termine schätzungsweise erst in zwei bis drei Monaten zu haben sind, quälte ich mich als heute früh aus den Federn, um Punkt 7.15 Uhr vor der Augenarztpraxis einzulaufen und dort im Gang hinter drei weiteren Personen anstehen zu dürfen, die dann mit mir noch 20 Minuten warteten, bis die Praxis eröffnet wurde und es dann noch einmal eine gute Stunde dauerte, bis der Arzt erschien. Zu diesem Zeitpunkt war es dann ca. 8.30 Uhr und es wurde gerade Nummer 42 (!) in der Warteliste vergeben. Der Arzt selbst verkündete mir dann nach kurzer Routineuntersuchung die frohe Kunde, dass ich in den vergangene vier Jahren ziemlich genau 1,0 Dioptrin zusätzlich angesammelt habe (stehe jetzt bei 6,0 und 5,0 – also auf dem besten Weg hin zur Erblindung). Auf meine Frage, wie ich diesen „Fortschritt“ denn abmildern könne, antwortete der Arzt dann sinngemäß: "Wenn Sie geringer steigende Dioptrin-Zahlen möchten, kommen Sie öfters zur Routine-Untersuchung, dann ist der Anstieg nicht so gewaltig." (wo er Recht hat, hat er Recht...)
Beim Herausgehen wurde dann gerade noch ein älterer Herr aufgeklärt, dass er in der falschen Praxis gelandet wäre, da nebenan der von ihm avisierte Hals-Nasen-Ohren-Arzt sei…hätte man vielleicht doch auch gleich zur Routine-Untersuchung da behalten sollen ^^

Montag, April 14, 2008

Wahrheit

"Manche Wahrheiten sollen nicht, manche brauchen nicht, manche müssen gesagt werden."

- Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter, Zeichner und Maler -

Sonntag, April 13, 2008

Bayerische Verhältnisse

Mit sauberen 92,5 % wurde Amtsinhaber Manfred Kohl (SPD) in Walluf heute in seinem Bürgermeisteramt bestätigt - wenn auch fairerweise dazu gesagt werden muss, dass es keinen Gegenkandidaten gegeben hatte. Dennoch musste natürlich zunächst mit Spannung auf die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke gewartet werden, bevor Dank ausgesprochen werden konnte.

Samstag, April 12, 2008

Voll der Ökonomen-Trip

Irgendwann neulich, kurz nach Mitternach,t überfiel es mich einfach und ich darf deshalb bald folgende Meisterwerke der Wirtschaftswissenschaften mein Eigen nennen:
  • „Kapitalismus und Freiheit“ - Milton Friedman
  • „Das Kapital“ - Karl Marx
  • „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ - John M. Keynes
  • „Der Wohlstand der Nationen“ - Adam Smith

Freitag, April 11, 2008

SV Wehen-Wiesbaden: FC St. Pauli 1:3

Zum Heimspiel des SV Wehen-Wiesbaden (bzw. zum Auswärtsspiel des SV Taunusstein) gegen den aus Hamburg angereisten FC St. Pauli ging es heute in die „Brita Arena“, zu der auch der SV Wehen geschlossen angereist kam. Die St. Pauli-Fans machten dabei aber trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit nicht nur besser Stimmung als der Wehener Anhang (was bei diesen ‚Fans’ 1,2 aber auch nicht allzu verwunderlich sein dürfte…), sondern auch bei der Identifikation 1,2 mit ihrem Club scheint bei den Neuwiesbadenern noch etwas Nachholbedarf zu bestehen. Gut „ausgerüstet“ ging es dann im strömenden Regen am dicht gedrängten Eingang ins Stadion, wo man auch schon direkt einen ersten Blick aufs Spielfeld erhaschen und St. Pauli-Spieler hautnah beim warm machen 1,2 beobachten konnte, was sich aber natürlich von der Südtribüne aus gesehen vor und während des Spiels sowie beim Blick auf die Trainerbänke deutlich besser überschauen ließ – die imposanten Flutlichtmasten dürften wohl ihr übriges zur Erhellung der Sichtverhältnisse beigetragen haben…
Was sich beim Einlaufen, diversen Standardsituationen und dem ersten Tor für die Neuwiesbadener noch gut anschickte, endete nach drei Gegentreffern durch die Paulianer dann aber letztlich doch in einer Heimniederlage, den die Spieler auch gebührend zu feiern wussten 1,2. Ausbaden mussten das dann die eifrigen Greenkeeper, damit der Rasen nicht irgendwann so aussieht wie vor der Arena...
Und das schrieb der Kicker zu dem Spiel.

Donnerstag, April 10, 2008

Raumschiff auf hoher See

Wenn ein Raumschiff auf Reisen geht und dann auch noch so medienwirksam inszeniert wird wie der aktuell von statten gehende Transport der Raumfähre „BURAN“ über den Rhein bis nach Speyer, kann das natürlich nur die Massen anlocken. Ich hatte Glück, dass ich sowohl von er B42 1,2 als auch vom Rheinufer selbst einen günstigen Blick auf die „BURAN“ 1,2 erhaschen konnte. 

"Die BURAN wurde 1988 in die Erdumlaufbahn geschossen, legte zwei Erdumrundungen zurück, und wurde in Baikanur (Kasachstan) wieder sicher gelandet. Die Konstruktionsarbeiten für das russische Shuttle begannen in den 1970er Jahren. Die neue Raumfähre wurde BURAN genannt, was mit "Schneesturm" übersetzt werden kann. Ähnlich wie der russische Überschall-Passagierjet Tupolev TU-144 und die Concorde wurde auch die BURAN und der amerikanische Space Shuttle zur gleichen Zeit entwickelt, wobei die aerodynamischen Notwendigkeiten zu ähnlichen Rumpfkonstruktionen führten. Die BURAN 002, die jetzt ins Technikmuseum Speyer transportiert wird, wurde während der Olympischen Spiele 2000 in Sydney und anschließend in Bahrain ausgestellt. Anfang März 2008 wurde die BURAN in Bahrain auf ein Hochseeschiff verladen. Zielhafen in Europa war Rotterdam - von dort wird das Shuttle momentan rheinaufwärts auf einem Lastenponton nach Speyer gefahren. (...)"
Quelle: Technikmuseum Speyer

Mittwoch, April 09, 2008

CDU-Bürgermeisterkandidat 2013

Überraschend früh hat die hiesige CDU in Oestrich-Winkel heute ihren potentiellen Nachfolger für Bürgermeister Paul Weimann (CDU) ins Feld geschickt 1,2. Wie die Rechnung aber aufgehen soll, dass eine Person nun zukünftig die Aufgabe von gleich zwei Fachbereichsleitern der Verwaltung qualitativ gleichwertig übernimmt mit dem einzigen Instrument einer höheren Besoldungsstufe, dürfte eine der spannenden Fragen der kommenden Wochen und Monate werden...

Dienstag, April 08, 2008

Campus-Bürokratie

Bei meiner Anmeldung für universitäre Sprachkurse wurden heute mal wieder sämtliche Klischees erfüllt, die man im allgemeinen so vom einem starren und bürokratisierten Universitätssystem hat. Zusammen mit einer mindestens dreistelligen Anzahl an Kommilitonen durfte ich ca. 20 Minuten vor einer sich im Minutentakt öffnenden Tür warten, nur um dann einen blöden Anmeldewisch in eines von drei zur Verfügung stehenden Kästchen zu werfen. Zu alle dem musste ich dann aber auch noch geschlagene zwei Stunden warten, bis die Anmeldezeit für die andere Sprache begann. Ich meine ja mal gehört zu haben, dass andere Fachbereiche so etwas mit einem Briefkasten regeln...
Persönliche Tagesbilanz: 40 Minuten Autofahrt und 2,5 Stunden Campus für ganze zwei Minuten "blödenanmeldewischinkästchenwerf".

Montag, April 07, 2008

Verstand

"Es reicht nicht aus, einen gut funktionierenden Verstand zu haben; das Wichtigste ist, ihn auch gut zu nutzen."

- René Descartes (1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler -

Sonntag, April 06, 2008

Einführung in die Doppik

Obwohl für einen gelernten Industriekaufmann und nun BWL-Student nicht großartig neu erwies sich das von mir organisierte Wochenendseminar „Einführung in die Doppik“ doch nicht nur als interessant, sondern aufgrund der querbeet aus Hessen-Süd erschienenen Teilnehmer auch als sehr amüsant. Unvergleichlich auch die Aussicht von der Rüdesheimer Jugendherberge auf die Rheinlandschaft und die Stadt Bingen – leider diesmal ohne klare Sicht.

Samstag, April 05, 2008

Stöckchen: Fernsehserien

Seit langem mal wieder ein Stöckchen:

1) Booker: Leider nie gesehen.
2) Ein Colt für alle Fälle: Einfach nur cool!
3) Miami Vice: Einfach noch viel cooler. Gleiches gilt im übrigen auch für das gleichnamige Movie-Remake.
4) Pan Tau: Pan Was?!
5) Gegen den Wind: Totales Entsetzen, einen ehemaligen Moderator des Disney Clubs auf einmal auf einem Surfbrett zu erleben!
6) Kottan ermittelt: Leider nie gesehen.
7) Lotterie: Es gibt rein statistisch gesehen effektivere Methoden, sein Geld los zu werden und somit für mich auch keinen Grund, sich das anzuschauen.
8) Starsky & Hutch: Einfach am coolsten!

Was ist ein Stöckchen?

Freitag, April 04, 2008

runtergesetzt

Der Trend für dieses Semester scheint in der Tat zu lauten: Mach die Klausur möglichst unfair, kündige Sachen an, die dann doch nicht dran kommen und umgekehrt – und setze dann die Bewertung so niedrig an, dass jeder, der/die sinngemäß seinen Namen und die Matrikel-Nummer richtig auf’s Papier gebracht hat noch irgendwie die Klausur besteht. So bei mir entgegen der Erwartung in Statistik und Mathe geschehen! Heißt zwar, den Vordiplomsschnitt gründlich nach unten zu korrigieren. Aber positiv betrachtet heißt es auch: Nie mehr Mathe! :-)

Donnerstag, April 03, 2008

Mit den Sternen tanzen

"Den Wind im Rücken,
die Sonne im Gesicht,
die Schicksalsberge hinaufjagend,
mit den Sternen tanzend."

Mittwoch, April 02, 2008

Roko vs. Roko

Zu der Frage, ob Roland Koch als gewählter Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Eschborn zukünftig gegen sich selbst opponieren wolle, ließen sich die Grünen verleiten, als bekannt wurde, dass sich die CDU nun trotz öffentlich stets betonten Wahlsieges (offiziell steht ihnen dieser mit gut 3.000 Stimmen Vorsprung vor der SPD auch zu) ab dem 5. April als Oppositionspartei deklariert sehen will. Wohlgemerkt: Der Ministerpräsident wird nach derzeitigem Kenntnisstand dann immer noch Roland Koch heißen. Wes Geistes Kind hier spricht wird aber schnell klar bei einem Blick in das Hessische Fraktionsgesetz, in dem festgeschrieben ist, dass Landtagsfraktionen in der „Opposition“ einen finanziellen Nachteilsausgleich erhalten. Es heißt als ab dem 5.4 in Wiesbaden: Roland Koch vs. Roland Koch auf Steuerzahlers Kosten.

Dienstag, April 01, 2008

April, April! 08

Wahrlich kein Aprilscherz war das gestern Abend, als ich wie vor bisher jeder Klausur auf den Seiten des Prüfungsamtes nachschauen wollte, in welchem Hörsaal ich schreibe; dann aber und bemerken durfte, dass sich die entsprechende Internetseite nicht öffnen ließ. Da der Campus in Mainz nun doch nicht gerade klein ist und auf gut Glück am frühen Morgen die Hörsääle zu durchsuchen nicht erfolgversprechend zu sein schien, versuchte ich mein Glück zunächst mal per Telefon bei den zuständigen Sachbearbeitern. Diese konnten mir zwar nicht wirklich weiterhelfen, aber immerhin "viel Glück" wünschen. Heute morgen konnte ich auf diesem Weg meinen Hörsaal dann zum Glück doch noch in Erfahrung bringen und pünktlich zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu meiner Klausur erscheinen, die alles in allem auch zufriedenstellend abgelaufen ist. Aber es werden mir wohl weniger die Inhalte des Skriptes als vielmehr ein mir selbst eingebrockter Aprilscherz in den kommenden Wochen in Erinnerungen bleiben. Da ich während der Klausur nämlich ein „kleines Bedürfnis“ zu erledigen hatte, wurde mir von der Klausuraufsicht der Gang über Seitengänge zur Toilette erklärt. Dummerweise nur führte mich mein Rückweg dann erst mal in den benachbarten Hörsaal, in dem die verdutzten StudentInnen mindestens ebenso fragwürdige Blicke im Gesicht hatten wie ich, als mein „vermeintlicher“ Sitzplatz plötzlich durch einen anderen Kommilitonen besetzt war. Ein kurzes „Ups, falscher Hörsaal“ meinerseits brachte dann zumindest die Lacher auf meine Seite und beim Herausgehen erwartete mich auch schon die Klausuraufischt, der mein langes Fernbleiben für das „kleine Bedürfnis“ auch schon etwas "seltsam" vorkam ^^

Passend zum Datum hier noch eine Meldung zur geplanten Abschaffung der Zeitumstellung, zur geplanten Verfilmung der Zuwanderungsbedatte im Bundesrat durch Starregisseur Dieter Wedel sowie unten stehend eine Mitteilung aus der Hessischen Staatskanzlei betr. neue Sitzordnung im Hessischen Landtag und von mir betr. Nachrückens in den Hessischen Landtag.
Lustig muss heute morgen auch "BigFM" gewesen sein, die einfach die Uhr nochmal eine Stunde vorgestellt und um 6 Uhr schon die 7-Uhr-Nachrichten usw. haben ablaufen lassen...was wohl zu den ein oder anderen hektischen Sprüngen aus den Betten einzelner Zuhörer geführt haben muss :-)

PRESSEMITTEILUNG
Hessen bewegt sich - neuer Dreh im Landtag
Keiner will im Landtag neben der Linkspartei sitzen. Deshalb haben sich die Parteien auf eine rotierende Sitzverteilung geeinigt. So muss jeder mal neben den "Schmuddelkindern" sitzen. Noch wird gehämmert und gewerkelt. Noch sind die Handwerker im Landtag nicht abgezogen. Viel Zeit haben sie nicht mehr. Am kommenden Samstag wird sich hier der neue Landtag konstituieren. Die viel zitierten "Hessischen Verhältnisse" werden sich auch in der Sitzordnung niedergeschlagen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, haben sich die Fraktionen noch kurzfristig auf eine rotierende Sitzordnung geeinigt. "Das schwierige Wahlergebnis fordert eben auch architektonisch seinen Preis", sagte ein Landtagsmitarbeiter.
Eigentlich war geplant, dass ganz links die sechs Abgeordneten der Linkspartei sitzen. Daneben sollten die 42 Parlamentarier der SPD folgen, dann die neun Grünen und die elf Liberalen. Ganz rechts sollten die 42 CDU-Abgeordneten Platz nehmen. Doch das war einmal. "Auch wenn wir die geschäftsführende CDU-Regierung mit Hilfe der Linken unter Druck setzten wollen, wollen wir nicht ständig mit denen in einer Ecke sitzen", so ein führender Sozialdemokrat, der nicht genannt werden wollte. Eine Nachtsitzung im Ältestenrat des Parlaments brachte in dieser Woche die überraschende Lösung. Die Sozialdemokraten konnten die anderen Parteien zu einem Novum in der Parlamentsgeschichte bewegen. Im Wiesbadener Landtag werden künftig die "Tortenstücke" vor jeder Parlamentswoche rotieren. "So muss jeder mal neben den linken Schmuddelkindern sitzen", scherzt der Landtagsmitarbeiter. Möglich gemacht hat die unkonventionelle Lösung eine ausrangierte Drehbühne aus dem Frankfurter Theater. Damit lassen sich die Sitzreihen per Knopfdruck verschieben. "Wir wirbeln das Parlament eben durcheinander", jubelt die Linke.
"Natürlich haben wir mit dieser Lösung auch unsere Bauchschmerzen", sagt ein CDU-Abgeordneter. Überzeugen ließen sich die Christdemokraten wohl aber von der Aussicht, durch das bunte Stühlerücken auch mal neben den Grünen zu sitzen – dem neuen Wunschpartner in einer Jamaika-Koalition. Das Denken in Blöcken ist doch sowieso veraltet, heißt es aus der Grünen-Fraktion. Grünes Licht kam auch von der FDP. "Hauptsache wir sind nicht die Einzigen, die sich bewegen", meinte ein führender Liberaler. Der Einzige, der etwas gegen die neue Lösung im Wiesbadener Landtag hat, scheint der Bund der Steuerzahler zu sein. Angesicht der Mehrkosten von 100.000 Euro für den Einbau der Drehbühne plädiert der Steuerzahlerbund für die ganz freie Platzwahl. "In so manchem Theater gibt es doch auch keine Platznummern", so der Bund der Steuerzahler.