Dienstag, März 31, 2009

Perron-Besucher?

Wettet jemand dagegen, dass diese Person vorher eine kuschelige Hattenheimer Bahnhofskneipe besucht hat? :-)

Wiesbadener Kurier vom 30.03.2009
Polizei ermittelt Unfallfahrer
(bad). Ein 31-jähriger alkoholisierter Hattenheimer hat in der Nacht zum Sonntag in der Wilhelmstraße zwei Autos touchiert und sich von der Unfallstelle entfernt, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Die Polizei konnte den Verursacher jedoch später ermitteln. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und der Führerschein sichergestellt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 9000 Euro.

Montag, März 30, 2009

"Bürgermeister Weimann Gedächtnisstrasse"

Regen Zulauf gab es am Sonntag bei der Trassenbegehung der SPD Oestrich-Winkel auf der deutlich gekennzeichneten 1,2 geplanten Nordumgehung.


Wiesbadener Kurier vom 31.03.2009
"Viele werden lange Gesichter machen" -Trassenbegehung der SPD in Oestrich-Winkel

Von Christina Schultz

"Seit die Leute merken, dass es ernst wird, sind sie zunehmend wütend und rebellisch", sagte Christoph Zehler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins bei der Begehung der geplanten Verbindungsstraße im Norden von Oestrich-Winkel. Schon am Treffpunkt Ecke Greiffenclaustraße/Schillerstraße war unschwer zu erkennen, dass das Thema den Bürgern auf den Nägeln brennt. Im Laufe der Begehung stießen immer mehr dazu. Vor allem die direkt betroffenen Anwohner in der Greiffenclaustraße, Tokajer Straße und Aegidiusstraße ließen sich von der SPD, Gegner der so genannten innerörtlichen Entlastungsstraße , über die Auswirkungen informieren. "Die zu erwartenden Belastungen greifen stärker in das Leben der Anwohner ein als man denkt", prophezeite die SPD-Fraktionsvorsitzende Christel Hoffmann. Die Verkehrsbelastung steige pro Tag von derzeit 3350 auf 6800 Fahrzeuge. Umfangreiche Schallschutzmaßnahmen seien nötig.
"Viele können das Ausmaß noch gar nicht abschätzen. Sie werden alle lange Gesichter machen", sagte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Georg Mahr. Er geht davon aus, dass die Auto- und Lastwagenfahrer aus Johannisberg, Presberg und Stephanshausen nicht über die B42 fahren, sondern die neue Straße wählen. Das glauben auch die Anwohner. Damit der Verkehr reibungslos rollen könne, werde alles von der Greiffenclaustraße verschwinden, das jetzt noch die Geschwindigkeit bremse, prophezeit Mahr. "Vor Jahren haben wir um eine Ampelanlage in der Greiffenclaustraße gekämpft und alles was wir bekommen haben ist ein Zebrastreifen", schimpft ein Mann. Viel Geld sei verbaut worden für verkehrsberuhigende Maßnahmen, die Bürger hätten auf eigene Kosten Bäume gepflanzt.
Die Hausbesitzer des Neubaugebietes fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. "Wir sind vor zwei Jahren hierher gezogen, da hat uns keiner was von der geplanten Baumaßnahme erzählt", sagte Anja Behm. Als Spielstraße sei die Tokajer Straße deklariert. Spielplätze gibt es auch entlang der Greiffenclaustraße. "Und so was nennt sich familienfreundliches Oestrich-Winkel", sagt eine andere Frau.
Viele Bürger sehen sich in Zukunft eingekeilt zwischen der Bahnlinie und der Verbindungsstraße, eine unzumutbare Lärmbelästigung, wie sie finden. Auch Winzer Hans-Theo Eser von der Interessengemeinschaft (IG) Lenchen ist sauer: "Die geplante Umgehungsstraße zerschneidet nicht nur wertvolle Weinberge, sie steht auch in punkto Landschaftszerstörung und historischer Kulturlandschaft in keinem Verhältnis."
Bis zum 22. April können die Bürger Einwendungen im Planfeststellungsverfahren machen. Doch nicht wenige hadern mit den ausgelegten Ordnern im Rathaus. "Man fühlt sich alleingelassen mit den Plänen, die nur unter großen Schwierigkeiten für Laien verständlich sind."

Samstag, März 28, 2009

Storys from the gasstation

Asche über mein Haupt, aber ich habe es heute doch tatsächlich gewagt, einen an vorderster Stelle einer gut 5-köpfigen Schlange stehend Kunden an der Kasse in seinem Telefonat zu unterbrechen...

Kunde tritt an den Tresen mit Handy am Ohr: "Bla bla bla"
Ich: "Guten Abend!"
Kunde: "Bla bla bla"
Ich: "Welche Zapfsäule hatten Sie?"
Kunde macht ohne etwas zu mir zu sagen eine Kopfbewegung in Richtung Fahrbahn und telefoniert weiter: "Bla bla bla"
Ich, da sich der Radius der Kopfbewegung auf ca. 8 von 8 Zapfsäulen erstreckte, frage nach: "Entschuldigung, welche Zapfsäule meinten Sie genau?"
Kunde mit genervter Handbewegung in Richtung Fahrbahn, kommuniziert weiter per Telefon: "Bla bla bla"
Ich bin schon einmal erleichtert, dass der Radius der Handbewegung die in Frage kommenden Zapfsäulen deutlich eingeschränkt hat und spezifiziere meine Frage: "Sie meinten also Zapfsäule 3, 4, 5 oder 6?
Kunde nun endgültig genervt: "ALSO HÖREN SIE MAL, ICH TELEFONIERE HIER....
Nun geschieht etwas gar revolutionäres und ein der hinter dem telefonierenden Kunden stehende nächste Kunde tritt nach vorne: "Zapfsäule 3 - stimmt so".
Kunde: "Hier, ich muss mal kurz Schluss machen....ZAPFSÄULE 5!" und klatscht mir einen 50 Euro-Schein auf den Tresen, nimmt das Restgeld und verschwindet kommentarlos aus dem Shop...

Freitag, März 27, 2009

Abgeschleppt...

...wurde heute der Jaguar (!) einer EBS-Studentin, die offensichtlich derart besch...eiden bei uns in der Straße geparkt hatte, dass die Müllabführ heute morgen nicht durchkam und sich dann nach einem gut 10-minütigen Hupkonzert schließlich dazu genötigt sah, dass Ordnungsamt zu informieren, welches wiederum den Abschleppdienst anheuerte. Wie ein Passant berichtete, sei dies aber ein altbekanntes "Problem" im östlicheren Teil der Straße, da die Dame offensichtlich Probleme beim rückwärts einparken habe und daher schon des öfteren kreuz und quer auf der Fahrbahn gestanden hätte...Mensch, welch ein Klischee!!! :D

Mittwoch, März 25, 2009

Leitpfosten als Waffe

Der Untertaunus kann nachts offensichtlich schon ein gefährliches Pflaster sein - da lob ich mir doch meinen Rheingau..

Wiesbadener Kurier vom 17.03.2009Leitpfosten als Waffe
HOHENSTEIN (haw) - Die Angst vor wilden Tieren und anderen Gefahren trieben einen 19-jährigen Hohensteiner um, der sich am Wochenende früh morgens auf den Weg von einer privaten Feier in Langenseifen nach Hause machte - zu Fuß, denn er hatte bereits Alkohol getrunken. Gegen vier Uhr wurde eine Streife der Polizei Bad Schwalbach an der B 54 in Höhe der Abfahrt Born auf den jungen Mann aufmerksam, der auf dem unbefestigten Seitenstreifen lief. Bei näherem Hinsehen staunten die Beamten nicht schlecht, denn der Hohensteiner trug einen Leitpfosten unter dem Arm. "Um die Wildschweine in die Flucht zu schlagen!" beantwortete er prompt die Frage, wozu er den Leitpfosten brauche. Außerdem, teilte er den Polizisten mit, habe er den Pfosten kurz hinter dem Ortsausgang Langenseifen mitgenommen, damit er besser gesehen werde. Um den jungen Mann keinen weiteren Wagnissen auszusetzen, fuhr die Streife ihn kurzerhand nach Hause.
Den Leitpfosten lieferten die Beamten bei der Straßenmeisterei ab.

Dienstag, März 24, 2009

Nein zur Nordumgehung!

Der seit Eröffnung des Planfeststellungsbeschlusses wieder erwachte Protest gegen die geplante Nordumgehung fand heute einen weiteren Höhepunkt auf der mehr als nur gut besuchten 1,2 Informationsveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen, die Aufklärungsarbeit hinsichtlich der rechtlichen Möglichkeit von Einwendungen gegen das geplante Vorhaben im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens leisteten.

Montag, März 23, 2009

Helmut & Loki bedanken sich

Genau drei Monate nach unserem Glückwunschschreiben an Helmut Schmidt anlässlich dessen 90. Geburtstags trudelte heute unveroffter Dinge dieses Dankeschön-Schreiben in meinen Briefkasten...schöne Geste und schöner authentischer Text!

Sonntag, März 22, 2009

Ausrede

"Die einzigen Gegner, die nicht immer eine Ausrede auf Lager haben, wenn sie gegen mich verlieren, sind Computer." 

- Bobby Fischer (*1943), US-amerikanischer Schachspieler, Weltmeister 1972-1975 -

Samstag, März 21, 2009

Storys from the gasstation

Die erste echte Frühlingsschicht mit viel Sonne und städtischem Publikumsverkehr auf der B 42 und den Rheingauer Straßen habe ich heute ganz gut überstanden - noch hat die Sonne wohl nicht derart gestochen, dass sie die Sinne und Gemüter einzelner Kunden völlig vernebelt hat, so dass sie hier einer Erwähnung wert wären. Aber einen weiteren prominenten Namensvetter kann ich dafür seit heute zu meiner Kundschaft zählen: Karl Marx hat heute (ironischerweise) seinen Porsche mit V-Power vollgetankt und mit Kreditkarte bezahlt :-)

Freitag, März 20, 2009

Jahreshauptversammlung der Juso AG Lorch

Heute fand eine sehr erfolgreiche und arbeitsreiche Jahres-hauptversammlung der Juso-AG in unserem kleinen gallischen Dorfs in Lorch (absolute CDU-Herrschaft - aber eine Juso-AG gibt's!) statt.
 

PRESSEMITTEILUNG JUSO AG LORCH
Jahreshauptversammlung der Juso AG Lorch - Sophia Blogna im Amt bestätigt
Als Gäste konnten die JungsozialistInnen in diesem Jahr nicht nur eine Delegation von Vorstandsmitgliedern der Juso AG Hansenberg und Schlangenbad, sondern auch den Vorsitzenden des SPD Ortsvereins Eltvillle, Ralf Bachmann und den Vorsitzenden der Jusos im Unterbezirk, Carsten Sinß begrüßen. Beide betonten, wie wichtig es sei, gerade in Lorch über längeren Zeitraum eine Juso Arbeitsgemeinschaft zu etablieren. Sie hoben die beständige Arbeit der Lorcher Jusos heraus, die sie nicht nur in der politischen Arbeit vor Ort, sondern auch in Aktionen wie der Sanierung des JUZ Lorch Mitte zeigen.
Vor der Neuwahl des Vorstands erläuterte die Vorsitzende der AG Lorch, Sophia Blogna, die Rechenschaftsberichte aus dem letzten Jahr. Des Weiteren bedankte sie sich beim Gründungsmitglied Jan Frederik Hadwiger, der seit der Gründung im Vorstand in den Funktionen stellv. Vorsitzender und Beisitzer tätig war und aus beruflichen Gründen der AG Lorch nun nicht mehr zur Verfügung steht. Weiter habe sich Hadwiger um die Errichtung, Unterhaltung und Pflege der Homepage der Lorcher Jusos gekümmert, so Blogna abschließend. Nach der Entlastung des Vorstands wählten die Jusos einstimmig Sophia Blogna zur Vorsitzenden, die nun am Anfang ihrer zweiten Amtsperiode steht. Sebastian Busch wurde im Amt des Pressesprechers bestätigt. Busch, der kürzlich von den Jusos RTK zum Kandidaten für den Juso Unterbezirksvorsitz nominiert wurde, gilt somit als Nachfolger des langjährigen Kreisvorsitzenden Carsten Sinß. Den Vorstand wird in Zukunft Julian Busch als Beisitzer komplettieren. Weiterer Tagesordungspunkt waren zahlreiche Anträge der Jusos aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Die insgesamt 15 Anträge wurden alle Einstimmig zur Weiterleitung freigegeben. Themen der Anträge waren u.a.:

  • die gesetzliche Verpflichtung zur Kennzeichnung von Fleisch geschächteter Tiere
  • die Aufforderung an die SPD Kreistagsfraktion zur Prüfung, ob und unter welchen Bedingungen im Rahmen einer Kreistagssitzung eine Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Knochenmarkspenderdatei GmbH“ (DKMS) durchgeführt werden kann
  • die Ziele und Absichten der „ÖPP AG“ zur Durchsetzung und Verbreitung von PPP-Projekten kritisch in der Öffentlichkeit zu thematisieren
  • Bahnreform statt Bahnverkauf
  • Senkung des passiven Wahlrechts bei der Wahl zum Bürgermeister in Hessen durch Änderung der Hessischen Gemeindeordnung von 25 auf 18 Jahren.
  • Reaktivierung der Aartalbahn als vordringliches Ziel in der Strukturenentwicklung der Rheingau-Taunus-Kreises bei positiver Kosten-Nutzen-Untersuchung des RMV zur Aartalbahn
  • Klassengrössen an Schulen drastisch zu verkleinern. Eine Höchstgrösse von 25 Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen soll festgesetzt werden. Ebenfalls soll die Höchstklassenstärke bei Grundschulen auf 20 Schülerinnen und Schüler festgesetzt.
  • Anstellung von Sozialpädagogen an sämtlichen Schulen und Schulstufen in Hessen.
  • Die Absicherung von zwei von den Jusos zu benennenden Kandidaten auf der SPD-Kreistagsliste für die Kommunalwahl 2011.

Donnerstag, März 19, 2009

Ich kann Kanzler

Durch Zufall wurde ich vor geraumer Zeit auf eine geplante Sendung des ZDF mit dem Titel „Ich kann Kanzler“ aufmerksam gemacht und dem dezenten Hinweis, dass das doch genau das richtige für mich sei.

Auszug aus dem Internetauftritt der Sendung:

(...) Das ZDF sucht Talente, unverbrauchte Gesichter mit frischen Ideen. Junge Menschen, die gerne etwas politisch verändern wollen. Denn es ist an der Zeit, gegen Politikverdrossenheit vorzugehen. Die Sendung möchte Politik auch transparent machen. Was bedeutet es, für seine Überzeugungen zu werben und zu kämpfen, welche Anstrengungen auch physischer Art sind notwendig, um Mehrheiten zu gewinnen und andere für seine Ideen zu überzeugen? Wie viele Termine müssen besucht werden, wie viele Sitzungen abgehalten werden, wie viele Abstimmungen müssen passieren, damit aus einer guten Idee ein nachhaltiges Gesetz wird, dem eine Mehrheit demokratisch zustimmen kann? "Ich kann Kanzler" möchte zeigen, dass es sich lohnt, für seine politischen Ideale zu kämpfen und für seine Meinungen einzustehen. Ein Wettbewerb der Ideen und Visionen, die auf ihre Machbarkeit geprüft und bewertet werden und über die abgestimmt wird. Eine Chance für junge politische Talente, ihre Vorhaben zu präsentieren, im Wettstreit mit anderen Bewerbern für ihr Ziel zu kämpfen. "Ich kann Kanzler" möchte diese Talente entdecken, präsentieren und bewerten lassen, von einer fachkundigen, schlagfertigen Jury und einem interessierten Fernsehpublikum. Dabei ist die Sendung keine Castingshow für junge Polit-Stars, vielmehr sollen junge Leute mittels dieser Sendung im Superwahljahr 2009 für Politik interessiert und gewonnen werden, und zeigen, dass Politik auch Spaß machen kann.(...)

Nach einigem Zögern füllte ich das Bewerbungsformular schließlich mehr oder weniger vollständig aus und verdrängte den Vorgang dann auch unbewusst gleich wieder ohne die ernsthafte Ambition, irgendwann einmal im Fernsehen als Kanzlerkandidat zu landen - bis vergangene Woche das Telefon klingelte, die Produktionsfirma der Sendung am anderen Ende der Leitung war und mit mir ein ca. halbstündiges Interview zu meinem politischen Werdegang führte. Keine zwei Stunden später klingelte das Telefon erneut und ich hatte einen Termin mit einem Kamerateam, der nun heute Mittag stattfand. Dies bedeutete konkret ein gut einstündiges Interview vor laufender Kamera zu „Meiner Idee für Deutschland“, allgemein-politischen Themen sowie ein kleiner politischer Wissenstest. Dass ich es angesichts von ca. 2.000 Bewerbungen und sicherlich nicht qualitativ geringwertigerer Konkurrenz schon so weit gebracht habe, finde ich doch recht sympathisch. Und mal schauen, ob da vielleicht sogar noch was kommt... :D

Mittwoch, März 18, 2009

"The Wrestler"

"The Wrestler": Ein Film so bescheiden, so schlicht und doch so stark – vor allem durch das beachtliche Comeback von Mickey Rourke. In den 80ern war er einer der größten Stars Hollywoods, dann kam der fast schon filmreife Absturz. Alkohol, Egozentrik, Partys, Frauen, Drogen. Er wäre wohl höchstens als warnendes Beispiel für die Selbstzerstörungskräfte einer Hollywood-Karriere in Erinnerung geblieben. Doch heute ist Rourke der moralische Sieg bei der Oscar-Verleihung für die quasi auf ihn zugeschrieben Rolle des Wrestlers „The Ram“ Robinson gewiss. Es mag vielleicht nach einer ausgelutschten Plattitüde klingen, aber „The Wrestler“ ist nicht nur das Comeback von Randy " The Ram" Robinson, sondern auch jenes von Mickey Rourke.

Der titelgebende Wrestler Randy "The Ram" Robinson gehörte in den 80er Jahren zu den ganz Großen der Szene. Jetzt ist Randy um die 50 und eigentlich längst zu alt für den Ring. Trotzdem konnte er sich nie davon lösen und hat einfach immer weiter gemacht. Die Promi-Leiter der Szene runtergereicht, verdingt er sich inzwischen bei trostlosen Kleinstadt-Veranstaltungen, wo sich Amateure vor kaum mehr als einhundert Zuschauern ihre Showkämpfe liefern. Sein verwelkendes Image ist alles, womit Randy noch etwas verdienen kann, und so legt er sich weiterhin unters Solarium, lässt sich bei der koreanischen Friseurin um die Ecke die blonde Mähne nachfärben (und wenn es der Unterhaltung des Publikums dient sich auch mit Tacker und Stacheldraht im Ring auseinandersetzt)
. Solange, bis er nach einem Kampf zusammenbricht und die Ärzte ihm klar machen, dass sein Herz nicht mehr mitmacht. Noch ein Kampf, und es könnte sein letzter sein.

Das Flüstern längst vergangener Zeiten dominiert die ersten Bilder und Minuten in „The Wrestler“. Sie erzählen eine Geschichte von Ruhm, Ehre, Anerkennung und Triumphen. Sprachfetzen von aufgeheizten Kommentatoren und Zuschauern, große Titelstorys in überregionalen Zeitungen, beeindruckende Fotos mit Siegesposen – ein Leben in Bildern. Das diese Collage der Vergangenheit, mit bemerkenswerter Ruhe eingefangen, längst verkommen ist, ist vorm ersten Augenblick an nicht zu bezweifeln. Die Bürde eines verbrauchten Lebens wiegt schwer auf den breiten Schultern jenes abgehalfterten Wrestlers, von dem dieser Film erzählt. Der beeindruckende Charakter fesselt von der ersten Minute. Sein Gesicht, wie ein gewaltiger Krater, der Körper mit schmucklosen Tattoos und brutalen Narben versehrt. Die Welt hat ihm den Rücken gekehrt, so bleibt ihm nichts anderes übrig als das Selbige zu tun. Einzig bei seinen Auftritten strömt wieder Seele durch seine ausgelaugten Adern. Seine Familie ist das Wrestling, sind die Zuschauer, die ihn liebten und lieben. Es sind jene Momente des kurzen Rausches, der Bestätigung und Anerkennung durch sein Publikum, von denen Randy nicht lassen kann. Das er sich dabei nicht schont, seinen Körper bis zum Äußersten malträtiert und quält, beweist nicht zuletzt die Schlussszene mit einem Sprung von den obersten Ringseilen ins Ungewisse…
"The Wrestler" lässt sich viel Zeit damit, seine Geschichte zu entwickeln, fängt die Lebenssituation von Randy ausführlich ein, bevor er sie durch die ärztliche Diagnose vollkommen aus den Fugen bringt. Zwei Beziehungen sind dabei entscheidende Richtwerte: Randys zerrüttetes Verhältnis zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood), die von ihrem chronisch abwesenden Vater nur Enttäuschungen erlebt hat und nun mit berechtigtem Misstrauen auf sein Versprechen reagiert, ab jetzt alles besser machen zu wollen und nur in wenigen Szenen auftaucht, bei denen einem das Herz aber schier zerspringen möchte ob des sich abspielenden zwischenmenschlichen Dramas. Und nicht zuletzt die komplizierte Freundschaft zu der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Randy gehört zu ihren Stammkunden, weil er es genießt, sich während den Lap Dances ganz normal mit ihr unterhalten zu können. Die Chance auf ein gemeinsames Glück liegt also in der Luft und es gehört zu den großen Momenten dieses Films, wie Rourke und Tomei umeinander schleichen. Es ist die grandios verkörperte Tragik von zwei Figuren, von denen von Anfang an klar ist, dass sie sich gegenseitig erlösen könnten – es bleibt einzig die bange Frage, ob sie in der Lage sein werden, es auch zuzulassen.

Dass sich das Wrestling vor allem in den USA einer riesigen und anhaltenden Beliebtheit bei den Massen erfreut, ist bekannt. Eine Sportart, die zuvorderst eine große Show ist, bei der der Ausgang der Kämpfe im Vorfeld bereits festgelegt ist und gezielt Story-Lines entwickelt werden, um die Zielgruppe zu unterhalten. „The Wrestler“ zeigt die Kameradschaft unter den Kämpfern, die sich gegenseitig respektieren, wissen sie doch alle um die Qualen und Risiken, die sie bereitwillig auf sich nehmen, um den Fans eine große Show zu liefern. Und so ist die Kamera auch unerbittlich nah dran, wenn sich diese modernen Gladiatoren derart malträtieren, so dass sie nach dem Kampf von den Ärzten zusammengeflickt werden müssen. Nicht weniger eindrücklich der Blick des Films auf diejenigen alten Kämpfer, die ihr Wrestling-Leben bereits hinter sich gebracht haben und noch einen Schritt weiter sind als Randy selbst.
Die Kamera ist dabei stets auch ganz dicht dran an seinem gefallenen Helden und den Schmerzen eines alten Mannes, der sich nur noch mühsam in Form bringen kann, bis sein Körper ihm den Dienst versagt – ohne ihn jedoch vorzuführen. Niemals ist man versucht über diesen verbrauchten Wrestler zu lachen. Seine zaghaften und unbeholfenen Versuche, sein Leben in den Griff zu bekommen, sind voll emotionaler und anrührender Intensität. Letztendlich ist „The Wrestler“ eine bemerkenswerte Studie über einen Menschen, der seinen Weg zu Ende geht, so tragisch dieser auch sein mag. Ein meisterhaftes, tief in der Realität verwurzeltes Charakterkino. Wrestling ist kein Sport, es ist eine Zirkus-Show, bei der immer feststeht, wer am Ende gewinnen wird. Diese schöne Scheinwelt wird mit sachlicher Nüchternheit dekonstruiert. Und wie Mickey Rourke geradezu um sein Leben spielt in einer Welt, aus der er nach altem Rezept einer Tragödie nicht zu entkommen vermag, ist schlicht und ergreifend – und somit absolut großartig.


Original: The Wrestler

Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Robert Siegel

Cast: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Mark Margolis, u.a.

Spielzeit: 105 min.

Kinostart: 26.02.2009

Dienstag, März 17, 2009

Frag doch mal den Dieter

Durch Zufall wurde ich heute auf die Seite des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Dieter Wiefelspütz bei "abgeordnetenwatch.de" aufmerksam gemacht. "abgeordnetenwatch.de" ist eine überparteiliche und institutionell unabhängige Internetplattform, über die Bürgerinnen und Bürger Abgeordnete online befragen können. Fragen und Antworten sind ebenso wie das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten bei wichtigen Parlamentsentscheidungen öffentlich einsehbar.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Genosse Dieter hier stets mit mehr oder weniger hilfreichen Auskünften auszuhelfen weiß :-)


Kleine Kostproben:

Sehr geehrter Herr Bosbach
Wir müssen Schornsteinfeger ertragen und bezahlen und die Gastronomie lebt mit unangemeldeten Hygienekontrollen. Warum werden Gefährder wie Waffenbesitzer nicht unangemeldet kontrolliert und nach dem Verursacherprinzip mit den Kosten belastet?
mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrter Herr ,
ich bin nicht Bosbach und werde auch nie Bosbach sein. Außerdem halte ich nichts von Patentrezepten.
Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,
mich würde interessieren ob Sie bei der letzten Bundestagswahl Ihren Wahlkreis gewonnen haben oder ob Sie über die Liste Ihrer Partei in den Bundestag eingezogen sind.
Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrter Herr ,
die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl sind im Internet zu finden. Sie müssen mir nicht Fragen stellen, deren Antwort Sie selber finden können.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrte Frau ,
Ihre Forderungen werden nicht durchsetzbar sein.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr ,
mir gefällt der Ton Ihrer "Frage" nicht. Ich muß das nicht haben. Suchen Sie sich einen anderen Gesprächspartner.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr ,
nochmals und letztmals: nach meiner Überzeugung hat die deutsche Politik kompetent auf die Krise des Bankensystems reagiert. Sie haben natürlich immer schon alles vorausgesesehen.
Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens. Ich möchte arbeitsfähig bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB



Sehr geehrter Herr ,
wenn Sie eine Frage an die Bundesregierung haben, fragen Sie bitte die Bundesregierung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Hallo Herr Wiefelspütz,
Das Volk soll entscheiden!
Nicht Bundestag, Bundesregierung, Merkel, Steinbrück und Co. !
Wie sehen Sie das?

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrter Herr ,
Ihre Frage beantworte ich mit JAWOLL, JAWOLL, JAWOLL.
Eine herzliche Bitte noch : Wenden Sie sich bitte in Zukunft mit Ihren bemerkenswerten Fragen an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr ,
nochmals und letztmals: Ich möchte mit Ihnen nichts zu tun haben.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr ,
Sie haben völlig Recht. Ihre "Frage" stammt aus Absurdistan. Sie vergleichen den qualifiziertesten Rechtsstaat weltweit mit dem mörderischen Nazi-Regime. Ich möchte keinen Kontakt mit Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr ,
ich kenne mich beim Thema Verbraucherschutz im Internet nicht gut genug aus, um Ihnen angemessen anworten zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrte Frau ,
wenn Sie eine Frage an Frau Merkel, Herrn Steinbrück und andere haben, warum fragen Sie dann mich?
Die deutschen Politiker kümmern sich in der gegenwärtigen Krise um das Wohl des Volkes und machen das nach meiner Meinung ziemlich gut.
Selbstverständlich kann ich mich irren. Das Volk kann sich auch irren. Oder?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrte Frau,
wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens. Das würde ich auch tun, wenn ich in einer vergleichbaren Lage wäre.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr,
in der gegenwärtigen ökonomischen Lage hilft nur Verstand und Vernunft, nicht Hysterie. Bundesregierung und Koalition handeln verantwortlich und verantwortbar.
Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz


Sehr geehrte Frau,
Sie sollten Ihr Geld besser nicht von der Bank holen. Ich tue das auch nicht. Wenn alle Menschen ihr Geld von der Bank holen, haben wir exakt die Probleme, vor denen Sie Angst haben.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr,
Sie würden, schreiben Sie, "Herrn F. Steinmeier des Hochverrats anzeigen". Warum soll ich mich mit solchem Blödsinn auseinandersetzen? Ersparen Sie mir weitere "Fragen"!
Mit gerade noch freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrte Frau Köberle,
es fehlt Ihnen an Respekt. Suchen Sie sich einen anderen Gesprächspartner.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr,
ich habe keine Zeit für Endlosdebatten. Begreifen Sie endlich, daß ich im Parlament nach meinen Überzeugungen, und nur nach meinen Überzeugungen entscheide. Ich empfehle Ihnen, einmal täglich Artikel 38 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes zu lesen. Immer wieder! Das hilft, wenngleich ich bei Ihnen nicht sicher bin.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,
was ist ein
INTERREGNUMSAUSWEIS ?
Wofür ist dieser dienlich?
MfG,

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrte Frau,
es gibt keinen Interregnumsausweis.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


Sehr geehrter Herr,
Menschen wie Sie tragen mit ihren Fragen dazu bei, daß mein nächstes Buch noch nicht fertig ist. Es gibt aber bereits sechs Bücher von mir. Vorderhand empfehle ich die Lektüre dieser Bücher. Ich rate Ihnen, jeden Tag mit der Lektüre von einigen Sätzen "Wiefelspütz" zu beginnen. Das berührt Ihre Seele, erweitert Ihren Horizont, erwärmt Ihr Herz. Sonntags könnten Sie Ihre Familie, Ihren Vater eingeschlossen, zusammenrufen, und aus meinen Büchern eine ganze Seite vorlesen.
Schließlich: Sie können gerne gegen die Online-Durchsuchung sein. Ich bin dafür. Sie werden es aushalten müssen, daß ich anderer Meinung bin als Sie.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB

Quelle: abgeordnetenwatch.de

Montag, März 16, 2009

Vom Donaldismus eingeholt

Gude Carsten,
Hartmut Holzapfel hat sich bei mir wegen einem Blog von mir aus 2006 gemeldet. Da ging es damals um den Donaldismus und ein von dir verfasstes - sehr unterhaltsames - Protokoll zu einer Veranstaltung mit ihm... . Hattest du mir davon bloß erzählt oder da damals tatsächlich eine Mail o.ä.?! Wenn ja, hast du das noch und könnest es mit weiterleiten?
Liebe Grüsse,

Nach Erhalt dieser e-mail (die zudem beweist, wie klein die Welt in Zeiten des Internets ist) und kurzem Studium meines Juso-Archivs stieß ich tatsächlich auf besagtes (unangemessen sachliches) Protokoll einer wie ich finde genialen Veranstaltung der SPD Taunusstein im Rahmen des Kommunalwahlkampfs 2006, auf der der hessische Kultusminister a.D. und bekennende Donaldist Hartmut Holzapfel zum Thema "Donaldismus" referierte :-).


Protokollauszüge:

Thema: „Donaldismus – Von der Menschwerdung einer Ente“
Referent: Hartmut Holzapfel, MdL, Kultusminister Hessen a.D.
Gremium: SPD Taunusstein
Datum: 9. März 2006
Uhrzeit: 19.30 – 20.45 Uhr
Ort: Bürgerhaus Taunus, „Alter Saal“, Taunusstein-Hahn
  • Gegenbewegung aus den 68’ern gegen elitäres Forschungs- und Universitätswesen
  • Die Figuren (Enten) durchlaufen eine Entwicklung, erfahren allerdings keine Lebensalterung
  • Figuren (und Handlungen) so beliebt, weil menschliche Züge
  • Menschen, die Tiere sind
Donald:
  • Trottel, arbeitsfaul
  • Fehleinschätzung des eigenen Leistungsvermögens - niemals aufgeben, immer neu probieren (und scheitern)
Die Figuren leben in einer Menschenwelt:
  • Das Kapital (Dagobert) kontrolliert die Politik und Justiz
  • Viele interne Familienstreitigkeiten – letztendlich hält die Familie aber immer zusammen
  • Erzieher (Donald) ungebildet und tollpatschig, Neffen (Tick, Trick und Track) gebildet und klug
  • In Entenhausen herrscht Bürokratie (und behindert das Kapital)
Sonderbar:
  • Keinerlei Sexualität in Entenhausen
  • „Genitalbereich“ generell unbedeckt, außer in Badeklamotten
  • Andere Tiere können nicht sprechen
  • Tiere jagen Tiere, Menschen jagen aber keine Tiere
  • Schlecht gelaunte Figuren fletschen Zähne, gut gelaunte Figuren besitzen gar keine
  • Donald wandelt sämtliche Charaktereigenschaften in der Rolle als „Phantomias“ (Held)

Donaldismus:

Als Donaldismus bezeichnet man die hagiographische Beschäftigung mit der Familie Duck und der Welt von Entenhausen.
Während sich der gewöhnliche Disney-Fan einfach an den Geschichten rund um Donald Duck und die anderen Bewohner von Entenhausen erfreut und möglicherweise sogar systematisch sammelt, widmet sich der Donaldist mit größerer Ernsthaftigkeit seinem Gegenstand. Er kennt nicht nur alle Geschichten, sondern beurteilt diese nach der Qualität der Zeichner und Texter. Am beliebtesten sind natürlich die Geschichten, die von dem amerikanischen Zeichner Carl Barks persönlich stammen und von der Kunsthistorikerin Dr. Erika Fuchs sorgfältig und kongenial ins Deutsche übertragen wurden.
Die wahren Enthusiasten lassen es jedoch nicht mit üblicher Verehrung bewenden: Sie nehmen die Comic-Geschichten zum Anlass für die Erörterung natur- und geisteswissenschaftlicher Grundsatzfragen: So gibt es Forschungsprojekte und wissenschaftliche Aufsätze zu so zentralen Fragestellungen wie der "Donaldistischen Utopie" oder dem "Klima in Entenhausen". Selbst die Sexualität und die Rechtsstrukturen im „Entenhausener Mikrokosmos“ werden dabei ausgeleuchtet Den Wissenschaftlern geht es dabei um nicht weniger als die „Erforschung der Familie Duck und des Entenhausener Universums in jeglicher nur denkbaren Hinsicht“. Puristen (auch als Barksisten bezeichnet) beziehen dabei natürlich nur die Geschichten von Barks in ihre Forschung ein.
In Deutschland ist es Donaldisten gelungen, das Feuilleton der ehrwürdigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu unterwandern. Seitdem erscheinen dort regelmäßig und etwas unvermittelt Donald-Duck-Zitate in schöngeistigem Zusammenhang – vornehmlich als Titelzeilen und Bildunterschriften. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel rühmt sich etwas ironisch damit, den FAZ-Feuilletonchef Patrick Bahners und den FAZ-Redakteur Andreas Platthaus als Donaldisten „enttarnt“ zu haben. Dies war aber eigentlich nie ein Geheimnis, da beide bekennende D.O.N.A.L.D.-Mitglieder sind und auch auf Donaldisten-Kongressen auftreten. Besagte Kongresse finden jährlich an wechselnden Veranstaltungsorten statt und sind der Höhepunkt des donaldistischen Gemeinwesens. Dort werden nicht nur wissenschaftliche Vorträge gehalten, sondern auch der Präsident der D.O.N.A.L.D. gewählt und ungezählte Orden und Auszeichnungen an verdiente Mitglieder verteilt. Beim Kongress 2005 in Aachen wurde erstmals der „MacMoneysac-Preis“ verliehen. Preisträger ist Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Dieser Preis geht an Menschen, die "ihre wirtschaftlichen Interessen frei von den Fesseln moralischer Bedenken" durchsetzen und "den Entenhausener Wirtschaftslenkern in nichts nachstehen."
Der Donaldist
(Abkürzung: DD) ist eine von Hans von Storch 1976 als „Der Hamburger Donaldist“ gegründete nichtkommerzielle Zeitschrift, die sich der Erforschung des Entenhausener Universums, besonders der Donald-Duck-Geschichten nach Carl Barks und den Texten von Erika Fuchs, verschrieben hat. Herausgegeben wird Der Donaldist heute von der D.O.N.A.L.D. Der DD ist gleichzeitig das Zentralorgan dieser Organisation.
Inhalte des DD sind aktuelle Forschungsthemen aus dem Bereich des Donaldismus, Spaßartikel wie z. B. mit Duck-Panels bebilderte Liedertexte, aber auch ganz normale Berichte aus dem Vereinsleben der D.O.N.A.L.D. Der DD erscheint nach Möglichkeit und Artikelmenge ca. 3 bis 4 mal im Jahr.
Zusätzlich zum „Der Donaldist“ erscheinen unregelmäßig Sonderhefte zu bestimmten Themen, beispielsweise über einzelne Zeichner. Ebenfalls in dieser Reihe erscheinen seit 1986 jährliche Kalender der D.O.N.A.L.D.
Quelle: www.donald.org

Samstag, März 14, 2009

Nein zur Nordumgehung!

Nachdem das Planfeststellungsverfahren anlässlich des geplanten Bau's einer Nordumgehung bzw. Entlastungsstraße durch die Oestricher Gemarkung nun seit ein paar Tagen eröffnet ist, formieren sich nunmehr auch langsam die Parteien und Interessenverbände wie u.a. die IG Doosberg oder die neugegründete IG Lenchen, die seit ein paar Tagen in der Oestricher Weinbergsgemarkung auf die Folgen dieses Eingriffs in die Natur aufmerksam 1,2 macht.

Freitag, März 13, 2009

Donnerstag, März 12, 2009

"Sitzung" mit Lerneffekt

Und wenn es mal wieder längere "Sitzungen" abzuhalten gilt, muss auch der Lerneffekt nicht zu kurz kommen...

Dienstag, März 10, 2009

Geizhälse

"Geizhälse: Unangenehme Zeitgenossen, aber angenehme Vorfahren."

- Victor De Kowa (1904-1973), deutscher Schauspieler -

Montag, März 09, 2009

Aus den Gremien

Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 9.3.2009

Tagesordnung

1) Nachwahl einer Schriftführerin für die Stadtverordnetenversammlung

Frau Nadja Riedel wurde einstimmig gewählt.

Bericht und Anfragen

2) Bericht des Magistrats


3
) Beantwortung von Anfragen
Mit zwei Anfragen der SPD-Fraktion zum Thema "Mittelheimer Weinprobierstand" und
"Konzeptentwicklung zur Belebung der Haupt- und Rheingaustraße" Vorlagen aus früheren Sitzungen

4
) Konzept zur Bebauung des Brustmanngeländes Obere Schwemmbach 48, Winkel , von Hochtief Construction AG / smp
Mit Mehrheit von CDU und FDP beschlossen, da ein Änderungsantrag der SPD-Fraktion, der bei der Planung die Berücksichtigung von Einkaufsmöglichkeiten forderte, die im Norden Oestrich-Winkels faktisch nicht vorhanden sind, abgelehnt wurde.

Neue Anträge von Fraktionen

5
) Antrag der Fraktionen CDU u. FDP betr. Mittelbereitstellung aus dem Konjunkturprogramm
Einstimmige Überweisung an den Haupt- und Finanzausschuss.


6
) Antrag der Fraktionen CDU und FDP betr. Gemeindesaal in Hallgarten
Mit großer Mehrheit angenommen, auch wenn CDU und FDP eine Beratung in den Auschüssen und dem Ortsbeirat vor Beschlussfassung ablehnten.


7
) Antrag SPD-Fraktion betr. Geschäftsordnung
Mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt, die natürlich auch weiterhin eine oppositionsunfreundliche Geschäftsordnung hinsichtlich Redezeiten beibehalten wollen und heute quasi das Ende der Demokratie an die Wand malten, sollte die Geschäftsordnung dahingehend geändert werden, wie es die SPD-Fraktion beantragt hatte.


8
) Antrag Fraktion B90/Grüne betr. Einrichtung einer Krippengruppe im Zachäus- Kindergarten Mittelheim
Einstimmige Überweisung an den Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur.
Und schön mitzuerleben, wie die CDU ihre Redebeiträge wieder mal derart durchplant, dass in der vorgeschriebenen Rede einer Stadtverordneten sogar der Redebeitrag des vorherigen CDU-Redners mitsamt Inhal Erwähnung findet :-) "Wie heißt ein Sprichwort doch so schön: "Wer klar denken kann, kann auch klar ( " frei" ) sprechen"?!

9
) Antrag Fraktion B90/Grüne betr. Veröffentlichung Planfeststellungsunterlagen Entlastungsstraße im Internet
Mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt. Obwohl die Unterlagen bereits digital vorliegen, sollen dem Bürger natürlich keine Vereinfachungen
gemacht werden, die eine höhere Beteiligung am Planfeststellungsverfahren bedeuten könnten- aus Sicht von CDU und FDP ja auch nur opportun, wenn man sich für die Nordumgehung in Oestrich-Winkel ausspricht. Dann sollte man es aber bitte auch so benennen und nicht vermeintliche Hackerangriffe als Ausweichgründe aufführen, zumal sogar das Regierungspräsidium grünes Licht für die Veröffentlichung von Planfeststellungsunterlagen im Internet gegeben hat...

10
) Antrag Fraktion B90/Grüne betr. Anmeldefrist Waldgruppe Kindergarten Purzelbaum
Einstimmige Überweisung an den Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur.


11
) Antrag SPD-Fraktion betr. Sonderinvestitionsprogramm (Bund und Land)
Einstimmige Überweisung an den Haupt- und Finanzausschuss.


Neue Vorlagen des Magistrats


12
) Hessisches Sonderinvestitionsprogramm "Schul- und Hochschulbau" und Konjunkturpaket II des Bundes
Einstimmige Überweisung an den Haupt- und Finanzausschuss.


13
) Feststellung der Eröffnungsbilanz und des Anhangs zum 01.01.2005
Einstimmige Überweisung an den Haupt- und Finanzausschuss.


14
) Änderung des Wirtschaftsplanes 2009 Stadtwerke hinsichtlich der Höhe des neu aufzunehmenden Darlehens
Notwendig, weil der Wirtschaftsplan nicht den gesetzlichen Regelungen der Hessischen Ggemeindeordnung, nach der Darlehen nur in der Höhe geplanter Investitionen aufgenommen werden dürfen,
entsprach und die Kommunalaufsicht dies entsprechend gerügt hatte.

15
) Zusammenlegung der Steuerämter und Stadtkassen der Städte Eltville, Geisenheim und Oestrich-Winkel sowie Zusammenlegung der Kämmereien der Städte Eltville und Oestrich- Winkel
Einstimmige Überweisung an den Haupt- und Finanzausschuss.


16
) Änderung der Straßenreinigungssatzung
Einstimmig angenommen.


17
) Änderung der Verwaltungskostensatzung
Einstimmig angenommen.

18
) Ausübung Vorkaufsrecht Gebäude Am Würzgarten 12 in Hallgarten
Einstimmig angenommen.

19
) Grundstücksverkauf Heinrich-Heine-Str. 12
Einstimmig angenommen.

20
) Nachwahl von Stellvertretern in die Betriebskommission Stadtwerke
Frau Christel Hoffmann (SPD) und Herr Markus Berg (CDU) wurden einstimmig gewählt.


21
) Nachwahl von Sachkundigen Einwohnern
Herr Werner Alt (CDU) als ordentliches und Frau Gertrude Zielke-Neblett (FDP) als Stellvertreterin wurden einstimmig gewählt.


22) Fünfter Abschlag der RTV-Umlage für das Jahr 2008
Einstimmig angenommen.

Sonntag, März 08, 2009

Frank-Walter Steinmeier unterstützen!

Frank-Walter Steinmeier unterstützen!

Wenn man sich registriert und den Link der Bestätigungsmail aktiviert hat, sieht man ein Video von Frank-Walter Steinmeier, wie er sich für das Engagement bedankt und "DEINE" Unterstützerurkunde persönlich signiert - und eine Minute später ist dann eine Mail mit eben dieser Unterstützungsurkunde im Posteingang..netter Gimmick.

Samstag, März 07, 2009

Storys from the gasstation

Das hat man mich im Rheingau (WEINgau) so auch noch nicht gefragt:

"Entschuldigung, führen Sie in ihrem Sortiment auch ein lokales Bier?"

Donnerstag, März 05, 2009

Mierscheid-Absage

Nachdem ich jüngst erst auf das Fake eines SPD-Bundestagsabgeordneten Jakob Maria Mierscheid und seine vermeintlich weltbewegenden Arbeiten auf dem Gebiet der Wahlprognostik aufmerksam wurde (u.a. belegen diese Studien, dass sich das Wahlergebnis der SPD an der Rohstoffproduktion des jeweiligen Wahljahres orientiere), machte ich am Montag dieser Woche doch einfach mal Nägel mit Köpfen im Juso-Bezirksvorstand und ließ eine Veranstaltung zu diesem Thema beschließen (siehe unten), u.a. mit dem Co-Referenten Manfred Güllner vom Meinungsforschungsinstitut forsa (der übrigens ebenfalls angefragt wurde und dessen Antwort ich noch mit Spannung erwarte). Leider hat mir Jakob Maria Mierscheid heute eine Absage erteilt... :-)


Antragsteller: Carsten Sinß
„Verlässliche Wahlprognosen – das Mierscheid-Gesetz“
Die Jusos Hessen-Süd führen eine Veranstaltung zum Thema „Verlässliche Wahlprognosen – das Mierscheid-Gesetz“ durch:
Datum:

  • März/April
Einladerkreis:
  • Jusos Hessen-Süd
Ort:
  • SPD-Parteihaus Frankfurt, Fischerfeldstraße 7-11, 60311 Frankfurt am Main
Referenten:
  • Jakob Maria Mierscheid, MdB (SPD)
  • Manfred Güllner (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen – forsa)

Dienstag, März 03, 2009

Statusmeldung Klausurenphase

Aktuelle Themen der Wirtschaftspolitik:
Über 800 Seiten Gutachten des Sachverständigenrates auf knapp 100 Seiten zusammengefasst, darüber hinaus nochmal ca. 300 Folien reingepaukt....und dann soll man Details über das Rettungspaket der Briten wissen *argh*

Sonntag, März 01, 2009

Der Hansenberg ist nun endgültig politisiert

Mit der Gründung einer Jungen Union Hansenberg ist gut drei Monate nach Gründung einer Juso-AG Hansenberg die Internatsschule Schloss Hansenberg nun vollends politisiert (und nicht nur sozialisiert ^^). Aber das die Jusos die ersten waren, wie auch die JU zurecht konstatiert, wird aus den Chroniken der "Roland-Koch-Schule" nicht mehr gelöscht werden können.


JU-AG auf dem Hansenberg gegründet
Die Junge Union ist nun auch auf dem Oberstufen-Gymnasium „Schloss Hansenberg“ vertreten.
Auf Betreiben einiger Schüler und mit Hilfe der Jungen Union Rüdesheim-Geisenheim wurde auf der Internatsschule die JU-AG Hansenberg gegründet. Die Gründung wurde in einem feierlichen Akt mit vielen Gästen in den Räumen der Schule vollzogen. Als Ehrengäste waren unter anderem Schulleiter Wolfgang Herbst und der neue rheingauer Landtagsabgeordnete Peter Seyffardt (CDU) gekommen. Herbst betonte in einer kurzen Ansprache, dass er es gerne sehe, wenn sich seine Schüler politisch engagieren. Dies zeuge davon, dass man bereit sei, Verantwortung zu übernehmen und sich konstruktiv und sachlich auseinanderzusetzen – eine Fähigkeit, die man den Schülern am Hansenberg ohnehin stets vermittle. „Dabei ist es zweitrangig, für welche Partei sie sich entscheiden. Wichtig ist zunächst, dass man sich überhaupt am Prozess der politischen Meinungsbildung beteiligt“, so Herbst. Auch Seyffardt lobte das Engagement der Schüler und forderte sie auf, unvoreingenommen an die Sache zu gehen und eine eigene politische Kultur zu entwickeln: „Politik macht nur Sinn, wenn man bereit ist, sich gegenseitig zuzuhören. Sie sind allesamt junge Menschen und pflegen hier im Internat einen engen privaten Kontakt. Nutzen Sie das als gutes Fundament für einen fairen Umgang – auch dort, wo man in der Sache mal nicht gleicher Meinung ist“, wünschte sich Seyffardt. Er machte keinen Hehl daraus, dass ihm „der Löffel aus der Hand gefallen“ sei, als er von der Gründung einer Juso-AG auf dem Hansenberg gehört habe. Diese Aussage griff Christopher Holschier auf, der als stellvertretender JU-Kreisvorsitzender ebenfalls seine Freude über die Gründung an der Internatsschule zum Ausdruck brachte: „Dem JU-Kreisvorstand war es natürlich ein Dorn im Auge, dass die Jusos hier schneller waren als wir. Aber nun hat die Junge Union nachgezogen und eine große Koalition in der Hansenberg-Schülerschaft ist möglich.“ Während der Gründungsversammlung waren viele interessierte Schülerinnen und Schüler anwesend. So ließen es sich die Mitglieder der angesprochenen Juso-AG auch nicht nehmen, die Aktivitäten der CDU-Nachwuchsorganisation zu begutachten. Die Anwesenheit der Jusos war aber nicht von Rivalität, sondern von Interesse geprägt und man nahm erfreut die vielen Angebote zum offenen Dialog an. Mit Vollzug der Gründung überreichte der Vorsitzende der JU Rüdesheim-Geisenheim, Maximilian Sauer, ein Geschenk an den Vorstand der JU-AG Hansenberg. Es war ein kleines Apfelbäumchen, das der neu gewählte Vorsitzenden der JU-AG, Moritz Noll, und seine Stellvertreterin, Franziska Mathee, von Sauer entgegennahmen. „Dieses Bäumchen solltet ihr gut pflegen, so dass es sinnbildlich für die JU am Hansenberg steht. Wenn ihr etwas Zeit und Mühe investiert, wird bald ein stattlicher Baum daraus werden, der gesunde Früchte trägt“, gab Sauer dem neuen Vorstand mit auf den Weg. Schulleiter Herbst sicherte sogleich zu dass er sich um einen Platz auf dem Schul-Campus kümmern werde. Noll und Mathee versprachen in ihrer Antrittsrede, die Flagge der JU an ihrer Schule hoch zu halten und schnell ihre Mitschüler zu einer Sitzung einzuladen. Sie freuten sich auf die neue Herausforderung, auf die inhaltlichen Diskussionen und nicht zuletzt auf die Möglichkeit, viele nette Kontakte innerhalb der JU zu knüpfen.

Quelle: Homepage der Jungen Union Rüdesheim/Geisenheim