Sonntag, August 31, 2008

JusOlympiade 2008

Im Rahmen einer politischen Veranstaltung der etwas anderen Art hatten die Jusos im Rheingau-Taunus-Kreis heute in die Grillhütte von Schlangenbad-Georgenborn zur ersten „JusOympiade“ geladen. Durch mehr oder weniger offizielle „Sportarten“ wie Käsebrett, Basketball, Eierlaufen (dabei blieb nicht jedes Ei auf dem Löffel…), SPD-Quiz, Tauziehen, Sackhüpfen oder Baumstammweitwurf (Vorbereitung und mehr oder weniger gelungene Vollendung ^^) wurde schließlich die gastgebende SPD-Schlangenbad zum „Ortsverein des Jahres 2008“ gekürt. Herzlichen Glückwunsch! ;-)

Samstag, August 30, 2008

Storys from the gasstation

Leute, die die Welt nicht braucht, denke ich mir, wenn ich an den Fahrer eines lokalen Bestattungsunternehmens denke, der heute in den Shop kam, diese Titelseite der BILD-Zeitung las und daraufhin grummelte: „Immer diese Schwuchteln“. Da ich den Artikel ca. 15 Minuten zuvor gelesen hatte und dort wahrlich keine Hinweise auf evtl. homosexuelle Ansätze jeglicher Art entdecken konnte, fragte ich unschuldig, wie er denn zu einer solchen Annahme käme. Dies sei vollkommen klar, weil alle (!) Schwule arbeitslos seien und es ohnehin nur Chaoten wären, wenn sie sich an einem Samstag-Mittag in Berlin auf der Straße versammelten, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Meine Frage, was er denn gegen Homosexuelle oder deren Anliegen für Gleichberechtigung hätte, quittierte er mit einem zynischen Lachen und der Aussage “Bist wohl auch so einer?!“. Ich entgegnete darauf mit einem Augenzwinkern, dass - dies angenommen - dann ja seine Theorie von der 100%-Quote an homosexuellen Arbeitslosen nicht mehr stimmen würde, woraufhin er kopfschüttelnd den Shop verließ…

Freitag, August 29, 2008

Ihre Ideen für Oestrich-Winkel

Bericht über eine sehr gelungene Aktion der Oestrich-Winkeler SPD.

PRESSEMITTEILUNG
SPD fragte die Bürger (31.08.08)
Bei einer Mitmachaktion der etwas anderen Art lässt die SPD Oestrich-Winkel die Bürger zu Wort kommen. Wie schon im Rahmen des Landtagswahlkampfes erfolgreich praktiziert, verteilten die Oestrich-Winkeler Sozialdemokraten in den letzten Tagen getreu ihrem Motto „Oestrich-Winkel gemeinsam bewegen“ flächendeckend im Stadtgebiet Postkarten mit der Möglichkeit, dort Ideen, Kritiken und Anregungen für kommunalpolitische Themen anzugeben und kostenlos über den Postweg an die SPD zurückzuschicken.
Zudem führte die SPD am Freitag einen Infostand am REWE-Markt in Oestrich durch, wo die Bürger ebenfalls mit den örtlichen SPD-Kommunalpolitkern ins Gespräch kommen und Ihre Ideen und Anregungen los werden konnten. „Wir erhofften uns, so auch außerhalb von Wahlkampfzeiten noch stärker auf die Bedürfnisse und Probleme der Bevölkerung vor Ort eingehen zu können und zu erfahren, ‚Wo der Schuh bei den Menschen drückt’“, so Carsten Sinß, stlv. Vorsitzender der SPD Oestrich-Winkel und Initiator der Aktion.
Unter dem Motto „Ab vier sind die Sozialdemokraten hier“ kündigt die SPD Oestrich-Winkel zudem an, fortan an jedem letzten Freitag des Monats im Stadtgebiet eine Aktion oder einen Infostand durchführen zu wollen.

Donnerstag, August 28, 2008

Dienstag, August 26, 2008

Kreuzzug durch Bayern

Der letzte Kreuzzug liegt ja jetzt mehr als 500 Jahre zurück. Doch einige Kreuzzügler sind uns in politischen Sphären bis heute erhalten geblieben und sind jetzt sogar in Bayern unterwegs. So bspw. CSU-Chef Erwin Huber, der zum Kreuzzug gegen die Linke bläst. Aber haben wir denn etwas verpasst? Stehen Lafontaines Truppen, unterstützt von grünen Regimentern, schon auf Giesings Höhen, bereit zum Marsch auf die bayerische Staatskanzlei? Die CSU jedenfalls ordnet Generalmobilmachung an: Stall-Chef Erwin ruft die Seinen zum Kreuzzug gegen die roten Socken auf, und König Günther beschuldigt Bayerns Grüne, einen frontalen Angriff auf die christliche Leitkultur und die gläubigen Christen zu führen…Moment! Sehe ich da am Horizont schon rote Fahnen wehen...?!

Montag, August 25, 2008

"Batman - The Dark Knight"

„Schon mal im blassen Mondlicht mit dem Teufel getanzt?“ Wem dieser Satz des Jokers alias Jack Nicholson seit Tim Burtons Fledermausverfilmung anno 1989 noch ins Hirn gebrannt ist, wird die 2008er Version von Christopher Nolan lieben…

Die Geschichte von „The Dark Knight“ schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers „Batman Begins“ an. Während Wayne Manor noch immer im Wiederaufbau ist, hat sich Bruce Wayne alias Batman (Christian Bale) endgültig als Gothams Verbrechensbekämpfer Nummer Eins etabliert, unterstützt von seinem Polizeifreund Lieutenant Gordon (Gary Oldman). Die Position des legalen Verbrechensbekämpfers Nummer Eins abseits übernimmt der aufstrebende Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart), der zusammen mit Gordon und Batman die Stadt von kriminellen Elementen säubern möchte. Was zwischen die beiden Verbrechensbekämpfer kommen könnte, ist Waynes Jugendfreundin und Dents Kollegin Rachel Dawes (Maggie Gyllenhaal), die sich zu beiden hingezogen fühlt – eine Zwickmühle, die sich der wahnsinnige Clownprinz des Verbrechens, Joker (Heath Ledger), zunutze machen will, um die Stadt ins Verderben zu stürzen. Denn Dent hat die Mafia mit seinen Massenverhaftungen derart in die Ecke getrieben, dass diese sich in ihrer Panik an den Clown im lila Anzug gewandt haben. Er zieht fortan eine Spur der Verwüstung durch Gotham City und scheint vor nichts und niemandem halt zu machen.

Zweieinhalb Stunden Spiellänge sind dabei eine verdammt lange Zeit (wann habe ich eigentlich das letzte mal in einem Kinofilm eine Pause miterlebt?!), aber man nimmt sie erst bei Erscheinen des Abspanns und dem Blick auf die Uhr wirklich wahr. Nolan hat hier Material zusammengestellt, das locker für eine Miniserie gereicht hätte. Eines kann man "The Dark Knight" jedoch nicht vorwerfen: Nämlich dass der Film falsch betitelt wäre. Denn zu oft wurde aus dem dunklen Ritter Gothams eher ein halb oder ganz bunter Ritter an der Grenze zum humoristischen gemacht. Dass es nicht in diese Richtung geht, die den dunklen Ritter in den unfähigen Klauen eines Joel Schumachers bspw. beinahe zum Totalkollaps brachte, war ja schon seit "Batman Begins" klar. Mit diesem ausgesprochen gelungenen Neuanfang wurden eine neue Ernsthaftigkeit und ein neuer Realitätsanspruch in die Figur Batmans eingebracht, die nun mit "The Dark Knight" ihre geniale Fortsetzung gefunden hat. Denn dieser Batman ist in der Tat verdammt dunkel, und seine Welt ist es auch – ganz im Sinne der zahlreichen Comicautoren, diesen Weg schon jahrzehntelang vorgezeichnet haben und an die sich dieser Film auch wieder stärker anlehnt.

Christian Bale überzeugte bereits in „Batman Begins“ in der Rolle des Batman, aber spätestens nach „The Dark Knight“ sollte allen klar sein, dass er nach Michael Keaton der mit Abstand beste Batman ist, der jemals über die Leinwand flog (die Kultauftritte eines Adam West klammern wir an dieser Stelle einmal aus^^). Christian Bale meistert sowohl die physischen als auch die psychischen Aspekte seiner Rolle und erweist sich so als eindrucksvoller und facettenreicher Fledermausmann.
Der Eventstatus des Films hat natürlich zu großen Teilen auch mit dem Tod Heath Ledgers zu tun, der seine Rolle als manischer Joker überschattet – auch wenn Ledger zum Zeitpunkt seines Unfalltodes die Dreharbeiten lange beendet hatte und glaubhaft versicherte, wohl nie soviel Spaß mit einer Rolle gehabt zu haben wie mit der des Jokers. Und diesen Spaß man merkt ihm auch zu jedem Moment des Films an. Durch den Tod Ledgers bekommt seine Performance natürlich eine gewisse morbide Wirkung, die einen Effekt auf der Leinwand erreicht wie man ihn unter normalen Umständen kaum erreichen könnte. Aber ganz unabhängig von dieser Tatsache erreicht seine Leistung eine Kraft, die den ganzen Film über allgegenwärtig ist, und stets eine Aura der Unruhe erzeugt. Man kann sich nie sicher fühlen, da der Joker immer wieder überraschend zuschlagen könnte wie einer wahnsinnigen Einmann-Armee auf einem Kreuzzug des Chaos. Er spielt den Joker als ultimativen Terroristen, jenseits von irgendeiner tiefer gehenden Motivation, Rationalität oder Sache, der er zu folgen hat. Man munkelt bereits, Heath Ledger für diese Leistung postum mit dem Oscar auszeichnen zu sollen. Sicherlich wird das auch von der Konkurrenz abhängen, aber verdient hätte es diese schauspielerische Leistung alle mal (auch wenn ein lebender Heath Ledger wohl kaum die Goldstatue für diese Rolle bekommen würde…). Ledgers Leistung überstrahlt hier alles und ist das dunkle Herz des Films und sein unterhaltsamstes Einzelteil zugleich. Ledger verschwindet so sehr in seiner Rolle, dass man – wenn man es nicht wüsste – ihn partout nicht erkennen würde unter dem zerfetzten Make-Up, dem Lippenschmatzen und breiten Grinsen. Vielleicht ist der Vergleich etwas unpassend, geht Tim Burtons Batman doch generell in eine andere Richtung, aber gegen den psychopathischen Auftritt von Heath Ledger, der als krankhafter Soziopath Gotham City unsicher macht und dabei so unberechenbar wirkt, dass man keine Ahnung hat in welche Richtung der Film im nächsten Moment abdriftet, wirkt Jack Nicholsons Joker nur wie ein harmloser Pausenclown. Dabei verkörperte dieser 1989 einen wahrlich nicht schlechten Joker, in den man sich als Batman-Fan verlieben konnte. Doch Ledgers Joker hat wenig mit der aufbrausenden Clownsfigur von damals zu tun. Anders als in Tim Burtons Verfilmung gibt es auch keine (künstlich konstruierte) persönliche Beziehung zwischen den beiden Figuren. Dabei will der Joker den dunklen Ritter nicht einmal töten, er schützt im Verlauf der Handlung sogar seine Identität. Der Joker braucht Batman – nicht den Mann aber das Symbol. Seine einzige Motivation ist, Chaos zu schaffen, Mordlust zu befriedigen und den letzten Lacher auf seiner Seite zu haben. Er beschreibt seinen Anreiz recht gut: „In den letzten Augenblicken des Lebens zeig der Mensch sein wahres Gesicht“. Und es ist dem Joker sichtlich eine reine Freude, in dieses Gesicht zu blicken. Und nie ließ nie ein Gegenspieler den Batman so leicht so machtlos wirken. Denn zweifelsfrei: Am Ende hat der Joker – zumindest teilweise – gewonnen…

Doch überraschenderweise ist weder der Joker noch Batman die zentrale Figur des Film, sondern Harvey Dent, dessen emotionale Berg- und Talfahrt der wohl berührendste Aspekt des Films ist. Diese sehr erwähnenswerte Schauspielleistung des Films kommt von Aaron Eckhart als Staatsanwalt Harvey Dent, dessen Schicksal bereits in der ersten Filmhälfte angedeutet wird. Zu Beginn sind die Rollen klar verteilt: Der Joker ist die Kraft der Zerstörung, fast wie eine Naturgewalt, die durch Gotham fegt und Batman ist der dunkle Ritter, der ihm hinterher jagt. Dent ist die Lichtfigur (the white knight), der Gotham vor dem organisierten Verbrechen schützen soll und sich hinter keiner Maske verbergen muss. Selbst Batman sieht in Dent den wahren Retter der Stadt. Two-Face Geschichte ist eine ganz besondere, die sich wohltuend aus dem Pulk der klassischen Schurkenstorys der Comicverfilmungen abhebt. Aaron Eckharts Part ist dabei sicher der schwerste des Films, berücksichtigt man seine Rolle und die radikale Wendung, die sie erfahren muss. Denn der Joker versteht es wiederum wie kein anderer, die eben beschrieben Fronten umzudrehen und schließlich wie ein Vorschlaghammer in Harvey Dents Leben zu schlagen. In dieser kraftvollen und vor allem ergreifend tragischen Performance manifestiert sich das ganze Drama seiner Figur und dem „erfolgreichen“ Wirken des Jokers.

Selbst in den Nebenrollen tummeln sich solche Namen wie Michael Caine, Maggie Gyllenhaal und Morgan Freeman und spielen sich mit diesen teils großartig tragischen Figuren noch tiefer in unser Herz. Natürlich gibt es aber keinen amerikanischen Superheldenfilm ohne einen Funken Hoffnung. Dass aber ausgerechnet die Bürger Gothams, die vermeintlich hilflose, stumpfsinnigen Masse, diese Rolle einnehmen, gibt der Storyline den letzten Funken Genialität. Die normalen Menschen spielten in den Batman-Filmen bisher immer eine untergeordnete Rolle. Doch dieser Batman funktioniert nur in der Wechselwirkung mit denjenigen die er beschützen will. Im großen Finale kämpft Batman gegen den Joker, während letzterer zwei Gruppen von Menschen – Verbrecher und „Brave“ Bürger“ – in einem „Sozialen Experiments“ vor eine katastrophale Wahl stellt: Entweder man sprengt per Knopfdruck das andere Boot in die Luft – oder beide Boote explodieren. Diese Szene ist der wahre Höhepunkt von „The Dark Knight“ und ironischerweise sollte in der Ursprungsversion auch noch das Boot der braven Bürger in die Luft fliegen, nachdem diese die Verbrecher in die Luft sprengen würden. Weil dies den Film wohl noch mehr runtergezogen hätte, wurde aber die „Low-Version“ gewählt. „Man muss die Menschen für ihr Vertrauen belohnen“, sagt Morgan Freeman als Lucius Fox an einer Stelle und fasst damit auch das politische Statement des Films zum Thema Sicherheit und Freiheit zusammen (dass jeder anständige Sozialdemokrat bedingungslos unterschreiben könnte…). „The Dark Knight“ ist nun viel mehr die Geschichte einer verseuchten Stadt, die im Sumpf der Gewalt zu versinken droht. Das düstere Gotham bildet den Mittelpunkt und rundherum stehen die Geschichten und Entwicklungen der verschiedenen Figuren.

Christopher Nolan hat in „Batman Begins“ Batman einst wieder aus dem Grabe gehoben und uns gezeigt, wie aus dem reichen Bruce Wayne der tollkühne Batman wurde. Der Film beleuchtete einen Menschen, der versuchen wollte alleine etwas gegen die zunehmende Korruption und die Macht der Verbrecher zu unternehmen, die seine Stadt vergifteten. Ein wesentliches Konzept dabei war der Bezug zur realen Welt, denn Batman ist kein Superheld im herkömmlichen Sinn, sondern auf technische Spielereien und reine Muskelkraft angewiesen, um sich zu wehren. „The Dark Knight“ ist ein kraftvoller, melancholischer aber vor allem tragischer Abgesang auf die alten Werte der Comicverfilmungen. Die Handlung ist überraschend intelligent und tiefgreifend und das gesamte Setting von „The Dark Knight“ ein einzigartiger Hexenkessel der Gewalt. Als Zuseher fühlt man sich mitten im Geschehen, ist ständig unter Spannung, da alles unberechenbar wirkt und fiebert mit den Figuren mit. Das Tempo ist rasend, die visuelle Ebene blendend und der Sound presst einen förmlich in den Sitz.

„The Dark Knight“ ist ein nahezu perfekter Film auf allen Ebenen und steht mit beiden Beinen am Podest der besten Comicverfilmungen, auf den das Genre der Comicverfilmungen bis heute warten musste. „The Dark Knight“ ist aus meiner Sicht nicht nur der deutlich beste Batman-Film aller Zeiten, es ist auch die bis dato beste Comicadaption überhaupt. Es fällt schwer, an diesem Punkt an einen dritten Teil zu denken (aber dennoch sehr wohl zu hoffen!!!). Denn eigentlich kann es nach diesem gigantischen Wurf nur bergab gehen. Jeder, der Filme mag und Batman liebt, sollte es sich um nichts in der Welt nehmen lassen, an diesem Ereignis teilzuhaben: Einfach ein Meisterwerk!


Original: The Dark Knight
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher & Jonathan Nolan
Cast: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Michael Caine, Gary Oldman, Morgan Freeman, u.a.
Spielzeit: 147 min.
Homepage: www.thedarkknight-derfilm.de

Sonntag, August 24, 2008

Games Convention

Um 5 Uhr in der Frühe ging es gestern zu fünft mit dem Stern auf der Haube in Richtung Leipzig zur "Games Convention" auf dem dortigen Messegelände. Dabei war die gut fünfstündige Fahrt von allerlei Erlebnissen geprägt, angefangen von merkwürdigen Reisebusunternehmen bis hin zu einem wahren Karossenfriedhof entlang der deutschen Autobahnen, zählt man mal alle beobachteten Autopannen und -unfälle dieser Fahrt zusammen. Auch wenn die Bild-Zeitung Jagd auf einen vermeintlichen Kindsmörder in Leipzig machte (so ein auffälliges Auto wird er wahrscheinlich nicht fahren…), der mir erschreckend ähnlich sieht, konnte ich mich dort unter einer Vielzahl skurriler Gestalten 1,2,3,4,5 (das erste Bild erinnert an Tokio-Hotel in fünf Jahren) frei bewegen – auch wenn „frei“ bei diesen Menschenmassen als relativ zu betrachten ist. Insgesamt war die Zeit zu kurz bemessen, alle Angebote 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10 der Games-Convention wie diverse Fortbewegungsmittel 1,2,3, den Entscheidungen im Zuge der “World Cyber Games“ oder auch nett anzuschauende Messe-Damen 1,2,3,4 näher in Augenschein zu nehmen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil uns bspw. ein Platz in den diversen Chilloutzonen 1,2 aufgrund des dortigen Andrangs nicht vergönnt war und die Beine immer müder wurden (auf der IAA in Frankfurt bspw. entsprechen sämtliche Messegänge zusammenaddiert einem Marathon!). Mit der Rückfahrt gegen halb sechs und einem Nachtimbiss im bestem Schnellimbissrestaurant Deutschlands endete der Tag dann gegen Mitternacht erschöpft in meinem Bett.


Und was ziehe ich nun für Lehren aus sieben Stunden Games-Convention? Unter sozialen Gesichtspunkten sind „Zocker“ ja eine fragwürdige Spezies: Menschen, die sich früher in kleiner Runde trafen, um Landkarten auf den Tisch zu malen, um dort Orks und Trolle zu treffen. Wenn das geschah, würfelten und kämpften sie miteinander bzw. gegeneinander. Wenn sie mal was Verrücktes machen wollten, trafen sie sich an einem Wochenende mit Gleichgesinnten und liefen verkleidet auf Burgen oder im Wald umher und schlüpften in die Rolle von Zauberern, Zwergen oder Elfen. Ergebnis: Man wurde als fürchterlicher Nerd angesehen, Frauen sollen dies zudem auch nur selten bis gar nicht anziehend gefunden haben. Irgendwann hat man dann aber herausgefunden, dass man solche Spiele auch am Computer spielen kann. Das ist weniger auffällig und man trifft sich nur einmal im Jahr in Leipzig, um die neuesten Errungenschaften auszutauschen.

Samstag, August 23, 2008

Lob

"Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos."

- Sigmund Freud -

Freitag, August 22, 2008

Zu Besuch im Landtag

Heute ging’s zum Tag der offenen Tür in den Hessischen Landtag, der neben netter Hintergrundmusik auch einige Attraktionen wie u.a. eine Kletterwand und Stenografiekurse bereit hielt. Schon im Foyer wurde deutlich, wie sich wohl zukünftig die Mehrheiten in diesem Saal 1,2 verteilen – links rot-rot-grün (mit Willy van Ooyen am Infostand der Linkspartei) und rechts schwarz-gelb (mit einem omnipräsenten Noch-Ministerpräsidenten und einer Person, die für das ‚Noch’ zumindest mitverantwortlich zeichnet). Durch diverse Kontakte war es dann auch noch möglich, nach kurzer Einweisung in den Gängen der SPD-Fraktion einen „Segway“ Probe zu fahren (ist ja ein ganz nettes Teil, aber ob sich damit unsere Freunde und Helfer auf der Straße nicht mehr lächerlich machen als sie tatsächlich Verbrecher fangen, wage ich mal zu bezweifeln…).

Um die politische Rundreise am heutigen Tag aber noch abzurunden, ging es anschließend zur Gründungsversammlung der Linkspartei im Rheingau-Taunus-Kreis nach Taunusstein-Neuhof, wo die Junge Union im Rheingau-Taunus-Kreis eine große Gegendemonstration gegen den bevorstehenden Linksruck und Untergang des Abendlandes angekündigt hatte.

Donnerstag, August 21, 2008

Gold für Carsten Sostmeier

Im Grunde genommen interessiert mich der Reitsport allenfalls peripher und eine durchgerittene Piaffe oder ein übersprungenes Hindernis sind für mich normalerweise so interessant wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt. Warum ich dennoch mitunter beim Zappen am Reitsport hängen bleibe, hat mit dem Kommentator Carsten Sostmeier zu tun, bei dem man im Fernsehsessel gedanklich über jedes Hindernis mitspringt, die Planke an der Hufe spürt und die Uhr im Kopf mitlaufen lässt. Grimmepreisverdächtige Sätze wie „Ein so hübsches Pferd, diese Frische der Galoppade, dieses Herz eines Drachens im Leib tragend“ oder Mag das Glück der Stärke, das Symbol des Phoenix, ihn auch jetzt noch, in der Schlusssequenz weiterhin begleiten, mag der güldene Phoenixflügel über ihm schwingen“ (…) gleichen dabei wahrlich einer Form von Verbalerotik für die Ohren, wenn Ross und Reiter mal eben wieder über den Bildschirm galoppieren.

Mittwoch, August 20, 2008

Der Pfandmann

Seit der letzten Klausur war ich heute mal wieder auf dem Campus, um u.a. Klausergebnisse für meine beiden Sprachkurse abzuholen. Dabei machte ich aber die Bekanntschaft mit dem Pfandmann, einem Obdachlosen, der regelmäßig – vor allem während der Vorlesungszeit – mit voll bepackten Tüten über den Campus schlendert und dort die Pfandflaschen einsammelt. Dabei habe ich ihn heute mal auf seinen Neben- bzw. vielmehr Hauptverdienst angesprochen. Anstelle irgendwo in der Fußgängerzone um Geld zu betteln, sei das für ihn eine sowohl persönlich angenehmere als auch finanziell lukrativere Alternative. „Meine Wasserflasche und nen Euro hat er gekriegt.

Dienstag, August 19, 2008

Ferienzeit vs. vorlesungsfreie Zeit

Herzlich Willkommen in der Semesterferienzeit. Zumindest in der Theorie. Denn die Praxis sieht doch meist anders aus. Die eigentliche „VORLESUNGsfreie“ Zeit begann zwar bereits Mitte Juli, darauf folgte aber erst mal die wahrlich nicht unstressige Klausurenphase. Aber glaubt man den gängigen Meinungen von sog. Lebenslaufoptimierern, ist auch danach noch lange keine Ruhe angesagt. Denn im „Curriculum Vitae“ darf sich bloß keine Lücke finden, welche ggf. für mangelnde Zielstrebigkeit stehen könnte, die man ja bereits durch den schnellstmöglichen Abschluss des Studiums in der Regelstudienzeit entgegen zu treten versucht. Auslandserfahrung macht sich dabei immer gut auf dem Arbeitsmarkt. Um Urlaub und Pflicht miteinander zu verbinden, gibt es da die wundervolle Erfindung des Sprachkurses im fernen Land. Gleiches gilt für nachweisbare Praxiserfahrung nach dem Studienabschluss. Die "Ferien" bieten sich dabei ideal an für ein Praktikum, das über die standardisierten vier Wochen hinausgeht und somit Möglichkeiten eröffnet, tiefer in das Leben als „Arbeitsnehmer“ hineinzuschnuppern. Parallel anzufertigende Hausarbeiten werden dann eben in den Abend- bzw. Nachtstunden herunter geschrieben. Und um den Makel des „Fachidioten“ zu beseitigen, gilt es natürlich auch eine ausgeprägte soziale Ader in Form von ehrenamtlichem Engagement vorzuweisen. Diese ganzen Anforderungen, die explizit von zukünftigen Arbeitgebern und in der Folge davon auch insgeheim vom eigenen, inneren Schweinehund formuliert werden, leisten ihren Dienst dazu, dass einem der Stress nicht nur während der Vorlesungszeit und insbesondere der Klausurenphase, sondern nun auch noch während der Semesterferien einholen kann. Denn wer all den oben formulierten Ansprüchen gerecht werden will, schafft das nur, die Semesterferien diesen ambitionierten Plänen zum Opfer fallen zu lassen, bieten sie doch den idealen Zeitrahmen, um das, wofür im Semester keine Zeit geblieben ist, zu erledigen und die selbst- bzw. fremderzeugten Bilder zu erfüllen. Naja: Ich genieß derzeit trotzdem erst mal meine vorlesungsfreie Zeit!

Sonntag, August 17, 2008

Dummheiten

"Wenn man Dummheiten macht, müssen sie wenigstens gelingen."

- Napoleon I (1769-1821), Bonaparte, Kaiser der Franzosen 1804-1815 -

Samstag, August 16, 2008

Hessischer Kommunallöwe

Für mein kommunalpolitisches Engagement im Zusammenhang mit dem Aufbau eines Netzwerks für SPD-Kommunalpolitiker im Juso-Alter wurde ich heute auf der Landeskonferenz der SGK-Hessen in Ebsdorfergrund bei Gießen mit dem 2. Platz des Hessischen Kommunallöwen ausgezeichnet 1,2. Die Auszeichnung übergaben SGK-Vorsitzender und Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Burkhard Albers, sowie SGK-Geschäftsführer und landtagsabgeordneter Michael Siebel direkt nach dem Auftritt der SPD-Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti.

Oestrich-Winkel, den 17. August 2008
PRESSEMITTEILUNG
Erfolgreiche Jusos ausgezeichnet
Vergangenes Wochenende wurden die stellvertretende Vorsitzende Gloria-Johanna Jörg und der Vorsitzende der Jusos im Rheingau-Taunus-Kreis, Carsten Sinß, auf der Landesdelegiertenkonferenz der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik Hessen (SGK), in Ebsdorfergrund (bei Gießen) ausgezeichnet. Burkhard Albers, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises und Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Hessen, zeigte sich über das Engagement und die Ehrungen der zwei Juso-Mitglieder aus seinem Landkreis hoch erfreut und gehörte zu den ersten Gratulanten.
Gloria-Johanna Jörg erhielt ein Zertifikat für ihre erfolgreiche Teilnahme an der ersten Runde der Junior-SGK Hessen. Die Junior-SGK ist ein neues Qualifizierungs- und Bildungsprogramm der SGK Hessen für junge Kommunalpolitiker. Es hat zum Ziel, innerhalb von drei Modulen, die sich über drei Wochenenden erstrecken, junge Kommunalpolitiker für ihre Aufgaben in einem Parlament aus- und weiterzubilden. Während dieser Module werden die Teilnehmer in den Bereichen Sachkompetenz, Methodenkompetenz und politischer Handlungskompetenz von erfahrenen Kommunalpolitikern und ausgebildeten Trainern unterrichtet. „Es ist wichtig, dass junge Kommunalpolitiker Unterstützung in und für ihre Arbeit in den gemeindlichen Gremien erhalten und durch spezifische Weiterbildungsmaßnahmen zusätzliche Kompetenzen erlangen. Hier sind insbesondere Haushaltsrecht, der Umgang mit der Hessischen Gemeindeordnung, aber auch die Handlungsfelder in der Kommunalpolitik besonders wichtig“, so Gloria-Johanna Jörg. Jörg ist seit 2006 jüngstes Mitglied in der Gemeindevertretung in Heidenrod.
Carsten Sinß erhielt für sein bisheriges kommunalpolitisches Engagement und insbesondere die Gründung eines Netzwerkes für junge Kommunalpolitiker in den 2. Platz des „Hessen-Löwen“, einer Auszeichnung für besondere kommunalpolitische Aktivitäten innerhalb der SPD. Sinß, der auch Mitglied der Oestrich-Winkeler Stadtverordnetenversammlung ist, ist neben seinem politischen Engagement im Rheingau-Taunus-Kreis nun auch schon im 2.Jahr Mitglied des südhessischen Juso-Bezirksvorstands. Das sogenannte „Kompetenznetzwerk Kommunalpolitik“ baut auf den drei Säulen Vernetzung, Qualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit auf. Junge Kommunalpolitiker sollen die Möglichkeiten erhalten, sich mit anderen Kommunalpolitikern über ihre Erfahrungen auszutauschen und hilfreiche Tipps weiterzugeben. Bestimmte Qualifizierungsmaßnahmen sollen den Mandatsträgern zudem Handwerkszeug für ihre politische Arbeit liefern, welche letztendlich im Dialog mit der Bevölkerung über aktuelle Sachverhalte und Probleme auch in der politischen Arbeit vor Ort von Nutzen sein sollen.

Freitag, August 15, 2008

Selbstmordrate senken

Aus dem Inhalt des m.E. sehr denkwürdigen Artikels aus der "Financial Times":

"(...) Bereits 50.000 Manager haben diesen Kurs in Südkorea absolviert: Jeder musste ein Testament verfassen, es vorlesen, ein Totenhemd aus Hanf anlegen, in den Sarg steigen und den Deckel über sich zufallen lassen. Das Todesseminar erfreut sich so großer Beliebtheit, dass die Organisatoren es nun auch in anderen Ländern anbieten wollen. Bei dieser ausländischen Freakshow fühlte ich mich an den Alltag zu Hause erinnert. Seit ich meinen Ehemann kenne, spielt er regelmäßig das "Stell dir deine eigene Beerdigung vor"-Szenario durch. Ihm gefällt die Vorstellung, wie ich, seine Witwe, mit unseren Kindern in der Kirche stehe. Er sinniert über die Lücke, die er hinterlässt, und seine Augen füllen sich mit Tränen. Dann summt er sein Lieblingslied "Box of Rain" von Grateful Dead (wie passend!), das bei seiner Beerdigung gespielt wird. Fehlen nur noch Sarg und Leichentuch.(...) In Südkorea geht es darum, Angestellte davon abzuhalten, scharenweise den Freitod zu wählen (...)"

Mittwoch, August 13, 2008

Juso-Stammtisch: "Homosexualität - Noch immer nicht gleichberechtigt?!"

Angeregte Diskussionen und interessante Erkenntnisse gab es heute beim Juso-Stammtisch der Jusos im Rheingau-Taunus-Kreis zum Thema "Homosexualität - Noch immer nicht gleichberechtigt?!" mit dem Bundesvorsitzenden der Schwusos in der SPD, Ansgar Dittmar.
Oestrich-Winkel, den 14. August 2008
PRESSEMITTEILUNG
Juso-Stammtisch zum Thema „Homosexualität: „Noch immer nicht gleichberechtigt?!“
„Noch immer nicht gleichberechtigt!“ lautete der Titel eines gut besuchten Stammtischs, zu dem die Jusos am 13. August in das „Hofgut Erbach“ geladen hatten. Als Gast konnte Juso-Vorsitzender Carsten Sinß Ansgar Dittmar begrüßen, Bundesvorsitzender der Schwusos in der SPD. Die Schwusos sind ein Arbeitskreis innerhalb der SPD und setzen sich vordergründig für die Belange von Schwulen und Lesben inner- und außerhalb der Partei ein. „In Sachen Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen wurde in den vergangenen Jahren einiges erreicht. Trotzdem stehen wir erst auf dem Fundament, das den Namen Gleichberechtigung verdient“, so Ansgar Dittmar zu Beginn seines Eingangsstatements und verweist sogleich darauf, dass u.a. Gewalttaten an Homosexuellen in den letzten Jahren wieder zunehmen würden und die eingetragene Partnerschaft noch immer mehr gleiche Pflichten als Rechte beinhalte. „Statt die Bereicherung zu sehen, wenn zwei Menschen die Verantwortung füreinander übernehmen, sehen viele noch immer ihr ganz persönliches Weltbild ins Wanken gebracht“, berichten viele Jusos auf die Frage Dittmars an die Stammtischbesucher nach der Einschätzung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben. Ziel sozialdemokratischer und allgemein von Politik müsse laut Dittmar daher eine Gesellschaft sein, in der Gleichberechtigung und Chancengleichheit gelebte Realität sind. Privilegien einzelner Personen oder Gruppen, Intoleranz, Nationalismen und Fremdenfeindlichkeit sollten effektive Regelungen entgegengesetzt werden, die auch und gerade im Alltag greifen. In den vergangenen Jahren habe es schließlich auch große Veränderungen für Lesben und Schwule gegeben. Die Abschaffung des § 175 StGB, der Homosexualität noch unter Strafe stellte, und die Diskussion um die "Homo-Ehe" hätten in der Gesellschaft eine positivere Grundstimmung geschaffen. Das Lebenspartnerschaftsgesetz bilde einen wichtigen Schritt zur Normalisierung lesbischen und schwulen Lebens. Viele Menschen seien heute eher bereit, die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Deutschland zu akzeptieren als noch vor einem Jahrzehnt. Dennoch ändere eine rechtlich größere Gleichstellung noch nichts an bestehender Diskriminierung. „Lesben und Schwule haben immer noch Schwierigkeiten, ihr "Anderssein" offen zu leben“. Groß seien laut Dittmar vor allem die Ängste vor möglichen Konsequenzen im Alltag: „Schiefe Blicke“ in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz, Verlust der Arbeitsstelle oder Wohnung, Verlust von Freundschaften, Angst vor gewalttätigen Übergriffen etc.. „Um dies zu ändern bedarf es dem Engagement aller“, so Dittmar am Ende der Veranstaltung. „Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die auch ohne Verfassungsauftrag begreift, dass sie verarmt, wenn sie Menschen ausgrenzt und sie sich somit selbst ihrer Zukunftschancen beraubt.“

Dienstag, August 12, 2008

106 Meilen bis Chicago

"Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen". - "Tritt drauf."

- Blues Brothers -

Montag, August 11, 2008

Aus den Gremien

Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 11.8.2008

Tagesordnung

Bericht und Anfragen

1) Bericht des Magistrats

2) Beantwortung von Anfragen
Mit Anfragen zu den Themen Fitnesscenter Dillmann, Vereinsförderrichtlinien, Restaurierung Brunnen Rosentalstraße, Haushaltswesen und von mir um Thema Sprachförderung.

Vorlagen aus früheren Sitzungen

3) Jahresabschluss 2006 Stadtwerke
Einstimmig angenommen bei Enthaltung der SPD.

4) Gremienbeschluss "Prima Klima"
Einstimmig zur Kenntnis genommen und Verweisung an den Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen.

5) Rekommunalisierung der Stromversorgung
Einstimmige Verweisung an den Haupt- und Finanzausschuss.

Neue Anträge von Fraktionen

6) Antrag aller Fraktionen betr. Bürgerversammlung B42
Einstimmig angenommen

Neue Vorlagen des Magistrats

7) Widerspruch gegen die Wahl der Mitglieder des Wahlvorbereitungsausschusses
Einstimmig angenommen. Nachzählen hat sich also gelohnt und ich bin jetzt doch Mitglied im Wahlvorbereitungsauschuss.

8) Feststellung des Jahresabschlusses 2007 Eigenbetrieb Soziale Dienste und Gewinnverwendung
Einstimmig angenommen.

9) Satzungsänderung der Eigenbetriebssatzung Stadtwerke
Einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

10) Beschlussfassung außer- und überplanmäßige Mittel für das Jahr 2007
Mit den Stimmen von CDU und FDP angenommen, da sich beide Fraktionen auf meinen Antrag hin einer Beratung im zuständigen Haupt- und Finanzausschuss verweigert haben, obwohl SPD und Grüne noch Beratungs- und Klärungsbedarf angemeldet hatten.

11) Neufassung der Vereinsförderrichtlinien
Einstimmige Verweisung an den Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur sowie den Haupt- und Finanzausschuss.

12) Nachwahl eines Sachkundigen Bürgers für die Baukommission
Herr Joachim Haberstroh auf Vorschlag der CDU einstimmig gewählt.

13) Besetzung der Ortsgerichte
Bezirke Winkel und Hallgarten einstimmig angenommen, Bezirk Mittelheim verwiesen an Haupt- und Finanzausschuss.

14) Anschaffung einer Kühlvitrine Trauerhalle Winkel - Bereitstellung außerplanmäßiger Mittel
Einstimmig angenommen.

15) Nichtausübung des Vorkaufsrechts für die Grundstücke Flur 9, Flurstück 213 und Flur 9, Flurstück 774 in Hallgarten.
Einstimmig angenommen.

16) Antrag FDP-Fraktion betr. Errichtung eines Jugendtreffs im Mehrgenerationenhaus Winkel
Einstimmige Verweisung au Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur

Sonntag, August 10, 2008

Samstag, August 09, 2008

Storys from the gasstation

"Bei mir sind Sie in guten Händen" entnehme ich dem Hemdkragen des Busfahrers, bevor er sich zwei kleine Zarewitsch für seinen Flachmann kauft und wieder in seinen Reisebus steigt...

Freitag, August 08, 2008

Sprach"förderung" mal anders...

...oder: Wie in Oestrich-Winkel die Gesetze von Angebot und Nachfrage vertauscht werden:

Oestrich-Winkel, den 4. August 2008
PRESSEMITTEILUNG

SPD erkundigt sich nach Sprachförderung
„Die jüngst gegenüber der Presse getätigte Äußerung des Bürgermeisters, dass Eltern ihre Kinder bei steigenden Preisen eher für eine Sprachförderung anmelden würden, hat uns stutzig gemacht“, begründet Stadtverordneter Carsten Sinß eine SPD-Anfrage seiner Fraktion bzgl. der Sprachförderung in Oestrich-Winkel. „Gerade angesichts der jüngst gestiegenen Lebenshaltungskosten, u.a. bedingt durch steigende Preise bei Öl, Gas, Benzin und Lebensmitteln, halten wir die Annahme, steigende Preise würden für stärkere Nachfrage führen, für falsch und vermessen“. Die Sozialdemokraten möchten daher in einer Anfrage für die kommende Sitzung der Stadtverordneten erfahren, wie viele Kinder seit Einführung der Sprachförderung in Oestrich-Winkel im Jahr 2002 für diese angemeldet wurden bzw. wie viele dies abgelehnt haben. Zudem möchte die SPD noch erfahren, ob die These des Bürgermeisters, dass steigende Preise zu einer steigenden Nachfrage bei der Anmeldung von Sprachförderung führen würden, auch die Meinung des Magistrats widerspiegelt oder ob neben der Preiserhöhung für die Sprachförderung auch noch andere „Konzepte“ vorhanden seien, um Eltern, die dies bisher nicht taten, dazu zu bewegen, ihre Kinder bei vorhandener Notwendigkeit für Sprachförderung anzumelden. „Gerade in diesem wichtigen Bereich sollte nicht am falschen Ende gespart werden“, so Sinß abschließend.

Donnerstag, August 07, 2008

Wissensmonster

Eigentlich würde man ja gerne mit Vaterstolz das Genie des eigenen Nachwuchses preisen. Frühchinesisch im Kindergarten, Englisch fließend ab der Grundschule und und und...wäre da nur nicht der Alltag und der tägliche Kampf beim Schuheanziehen, Wutausbrüche, wenn sich mehr Tomatensauce am Lätzchen als im Mund befindet und nicht zuletzt die Unart, immer noch eine Windel zu tragen. Einfach mal so spontan eingefallen beim Studieren diverser frühkindlicher Angebote für unsere Kleinen...

Mittwoch, August 06, 2008

Draisinenfahrt

Gemeinsam mit der SPD-Kreistagfraktion 1,2 besichtigte heute eine Juso-Delegation die Aartalbahntrasse bei Oberneisen. Die Hinfahrt auf den Draisinen mit zeitweise nur dürftigem Fahrtwind (die Steigung forderte hier ihren Tribut – zum Glück nicht an meinen Händen :P) entlang der vom Arbeitskreis Aartalbahn e.V. freigeräumten und gepflegten Trasse und zwischenzeitlicher RastMineralquelle (Wer schon immer mal wissen wollte, wie wohl ein rostiger Nagel flüssig schmeckt, sei dies wärmstens empfohlen) führte uns in eine Apfelkelterei in Aarbergen-Michelbach, wo wir uns die Herstellung von Apfelweinen und -säften erläutern ließen. Ein Geheimrezept sei es früher u.a. auch gewesen, im Herstellungsprozess stets einen faulen Apfel beizufügen, um für das gewisse Aroma zu sorgen…was aber heute natürlich nicht mehr gemacht werde ;-)

Dienstag, August 05, 2008

Winzer-Anekdote

(nach einer wahren Begebenheit)

Ein Rheingauer Winzer ist zu Gast bei einem anderen Rheingauer Winzer und hat einen Wein bestellt. Er zitiert den Weingutbesitzer zu sich und sagt: "Entschuldigung, aber dieser Wein hat Kork!"
Weingutbesitzer: "Entschuldigen sie vielmals, ich bringe einen anderen Wein." (kurze Zeit später) "So, dieser Wein hat nun keinen Kork!"
Der Winzer probiert den neuen Wein, verzieht das Gesicht abermals und blickt den Weingutbesitzer fragend an: "Haben Sie auch Flaschenbier?!" 


:D

Montag, August 04, 2008

Ahmed Khan II

Nachdem sich vergangene Woche bereits jemand alias Ahmed Khan einen "Spaß" erlaubt und in meinem Namen bei "vodafone" ein Handy im Wert von ca. 750 € bestellt und ich dies zur Anzeige gebracht hatte, erhielt ich heute Morgen nun einen Anruf vom Otto-Versand bzgl. eines angeblich von mir bestellten Handys. Nach kurzer Aufklärung und Rücksprache bei Polizei und meinem Anwalt wird nun formal die Herausgabe der Internet-Daten erwirkt, so dass mittels IP-Adresse die Herkunft und der Standort des Rechners festgestellt und so auch hoffentlich Rückschlüsse auf den/die Täter geschlossen werden können.

Sonntag, August 03, 2008

Flaschenfriedhof

Der Trinker

Das Leben, es ist wunderbar und schön,
alles scheint zum Besten zu steh`n
Was sollte mir auch schlimmes passieren?
Ich scheine nur das Glück im Leben zu kassieren.

Meine Frau ist toll, der Job macht Spaß
auch meine Kinder sind ganz nach Maß.
Nicht jeder vermag sein Leben so zu genießen,
ohne sich ständig einen hinter die Binde zu gießen.

Nur ab und zu ein Bierchen in Ehren.
Warum sollte ich mir das verwehren?
Ich kenne keine Schatten,ich kenne nur das Licht
und mehr zu trinken, das brauche ich nicht.

Auf einer Feier, da wird schon mal gezischt,
sich unter die fröhlichen Gäste gemischt.
Da macht das Trinken schon mal Spaß,
hoch die Tassen und noch ein Glas.

Bald gehörte der Alkohol zu meinem Leben,
er konnte ständig neue Kraft mir geben.
Kraft, das schöne Leben zu genießen.
Was macht es da schon,
sich mal hin und wieder einen hinter die Binde zu gießen?

Der Alkohol wurde Teil meines Lebens
und die Warnungen der Familie waren vergebens.
Du trinkst doch nur, weil du es musst.
Längst war ich gefangen von dieser Sucht
und von meinem eigenen, selbstverschuldeten Frust.

Meine Frau fing an mich zu hassen.
Sie drohte, mich mit den Kindern zu verlassen.
Warum nur, ich konnte es nicht verstehen?
Warum wollte sie weg von mir, einfach gehen?

Ich bemerkte gar nicht und vergaß,
zu feiern, das machte immer öfter Spaß.
Immer häufiger wurde getrunken,
ich war ganz in meinem Glück versunken.

Warnungen wurden in den Wind geschlagen,
ab und zu einen trinken,
das konnte ich gut vertragen.
Mein Leben verlief so wunderschön.
Was sollte mir denn schon geschehen?

Alles hatte ich meiner Familie gegeben,
Haus, Geld, Autos
und ein sorgenfreies Leben.
Ich merkte nicht, wie unter Druck ich stand
und immer mehr den Weg zum Alkohol fand.

Ständig hatte ich geglaubt,
wir führten ein schönes Leben,
doch das Wichtigste vergaß ich ihnen zu geben.
Habe immer nur ans Geldverdienen gedacht
und ließ dabei die Liebe zu meiner Familie außer acht!

Plötzlich wurde mir grausam klar,
dass ich abgesackt und nur noch ein Trinker war.
Mein schönes Leben,
es krachte zusammen wie ein Kartenhaus.
Schnellstens musste ich aus diesem Teufelskreis heraus.

Frau, Kinder und Beruf zu verlieren,
das durfte einfach nicht passieren.
Hilfe zu suchen war plötzlich mein Gedanke,
eine Gruppe finden für Alkoholkranke.

Durch Familie und Gruppe fand ich Kraft
und habe mein Problem mit dem Alkohol gerade noch geschafft.
Meine Prioritäten hatte ich falsch gesetzt,
war nur unwichtigen Dingen hinterher gehetzt.

Familie und Liebe sind durch nichts zu ersetzen,
ich musste lernen, dieses neu zu schätzen.
Gott sei Dank, ich habe es noch rechtzeitig erkannt
und die Gefahr Teufel Alkohol verbannt.

Doch vergessen darf ich es nie.
Der Gedanke daran lässt immer noch zittern meine Knie.
Niemals darf man die Gefahr Alkohol vergessen,
glaubt mir, das wäre dumm und sehr vermessen.

Bernd Richter

Samstag, August 02, 2008

Geocacher-Hunter

Nachdem ich mich mit Kumpel gestern auf einem Zelten Jugendlicher irgendwo im Oestrich-Winkeler Wald selbst eingeladen hatte, führte die mehr als dürftige Wegbeschreibung zunächst einmal dazu, dass ich Wald und Wiesen Oestrich-Winkels (bei Nacht) nun eindeutig besser kenne als zuvor. Wer aber glaubt, nach Mitternacht alleine im Wald zu sein mit der Natur, der täuscht. Angefangen mit einer Gruppe Jugendlicher, die nachts am Waldrand ein Sit-In betrieb und uns in leicht angetrunkenem Zustand sogar noch den Weg zu einem vermeintlichen Zeltplatz in den Wäldern zeigte über sogenannte Geocacher, die einem nachts zunächst mit dem Auto begegnen und in Unterhaltungen verstricken, um anschließend beim Spaziergang durch den Wald mit Hightechausrüstung (Helmlampen und GPS-Gerät) bestückt auch noch unseren Weg zu kreuzen.

Freitag, August 01, 2008

Mitgliederbetreuung à la SPD?!

Ob Wolfgang Clement, als er seinerzeit die Rüge der zuständigen Schiedskommission ob seiner Äußerungen im Vorfeld der hessischen Landtagswahl nicht akzeptierte und in Berufung gegangen war, ahnte, was da auf ihn zukommen würde...

„Leider passieren solch repressive Reaktionen einer Gruppierung immer wieder und zwar aus einer Situation der Schwäche heraus. Ob die SPD das gleiche Sanktionsmittel auch angewandt hätte in einer Situation der Stärke, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt“, so die Reaktion eines Genossen aus meinem SPD-Ortsverein. Auch ich hätte von (m)einer Volkspartei die Größe erwartet, sich über den Vorfall aufzuregen, den Äußerungen Wolfgang Clements (die ich damals im übrigen genauso falsch wie von Art und Weise auch unangebracht empfand) inhaltlich entschlossen entgegen zu treten, dann aber auch wieder zur Tagesordnung überzugehen. Denn insbesondere in Zeiten, in der sich die Partei in einem Tal befindet, sollte Ruhe und Gelassenheit gefragt und die Konzentration auf das richtige Handeln gefragt sein. Denn: Kurzschlusshandlungen gehen fast immer nach hinten los, sorgen für Unverständnis in der Öffentlichkeit und Unverständnis bei den Parteimitgliedern – vor allem, wenn sich ein nicht unerheblicher Teil der SPD auch noch mit den Aussagen eines Wolfgang Clements inhaltlich identifizieren kann.


Bei allem Verständnis für die vorgebrachten Argumente steht der vorläufige Clement-Rausschmiss in keinem Verhältnis zu bisherigem. Denn andernfalls müssten bspw. auch „Abweichler“ der Schröder-Ära (Ottmar Schreiner & Co.) ihr Parteibuch abgeben, da auch sie sich zu Zeiten von Agenda 2010 öffentlich gegen Fraktions- und Parteitagsbeschlüsse gestellt und somit die innerparteiliche Solidarität verletzt haben. Wer aber auf der einen Seite die Solidarität als einen Grundpfeiler der Sozialdemokratie einfordert, darf auf der anderen Seite nicht die Freiheit als einen anderen der Grundpfeiler der Sozialdemokratie beschneiden – womit wir auch schon bei der Gerechtigkeit als dem dritten der drei Grundpfeiler der Sozialdemokratie wären, die es eigentlich einmal galt, nicht gegeneinander auszuspielen. Bei konsequenter Anwendung wären wir aber auch schon bei einem Zitat von Sigmar Gabriel angelangt, der da sinngemäß sagte, dass man in der Partei wohl bald sehr alleine wäre, wenn man jeden für eine ausgeübte oder ausgesprochene Dummheit aus der Partei werfen würde. Ob aber nun letztlich Clements vermurkste Äußerungen vom 20.1.08 oder die Entscheidung der Schiedskommission von gestern in der Folge einen schwereren Schaden für die deutsche Sozialdemokratie darstellen, dürfte noch eine interessante Diskussion werden und die nahe Zukunft zeigen...

Hier noch ein paar Pressestimmen zu dem "Fall Clement":

"Stuttgarter Zeitung":
"Die Absicht, Clement das Mitgliedsbuch zu entziehen, verrät viel über die aktuelle Verfassung dieser Partei. Schließlich steht hier nicht ein x-beliebiger Genosse am Pranger, dessen Aufmüpfigkeit die Grenzen der sozialdemokratischen Toleranz sprengen würde. Es geht um einen Repräsentanten der alten Garde, um die Symbolfigur einer Politik, welche die Partei fast zerrissen hat, ihr aber zu Recht auch Respekt eintrug. Ein Superstar der vorerst letzten sozialdemokratisch geführten Regierung wird nun als Ketzer geschmäht. Dafür gibt es kein vergleichbares Beispiel in der bundesdeutschen Parteiengeschichte. Schlimmer kann es kaum kommen."

"Neue Ruhr/Neue Rhein-Zeitung" (Essen):
"Der kaltschnäuzige Rausschmiss von Wolfgang Clement ist eine Schande für die SPD. Diese Partei darf sich nie wieder über Mitgliederschwund beklagen, wenn sie ihre Besten vor die Türe setzt. Jetzt offenbart der unbegreifliche Parteiausschluss das ganze Ausmaß der Krise der Sozialdemokratie, die tiefer gespalten ist als je zuvor."

"Der Tagesspiegel" (Berlin):
"Und so bleibt am Ende die bittere Gratulation. Denn schlösse sie ihn aus, erwiese die SPD dem Genossen aus Bochum einen letzten Dienst. Manchmal müssen eben selbst gestandene Politiker zu ihrem Glück gezwungen werden. Indem er den Kampf um die Mitgliedschaft weiter verbissen kämpft, adelt er bloß jene, die ihn mit Füßen treten. Andere widerborstige Charaktere wie Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky, Helmut Schmidt oder Klaus von Dohnanyi sind entweder Manns genug, sich selbst zu wehren, oder sie folgen Clement einfach nach. Früher oder später werden sie alle merken: Es gibt ein Leben nach der SPD. Es muss kein schlechtes sein."

"Frankfurter Rundschau":
"Selten hat eine Partei ihre Schwäche so offen zur Schau gestellt wie die SPD im Fall Clement. Sie signalisiert damit auch, dass sie auf manch abweichende Meinung keine Antwort mehr weiß, dass sie der abweichenden Meinung lieber die Tür weist. Die Volkspartei als exklusiver Klub: Für die SPD-Mitgliederwerbung ist das in der Tat ein ganz neuer Ansatz. Mit Clement, so hoffen viele Sozialdemokraten, könnte auch die schwierige Zeit der Agenda 2010 aus dem Gedächtnis verschwinden. Wer so seine Vergangenheit bewältigen will, dem ist in der Zukunft allerdings kaum noch zu helfen."

"Lübecker Nachrichten":
Eins ist mal sicher: Das Parteiausschlussverfahren gegen den früheren Wirtschaftsminister Clement schadet der SPD mehr als alle Zeitungsartikel zusammen, die der gelernte Redakteur Clement je veröffentlicht hat. Wenn die ohnehin auf dem Zahnfleisch kriechende Sozialdemokratie irgend etwas nicht gebraucht hat in diesem Sommer, dann eine Debatte, in der die ganze olle Suppe um den Sinn und Verstand von Hartz IV, von Agenda 2010, von links und linker wieder hochkommt. Freudig stürzt sich die Konkurrenz von Linkspartei und Union auf das vom Düsseldorfer Schiedsgericht mundgerecht zubereitete Leckerli. Es ist die wahre Pracht."

"Main-Post" (Würzburg):
"Der Grund heißt Rache. Abrechnung mit einem, der immer unbequem war, weil er nicht im Stall der SPD aufwuchs und deren Geruch nie so richtig aufgenommen hatte. Obwohl er als Journalist sogar Sprecher des Bundesvorstandes war, und später, in der Regierung Schröder, Superminister für Arbeit und Soziales. Geblieben ist davon aber nur, dass er der geistige Vater von Hartz IV sei (was nicht stimmt) und im Übrigen als RWE-Aufsichtsrat seither ein Lobbyist der Energiekonzerne (was stimmt)."

"Wiesbadener Kurier":
"Die SPD-Spitze muss klipp und klar sagen, dass eine Volkspartei sich solche Engstirnigkeit nicht leisten darf. Natürlich ist Großmaul Clement des öfteren zum Ärgernis für seine Genossen geworden. Und zur Energiepolitik der hessischen Parteifreundin Ypsilanti hätte der RWE- Lobbyist auch besser geschwiegen. Aber derartige Differenzen muss eine solidarische und breit aufgestellte SPD aushalten."

"Westfälischer Anzeiger" (Hamm):
"Wenn die Partei nun auch in letzter Instanz den Rauswurf bestätigt, befriedigt sie vielleicht das eigene Solidaritätsbedürfnis. Sie vermittelt aber gleichzeitig den Eindruck, als ob sie keine unbequeme Kritik mehr ertragen kann, als ob sie sich in ihrer Daseins-Krise einfach nicht mehr mit normalen Mitteln zu helfen weiß und deshalb Märtyrer schafft."