Samstag, Mai 31, 2008

High Potentials

Ein Rhetorik-Seminar des „Arbeitskreis Börse“ der Universität Mainz führte mich heute zu diesen doch eher ungewöhnlichen Zeiten auf den Campus. In Zusammenarbeit mit MLP konnte ich zunächst einmal erfahren, dass ich durch meinen zu erwartenden akademischen Abschluss zu den „High Potentials“ dieser Gesellschaft zähle. Auch wenn ich eigentlich nur meine Soft-Skills ein wenig auffrischen wollte, nahm ich das natürlich wohlwollend zur Kenntnis, um dann aber kurze Zeit später eine m.W. wirkliche "High-Potential“ kennenzulernen. Neben mir saß nämlich eine chinesische Kommilitonin, die (in fließendem Deutsch) munter von ihrem bisherigen Lebenslauf, ihren Auslandsaufenthalten, Praktika, universitären (u.a. drei Studiengänge parallel!) wie außeruniversitären Aktivitäten (Kenntnisse in 30 Sprachen, Fachschaft etc.) erzählte und dafür auch in Kürze von der Mainzer Universität eine Ehrung erhalten würde. Irgendwie ließ mich danach mein schlechtes Gewissen nicht mehr los, wenn ich mir überlege, wie oft ich mich wohl schon auf der Couch geräkelt habe, während die Dame in der Bibliothek gebüffelt hat...
Storys from the gasstation
Wenn sich ein Fahrer eines dicken Mercedes schon an einer Menschenschlange von 6-7 Leuten im Shop vorbeidrängelt, müssen eigentlich die Alarmglocken läuten. Intention des Mannes war, mir einen 50 €-Schein auf den Tresen zu legen mit dem Kommentar „Zapfsäule 8, stimmt genau so“ und wieder gehen zu wollen. Dummerweise waren die getankten 50 € in Wirklichkeit 50,03 € und der Fahrer sehr uneinsichtig bzgl. meines sturen Beharrens, auch noch die letzten drei Cent von ihm erhalten zu wollen (wobei ich nicht ganz ausschließen möchte, dass das Verhalten desjenigen auch ein wenig zu meiner Sturheit beigetragen haben könnte…). Als ich schließlich auf seine „Drohung“, er habe nur einen zweiten 50 €-Schein schon begonnen hatte, dass Kleingeld für die restlichen 49,97 € zusammenzukratzen, kamen dann auch auf einmal urplötzlich noch drei Cent aus der Hosentasche des Mannes zum Vorschein, an die er ja zuvor „überhaupt nicht gedacht hat“ hatte.

Freitag, Mai 30, 2008

Klatsch

Es sind die Zufälle, die das Leben schreibt, wenn man die Professorin aus der Kommunalrechtsvorlesung auf einmal bei einem Treffen mit der „Grünen Jugend“ im Rheingau-Taunus-Kreis im „Cafe Klatsch“ in Wiesbaden wiedersieht, sich sonnend und die Füße lässig auf einem anderen Stuhl liegend.

Donnerstag, Mai 29, 2008

"Der Politische Streik - Politisches Tabu oder berechtigtes Mittel?"

Auch wenn uns gestern nach Veranstaltungsende beim Abschlussbild noch ein wenig die Massen fehlten, um einen wirksamen Generalstreik auszurufen, war die Veranstaltung "Der Politische Streik - Politisches Tabu oder berechtigtes Mittel?" mit Gewerkschaftssekretär Veit Wilhelmy unter Federführung der Jusos Rheingau-Taunus hoch informativ und durchaus lohnenswert.


Oestrich-Winkel, den 15. Mai 2008

PRESSEMITTEILUNG

Jusos Rheingau-Taunus diskutieren über politischen Streik

Verwaiste Baustellen, menschenleere Fabrikhallen – wenn in Deutschland gestreikt wird, dann geht es gegen die Arbeitgeber. Ob mit einem Streik auch politische Ziele durchgesetzt werden können, darüber wollen die Jusos bei einem Stammtisch zum Thema „Der politische Streik – politisches Tabu oder berechtigtes Mittel“ diskutieren. In vielen europäischen Nachbarstaaten ist der politische Streik Teil der demokratischen Kultur – in Deutschland hingegen ist er verboten. Die Jusos Rheingau-Taunus wollen dieses „Tabuthema“ aufgreifen – vorurteilsfrei von den Grundrechten bis hin zur Frage der „Waffengleichheit“ zwischen Beschäftigten und Politik.
Als Referent konnten die Jusos Veit Wilhelmy, IG BAU-Gewerkschaftssekretär, gewinnen, der auch für anschließende Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen wird. Er sagt: „Der politische Streik gilt in Deutschland als rechtswidrig. Allerdings ist das mit den europäischen Grundrechten nicht vereinbar!“ Die öffentliche Veranstaltung der Jusos findet statt am Donnerstag, den 29. Mai, ab 19.30 Uhr im Wallufer Vereinshaus am La Londe Platz und die Teilnahme ist kostenlos. Die Jusos hoffen daher auf viele Besucher und rege Diskussionen. Mehr Infos zu den Jusos: www.jusos-rtk.de.

Mittwoch, Mai 28, 2008

Grenzkosten am Kiosk

Dass bspw. bei vollständiger Konkurrenz eines Marktes "Grenzkosten=Preis" eine DER Antworten in der Volkswirtschaftslehre und ergo auch der Mikroökonometrie hinsichtlich der Frage von Angebots- und Nachfrageverhalten ist, hat man sich in einem wirtschaftswissenschaftlichen Grundstudium relativ schnell einverleibt. Mit dieser Gewissheit aber auch einfach mal in den nächsten Kiosk zu gehen und kritisch zu hinterfragen, wie von unserem Dozenten heute vorgeschlagen, stelle ich mir doch etwas skurril vor. Würde ein Gespräch mit der Kassiererin dann bspw. so aussehen? "Entschuldigen Sie bitte, aber entsprechen die 0,75 € für Kaugummis wirklich ihren Grenzkosten oder nutzen Sie mittels ihrer lokal vorhandenen Monopolstellung preisdiskriminierende Effekte zur Steigerung Ihrer Produzentenrente aus, während Sie damit die Gesamtwohlfahrt schwächen?"

Dienstag, Mai 27, 2008

Kniffliges Quiz

Wer kann auflösen? :-)

Wiesbadener Kurier vom 27.05.2008
Quizfrage streut Salz in nicht verheilte Wunde – Sommer-Preisrätsel lässt Streit um Burghofspiele wieder aufflammen/Kein Kommentar von Bürgermeister Kunkel
ELTVILLE Das Tischtuch zwischen der Stadt Eltville und dem Leiter der Burghofspiele, Bruno M. Brogsitter, ist schon längst zerschnitten. Aber der Streit scheint auch noch nicht mit dem neuen Standort im Langwerther Hof abgehakt zu sein. "Wie unterstützt der Bürgermeister die Burghofspiele?" Das ist eine der Fragen, die von den Festspielen in einem "Sommer-Preisrätsel" gestellt werden. Die Antwortalternative ist "aktiv" oder "gar nicht". Wer mitmachen will, soll zudem ankreuzen, wie der Bürgermeister von Eltville heißt: Zur Auswahl werden die Namen des Wallufer, Eltviller und Kiedricher Rathauschefs vorgegeben - Manfred Kohl, Patrick Kunkel und Winfried Steinmacher (…) Bürgermeister Kunkel will zum Gewinnspiel gar keinen Kommentar abgeben. Er weist nur darauf hin, dass die Stadt jetzt in der Rheingauer Straße die Nutzung von Parkplätzen für die Anlieferung der Bühne genehmigt hat und sie die Festspiele in der Vergangenheit mit großem Aufwand unterstützt habe. Im Übrigen werde ein neues Kulturprogramm für die Burg erarbeitet. Der Magistrat hat schon vor Veröffentlichung des Gewinnspiels beschlossen, das städtische Konto bei der Eltviller Volksbank zu kündigen. Das habe aber nichts mit den Burghofspielen zu tun, sondern habe allein finanzielle Gründe, so Kunkel. Als "beschämend" bewertet CDU-Fraktionschef Peter Seyffardt das Preisrätsel. Es erwecke den Eindruck eines Privatkriegs. Rainer Scholl (FDP) sagt: "Jeder blamiert sich so gut er kann." Monika Fiala, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, spricht von "Spielchen", die sie nicht kommentieren wolle. "So was gehört sich nicht", meint Helmut Moser von der Bürgerliste. Als einziger zeigt SPD-Fraktionschef Matthias Hannes ein gewisses Verständnis für die Reaktion Brogsitters, auch wenn sie für das weitere Verhältnis zur Stadt nicht förderlich sei. Es sei eine Brüskierung für die Burghofspiele gewesen, wenn in zeitlicher Nähe zum Aus für den Burghof-Standort verkündet werde, dass Eltville eine Konzerthalle für das Rheingau Musik Festival mitfinanzieren wolle.

Montag, Mai 26, 2008

...

"Worte sind wie Laub - wo sie im Übermaß sind, findet man selten Früchte darunter."

- Alexander Pope (1688-1744), engl. Schriftsteller u. Satiriker -

Sonntag, Mai 25, 2008

Was ist eigentlich Politik?

Der Sohn fragt: "Papi, was ist eigentlich Politik?"
Erklärt der Vater: "Das ist ganz einfach ... sieh mal ... Ich bringe das Geld nach Hause also bin ich der KAPITALISMUS. Deine Mutter verwaltet das Geld, also ist sie die REGIERUNG. Der Opa passt auf, dass hier alles seine Ordnung hat, also ist er die GEWERKSCHAFT. Unser Dienstmädchen ist die ARBEITERKLASSE. Wir alle haben nur eines im Sinn, nämlich dein Wohlergehen. Folglich bist Du das VOLK. Und Dein kleiner Bruder, der noch in den Windeln liegt, ist die ZUKUNFT. Hast du das verstanden, mein Sohn?"
Der Kleine überlegt und bittet seinen Vater, dass er erst noch eine Nacht darüber schlafen möchte ... Nachts wird der Junge wach, weil sein kleiner Bruder in die Windel gemacht hat und furchtbar brüllt. Da er nicht weiss, was er machen soll geht er ins Schlafzimmer der Eltern. Da liegt aber nur seine Mutter und die schläft so fest, dass er sie nicht wecken kann. So geht er in das Zimmer des Dienstmädchens, wo der Vater sich gerade mit derselben vergnügt, während der Opa durch das Fenster unauffällig zuschaut. Alle sind so beschäftigt, dass sie nicht mitbekommen, dass der Junge vor ihrem Bett steht. Also beschliesst der Junge wieder schlafen zu gehen. Am nächsten Morgen fragt der Vater seinen Sohn ob er nun mit eigenen Worten erklären kann, was Politik ist:
"Ja", antwortet der Sohn, "der KAPITALISMUS missbraucht die ARBEITERKLASSE und die GEWERKSCHAFT schaut zu, während die REGIERUNG schläft. Das VOLK wird vollkommen ignoriert und die ZUKUNFT liegt in der Scheisse. DAS IST POLITIK!"

Samstag, Mai 24, 2008

"Erhebliche Belastung"

Nach Wiesbadener Kurier, Rheingau Echo und Financial Times berichtet nun also auch der „Uni-Spiegel von den „Belastungen“ zwischen Teilen der ebs-Studierendenschaft auf der einen und Jusos und Oestrich-Winkeler Bevölkerung auf der anderen Seite.

UniSPIEGEL 3/2008 vom 19.05.2008
Oestrich-Winkel / Jungsozialisten: "Erhebliche Belastung"
"Oestrich-Winkel: Studieren, wo andere für immer leben müssen". Dieser Titel einer Studi-VZ-Gruppe mit 140 Mitgliedern sorgte für viel Zoff zwischen Jungsozialisten (Jusos) und Studenten der European Business School (EBS) in der hessischen Kleinstadt am Rhein. "Mit ihrem Studi-VZ-Auftritt hat die Gruppe einen großen Personenkreis in der Bevölkerung von Oestrich-Winkel angegriffen", sagt Sebastian Busch, Vorsitzender der Jusos im Rheingau. Die jungen Politiker schrieben deshalb im April an die EBS-Hochschulleitung und forderten, dass der Studi-VZ-Eintrag gelöscht werden müsse. Dieser sei eine "erhebliche Belastung der Beziehung" zwischen der privaten EBS und den Oestrich-Winklern. Die Mitgliedschaft in solchen Gruppen werfe zudem "ein bedenkliches Licht auf die geistige Reife der betroffenen Personen (wohlgemerkt potentiellen zukünftigen Führungskräften)". Die Antwort der EBS kam prompt: "Als staatlich akkreditierte Hochschule haben wir die Meinungsfreiheit und die Persönlichkeitsrechte unserer Studierenden zu achten." An Kontrolle, Zensur und Bestrafung sei nicht zu denken. Ein EBS-Student drohte gar mit rechtlichen Schritten gegen die Jusos. Nach einigen Medien-Beiträgen über den Streit ist der Eintrag auf der Internet-Plattform mittlerweile allerdings wieder verschwunden. "Wir sind guter Dinge, dass sich jetzt alles wieder einrenken wird", sagt Juso-Vorsitzender Busch.

Freitag, Mai 23, 2008

Vater Rhein, Michael, Petri Heil und die Erpels

Ein ausgedehnter Joggingausflug in den frühen Abendstunden am Rhein entlang bot heute ein paar Schnappschüsse:
Zu Beginn der Wegstrecke kurz nach dem Oestricher Kran waren ein paar Angler
auf Jagd, aber natürlich nicht nach den Enten 1,2. In Mittelheim wartete dann schon „Michael“, um kurz darauf mit stechendem Dieselgeruch ans andere Ufer gen Ingelheim überzusetzen. Vorbei am Weinprobierstand kreuzten dann schließlich noch Scharen von Enten/Gänsen auf dem Weg zum Abendessen meinen Weg, wobei festgestellt werden konnte, dass sich Nahrungsmittelsuche und -aufnahme in so einer Enten-/Gänsefamilie gar nicht mal so sehr vom Menschlein unterscheidet.

Donnerstag, Mai 22, 2008

Die spinnen ja, die Franzosen

Warum meine Französisch-Dozentin neulich bei „69“ aufhörte, uns die weiteren Zahlen bis 100 zu erklären, wurde mir dann heute klar. Während man eigentlich vermuten könnte, dass ein Zahlensystem auch in der Nomenklatur möglichst stringent durchgezogen wird, haben sich die Franzosen gedacht nach „siebenundsechzig, achtundsechzig, neunundsechzig“ nicht die „siebzig“, sondern ein übersetztes „sechzigundzehn, sechzigundelf“ etc. folgen zu lassen. So weit so gut, wird das dann noch ab „achtzig“ getoppt, wenn es fortan heißt „viermalzwanzig, viermalzwanzigundeins“ usw. bis 99=“viermalzwanzigundneunzehn“. Und achso: Schweizer und Belgier haben sich im übrigen diesem „Sonderweg“ der Franzosen nicht angeschlossen und zählen „normal“ – sollte man wissen, je nachdem mit welchem der hiesigen Mitbürger man über Zahlen diskutiert.

Mittwoch, Mai 21, 2008

AFC vs. Vinea

Wie unternehmerischer Wettbewerb mit zwei unterschiedlichen Marktstrategien aussehen kann, erlebt man gerade par excellence in Oestrich-Winkel zwischen den beiden Fitnessstudios „AFC“ und „Vinea“. Zu der ganzen Geschichte gehört aber zunächst der Vorspann, der von einem Unternehmer, nennen wir ihn mal Herr D., erzählt, welcher in einer alten Fabrikhalle im Stadtteil Winkel relativ erfolgreich ein Fitnessstudio (AFC) zu recht moderaten Preisen betreibt. Irgendwann treibt Herr D. aber der Drang nach Expansion und er entschließt sich, ein neues Ambiente zu errichten, um dort fortan qualitativ hochwertigere Leistungen anzubieten und den Niedrigpreissektor auf jeden Fall in Richtung Qualitätssektor zu verlassen. In der politischen Landschaft folgen monatelange und harte Diskussionen um ein auf einer Gemeinbedarfsfläche im Außenbereich durch die CDU/FDP-Mehrheit zur Verfügung gestelltes Baurecht für das neue Fitnessstudio (Vinea) des besagten Unternehmers Herrn D.. Gesagt, getan, erstrahlt dieser Bau mittlerweile im Norden Winkels in seiner vollen Pracht und hat vor wenigen Monaten seine Pforten geöffnet.
Fünf Kilometer weiter rheinabwärts wiederum haben wir einen weiteren Unternehmer (nennen wir ihn mal Herrn B.). Er nennt in der Touristenstadt Rüdesheim eine Reihe von Geschäften sein Eigen und führt diese nach Hörensagen auch recht erfolgreich. Die hiesige Bürgermeisterwahl, bei der er als Kandidat antrat, konnte er nicht für sich entscheiden, so dass nun wohl wieder auf geschäftlichem Weg neue Erfolge erschlossen werden sollen. Gesagt, getan, folgt der Einsteig in die mittlerweile leerstehende alte Fabrikhalle mit einem neuen Fitnessstudio – aber unter altem Namen (AFC) und der klaren Kampfansage, als „Preisführer“ dort zu „erschwinglichen Preisen“ und „ohne Abzocke“ trainieren zu lassen. Während Unternehmer D. mit dem Umzug in den Norden Winkels schon Probleme hat, seine Kundschaft zu halten und an die neuen Preise – begründet durch den Eintritt in die Qualitätsführerschaft – zu gewöhnen, streut Unternehmer B. mit solchen Anzeigen noch Salz in die entsprechenden Wunden. Pikanterweise wird er dabei auch noch unterstützt durch den Anwalt H., der bei der erwähnten Bürgermeisterwahl gemeinsam mit Unternehmer B. und zwei weiteren Kandidaten erfolglos versuchte, die Bastion der hiesigen Volkspartei zu brechen.

Dienstag, Mai 20, 2008

Umgang mit Frauen

"Eine Frau auf Händen zu tragen, ist die gefährlichste Methode, mit einer Frau umzugehen."

- Max Frisch (1911-1991), schweizerischer Schriftsteller -

Montag, Mai 19, 2008

Durchblick

Und da sitze ich nun wieder – nach dem Pfusch letzte Woche. „Das wird gleich ein tolles Erlebnis für Sie werden“, prophezeit mir die Angestellte bei Apollo-Optik, als sie mir das frisch angefertigte Brillengestell mit neu eingeschliffenen Gläsern übergibt. Ich jedoch setze die Brille auf und habe das Gefühl, jemand gießt mir Eiswasser über den Kopf. Durch eine Brille blicken, die mir nun wieder den Blick auf die Welt mit der notwendigen Anzahl an bisher fehlenden Dioptrin verschafft, ist im ersten Moment alles andere als eine Offenbarung. Ein seltsames Gefühl, ausgelöst durch das nun ungewohnt gestochen scharfe Bild. Irgendwie unwirklich, unfrei, seltsam entrückt. Man denkt, man steht neben sich. Ich gehe durch die Straßen und fühle mich irgendwie ein wenig so, als hätte ich zuviel getrunken. Die Leute gucken mich auch auf einmal vereinzelt komisch an (oder schauen sie mich immer so an?), ich gucke komisch zurück (oder mache ich das auch sonst immer so?), und mache immerzu den Test: über den Rand der Brille schauen und wieder durchs Glas. Rand. Glas. Rand. Glas

Sonntag, Mai 18, 2008

sono, sei, è,...

Auf italienisch kann ich jetzt "sein" (essere) und "haben" (avere) konjugieren:
sono, sei, è, siamo, siete, sono bzw. ho, hai ha, abbiamo, avete, hanno.

Samstag, Mai 17, 2008

Gestatten: Elite

Passend zu den jüngsten Diskussionen im Rheingau bzgl. der Oestrich-Winkeler Hochschullandschaft und deren Studierendenschaft verspricht eine Podiumsdiskussion auf dem ebs-Campus am 19. Juni, u.a. mit der Autorin des Buches "Gestatten: Elite", Julia Friedrichs, durchaus interessant zu werden:

"Vielen Dank für Ihre Anmeldung zur Lesung und Podiumsdiskussion am 19. Juni 2008. Ihre Teilnahme bestätigen wir Ihnen hiermit gerne. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr. Es gibt keine Sitzplatzreservierungen. Deshalb empfehlen wir frühzeitiges Erscheinen. Für Getränke und einen Snack ist gesorgt. Anbei finden Sie noch einmal die von Ihnen bei der Anmeldung gemachten Angaben zu Ihrer Information.
Dies ist eine Veranstaltung von eXebs - den EBS Alumni. Die 2.300 eXebsler spenden bereits seit 1980 jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag für die Förderung der Chancengleichheit und haben damit hunderten Studenten das EBS-Studium ermöglicht, die sich das Studium an dieser hervorragenden Hochschule aus eigener Kraft nicht hätten leisten können. Unser Motto: Kein Talent soll wegen Geldmangels auf die bestmögliche Ausbildung verzichten müssen. Seit 2007 fördert eXebs mit einem der umfangreichsten und innovativsten Studienförd erprogramm Europas, dem eXebs Fellowship (www.ebs.edu/exebs-fellowship.htm) und dem ersten gemeinnützigen Bildungsfonds Deutschlands. Bei der Auswahl achten wir gleichermaßen auf Leistung und Persönlichkeit. Jeder kann diese wichtige Mission unterstützen, jeder kann Fördermitglied werden. Wie das geht, beschreiben wir genau auf www.ebs.edu/exebs-mitglied.htm - Fragen zur Mitgliedschaft beantwortet office@exebs.org.
Wir freuen uns sehr auf Ihre Teilnahme und eine spannende Diskussion! Eine Bitte zum Schluss: Sollten Sie bemerken, dass Sie doch nicht teilnehmen können, lassen Sie uns das bitte - auch kurzfristig - kurz formlos wissen, indem Sie auf diese Email antworten. Vielen Dank.
Ihr EBS Alumni / eXebs Events Team"

Freitag, Mai 16, 2008

"Ein Torwart geht."

"Eine Legende bleibt".
So zieren heute bundesweit Anzeigen der DFL unterschiedlichste Medien anlässlich des am morgigen Samstag bevorstehenden Karriereendes von Oliver Kahn.

Donnerstag, Mai 15, 2008

Sommerregen

Nach einer regelrechten "Dürreperiode" in den letzten Tage ergoss sich heute mal ein warmer Sommerregen über den Rheingau.

Dienstag, Mai 13, 2008

Servicewüste Apollo

Von den Problemen, bei "Apollo-Optik" überhaupt einen Termin zu kriegen, will ich jetzt gar nicht mehr anfangen. Die Tatsache, dass mein heutiger Versuch, Kontaktlinsen anzuprobieren kläglich gescheitert ist, will ich ihnen nicht zur Last legen. Aber dass man zwei Brillengläser mit unterschiedlichen Sehstärken beim Einschleifen gleich zweimal hintereinander (Vorderfrau und mir) vertauscht und falsch einsetzt, spricht nicht gerade für die Qualität eines bundesweit agierenden Unternehms, was mit dem Slogan wirbt "Wir haben nur Ihre Augen im Kopf"...

Montag, Mai 12, 2008

Scheiße

"Scheiße!" - "Was?" - "Ne Streife!" - "Nein." - "Doch." - "Scheiße!!"

- Blues Brothers -

Sonntag, Mai 11, 2008

Mutti ist die Beste!

Wenn an Pfingstsonntag bei sonnigem Wetter und strahlend blauen Himmel solch ein Prachtexemplar auf den Tisch gezaubert wird, muss das auch mal gesagt sein dürfen! *YUMMIEH* :D

Freitag, Mai 09, 2008

Gewöhnungssache

Es ist gewöhnungsbedürftig, dass mich große Teile der Studierendenschaft der European Business School mittlerweile im Auto fahrend erkennen, mir hinterherlaufen und Schimpfwörter hinterherschreien, so wie bspw. jüngst heute Nachmittag geschehen. Ob dies mit unten stehendem Artikel aus der gestrigen Ausgabe des Rheingau Echos zu tun haben könnte, kann nur vermutet werden...

Rheingau Echo vom 8.5.08
Studieren, wo andere für immer leben müssen oder dürfen?
Jusos wollten Affront gegen Oestrich-Winkel nicht hinnehmen / Gespräche zwischen EBSlern und Jusos angekündigt
Oestrich-Winkel. (chk) – „Oestrich-Winkel - Studieren, wo andere für immer leben müssen“, dieses Motto, das sich eine Gruppe aus überwiegend EBS-Studenten im Online-Netzwerk StudiVZ gegeben hatte, erregte Ärger bei den drei Rheingauer Juso-Mitgliedern Carsten Sinß, Ralf Bachmann und Sebastian Busch. Hinweise aus der Oestrich-Winkeler Bevölkerung seien der Anstoß gewesen, sich mit diesem Affront auseinanderzusetzen und auch mit der Leitung der European Business School (EBS) Kontakt aufzunehmen. Vor wenigen Tagen wurde die Gruppe gelöscht. Jetzt kündigt sich eine neue Phase der Gesprächsbereitschaft an, die EBS-Studentensprecher und Jusos an einen Tisch bringen soll.
Vor allem ein EBS-Student, der schon zuvor in Oestrich-Winkel negativ aufgefallen sein soll, erregte als Mitglied sogenannter Gruppen in StudiVZ negative Aufmerksamkeit, beispielsweise „Abitur auf der Gesamtschule ist wie eine Rolex aus der Türkei“ oder „Brauche großen Balkon, damit ich zum Volk sprechen kann“. In der Gruppe „Oestrich-Winkel - Studieren, wo andere für immer leben müssen“, war der Student eines von rund 140 Mitgliedern - überwiegend EBS-Studenten, wie die Jusos feststellten.
Die Jusos wandten sich mit einem Schreiben an die EBS-Direktion. „Wir verwiesen auch darauf, dass unserer Ansicht nach die Vorfälle der jüngsten Zeit in einen Gebäudekomplex in Oestrich so in einem gänzlich anderen Licht erscheinen würden“, berichtete Carsten Sinß, Vorsitzender der Jusos Rheingau-Taunus. Als Reaktion erhielten wir einige Tage später ein Schreiben der EBS-Direktion, in dem diese darauf verwies, dass sie nicht willens sei, rechtliche Schritte diesbezüglich zu unternehmen, da unter Achtung der Persönlichkeitsrechte keine ‚Bestrafung, Kontrolle oder Zensur' geübt werden solle. „Das hatten wir auch nie gefordert! Wir wissen, dass es eine rechtliche Handhabe nicht gibt.“
Ist es möglich, dass die Jusos die EBS-Studenten kritischer beurteilen als Studenten anderer Hochschulen, denen man eher einen Studentenscherz durchgehen lässt? „Nein“, sagt Ralf Bachmann, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Rheingau-Taunus und - genau wie Carsten Sinß - Student an der Mainzer Universität. „Hätte es sich um Studenten der Uni Mainz oder einer anderen staatlichen Hochschule gehandelt, hätten wir das genauso aufgegriffen. Wahrscheinlich würde sich sogar der jeweilige Fachbereich damit auseinandersetzen und den Studenten ansprechen. An einer kleinen Hochschule kann die Leitung doch viel eher einwirken.“
Für Carsten Sinß hört der Spaß auf, wo andere sich verletzt fühlen. „Wir wissen, dass es immer nur einzelne Studenten sind, die dem Ruf der EBS und den begrüßenswerten Initiativen der übrigen Studenten schaden“, sagt er. „Wir haben auch verständnisvolle Reaktionen aus der Studentenschaft erhalten“. Ein generelles Problem mit EBS-Studenten habe er nicht. „Ich habe auch Freunde, die an der EBS studieren und es gibt auch Jusos an der EBS.“

Zwischen Sebastian Busch, dem Vorsitzenden der Juso-AG Rheingau, und dem betreffenden EBS-Studenten kam es zu einem Gespräch und anschließenden E-Mail-Austausch, der keine Lösung des Konflikts brachte, sondern vielmehr damit endete, dass der EBS-Student den Jusos rechtliche Konsequenzen androhte. Nach der Beobachtung der Jusos streute der Student offensichtlich selbst die Informationen an der gesamten Hochschule und darüber hinaus. Jedenfalls erfuhr auch die Financial Times Deutschland - ein vielbeachtetes Medium in der deutschen Finanzwelt - davon, fragte bei Carsten Sinß an und veröffentlichte in der vergangenen Woche einen Beitrag zu dem eskalierenden Konflikt.
In Sinß' Gästebuch erschien in der Zwischenzeit ein Eintrag unter dem Namen „Oskar Lenin Gysi: Hey du kleine linke Socke, arbeitet ihr neuerdings mit Stasi-Methoden, um eure mickrige Existenz zum Ausdruck zu bringen, indem ihr die freie Meinungsäußerung auf StudiVZ einschränken wollt?“ „Dabei wollten wir von Anfang an diesen Konflikt ohne Presse und Öffentlichkeit in gemeinsamen Gesprächen mit der Hochschulleitung und dem betreffenden Studenten lösen“, betont Carsten Sinß. Wir bedauern, dass es nicht möglich war.
Inzwischen hat Studentensprecher Jan Hugenroth auf die Bitte zu einer Stellungnahme dem Rheingau Echo eine gemeinsame Presseerklärung der Hochschulleitung und der Studentensprecher zukommen lassen, in der es heißt: „Sollte sich jemand durch Äußerungen von Studierenden angegriffen oder beleidigt fühlen, so bedauern wir dies natürlich sehr. Die EBS hat klare Vorstellungen von den Qualitäten und Kompetenzen einer Führungspersönlichkeit, die im Rahmen des Studiums auch deutlich kommuniziert werden. Beleidigendes Verhalten gehört ganz sicher und in jedem Fall nicht dazu.“
Nachdem vor wenigen Tagen die Gruppe im Internet gelöscht wurde, scheint nun einiges in Bewegung zu kommen. Im Gespräch mit dem Rheingau Echo erklärte Reimar Palte, leitender kaufmännischer Direktor der EBS: „Die offen geführte Auseinandersetzung schadet leider der Hochschule und der Stadt Oestrich-Winkel, darüber müssen sich alle Beteiligten im Klaren sein! Diese mediale Breite wäre nicht notwendig gewesen - mit dem Treffen von Jusos und EBS-Studierenden tritt jetzt hoffentlich eine Phase der Deeskalation ein.“ Palte ist überzeugt, dass die interne Diskussion zur Löschung der Gruppe geführt hat. Insofern hat es hier etwas angestoßen. Jeder muss sich dessen bewusst sein, dass seine Einträge im Internet öffentlich sind - und dass das Internet nichts vergisst. Er hätte sonst auch noch eine Idee zur einfachen Umbenennung der Gruppe gehabt, bezugnehmend auf die außergewöhnliche Lage des Ortes: „Oestrich-Winkel - studieren, wo andere leben dürfen.“ Für junge Leute mangele es allerdings an Angeboten. Es wäre vielleicht mal ein Auftrag an die Jusos wie auch an andere politische Verantwortliche, für etwas mehr Leben und mehr Begegnungsstätten für junge Menschen zu sorgen. Wer den Rheingau liebt, sollte auch Interesse haben, die Region zu entwickeln. „Mit und für die EBS-Studenten und auch für die 150 ausländischen Austausch-Studenten in jedem Semester könne man eine Menge machen und das Bild des Rheingaus damit verjüngen. Ich könnte mir viele Projekte vorstellen, von denen der Rheingau profitieren würde“, sagte Palte. „Als EBS tragen wir bereits an vielen Stellen dazu bei - für weitere Ideen sind wir offen."
Auch Bürgermeister Paul Weimann, der vor der Löschung der Gruppe gegenüber dem Rheingau Echo keine Stellung nehmen wollte, betonte am Dienstag erleichtert: „Ich bin froh, dass jetzt Gespräche zwischen EBS-Studenten und Jusos geführt werden und das Bild in der Öffentlichkeit wieder gut dargestellt wird.“
Stadtverordnetenvorsteher Roland Laube hatte bereits dem Rheingau Echo seine Meinung erklärt, bevor bekannt war, dass die Gruppe gelöscht wurde. Den Slogan der Gruppe bezeichnete er als unpassend. „Das Ganze ist sehr ärgerlich, weil sich sowohl Hochschulleitung als auch vor allem die Studentenvertretung seit Jahren bemühen, Auswüchse einzelner auszugleichen, man aber natürlich nicht jeden einzelnen Studenten ‚an die Leine legen' kann. Solche Bemerkungen gefährden zwar das mühsam aufgebaute Miteinander nicht, weil ich der festen Überzeugung bin, dass sich der allergrößte Teil der Studenten in Oestrich-Winkel wohl fühlt, aber solche Bemerkungen sind natürlich Wasser auf die Mühlen derer in der Bevölkerung, die ohnehin ein äußerst kritisches Verhältnis zu EBSlern haben, auch wenn sie in aller Regel noch mit keinem einzigen je gesprochen haben.“

Erleichtert von der Löschung der Gruppe sind natürlich auch Carsten Sinß, Ralf Bachmann und Sebastian Busch. Von Erfolg wollen sie nicht sprechen. „Ein Erfolg wäre es nur, wenn wir uns in Zukunft einer ähnlichen Thematik nicht mehr stellen müssten“, erklärte Sebastian Busch.

Donnerstag, Mai 08, 2008

Kenan...

...heißt unser Tutor in der Übung zur Vorlesung Finanzwirtschaft und erscheint dort mal eben braun gebrannt in Badelatschen, Badehose und Muskelshirt mit mp3-Hörer im Ohr...

Mittwoch, Mai 07, 2008

Johannes KOMMERZ Universität Mainz

Erschreckend bis nervend gestaltet sich der Blick auf die "Tagesausbeute" an Flyern, Zeitschrften etc., die man auf dem Campus so mehr oder weniger freiwillig in die Hand gedrückt bekommt...

Dienstag, Mai 06, 2008

Wenn Taschenrechner fallen,…

…z.B. von der Empore des Hörsaals RW1, wie heute in der Vorlesung Finanzwirtschaft geschehen, kann es ggf. gefährlich werden und weh tun. Aber keine Sorge: Ziel wurde knapp verfehlt und es ist nichts passiert – ich werde aber zukünftig wählerischer bei der Wahl meines Sitzplatzes sein.

Montag, Mai 05, 2008

Boxenstopp

So, die Sommerreifen sind aufgezogen. Da es aber nicht großartig anders aussah als der Winterreifenwechsel vor 1,5 Jahren, habe ich mir Bilder erspart und verweise auf den 28.10.06.

Sonntag, Mai 04, 2008

Bratwurst vereint

Zu den Pflichtterminen eines Oestricher Kommunalpolitikers gehört natürlich die traditionelle Eröffnung des Dippemarktes am Himmelfahrtssonntag. Neben zahlreichen vierrädrigen 1, 2, 3 und zweirädrigen 1, 2 Oldtimern war die alljährliche Traktorenparade zu Füßen des Oestricher Wahrzeichen mal wieder das Highlight 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, was sich auch die Gäste am Oestricher Weinprobierfässchen nicht nehmen ließen

Samstag, Mai 03, 2008

Die "SPD-Hütte"

Schon zig mal an ihr vorbeigefahren und -gelaufen, ja sogar schon drin gefeiert und Schutz vor der Witterung gesucht. Doch das es sich hierbei um ein Bauwerk der Vorgängergeneration Oestrich-Winkeler Sozialdemokraten handelt, habe ich erst heute bei deren Renovierung erfahren. Und den Genossinnen und Genossen von damals muss man eines lassen: Einen besseren Standort hätten sie sich bei diesem Ausblick 1,2,3 nicht aussuchen können.

Freitag, Mai 02, 2008

In der Financial Times

Nachdem die Jusos im Rheingau Anfang März Hinweise aus der Rheingauer Bevölkerung bzgl. Aktivitäten einzelner Studenten der European Business School in Oestrich-Winkel im Online-Netzwerk "studivz" aufgenommen und an die Hochschulleitung der ebs weitergegeben hatten, ist viel passiert, was zusammengefasst in einer Presseerklärung der Jusos und heute nun auch in einem Artikel der "Financial Times Deutschland", die von diesem Vorfall erfahren hat, nachgelesen werden kann. Viel "Spaß" bei der Lektüre.

Anm.: Der im Artikel der FTD geschilderte Vorfall in der Europaallee ist tatsächlich unter Beisein eines Redakteurs der FTD passiert.


Quelle: Financial Times Deutschland, 2. Mai 2008
EDEL-STUDENTEN GEGEN JUSOS
von Tobias Bayer (Oestrich-Winkel)

"Studieren, wo andere für immer leben müssen" - einige Studenten der renommierten European Business School in Oestrich-Winkel machen sich über den Ort lustig. Die Jusos beschweren sich bei der Uni. Der Streit eskaliert.
Für Carsten Sinß ist die Europaallee in Oestrich-Winkel Gefahrenzone. Hier wohnen die Studenten der privaten European Business School (EBS). Kaum nähert sich der Vorsitzende der Jungen Sozialdemokraten (Jusos) im Rheingau-Taunus, öffnet sich im obersten Stock des Apartmentblocks schon die Balkontür. Drei EBS-Studenten im Poloshirt treten auf den Balkon mit Bayernfahne heraus. "Hey, Juso", grölen sie, fangen an zu lachen und zücken ihre Fotohandys.
In Oestrich-Winkel südwestlich von Wiesbaden lebt der Gegensatz: Auf der einen Seite Sinß und seine Parteifreunde, auf der anderen Seite mehr als hundert der EBS-Studenten - die sich auf dem größten deutschen Internetnetzwerk für Studenten, StudiVZ, über ihren Studienort lustig machen. "Studieren, wo andere für immer leben müssen" nennt sich die Gruppe, die im Ort für Unverständnis sorgt.
"140 Studenten in dieser Gruppe, das ist schon eine Menge. Wir können nachvollziehen, dass sich dies Teile der Bevölkerung nicht bieten lassen wollten", sagt der hagere Sinß. Er und die Jusos haben sich der Sache angenommen, die Gruppe kontaktiert, die Hochschulleitung angeschrieben, eine Pressemitteilung verfasst - und sind deswegen nun Anfeindungen von EBS-Studenten ausgesetzt. Das sei alles eskaliert, sagt Sinß heute.
Dabei fing die StudiVZ-Affäre klein an. Den Tipp, mal einen Blick ins Internet zu werfen, erhalten die Jusos Ende 2007 aus der Bevölkerung. Besonders über einen EBS-Studenten regt man sich im Ort auf. Der passionierte Hockeyspieler, um den es geht, soll schon früher negativ aufgefallen sein, heißt es in Oestrich-Winkel. Die Rede ist von demolierten Briefkästen in einer Wohnanlage, bewiesen ist das alles aber nicht. Auf StudiVZ ist der Student Mitglied in diversen Gruppen. Neben der besagten Oestrich-Winkel-Vereinigung mischt er auch noch mit bei "Abitur auf der Gesamtschule ist wie eine Rolex aus der Türkei" und "Brauche großen Balkon, damit ich zum Volk sprechen kann".
Sinß und seine Parteifreunde nehmen Kontakt auf, werden aber von der Gruppe und dem Studenten zurückgewiesen. Letzterer schreibt einem Juso-Mitglied, der sein Bild auf StudiVZ leicht bearbeitet hat, am ersten Weihnachtsfeiertag ins Gästebuch: "Du bist auch wieder einer dieser Menschen mit verkümmertem Selbstbewusstsein, die ein irgendwie mit Photoshop manipuliertes Bild hochladen, weil sie sich selbst zu hässlich sind. Traurig."
Im März wenden sich die Sozialdemokraten mit einem Brief an den Rektor der EBS, darin ein Screenshot des Gruppenprofils und der StudiVZ-Seite des betreffenden Studenten. "Die Implikationen der Inhalte jener Gruppe, wenn auch für uns nicht einsehbar, sind für uns und weite Teile der Bevölkerung nicht akzeptabel", formulieren die Jusos staatstragend. Die erste Reaktion kommt von dem EBS-Studenten, dessen Profil herauskopiert wurde: Laut Jusos droht er mit rechtlichen Schritten.
Im April zeigt die Universität in ihrer Antwort nur wenig Verständnis für das Anliegen der jungen Sozialdemokraten. Ähnlich staatstragend wie das Juso-Schreiben wird zurückformuliert: "Als staatlich akkreditierte Hochschule haben wir die Meinungsfreiheit und die Persönlichkeitsrechte unserer Studierenden zu achten. Kontrolle, Zensur und Bestrafung schließen sich da selbstverständlich nach demokratischen Spielregeln in einer pluralistischen Gesellschaft aus", schreibt der kaufmännische Direktor der Hochschule.
Dass Sinß und die Jusos die StudiVZ-Gruppe nicht lustig finden, hat viel mit lang aufgestauten Ressentiments zu tun. Solch ein Konflikt entsteht fast zwangsweise, wo 1200 "Manager für die Märkte von morgen" - wie EBS-Präsident und Ex-Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer die Studenten nennt - auf eine 11.789-Seelen-Gemeinde losgelassen wurden, deren Hauptattraktion der historische Weinverladekran ist. Die EBS ist die älteste staatlich anerkannte Privathochschule Deutschlands. Für 4950 Euro im Semester werden im Schloss Reichartshausen die zukünftigen Eliten für die Wirtschaft geformt oder "Leaders", wie es auf der EBS-Website heißt. Das Problem: Der ein oder andere Leader von morgen leitet daraus die Berechtigung ab, mit dem SLK vom Papa auf dem Gehweg zu parken oder Gleichaltrige wie Sinß, der an der staatlichen Universität Mainz studiert, mit Missachtung zu strafen. In Sinß' Gästebuch hat ein Unbekannter unter dem Namen "Oskar Lenin Gysi" geschrieben: "Hey du kleine linke Socke, arbeitet ihr neuerdings mit Stasi-Methoden, um eure mickrige Existenz zum Ausdruck zu bringen, indem ihr die freie Meinungsäußerung auf StudiVZ einschränken wollt?"
Die Jusos haben die Entgleisungen trotzig gemacht. Wie eine befriedigende Konfliktlösung aussehen könnte, wissen sie aber nicht. Die EBS und die Studentenvertreter der Uni teilen auf FTD-Anfrage in einer gemeinsamen Stellungnahme mit: "Die Hochschulleitung der EBS tut alles - gemeinsam mit den Studierenden - für ein gutes Verhältnis zur Rheingauer Nachbarschaft." Weiter heißt es: "Die EBS hat klare Vorstellungen von den Qualitäten und Kompetenzen einer Führungspersönlichkeit, die im Rahmen des Studiums auch deutlich kommuniziert werden. Beleidigendes Verhalten gehört ganz sicher und in jedem Fall nicht dazu."
Ob die Botschaft bei allen EBS-Studenten angekommen ist? Seit Kurzem existiert eine neue Gruppe auf StudiVZ: "EBSler & Jusos - gemeinsam für blühende Landschaften im Rheingau". Als Motiv: ein Porsche Cayenne auf einer kleinen Anhöhe.


Oestrich-Winkel, den 15. April 2008
PRESSEMITTEILUNG
"Oestrich-Winkel: Studieren, wo andere für immer leben müssen"
Bzgl. der "Aktivitäten" einzelner Studierender der European Business School (ebs) in dem öffentlichen und frei zugänglichen Online-Netzwerk "studivz" erklären Sebastian Busch (Vorsitzender Juso-AG Rheingau), Ralf Bachmann (stlv. Vorsitzender Jusos Rheingau-Taunus) und Carsten Sinß (Vorsitzender Jusos Rheingau-Taunus):
Aufgrund von an uns aus der Rheingauer und Oestrich-Winkeler Bevölkerung herangetragene Hinweise bzgl. Aktivitäten einzelner Studierender der European Business School (ebs) - mit denen auch mehrere Juso-Mitglieder in der jüngeren Vergangenheit schon in "Kontakt" geraten waren - in dem öffentlichen und frei zugänglichen Online-Netzwerk "studivz" wandten wir uns in einem auf den 8. Februar datierten und Mitte März versandten persönlichen Brief an die ebs-Direktion. In diesem Schreiben wiesen wir darauf hin, dass wir von Personen aus der heimischen Bevölkerung auf das Verhalten einzelner Studierender der ebs in besagtem Online-Netzwerk aufmerksam gemacht wurden, wir diese Kritik nachvollziehen und teilen könnten und daher um Klärung seitens der ebs-Direktion bitten. Folge dessen ist u.E. nämlich auch, dass so die zahlreichen und begrüßenswerten Aktivitäten der überwiegenden Mehrheit der Studierendenschaft der ebs von einigen wenigen Studierenden und deren "Aktivitäten" im Online-Netzwerk "studivz" in den Schatten gestellt und die Studierendenschaft als ganze in einem falschen Licht erscheint, wie die uns erreichten Rückmeldungen ja auch dokumentieren.
Konkret versuchten wir dies in unserem Schreiben anhand des Profils eines Studenten der ebs und dessen Mitgliedschaften in sog. "Gruppen" mit Titeln wie "Abitur auf der Gesamtschule ist wie eine Rolex aus der Türkei", "Brauche großen Balkon, damit ich zum Volk sprechen kann", "I HATE ENGLAND!", "Ossi zum Wessi: "Wir sind ein Volk" antwortet d. Wessi "Wir auch"", "Tragt mich zu meinem Auto - ich fahr' euch alle heim!" zu verdeutlichen. Während die Mitgliedschaft in solchen Gruppen zwar noch von jeder Person selbst verantwortet werden muss, wirft sie u.E. dennoch ein bedenkliches Licht auf die geistige Reife der betroffenen Personen (wohlgemerkt potenziellen zukünftigen Führungskräften!), was wir in unserem Schreiben auch darlegten. "Humor" stößt hier u.E. an seine Grenzen und kann daher auch nicht als Entschuldigung dienen. Besonders negativ stach auf diesem Profil allerdings eine Gruppe mit dem Titel "Oestrich-Winkel: Studieren, wo andere für immer leben müssen!" hervor, die auch schon anderen Personen, insbesondere aus der Oestrich-Winkeler Bevölkerung, negativ aufgefallen und somit der eigentliche Stein des Anstoßes für unser Vorgehen war. Mit aktuell 140 "Mitgliedern", weitestgehend Studierende der ebs, stellt diese "Gruppe somit nachweislich eine erhebliche Belastung der Beziehungen zwischen der ebs und zumindest Teilen der Oestrich-Winkeler bzw. Rheingauer Bevölkerung dar, weshalb wir es auch für richtig empfanden, die ebs-Direktion hierüber zu informieren. Wir verwiesen auch darauf, dass unserer Ansicht nach die Vorfälle der jüngsten Zeit in einen Gebäudekomplex in Oestrich so in einem gänzlich anderen Licht erscheinen würden. Da uns aber stets an einer sachorientierten Erörterung und Lösung dieses Vorfalls gelegen war, verzichteten wir entgegen des in unserem Schreiben angegeben Verteilers zunächst darauf, dies presseöffentlich zu machen.
Nachdem unser Schreiben der ebs-Direktion zugegangen war, fand offensichtlich ein Gespräch zwischen der ebs-Direktion und dem von uns in unserem Schreiben benannten Studenten statt, welches dieser einzig zum Anlass nahm, uns sowohl schriftlich als auch telefonisch rechtliche Konsequenzen bzgl. unseres Vorgehens anzudrohen. Während uns einerseits eine Reihe von verständnisvollen und unterstützenden Kontaktaufnahmen aus der Studierendenschaft der ebs erreichten, mussten wir uns andererseits allerdings neben den bereits erwähnten rechtlichen Drohungen - denen wir noch entgegen sehen " auch einer ganzen Reihe von persönlichen Beleidigungen und Anmaßungen aussetzen.
Des Weiteren erfuhren wir tags darauf, dass von jenem Studenten ausgehend der gesamte Vorgang mitsamt unseres Schreibens innerhalb der Studierendenschaft der ebs und darüber hinaus gestreut wurde und mittlerweile seine Kreise zieht. Nachdem wir nun auch von der Presse, von der wir vermuten, dass sie über diese Kanäle von dem Vorfall erfahren hat, kontaktiert wurden, sehen auch wir uns gezwungen, uns heute öffentlich zu diesem Vorgang zu äußern, damit kein verfälschtes Bild entsteht.
Zunächst teilten wir dem von uns in unserem Schreiben benannten Studenten sowie der ebs-Direktion selbst allerdings mit, dass entgegen der uns zugegangenen e-Mail keineswegs evtl. Streitpunkte ausgeräumt, sondern vielmehr gegensätzliche Auffassungen zu dem Vorfall ausgetauscht wurden, wir aber nach wie vor an einer sachlichen Erörterung der Thematik interessiert und daher von einer Veröffentlichung des Vorfalls zunächst absehen. Wir machten allerdings auch deutlich, dass wir uns gegenüber ergriffenen rechtlichen Schritten entgegen sehen und uns wiederum selbst rechtliche Schritte aufgrund uns gegenüber erhobenen Beleidigungen und Unterstellungen vorbehalten würden.
Als Reaktion erhielten wir einige Tage später ein Schreiben der ebs-Direktion, in dem diese darauf verwies, dass sie nicht willens sei, rechtliche Schritte (die wir niemals gefordert hatten) diesbezüglich zu unternehmen, da unter Achtung der Persönlichkeitsrechte keine "Bestrafung, Kontrolle oder Zensur" geübt werden solle. Am Rheingautag der ebs könnten wir uns ein Bild über die Studierendenschaft machen und unsere "selektive Wahrnehmung" korrigieren, so der sinngemäße Inhalt des Schreibens. Ferner verwies man darauf, dass die Jusos ja auch Humor besitzen müssten, wenn man sich mit Aprilscherzen selbst Landtagsmandate verleihe (Anm.: Die Jusos hatten zum 1. April eine Pressemitteilung herausgegeben, in der der Vorsitzende Carsten Sinß angeblich in den Landtag nachgerückt sei). Wir teilten der ebs-Direktion daraufhin in einem Schreiben mit, dass wir es zwar respektieren, aber auch bedauern, dass die ebs-Direktion keine Handhabe sieht bzw. sehen will, die von uns genannten Vorfälle innerhalb des Online-Netzwerks "studivz" zu thematisieren. Wir machten zudem deutlich, dass wir durchaus die Verdienste der Studierendenschaft der ebs zu würdigen wüssten, aber auch die Gefahr sehen, dass durch solche "Aktivitäten" das Verhältnis zur Rheingauer und Oestrich-Winkeler Bevölkerung getrübt werden könnte. Den Vergleich dieser Vorfälle mit unserem erwähnten Aprilscherz konnten wir zudem nicht teilen.
Abschließend bleibt zu sagen, dass wir nach wie vor hoffen und uns wünschen, dass - ggf. auch aus der Studierendenschaft selbst heraus - Initiativen unternommen werden, die das Entfernen der Gruppe "Oestrich-Winkel: Studieren, wo andere für immer leben müssen!" aus dem Online-Netzwerk "studivz" erwirken. Einige uns erreichte positive Rückmeldungen aus der Studierendenschaft stimmen uns hier zumindest hoffnungsvoll. Ansonsten sehen wir den Vorfall von unserer Seite als erledigt an und sehen auch einem evt. auf uns zukommenden, weil angedrohten Rechtstreit optimistisch entgegen.
Sebastian Busch, Ralf Bachmann, Carsten Sinß

Donnerstag, Mai 01, 2008

1. Mai

Während die SPD-Spitze bei den Gewerkschaften wieder "salonfähig" ist und an der Festigung des historischen Bündnisses mit der Sozialdemokratie gefeilt wird, habe ich meinen 1. Mai auf dem Sportplatz bei einem gediegenen Feiertagskickerchen mit Kumpels verbracht. Vorher war ich aber noch auf dem 1.Mai-Fest der SPD in Geisenheim vor wie immer traumhafter Rheinkulisse mit zahlreichen Gästen - und heimlichen "Beobachtern"...