Samstag, Oktober 31, 2009

Storys from the gasstation

"Trick or Treat" ist ja an sich schon ein schöner Brauch, der da vor geraumer Zeit von Übersee zu uns hinübergeschwappt ist. Aber wenn man schon von Haus zu Haus zieht und "Süßes oder Saures" proklamiert, sollte man auch nicht nur süßes, sondern zuweilen vielleicht auch mal flüssiges einfordern. Denn sonst kann es vorkommen, dass sechs durstige kleine Kiddies in Halloween-Kostümierung in die Tankstelle einfallen und mangels Geld dem Kassierer eine volle Tüte Süßigkeiten überlassen, nur um im Gegenzug eine Capri-Sonne zu erhalten :D

Freitag, Oktober 30, 2009

Und da sagt Peer zu Wolfgang:

(...) Bei der Amtsübergabe, so erzählt Steinbrück an diesem Nachmittag im Festsaal des Finanzministeriums, hinterlässt der scheidende Minister dem neuen einen Zettel. Auf dem steht: "Für den Krisenfall finden Sie im Tresor drei Zettel." Schon bald muss sich der Minister den ersten Zettel greifen und liest: "Schiebe alles auf deinen Vorgänger." In der zweiten Krise bekommt er den schriftlichen Rat: "Schiebe alles auf die Konjunktur und die schwachen Steuereinnahmen." Beim dritten Mal liest der Minister: "Schreibe drei Zettel."
Die mehr als 1000 Mitarbeiter im Saal lachen herzlich und klatschen lang. (...)

Quelle: Financial Times Deutschland, 30.10.09

Donnerstag, Oktober 29, 2009

SWR1 und die Fleischwurst

Bei der allmorgendlichen Autofahrt an die Universität heute auf SWR1 aufgeschnappt:

Moderator (zu einem Telefongast): "Heißt es 'der' oder 'die' Fleischwurst?"
Telefongast (mit verwundert klingender Stimme): "Ääähhh...'die'?!?"
Moderator: "Richtig! Herr XY weiß das so genau, denn er ist Metzger und somit Experte für Fleischwurst! Und nun erraten sie mal den Interpreten des folgenden Songs (Song wird abgespielt).
Telefongast: "hmmm...Elton John?"
Moderator: "Nein, aber gar nicht so verkehrt - nur noch etwas fleischiger."
Telefongast (mit Geistesblitz in der Stimme): "Achsooo: MEAT LOAF!!!"

Mittwoch, Oktober 28, 2009

Parken ohne Fahrschein

Zu jedem Semesterstart das gleiche Schauspiel: Hoch motivierte StudentInnen, die auf den Campus strömen voller Wissbegiehr - und als Fortbewegungsmittel mitunter auch ein Automobil verwenden so wie ich. Da die Anzahl der vorhandenen Parkplätze allerdings im Gegensatz zur steigenden Anzahl der Studierenden Semester um Semester konstant bleibt, erlebt man zu Semesterbeginn (im grunde genommen nur in der ersten Woche, ab dann legt sich der Ansturm wieder) regelmäßig das Phänomen, dass sich auf den öffentlichen Parkplätzen auch fernab der begrenzt zur Verfügung stehenden Parkflächen "Parkplätze" gesucht werden, etwa am Wegerand oder auf einer Grünfläche. Und auch wenn hierdurch der Verkehrsfluss noch nicht behindert wird, ist das Mainzer Ordnungsamt hier zum Semesterbeginn (anders als im restlichen Semester) stets präsent und gnadenlos beim "Knollenverteilen". Aber als kleiner Tipp an dieser Stelle sei erwähnt (aus eigener Erfahrung): Wenn schon eine Ordnungswidrigkeit begehen, dann bitteschön am Wegrand und NICHT auf einer Grünfläche - letzteres trägt nämlich mit einer höheren Summe zur Sanierung des defizitären Mainzer Haushalts bei. ;-)

Dienstag, Oktober 27, 2009

Die FDP...

Über die Jungs und Mädels kann man nicht nur den Kopf schütteln, sondern zuweilen auch einfach mal herzlich lachen :-)
Frage: Wie viele FDP'ler braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?
Antwort: Keinen! Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Steuern gesenkt werden, wird der Markt dafür sorgen, dass sich die Lampe von selbst wechselt.


Oder Detlef Kleinert (FDP) bei seiner legendären alkoholisierten Rede im Deutschen Bundestag:
"(...) Aber im Hinblick darauf, daß die Aufnahmefähigkeit eines Teils der Mitglieder des Hauses offenbar nachhaltig eingeschränkt ist (...)."



Oder Heinrich Heidel (FDP): "Hessens Milchbauern brauchen eine Chance!"

Montag, Oktober 26, 2009

Die Geschichte eines Radios, oder: Kurzschluss und Anschluss in vier Akten

Akt 1:
Nachdem das neue Auto nun sowohl von Seiten der öffentlichen Hand wie auch von handwerklicher Seite aus fahrbereit ist, gilt es nun das alte Radio mit fremder Hilfe (Dank an den Genossen Busch) einbauen zu lassen. Dies gestaltet sich dann allerdings schwieriger als zunächst angenommen, da die zur Entfernung des alten Opel-Radios erforderlichen Klammern zunächst nicht passen und eindeutig zu dünne Schrauben deren Weg versperren. Nach Entfernung der Schrauben wird das Unterfangen auch nicht unbedingt dadurch erleichtert, dass der Rahmen des Opel-Radios derart befestigt ist, dass schleißlich eine gut 20 Kilometer lange Fahrt von Wiesbaden an die hauseigene Tankstelle notwendig wird mangels fehlendem Spezialwerkzeug. Aber am Ende sind zumindest
das Opel-Radio und der dazugehörige Rahmen sauber entfernt.

Akt 2:
Das Kabel bzw. Stecker von Radio und Auto immer direkt passen, ist eher die Seltenheit - also erlebt man auch heute keine Ausnahme. Mit ein wenig Geschick und Bastelarbeit, dem ein oder anderen umgesteckten Kabel und viel Geduld und "Fuddelei" sitzt das neue Radio aber schließlich in der Verankerung und es laufen nach geraumer Zeit auch Lautstärker, CD-Player & Co.. Einzig die Radiowelle funktioniert noch nicht, da ein Adapterteil zum Radiostecker fehlt. Dieser Radiostecker wird im übrigen noch im gleich folgenden 3. Akt an Bedeutung gewinnen. An dieser Stelle sei zunächst nur erwähnt, dass wir vom ansässigen KFZ-Mechaniker einen neuen (!) uns angebotenen Radiostecker ablehnen mit der Begründung, dass dieser ja bereits in unserem Besitz sei und der fehlende Adapter nun im Media-Markt erworben werde. Also, gesagt und getan, geht es bei einem Literpreis Superbenzin von über 1,30 Euro 20 Kilometer zurück in die Landeshaupstadt zum Media Markt.

Akt 3:
Den passenden Adapter gefunden, erworben und am Radio angebracht, gilt es nun eigentlich nur noch Radio und Radiostecker anzuschließen und nach Betätigung der Zündung den Audio-Klängen zu lauschen...
Und was beschert uns die Pointe im 3. Akt für ein Ende? Einen Kurzschluss beim Anbringen des Radiosteckers (weil porös...hätten wir doch nur den uns angebotenen Radiostecker angenommen und verwendet... *räusper*) und ein durchgeschmortes Radio (diesen Dampf und Geruch vergisst man so schnell nicht...).

Akt 4:
Fünf Tage später und 80 Euro ärmer habe ich nun endlich ein komplett neues, aber funktionsfähiges Autoradio :-)

Die letzte Fahrt

Heute war es schließlich soweit. Nachdem mir am 2. Oktober auf der A66 auf Höhe Schiersteiner Kreuz der Motor meines Ford Fi(r)esta(r) 1,2 um die Ohren geflogen ist und ich ihn am Freitag zum Schrotthändler habe abschleppen lassen (mit mulmigen Gefühl in der Magengegend, mit gut 80 km/h über die Bundesstraße gezogen zu werden, ohne eine Eingriffsmöglichkeit zu haben...), wurde heute dann auch formal die Abmeldung besiegelt.

Mach's gut, "Sinßmobil"... :-(

Sonntag, Oktober 25, 2009

Juso-Landeskonferenz

Heute kamen die hessischen Jusos in Gießen-Kleinlinden zusammen, um nach einem Grußwort vom SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel 1,2 zum einen neuen Juso-Landesvorstand zu wählen, aber zum anderen auch nach einem Referat vom Bezirksvorsitzenden der SPD Hessen-Nord, Manfred Schaub 1,2, die Bundestagswahl kritisch und die 2011 anstehende Kommunalwahl perspektivisch zu betrachten. Vor allem in letztere Debatte hatte auch ich mich aktiv mit Redebeiträgen und Anträgen eingebracht. Dem Juso-Landesvorstand wird zukünftig aus dem Rheingau-Taunus-Kreis als stellvertretende Landesvorsitzende Svenja Feth angehören.

Samstag, Oktober 24, 2009

FSV Mainz 05 vs. SC Freiburg

Bittere Pille, dieses 0:3 meiner Freiburger in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt... :-/ Angefangen hatte heute aber alles bei meinem Stadionbesuch am Mainzer Bruchweg mit dem Aufwärmen 1,2,3 und dem anschließenden Einlaufen der beiden Mannschaften, sehr zur Freude der anwesenden und die Stimmung gut "einheizenden" Fans 1,2,3,4. Dabei durfte natürlich auch der ehemalige Arbeitgeber nicht fehlen mitsamt Zeppelineinlage.

Storys from the gasstation

Anschließend ging es dann noch an die Tankstelle, wo mich die Technik diesmal zeitweise völlig im Stich ließ und ich seit knapp drei Montane nun also das erste Mal wieder per Hand kassieren durfte. Und beruhigend zu wissen, dass Kopfrechnen noch immer klappt und schätzungsweise doppelt so schnell geht wie das automatische Kassensystem :-)

Freitag, Oktober 23, 2009

Telekom

Heute schreibe auch ich endlich mal über die Deutsche Telekom. Jeder, der bloggt und etwas auf sich hält, muss eigentlich mindestens einmal abfällig über die Deutsche Telekom, die Deutsche Bahn oder die deutschen Handwerker geschrieben haben. Und ich schreibe nun also über die Deutsche Telekom.
Heute hatte ich ein Problem mit meinem Internetzugang, denn trotz funktionsfähigem Internet hatte ich keinen Wlan-Zugang. Deshalb rief ich bei der Kunden-Hotline der Telekom an. Eine Computerstimme bat mich, mein Anliegen zu nennen und vermittelte mich weiter, nach einer halben Minute meldete sich ein Mann in souveränem hochdeutsch. Ich schilderte ihm mein Problem - und er leitete mich abermals weiter zur "Endgeräte-Hotline". Dann flog ich zunächst mal aus der Leitung. Also wiederholte ich den Vorgang und hatte nun auch in der Endgeräte-Hotline einen hochdeutsch sprechenden jungen Mann am anderen Ende der Leitung. Und fünf Minuten später funktionierte mein Wlan wieder, was sich einfach nur über Nacht mal selbstädig ausgeschaltet hatte (?!?) und sich daher per simplen Knopfdruck auch wieder leicht beheben ließ (!!!).
Somit bin ich an dieser Stelle als Kunde eigentlich mehr oder weniger zufrieden und positiv überrascht - als Blogger aber verärgert, denn wo bleibt der Spannungsbogen, wo die Pointe der Geschichte?!

Also muss ich die Geschichte etwas anders erzählen und zwar so: Neulich hatte ich ein Problem mit meinem Internetzugang. Trotz funktionsfähigem Internet hatte ich keinen Wlan-Zugang.
Deshalb rief ich bei der sogenannten Kunden-Hotline der Telekom an. Nach mehrstündiger Wartezeit meldete sich eine Computerstimme und bat mich, mein Anliegen zu nennen. Ich nannte also das Anliegen. Die Computerstimme sagte „Bitte wiederholen Sie die Eingabe!. Also wiederholte ich die Eingabe. „Ich konnte Sie leider nicht verstehen, bitte wiederholen Sie die Eingabe.“
Nach acht (!) weiteren Versuchen wurde ich endlich durchgestellt. Es meldete sich ein Mann in einem schwer verständlichen süddeutschen Dialekt, der außerdem gerade viel Essbares in seinem Mund hatte. Er war sehr unfreundlich. „Ja, Moment noch, ich muss noch kurz Kaffee nachschütten, wird man ja wohl noch machen dürfen.“
Nach drei weiteren Minuten durfte ich endlich mein Problem schildern. Er sagte: „Also da muss ich Sie durchstellen. Da sind Sie hier falsch. Sicher haben Sie undeutlich gesprochen. Dass die Leute aber auch immer so undeutlich sprechen müssen.“ Ich wünschte ihm ebenfalls einen schönen Tag, dann leitete er mich weiter...nein halt,er warf mich aus der Leitung!
Ich rief also erneut bei der Telekom an. Diesmal wurde ich bereits nach dem sechsten Versuch durchgestellt. Ich schilderte mein Problem. „Oh, bei mir sind sie zwar prinzipiell richtig, aber ich muss sogleich in die Mittagspause, ich stell' Sie mal zu einem Kollegen durch. Kleinen Moment bitte."
Nach zwölf weiteren Durchstellungen wurde ich endlich zum richtigen Anschluss durchgestellt. Der Mensch verspricht mir, das Problem sei in fünf Minuten zu beheben...und heute schreibe ich von einem fremden Rechner, weil ich noch immer keinen W-Lan-Zugang habe!


Fiktion und Wahrheit - oft liegen sie gar nicht sooo weit auseinander...

Donnerstag, Oktober 22, 2009

Abgelaufen

Im Moment frage ich mich einfach nur, ob die Kuchenglasur, die ich heute im Küchenschrank gefunden habe und deren Haltbarkeitsdatum bereits zum Dezember 1997 (!) abgelaufen ist, im Jahr 2002 im alten Domizil in Hattenheim fein säuberlich eingepackt und in den Umzugskartons verstaut wurde, um sie in Oestrich wieder ebenso fein säuberlich auszupacken und für weitere sieben Jahre bis zum heutigen Tag im Küchenschrank schlummern zu lassen... :D

Montag, Oktober 19, 2009

Kompetenznetzwerk Internationales

Heute stand im DGB-Haus in Frankfurt die von mir co-moderierte Gründungsveranstaltung des Kompetenznetzwerk Internationales der südhessischen Jusos an, dem auch zahlreiche Jusos gefolgt waren, um gemeinsam mit dem ehemaligen Juso-Bundesvorsitzenden und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Niels Annen, über sozialdemokratische Außenpolitik zu diskutieren. Das Kompetenznetzwerk, welches jedem interessierten Juso-Mitglied offen steht, soll sich zukünftig u.a. um Themen wie internationale Austauschprogramme, Entwicklungs-/Eine-Welt-Politik, internationale Staatssysteme im Vergleich, Bundeswehreinsätze im Ausland, Europapolitik und vieles mehr - diese Liste ließe sich noch lange fortführen - kümmern.

Sonntag, Oktober 18, 2009

Die Wacht am Rhein

Bei himmelblauem Sonnenschein ging es heute nach Rüdesheim und mit der Seilbahn (stets gefolgt vom aufmerksamen Schatten unter Beachtung jeglicher Sicherheitsvorkehrungen) in Richtung Niederwalddenkmal, um dort bei traumhafter Aussicht 1,2,3,4 die 1877 von "Seine(r) Majestät, der Kaiser und Koenig Wilhelm" errichteten "Germania" 1,2 zu begutachten. Das Denkmal erinnert an die „siegreiche Erhebung des Deutschen Volkes gegen Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 und die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches“. Sie bildet förmlich selbst die "Wacht am Rhein". Der entsprechende Lieedtext  befindet sich auf einer großen Schrifttafel auf der Schauseite (Südseite) des Sockels des Niederwalddenkmals.

Anm.: Das selbst das Bundesland Hessen bei seinen Informationsstelen auf wikipedia zurückgreift... :-)


Die Wacht am Rhein

1.
Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?

Refrain

Lieb Vaterland magst ruhig sein,
lieb Vaterland magst ruhig sein:
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!

2.
Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
und aller Augen blitzen hell;
der Deutsche, bieder, fromm und stark,
beschützt die heil'ge Landesmark.

Refrain

3.
Er blickt hinauf in Himmelsau'n,
da Heldenväter niederschau'n,
und schwört mit stolzer Kampfeslust:
Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!

Refrain

4.
Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
noch eine Faust den Degen zieht,
und noch ein Arm die Büchse spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!

Refrain

5.
Der Schwur erschallt, die Woge rinnt
die Fahnen flattern hoch im Wind:
Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein
wir alle wollen Hüter sein.

Refrain

Samstag, Oktober 17, 2009

Storys from the gasstation

Nichts erwähnenswertes von der Schicht gibt es zu berichten, aber bitter war die Erkenntnis, dass ich nach Feierabend geistesgegenwärtig erst einmal mit dem Zündschlüssel in der Hand zu meinem Ford Fi(r)esta(r) gewandert bin, in dessen Nähe ich meinem neuen Corsa geparkt hatte... :-/

Freitag, Oktober 16, 2009

Young Socialists of Russia

Mit einer 5-köpfigen Delagtion südhessischer Juso-Bezirksvorstandsmitglieder (und einem kurzfristig aufgetriebenen, russisch sprechenden  Kumpel meinerseits als Quasi-Deolmetscher ^^) haben wir uns heute mit Dmitry Gudkov getroffen. Dmitry ist Vorsitzender der "Young Socialists of Russia", der Jugendorganisation von "Gerechtes Russland", eine an die Sozialdemokratie angelegte und von niemand geringerem als Michail Gorbatschow gegründeten Partei. Der durch die Friedrich-Ebert-Stiftung vermittelte Dialog beinhaltete u.a. Informationen über die jeweiligen politischen Systeme und demokratischen Ausgestaltungsformen mitsamt Stärken/Schwächen, Aufnahmeanforderungen zu "IUSY" und evtl. mögliche Kooperationen und Austauschprogramme zwischen Russland und Deutschland in naher Zukunft. Alles in allem ein mehr als interessantes Gespräch, was auch einmal über den Tellerrand der üblichen Juso-Arbeit blicken ließ und verdeutlichte, wie sehr sich doch von Land zu Land und Kultur zu Kultur Problemlagen massiv unterscheiden. Für den Check-In im Hilton (!) hat es für unsere russischen Freunde aber trotzdem gereicht ;-)

Donnerstag, Oktober 15, 2009

Gewerkschaft

"Die Gewerkschaften sind das Stärkste, was die Schwächsten haben."

- Michael Sommer anlässlich 60 Jahren Deutscher Gewerkschaftsbund -

Mittwoch, Oktober 14, 2009

Fiesta -> Corsa

Das ist er, der Neue! Und Genosse Busch hat auch gleich mal (wieder) für den Wiedererkennungswert gesorgt :D




Fahrzeugdaten:

  • Typ: Opel Corsa B
  • Farbe: Rot
  • Kilometer: 156.000
  • Hubraum cm3: 1195
  • Erstzulassung: 10/96
  • Nennleistung: 33 kW
  • Nenndrehzahl: 4.600

Dienstag, Oktober 13, 2009

Checks & Balances

"Ich hätte gerne ein Regierungssystem, in dem die, die etwas tun wollen, an der Macht sind - und die, die gerne reden, die Opposition bilden."

- Edward Heath (1916-2005), britisch konservativer Politiker, Premierminister 1970-1974 -

Montag, Oktober 12, 2009

Die SPD soll Volkspartei mit Machtanspruch bleiben!

Heute beschlossener Antrag im Bezirksvorstand der südhessischen Jusos, an dem ich maßgeblich als Autor mitgewirkt habe:

Beschluss:
Um unseren Wählerinnen und Wählern wieder realistische und glaubwürdige Machtoptionen zu eröffnen, darf die SPD vor der Wahl keine negativen Koalitionsaussagen mit derzeit im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien treffen. Die SPD soll Koalitionsszenarien in Zukunft – auf alle Ebenen – danach bewerten, inwieweit sie damit sozialdemokratische Inhalte in Regierungshandeln umwandeln kann.
Neben der inhaltlichen Schnittmenge hat dabei die politische Verlässlichkeit eine entscheidende Rolle bei einer Zusammenarbeit mit anderen Parteien einzunehmen. Wir streben daher auch Koalitionen vor einer losen Zusammenarbeit, an.
Sozialdemokratische Politik nach unserem Verständnis, festgeschrieben im Hamburger Grundsatzprogramm, bedeutet sich einzusetzen für:

  • eine friedliche und gerechte Welt,
  • ein soziales und demokratisches Europa,
  • ein Land, das seiner Verantwortung in Europa und der Welt gerecht wird,
  • eine solidarische Bürgergesellschaft und einen demokratischen Staat,
  • eine soziale Marktwirtschaft, in der der Mensch im Mittelpunkt steht,
  • die Gleichstellung der Geschlechter,
  • einen nachhaltigen Fortschritt und ein qualitatives Wachstum,
  • Gute Arbeit für alle,
  • einen vorsorgenden Sozialstaat,
  • bessere Bildung, eine kinderfreundliche Gesellschaft und starke Familien
  • den Umstieg auf erneuerbare Energien und den Ausstieg aus der Atomkraft
Die Sozialdemokratie hat damit das Ziel die gesellschaftliche Mehrheit in unserem Land anzusprechen.
  1. Wir als SPD sind die linke Volkspartei und gleichzeitig der Brückenkopf für eine Zusammenarbeit mit sämtlichen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Jegliche Option zu bewahren bzw. zu ermöglichen bedeutet damit auch mehr Möglichkeiten für die Umsetzung sozialdemokratischen Handelns. Dabei stehen wir perspektivisch für Regierungsverantwortung und nicht den vermeintlich leichteren Weg, den die Oppositionsbank suggeriert.
  2. Koalitionen sind keine Liebesheiraten. Gerade deshalb halten wir es für notwendig, auch entsprechende Ausstiegsszenarien und „rote Linien“ zu beziffern. Nur wenn von vorne herein klar ist, dass wir eine Zusammenarbeit nicht aus purem Machtwillen heraus tätigen, sondern aus sozialdemokratischer Überzeugung zu Gunsten unseres Landes heraus, behält unsere Partei den wichtigen Anspruch der Glaubwürdigkeit. Dafür müssen wir jedoch gleichzeitig darauf achten zu keiner Zeit unsere Prinzipien hinter kurzfristigem Opportunismus zurückzustellen.
  3. Nicht nur aber besonders in Wahlkampfzeiten besinnen wir uns auf unsere eigene Stärke und suchen die Antworten für die Menschen, die uns wählen sollen. Wir betreiben SPD-Wahlkämpfe und machen vor wie auch nach der Wahl kein Flügeldenken auf.
Begründung:
Obwohl eine Partei links der Sozialdemokratie in vielen europäischen Ländern eine Normalität darstellt, bedeutet diese im Falle der SPD sowohl eine Auseinandersetzung über die eigene Identität und politische Zielgruppen wie auch eine perspektivische Betrachtung möglicher Koalitions- und damit Regierungsmöglichkeiten.
Ein 5-Parteien-System lässt 3-Parteien-Koalitionen wahrscheinlicher und damit auch neue Bündnisse jenseits von rot-grün und schwarz-gelb möglich und notwendig werden. Die SPD muss daher möglichst schnell und eindeutig ihr zukünftiges Verhältnis zur Partei „Die Linke“ klären, will sie langfristig nicht an den Wahlverliererzusammenschluss „Große Koalition“ gebunden sein. Westausdehnung und genereller Zuwachs der „Linken“ schaden der SPD kurz- wie langfristig, solange sie wie CDU/CSU, FDP und Grüne nicht nur eine Konkurrenzpartei darstellt, sondern insbesondere als Fluchtort zahlreicher inhaltlich enttäuschter SPD-Mitglieder fungiert. Auch wenn es langfristig das Ziel der SPD sein muss, an die Linkspartei verloren gegangene Wählerstimmen zurückzuerobern, stellt sich zwangsläufig die Frage, welche Perspektiven „Links-Koalitionen“ oder „Mitte-Links-Koalitionen“ in Deutschland haben.

Daher braucht unsere SPD dringend eine neue Machtperspektive! Und was heute noch unmöglich erscheint, muss künftig nicht so bleiben. Die Beispiele aus anderen Ländern belegen die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit solcher Koalitionen oder Kooperationen aus Parteien des linken Spektrums. Die Sozialdemokratie gewänne hierbei erweiterte Optionen, was ihre Position gegenüber dem bürgerlich-konservativen Lager stärken würde und sie hierzulande aus der neuen Situation letztlich politischen Nutzen ziehen könnte. So dürfte z.B. die Bereitschaft der FDP zu einer Ampelkoalition größer und die Durchsetzung sozialdemokratischer Inhalte in einem solchen Bündnis wahrscheinlicher sein, wenn davon auszugehen wäre, dass SPD und Grüne im Falle einer Ablehnung durch die Liberalen durchaus auch ein rot-rot-grünes Bündnis anstreben könnten.

Die SPD schließt zurzeit aber eine Koalition mit der Linkspartei definitiv aus. Für die Bundestagswahl 2009 war eine solche Koalition tatsächlich unwahrscheinlich – nicht nur aus inhaltlichen und historischen, sondern leider auch aus personellen Gründen. Natürlich wäre dies aber mittel- bis langfristig eine Alternative zur Großen Koalition oder zu Schwarz-Gelb, die den gesellschaftlichen Entwicklungen und neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts Einhalt gebieten könnte. Daher braucht unsere SPD dringend eine neue Machtperspektive!
Betrachtet man nun die bisher geführte Diskussion über „Die Linke“ in Partei und Öffentlichkeit, dann ist diese in weiten Teilen von Misstrauen, Unsicherheit und Widersprüchlichkeit geprägt, was wir als Ergebnis einer nur halbherzigen Auseinandersetzung mit dem Thema interpretieren. Wir wissen, dass die Debatte über „Die Linke“ auf mehreren Ebenen geführt werden muss. Konkret heißt das zu fragen, in wie weit aus historischen, personellen und inhaltlichen Gründen eine Zusammenarbeit möglich erscheint und wie diese aussehen kann.
Die Linkspartei tritt auf Bundesebene primär durch kaum zu finanzierbaren und in seinen Folgen unabsehbaren Populismus in Erscheinung. Auch der scheinbar vorhandene „Hass“ vieler führender Repräsentanten der „Linken“ auf unsere SPD, allen voran repräsentiert durch den ehemaligen SPD-Vorsitzenden Lafontaine, lässt momentan noch an dem Regierungswillen der Linkspartei zweifeln.
In wie weit diese neue Partei einen dauerhaften Platz links der Sozialdemokratie wirklich einzunehmen vermag, wird maßgeblich vom Handeln der hiesigen Sozialdemokratie selbst abhängen. Die Tatsache, dass „Die Linke“ ohne eigenständige positiv formulierte Konzepte, sondern vielmehr durch populistische Anti-Forderungen zahlreiche Wahlerfolge einfahren konnte wie jüngst bei der Bundestagswahl, zeigt ihre Abhängigkeit vom Verhalten der anderen Parteien und dabei insbesondere der SPD. Immer noch auf ein „natürliches“ Scheitern des Projekts und den Zerfall der neuen Linkspartei zu hoffen oder allein auf ihre Domestizierung zu setzen, würde nur vergangene Fehler wiederholen, die letztlich zur Entstehung und bisherigen Etablierung der „Linken“ geführt haben.
Daher sind mit aller gebotenen Offenheit, Transparenz und Sorgfalt die Ursachen zur Gründung und den Erfolg einer Partei links der Sozialdemokratie zu erörtern und kritisch aufzuarbeiten. Dies muss auch eine kritische Aufarbeitung der programmatischen Veränderungen unserer Partei in den letzten zehn und insbesondere letzten fünf Jahren umfassen, was allerdings gleichzusetzen ist mit einer Generaldebatte, nicht aber einer pauschalen Generalrevision!
Eine wählbare linke Reformkoalition im Bund setzte jedoch zum einen voraus, dass die Linkspartei auch auf Bundesebene regierungs- und koalitionsfähig wird und zum anderen, dass die SPD sich auf die veränderte Situation einstellt und zugleich ihre Markenzeichen als Partei sozialer Gerechtigkeit neu justiert. Denn einzig hiervon und nicht von der Position einzelner Parteien im politischen Spektrum wird die gesellschaftliche Akzeptanz sozialdemokratisch geführter Regierungen abhängen. Für den politischen Wettbewerb und für die demokratische Zukunftsgestaltung des Landes könnte das nur von Vorteil sein.
Im aktuellen Richtungsstreit in der SPD geht es daher schlicht um die Alternative: eigenständiger Machtanspruch oder Juniorpartner in der Großen Koalition, Sieg oder „Platz“, um mit dem neuen Fraktionsvorsitzenden und ehemaligen Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier zu sprechen.
Eine verantwortungsethische Zukunftsalternative für die SPD bedeutet daher nach unserem Dafürhalten, konkrete Koalitionsentscheidungen zukünftig erst nach einer Wahl, basierend auf den arithmetisch möglichen Koalitionen am Wahlabend einerseits, auf Grundlage inhaltlicher Schnittmengen und politischer Verlässlichkeit andererseits zu treffen. Dabei gilt für uns nicht zuletzt aufgrund der teils enttäuschenden Erfahrungen der letzten Jahre: Koalitionen sind keine Liebesheiraten, sondern stets nur Zweckbündnisse auf Zeit!
Die SPD wird nicht umhin kommen, ein klares Zeichen für die Einheit der politischen Linken in Deutschland zu setzen – ohne sich dabei ausschließlich auf diese Option zu versteifen. Zweifel an der rechtsstaatlichen Gesinnung, ein fehlendes klares Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft und eine verantwortungslose Haltung zur Rolle Deutschlands in Europa und der Welt dürfen bei einem Partner der SPD jedoch nicht bestehen. In diesem Sinne muss die SPD der Linkspartei einen Weg zu einer Zusammenarbeit und schließlich zu dieser Einheit aufzeigen.
Unsere Sozialdemokratische Partei hat in ihrer nun über 145-jährigen Geschichte stets bewiesen, sich mit Mut und Verantwortung den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Wir glauben, dass die SPD selbstbewusst genug ist, um sich auch in einem 5-Parteien-System behaupten zu können.

Samstag, Oktober 10, 2009

Storys from the gasstation

Zum ersten mal nach zehn Jahren Tankstelle stand ich heute nicht alleine, sondern zu zweit hinter der Kasse. Naja, geteiltes Leid... :-)

Freitag, Oktober 09, 2009

Die Bahn kommt...

...und zwar überpünktlich! Zunächst auf die falsche Fährte lockende Durchsage des Lokführers heute bei der Ankunft am Wiesbadener Hauptbahnhof: "Aufgrund von Rangierarbeiten am Wiesbadener Hauptbahnhof und nun erfolgreich abgeschlossenen Gleisarbeiten erreichen wir das Fahrtziel Wiesbaden Hauptbahnhof...2 Minuten zu früh." :O

Donnerstag, Oktober 08, 2009

Liebeserklärung an die Hauptstadt

Besser kann man es doch kaum in Worte fassen, oder...?

Big in Berlin

Von Merle Hilbk, Berlin

Berlin heißt unwirtliche Winter und grauestes Grau, Berlin heißt aber auch rauschhafte Sommerabende und wilde Stadtstrände. Deutschlands Hauptstadt kann zu einer lebenslangen Liebesgeschichte werden - mit Hochs und Tiefs, auf jeden Fall nie emotionslos.
Berlin ist die einzige deutsche Stadt, die hält, was ihr Stadtmarketing verspricht: eine Hauptstadt der Gefühle zu sein. Der - was das Stadtmarketing verschwiegen hat - heftigen, schnell wechselnden. Ein Ort für Manisch-Depressive. Eine Weltmetropole der Gefühlsschwankungen.
Denn Berlin - das ist einerseits ein ewiger Winter, das grauste Grau, eine Melancholie, die sich schwer und kratzig wie eine Wolldecke auf die Seele legt.
Wer einmal am Neujahrsmorgen mit der S-Bahn von Schönefeld übers Ostkreuz bis zum Ku'damm gefahren ist, weiß, dass diese Stadt genauso abweisend wirken kann wie (noch) ärmere, kältere, östlichere Metropolen; genauso unwirtlich wie Minsk, Astana oder Ulan-Bator im November, Dezember, Januar. Die Leute laufen mit hochgezogenem Kunstpelzkragen durch die Straßen, schweigen oder schimpfen, und tragen dabei eine Gesichtsfarbe zur Schau, die an den schmutzigen Schnee zu Beginn der Tauperiode erinnert.
Winter - das ist die Zeit, in der das politische Herz auf Hochtouren pocht; in der Bundespräsidenten Ruckreden halten und die soziale Kälte im Land beklagen, in der Reformen ersonnen und Kanzlerkandidaten gesichtet, Minister gestürzt und Skandale ans Licht befördert werden.
Denn das ist auch die Zeit, in der die Berliner ihren Flat-Screen-Fernseher nutzen, freiwillig Polit-Talkshows über sich ergehen lassen und manchmal sogar ein bisschen Mitleid mit Anne Wills Studiogästen zeigen. Die Zeit, die ihnen schonungslos vor Augen führt, wie viele - aufgrund der Kältezulage - still gelegte Baustellen ihre Stadt besitzt, wie unharmonisch, unfertig, ja, zerrissen sie sein kann. Eine Zeit, in der nur die düstersten Gefühlszustände zwischen den Brandmauern und Hinterhöfen Platz zu haben scheinen: Stagnation, Resignation, Depression.
Entsprechend düster ist auch das Vokabular der in ihr mindestens zeitweise hausenden Berufspolitiker. Vor Flauten warnen sie dann, mit sorgenvollen Mienen und hängenden Mundwinkeln, vor fatalen Fehlentscheidungen und natürlich vor dem Abschwung. Die Berliner schauen dann aus dem Fenster auf das unrenovierte Haus gegenüber, nicken bekümmert und öffnen mit einem Plopp die nächste Molle.

Wenn Berlin anfängt zu leuchten

Und dann reißt eines Morgens der Himmel auf, die Knospen an den Bäumen schwellen auf Taubenei-Größe, und dann ergießt sich eine Woge Grün über die Straßen von Ost und West.
Die Kneipenwirte im Bötzow-Viertel zerren ihre aufs Allermalerischte abgeblätterten Provence-Caféhaus-Stühlchen ans Tageslicht, aus den Fenstern am Helmholtzplatz kloingt und pulst bis Mitternacht Minimal Techno, und die Frauen von Friedrichshain wagen sich in täglich kürzer werdenden Röcken auf die Oberbaumbrücke.
Das sind die Momente, in denen Berlin leuchtet. In der die Brachen, die Baustellen, die kaum kaschierten Kontraste zum Lebendigkeitsbeweis werden, zum hoffnungsschwangeren Verweis auf eine helle, viel versprechende Zukunft. Zum Puls einer Stadt, die im Sommer zum unheilbaren Hypertoniker wird.
In denen sich die Stadt in eine Filmkulisse verwandelt, deren Licht an den Abenden so klar ist, als habe jemand den Himmel mit Ariel oder Spee gereinigt. Wenn der Sonnenball Stück für Stück in die Spree eintaucht, hocken sie zu Hunderten, zu Tausenden auf den Brücken, am Rande der Fahrbahn und auf den Schienenschwellen, mit nackten, gebräunten Füßen in neonfarbenen Flip-Flops: Die Mitglieder der internationalen Backpacker-, Praktikanten- und Künstler- Hautevolee, die geistesabwesend an einem Becks Gold oder Mochito to Go nippen und in Dutzenden von Sprachen flirten. Mit ihrem Nachbarn und vor allem aber mit der Stadt.
Ende Mai füllen sich dann endlich auch die wilden Stadtstrände hinter dem Ostbahnhof mit auf Feierabendentgleisung hoffenden Ministerialdirigenten, und der lärmende Politikbetrieb Berlins mutiert zu einem leisen, höchstens noch unterbewusst wahrgenommenen Hintergrundrauschen.

"Die Welt ist voller Zeichen"

Sommer in Berlin. Das heißt: Der viel zitierte Schlaf der Vernunft gebiert keine Ungeheuer mehr. Sondern ein Gefühl von Freiheit, das die Berliner in einen Rausch versetzt. Ein Rausch, der sie, die im Winter wie Amöben durch den riesigen Stadtkörper schwimmen, nun wie die Herrscher eines Imperiums durch seine sonnenhellen Kulissen wandeln lässt.
Ein duales Gefühl, das Marx vor über hundert Jahren "fortwährend mit seinem Gegenteil schwanger gehend" beschrieben hat. Die Popband "Die Sterne" haben es so zusammenfasst: "Wir steigen irgendwo aus, und wissen nicht mehr, wo wir sind./ Die Welt ist voller Zeichen, doch für die meisten sind wir blind. / Wir kommen durcheinander mit verschiednen Signalen/ wenn uns was zu krass wird, wolln' wir das nicht haben."
Das klingt nach friedlicher Selbstvergessenheit und Weltoffenheit zugleich; nach dem durchaus erbaulichen Ergebnis eines Modellversuchs, der in den Leitmedien-Feuilletons technokratisch-abstrakt "Berliner Republik" genannt wird.
In Kreuzberg hätte man diesen Dualismus in den sechziger, siebziger Jahren wohl "Das richtige Leben im falschen" genannt. Doch seitdem eine Generation von Soziologen die Deutungshoheit in Form von C4-Lehrstühlen erobert hat - Gesellschaftsanalysten, die den theoretischen Beweis führen wollten, dass dieser Satz lediglich auf einen Systemwiderspruch hindeute, einen unvertretbaren noch dazu - haben sich die Begrifflichkeiten geändert. Die Sache freilich ist dieselbe geblieben.
Die Sache, das heißt in Berlin: die Suche nach der friedlichen kleinen Nische, in die man den Weltgeist ab und zu ein wenig hinein wehen lassen kann. Eine sehr alte, sehr deutsche Suchbewegung, die in der Romantik ihren Ausgang nahm, in den Gedichten von Novalis und dem romantischen Schlüsselsatz von Joseph von Eichendorff: "Schläft ein Lied in allen Dingen, / die da träumen fort und fort, / und die Welt hebt an zu singen, / triffst du nur das Zauberwort."
Dieses Zauberwort heißt nicht einfach "bitte," wie es auswärtige Höflichkeitsmissionare den Berlinern fortwährend weiszumachen versuchen. Sondern - schlicht und einprägsam - "Sommer". Ein heißer, gleißend heller Sommer, der diese Stadt zum Leuchten bringt wie keine andere in diesem Land.
Berlin, das kann - Vorsicht! - schnell zu einer lebenslangen Liebesgeschichte werden. Die wie jede echte Liebesgeschichte natürlich auch ihre Tiefs haben wird. Wie gesagt: Der Winter. Die Baustellen. Die sorgenvollen Politiker und schlecht gelaunten Amöbenwesen. Eines aber wird diese Geschichte freilich niemals werden: emotionslos.
Denn wie heißt es noch gleich am Schluss des "Sterne"- Liedes? "Wir sind viele, und wir sind zu zweit./ Wir sind big in Berlin tonight."

Quelle: Spiegel Online

Mittwoch, Oktober 07, 2009

Klarer Durchblick mit der SPD

Mehr Durchblick. Mehr Leidenschaft. Mehr SPD. Ein Muss für jeden sozialdemokratischen Brillenträger: die exklusive SPD Brille mit dem revolutionärem Switch-it Wechselsystem. (...) Für den Wahlkampf, fürs Business, für jeden Style!

Quelle: www.spd-brille.de

;-)

Dienstag, Oktober 06, 2009

Für die Fantasie...

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Montag, Oktober 05, 2009

Aus den Gremien

Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 05.10.2009
Tagesordnung
Bericht und Anfragen

1) Bericht des Magistrats

2) Beantwortung von Anfragen

Mit vier Anfragen der SPD-Fraktion, davon auch zwei von mir zu den Themen „Versicherungsschutz für Freiwillige Feuerwehren“ und „Rückzug der Vorlage Bebauung Probeck’scher Hof“ sowie zu den Themen "Wohnmobilstellplätze" und "Unerlaubter Kontakt zwischen Verwaltung und Mandatsträgern"


Vorlagen aus früheren Sitzungen


3) Antrag CDU-Fraktion betr. Konsolidierung öffentlicher Haushalte

Auch diesen (Muster-)Antrag hatte die CDU-Fraktion bereits in der vergangenen Sitzung eingebracht, dann aber mangels Mehrheit wieder zurückgezogen. Nun, wo die Reihen wieder geschlossen waren, legitimierten CDU und FDP mit ihrer Zustimmung letzten Endes, dass die hessischen CDU-/FDP-Landesregierung den Kommunen über 400 Millionen Euro entziehen darf aus dem kommunalen Finanzausgleich,wovon freilich auch Oestrich-Winkel negativ betroffen sein wird. Ein weitaus sinnvolleren Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen (siehe Tagesordnungspunkt 7) wurde freilich abgelehnt.


4) Antrag SPD-Fraktion betr. Sanierung Bahnunterführungen

Nachdem vor allem die CDU-Fraktion in der vergangenen Sitzung noch die Auffassung vertrat, dass die städtischen Bahnunterführungen weitestgehend in Ordnung seien, kam man nach Verweisung in den Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur nun wohl doch einstimmig zu der Erkenntnis, dass dem nicht so sei und man bestimmte Sofortmaßnahmen wie Grünschnitt, Geländerreparatur und ähnliches ergreifen müsse. Zudem soll versucht werden, Organisationen/Gruppen/Personen zu finden, die sich an der Gestaltung der Unterführungen beteiligen. Unter einem „Konzept“ wie im Ursprungsantrag gefordert stelle ich mir zwar etwas anderes vor, aber warten wir nun erst einmal ab, was dabei herauskommt.


5) Winkel, Fl. 23, Fl.St. 58, Antrag v. smp bzgl. Schaffung v. Baurecht, §34er Satzung+FNPÄnderung

Wie schon bei Tagesordnungspunkt 3 wurde auch diese Vorlage in der vergangenen Sitzung, diesmal vom Bürgermeister, mangels Mehrheit zurückgezogen, nun aber mit der Mehrheit von CDU und FDP beschlossen. Folge ist, dass ein sensibles, freistehendes Gelände, welches derzeit noch den Blick vom Stadtgebiet auf die Rheinfront ermöglicht, von der Firma „smp“, die auch schon eine Reihe anderer Aufträge von der Stadt Oestrich-Winkel erteilt bekommen hat, bebaut werden darf. Ein Frevel für die städtebauliche Planung Oestrich-Winkels,zumal dieses Gelände erst heruntergewirtschaftet wurde, umdamit nun eine Bebauung zur "Verschönerung des Landschaftsbildes" zu begründen…


6) Einrichtung U-3 Plätze / Außerplanmäßige Ausgaben

Einstimmig angenommen.


Neue Anträge von Fraktionen


7) Antrag Fraktion B90/Grüne betr. Kommunaler Finanzausgleich

siehe Tagesordnungspunkt 3


8) Antrag SPD-Fraktion betr. "Stolpersteine"

Einstimmig überwiesen an den Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur. Ich freue mich über diese erste genommene Hürde meines Antrags und hoffe, dass ich irgendwann einmal persönlich bei der ersten Setzung eines „Stolpersteins“ in Oestrich-Winkel werde anwesend sein können.

9) Antrag SPD-Fraktion betr. Bewegungsparcours für Senioren
Einstimmig überwiesen an den Ausschuss Jugend, Sport, Soziales und Kultur.


Neue Vorlagen des Magistrats


10) Änderung der Geschäftsordnung des Integrationsbeirates
Vom Magistrat zurückgezogen
11) Regionalplan Südhessen/Reg. FNP f. d. Ballungsgebiet Frankfurt/Rhein-Main, erneute Anhörung
Einstimmig überwiesen an den Ausschuss Umwelt, Planen und Bauen.

Samstag, Oktober 03, 2009

Die Einheit

Zwanzig Jahre ist es nun her, als Menschen vollendeten, wofür sie teilweise jahrelang überwiegend friedlich gekämpft hatten: Freiheit. Ich war damals fünf und verstand sicher noch nicht, was möglich ist, wenn Menschen etwas wirklich wollen, wie gusseisern Angstfassaden der Macht in sich zusammenbrechen, wo ausreichend Menschen an den Punkt gelangen, an dem sie keine Kompromisse der Furcht mehr zu schließen willens noch fähig sind. Es ist wichtig, solche Augenblicke erleben zu dürfen, vielleicht sogar der bisher größte in der noch jungen deutschen Geschichte!
Impressionen:



Storys from the gasstation

Und das deutlichste Indiz dafür, dass die Weinlese so langsam begonnen hat: Mehr als fünfzehn verkaufte Wodka-Flaschen - überwiegend erworben von Mitbürgern osteuropäischer Herkunft :-O

Freitag, Oktober 02, 2009

Motorschaden

Das war es dann sehr wahrscheinlich gewesen. Nach mehr als guten 200.000 km hat mein guter alter Ford Fiesta heute auf der A66, einen Kilometer vor der Ausfahrt zur Schiersteiner Brücke, mit lautem Klappern, blauem Rauch und schwarzer Ölpfütze sprichwörtlich die Grätsche gemacht. Als erste Serviceleistung des ADAC durfte ich dann zunächst einmal erfahren, dass ich als Fahrer bzw. Person gar nicht mitversichert bin, obwohl das Auto auf meine Eltern angemeldet ist, welche beide Mitglied im ADAC sind. Auch der Versuch des nach ca. einer Stunde eingetroffenen „Gelben Engels“ (ob ich in der Zeit das Auto nicht schon fast heimgeschoben hätte…), zwei Liter Öl in einen offensichtlich leckenden Motor (Stichwort 'Schwarze Pfütze unter dem Motor) nachzufüllen, um dann mit den Worten „Der Motor leckt tatsächlich – ich muss für das Öl jetzt aber zehn Euro kassieren“ festzustellen, dass hier wohl keine schnelle Abhilfe geschaffen werden kann, machte die Situation nicht unbedingt besser. Dafür werde ich aber mit Sicherheit den Blick des ADAC-Menschen in Erinnerung behalten, nachdem mich dankenswerterweise mein Vater (Held des Tages!) angerufen und mir mitgeteilt hatte, dass er mich abschleppen kommt und ich ihn wieder weggeschickt habe - passiert dem ADAC wohl nicht so oft an Unfallstellen :-)

Anm.: Danke an alle, die mir spontan via Handy/twitter Hilfe angeboten bzw. Beileid bekundet haben!

Donnerstag, Oktober 01, 2009

Polizeikontrolle

Soll ich mich nun darüber freuen, dass sich der Polizist bei der Routinekontrolle am Mombacher Kreisel in Mainz mittlerweile schon an mich erinnern kann und, nachdem ich ihm auf seine Frage nach Drogen, Alkoholkonsum etc. versichere, nichts dergleichen genommen zu haben und darauf hinweise, dass er mir das zumindest bei der lezten Kontrolle auch geglaubt habe, mit der Aussage "Dann glaube ich es ihnen auch heute" passieren lässt...?! :D