Donnerstag, Mai 31, 2012

Meine Elf

So, eine gute Woche vor EM-Start wird es Zeit, meine "Elf" aufzustellen, mit der wir am 1. Juli Europameister werden.
Manuel Neuer - Philipp Lahm, Per Mertesacker, Holger Badstuber, Jerome Boateng - Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira - Lukas Podolski (Andre Schürrle), Mesut Özil, Thomas Müller - Miroslav Klose (Mario Gomez)

Mittwoch, Mai 30, 2012

Grammatik und so

Ich kaufe, Du käufst.
Ich frage, Du fräugst...

Dienstag, Mai 29, 2012

Der Sarrazene

Mit Thilo Sarrazins neuem Buch "Europa braucht den Euro nicht" möchte ich mich gar nicht groß aufhalten, die "Welt" hat in diesem Artikel eigentlich die wesentlichen Thesen/Aussagen des Genossen Sarrazin relativiert oder entkräftet. Bemerkenswerter und erwähnenswerter fand ich hingegen ein Interview mit Thilo Sarrazin auf Zeit online. Ich habe einfach mal einzelne wenige Passagen herausgegriffen - mindestens genauso subjektiv und aus dem Zusammenhang gerissen, wie Genosse Sarrazin das für gewöhnlich tut :-)

ZEIT: Sie schreiben viel über Mentalitäten. Über uns Deutsche sagt man, wir seien abgrenzend, verkrampft, ängstlich, hypochondrisch, panisch. Ist das die deutsche Mentalität?
Sarrazin:
Das haben Sie jetzt so beschrieben. Ich würde eher von einer nördlichen Mentalität sprechen, und ich würde sie nicht so negativ sehen. Ich bringe in dem Buch einige Zitate einer lettischen Politikerin und eines Tschechen, die sich zu dieser Mentalität bekennen. Ich selbst spreche ironisch vom Nebelfaktor: Je nebliger ein Land ist und je kälter und nasser die Winter, umso größer ist die finanzpolitische Vorsorge. Deutschland hat als das größte Land eine führende Rolle in dieser Gruppe. Die andere Gruppe sind die mediterranen Länder.

> > > Sarrazin entwickelt sich weiter. Von den Genen abgekommen werden Leute nun nach dem Klima be- bzw. verurteilt.



ZEIT: Aber das ist ein Publizist, kein aktiver Politiker. Niemand, der aktuell regiert, vertritt die Holocaust-Begründung!
Sarrazin:
Auch Helmut Schmidt zog in seiner Rede auf dem SPD-Parteitag im Dezember 2012 eine ähnliche Linie. Sie schien dann erneut auf bei Peer Steinbrück in meiner Diskussion mit ihm bei Günther Jauch. Natürlich leben wir Deutschen alle mit diesem Subtext. Ich lebe auch damit. Aber deshalb sage ich auch ganz eindeutig: Es kann nicht sein, dass wir bald siebzig Jahre nach dem letzten Weltkrieg mit dieser Begründung für die Schulden anderer Länder aufkommen sollen, und genau darauf laufen zum Beispiel Euro-Bonds hinaus.

> > > Abkehr von der deutschen Kriegsschuld, das darf als Verkaufsschlager an keinem Stammtisch fehlen.



ZEIT: Ihr Buch Deutschland schafft sich ab hat politisch-materiell fast nichts bewirkt, und das jetzige Buch wird politisch-materiell nichts bewirken. Sie schaffen es, aus Vergeblichkeit Bücher zu machen.
Sarrazin:
Fragen Sie doch mal Heinrich August Winkler, was seine Geschichte des 20. Jahrhunderts politisch-materiell bewirkt hat. Und was hat Thomas Manns Zauberberg politisch-materiell bewirkt?

> > > Selbstüberschätzung, Teil 1



ZEIT: Was glauben Sie, dass Sie bewirken, Herr Sarrazin?
Sarrazin:
Ich glaube, die Wirkung eines einzelnen Buches darf man weder über- noch unterschätzen. Meine jahrzehntelange Arbeit als Beamter und Politiker auf unterschiedlichsten Feldern der Finanzpolitik war wirklich anstrengend und intensiv, und in der Nachfolge wird in wenigen Monaten wieder eingerissen, was man selbst über Jahre aufgebaut hat. Das ist das Schicksal des Einzelnen. Jetzt – in vorgerückten Jahren – setze ich halt mehr auf die Wirkung von Büchern.

> > > Selbstüberschätzung, Teil 2

ZEIT: Die anderen Länder sollen sich also an unsere Regeln halten – und wenn sie das nicht tun, müssen sie raus aus dem Euro?
Sarrazin:
Stellen Sie sich eine Gruppe vor, die gemeinsam im Hochgebirge unterwegs ist. Es ist ein gewisses Marschtempo angesagt, sonst kann man das Ziel nicht erreichen. Keiner wird aus der Gruppe ausgeschlossen. Aber wer sagt, ich komme nicht mehr mit, der wird aus der Gruppe freundlich verabschiedet. Am Ende wird jene Gruppe, die oben ankommt, kleiner sein als die, die unten gestartet ist. Genauso ist das mit der Währungsunion.
ZEIT:
Wer im Gebirge zurückbleibt, der stirbt.
Sarrazin:
Wer in einer Währungsunion das Tempo und die Maßstäbe nicht einhalten kann, der hat die Möglichkeit, auszuscheiden. Das ist nicht weiter ehrenrührig, das ist pragmatisch.

> > > Eine Kette ist eben nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Da haben wir ihn wieder, den originalen Sarrazin.



ZEIT: Herr Sarrazin, wenn die nächste griechische Regierung Sie fragen würde, ob Sie unentgeltlich Wirtschaftsberater werden wollen: Würden Sie das machen?
Sarrazin: Ich käme vielleicht in Versuchung, wenn ich erstens klare Zuständigkeiten und Kompetenzen hätte, zweitens mir einige deutsche Beamte meines Vertrauens aussuchen könnte und drittens jeder dieser Beamten sowie auch ich einen nicht korrupten griechischen Dolmetscher beigestellt bekämen.

> > > Selbstüberschätzung, Teil 3

Montag, Mai 28, 2012

CDUler pöbelt via Facebook

Am 25. Mai hatte ich der CDU Mainz folgende Nachricht geschickt, nachdem eines ihrer eher unreifen Vorstandsmitglieder auf Facebook nach meiner Auffassung - um es vorsichtig auszudrücken - im Ton wie auch im Inhalt etwas über das Ziel hinaus geschossen war:

Sehr geehrte Damen und Herren im geschäftsführenden Kreisvorstand der CDU Mainz,
basierend auf öffentlich einsehbaren Verlautbarungen in dem Sozialen Netzwerk Facebook Ihres Vorstandsmitglieds Felix Leidecker bitte ich Sie, mir folgende Fragen zu beantworten:
  • Ist die CDU Mainz wie Herr Leidecker der Auffassung, dass Bündnis 90/Die Grünen als „Volksverhetzer“ zu bezeichnen sind und der „Ausstieg aus der Kernenergie der größte politische Fehler Deutschlands seit dem Überfall auf Polen“ ist?
  • Ist die CDU Mainz wie Herr Leidecker der Auffassung, dass Bündnis 90/Die Grünen verantwortlich dafür sind, dass „zB. Tausende von Minenarbeitern jährlich Rohstoffe unter übelsten Bedingungen abbauen müssen, damit die Grünen auf ihre Solarzellen onanieren dürfen“?
  • Ist die CDU Mainz wie Herr Leidecker der Auffassung, dass wir „in Deutschland auch definitiv ein Problem mit gewalttätigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ haben und Ministerpräsident a.D. Roland Koch „absolut Recht hatte, dass Multi-Kulti gescheitert ist“?
  • Ist die CDU Mainz wie Herr Leidecker der Auffassung, dass „wir mal wieder eine Debatte um die deutsche Leitkultur“ brauchen und „wir uns mal wieder darüber unterhalten sollten, das Deutsch sprechen doch im Grundgesetz zu verankern, um diese langsame kulturrevolutionäre Aushöhlung unserer Gesellschaft zu unterbinden“?
  • Kurzum abschließend meine Frage: Macht sich die CDU die Positionen ihres Vorstandsmitglieds Felix Leidecker zu eigen oder distanziert sie sich davon?
Über eine Rückantwort freue ich mich sehr.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten Sinß



Eine persönliche Antwort auf meine Nachricht steht noch aus, allerdings ließ die Mainzer CDU schon mal tags darauf über die Mainzer Allgemeine Zeitung erklären, dass sie mit den Äußerungen ihres Vorstandsmitglieds offenkundig nicht ganz so glücklich ist.


CDUler pöbelt via Facebook
26.05.2012 - MAINZ
(grü). Felix Leidecker ist Beisitzer im Kreisvorstand der Mainzer CDU. Felix Leidecker ist viel auf Facebook unterwegs. Dort hat er 1945 Freunde. Und auf seiner Facebook-Seite bezeichnete Leidecker die Grünen jetzt als „Volksverhetzer“; dort bewertete der Mainzer den Ausstieg aus der Kernenergie als „größten politischen Fehler Deutschlands seit dem Überfall auf Polen“; dort schrieb der große Fan des FC Bayern München, dass „Minenarbeiter jährlich Rohstoffe unter übelsten Bedingungen abbauen müssen, damit die Grünen auf ihre Solarzellen onanieren dürfen“.
Carsten Sinß ist Vorsitzender der Jungsozialisten in Südhessen und hatte diese bis Freitagnachmittag öffentlich einsehbaren Sätze gesammelt und sie dem CDU-Kreisvorstand per E-Mail zukommen lassen mit der Frage, ob der Vorstand die Positionen Leideckers vertrete.
Karin Trautwein, stellvertretende Mainzer CDU-Vorsitzende, äußerte sich gegenüber der AZ nach Lektüre der E-Mail. „Diese Punkte spiegeln natürlich nicht die Meinung des Kreisvorstands wider“, sagte die Ortsvorsteherin von Hartenberg-Münchfeld. Nach Pfingsten werde man das Gespräch mit Felix Leidecker suchen, so Trautwein. Nachdem man sich im Vorstand besprochen habe. „Meine Einzelmeinung ist, dass er ein paar Äußerungen getätigt hat, über die man vielleicht mehr hätte nachdenken sollen“, sagte die Vize-Vorsitzende. Es zeige sich, dass soziale Netzwerke auch Fallstricke bereithielten. Am Freitagabend waren die „Postings“ verschwunden. Sie liegen der AZ als „Screenshot“ vor.
Felix Leidecker ist auf Facebook übrigens auch mit der Grünen-Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner und Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) „befreundet“.

Sonntag, Mai 27, 2012

Freitag, Mai 25, 2012


Bericht der Unternehmensberatung McKinsey nach einem Besuch der Berliner Philharmoniker:
"Die vier Oboisten haben sehr lange nichts zu tun. Die Nummer sollte gekürzt und die Arbeit gleichmäßig auf das ganze Orchester verteilt werden, damit Arbeitsspitzen vermieden werden.
Die zwölf Geigen spielen alle dasselbe. Das ist unnötige Doppelarbeit. Diese Gruppe sollte drastisch verkleinert werden. Falls eine größere Lautstärke erwünscht ist, lässt sich das durch eine elektronische Anlage erreichen.
Das Spielen von Zweiunddreißigstelnoten erfordert einen zu großen Arbeitsaufwand.
Es wird empfohlen, diese Noten sämtlich in den nächstliegenden Sechzehntelnoten zusammenzufassen. Man könnte dann auch Musikschüler und weniger qualifizierte Kräfte beschäftigen.
In einigen Partien wird zuviel wiederholt. Die Partituren sollten daraufhin gründlich durchgearbeitet werden. Es dient keinem sinnvollen Zweck, wenn das Horn eine Passage wiederholt, mit der sich bereits die Geigen beschäftigt haben. Werden alle überflüssigen Passagen eliminiert, dann dauert das Konzert, das jetzt zwei Stunden in Anspruch nimmt, nur noch schätzungsweise zwanzig Minuten, so dass die Pause wegfallen kann.
Der Dirigent streitet die Berechtigung dieser Empfehlung nicht ab, fürchtet jedoch, die Einnahmen könnten zurückgehen. In diesem unwahrscheinlichen Fall sollte es möglich sein, Teile des Konzertsaales völlig zu schließen, wodurch sich die Kosten für Licht, Personal und so weiter einsparen ließen. Schlimmstenfalls könnte man ihn ganz schließen und die Leute in das Konzertkaffeehaus schicken."

Mittwoch, Mai 23, 2012

Best Practice: Haushaltssanierung

Stenografischer Bericht der 49. öffentlichen Sitzung des Haushaltsausschusses des Hessischen Landtags vom 16. April 2012

Auszug:
Horst Röhrig, Bürgermeister Gemeinde Langgöns: "(...) Wenn ein solches Gesetz gemacht wird, dann muss auch die Nichtveränderbarkeit der Parameter garantiert werden. Denn die meisten negativen Einflüsse kommen aus diesem Bereich, in den wir selber nicht einwirken dürfen. Einen bemerkenswerten Vorschlag aus dem Leitfaden will ich zum Schluss noch vortragen. Dort steht bei „Gebäudereinigung“: Übertragung an Beschäftigte. Ich würde hier „best practice“ vorschlagen. Wenn die Landesregierung und der Landtag ein Jahr lang erfolgreich dieses vorgemacht haben, dann führen wir das bei den Städten und Gemeinden ebenfalls gerne ein. [Heiterkeit] Damit will ich deutlich machen: Hilfe tut Not. Das gilt auch dann, wenn die Einschätzung von desaströs auf katastrophal geändert werden muss, und zwar nach der Operation. Aber die Bedingungen sollten wenigstens erreichbar sein. Ziele, die man vereinbart, müssen von vorneherein auch realistisch sein. Alles andere nutzt nichts."

Dienstag, Mai 22, 2012

Stupa-Stimme ist Juso-Stimme!


Wahlaufruf der Juso-Hochschulgruppe
zu den Wahlen zum Studierendenparlament
der Uni Mainz 2012


Vom 22. bis 25. Mai findet die Wahl zum Studierendenparlament (StuPa) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt. Eine der Aufgaben des StuPa ist die Wahl des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA).

In der laufenden Legislaturperiode war die Juso-Hochschulgruppe mit acht Studierenden im Stupa vertreten und hat dort wie auch im AStA eine Menge geleistet – sei es der freie Eintritt ins Staatstheater oder die Verbesserung des ÖPNVs (z.B. Linie 69).
Wir haben uns immer für euch stark gemacht!
Wir möchten unsere engagierte Arbeit gerne fortsetzen. Dafür haben wir ein zukunftsorientiertes und realisierbares Wahlprogramm mit folgenden Schwerpunkten aufgestellt:
 
Mainz als Stadt für Studis:
Wir wollen dafür sorgen, dass die Zweitwohnsitzsteuer in Mainz abgeschafft wird, es genügend günstigen Wohnraum für Studis gibt, dass das Staatstheater-Ticket erhalten bleibt und dass die studentische Kultur auf dem Campus und in der Stadt gestärkt wird!

Die CampusCard - eine Karte für alles:
Der Kartenwahnsinn muss endlich beendet werden, deshalb wollen wir EINE Karte für Mensa, Bibliothek, Semesterticket und Studierendenausweis. Wir haben dafür ein gutes Konzept entwickelt, bei dem auch der Datenschutz miteinbezogen wurde, und möchten dieses nun umsetzen!

Rheinland-Pfalz-Ticket:
Wir möchten eine Ausweitung des Semestertickets auf ganz Rheinland-Pfalz und das Saarland. Deshalb haben wir bereits damit angefangen zu prüfen ob die Einführung eines RLP-Tickets möglich und sinnvoll ist. Über die Einführung sollen dann alle Studis durch eine Urabstimmung das letzte Wort haben!

Für eine tolerante Uni:
Wir stehen für einen bunten und vielfältigen Campus und eine intensivere Arbeit zum Thema Homo- und Transsexualität. Wir wollen, dass die Uni Mainz weiterhin eine internationale Universität bleibt und kämpfen gegen Nazis und anderes rechtsextremes Gedankengut. Klare Kante gegen Rassismus!

Der offene Zugang zum Master:
Wir setzen uns dafür ein, dass alle, die einen Bachelor gemacht haben, auch die Chance erhalten, einen Master-Studienplatz zu bekommen!


Alle weiteren Punkte unseres Wahlprogramms findest du unter www.jhg-mz.de.

Wir möchten dich bitten, uns bei der Verwirklichung unserer Ziele zu
unterstützen:

Geh’ zwischen dem 22. und 25. Mai wählen und gib’ deine Stimme der Juso-Hochschulgruppe (Liste 10)!


--
Juso-Hochschulgruppe
an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Jakob-Welder-Weg 9
55128 Mainz
E-Mail: mail@jhg-mz.de
Website: http://www.jhg-mz.de/
Facebook: http://www.facebook.com/jusohsg.unimainz

Sonntag, Mai 20, 2012

Köln (19.-20.5.12)

Für einen kurzen Wochenendtrip ging es von Samstag bis Sonntag ins närrische Köln. Auf dem Programm standen u.a.

Freitag, Mai 18, 2012

Piraten mit Humor

Gute Aussagen vom SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel im ZEIT-Interview zur Piratenpartei und Wählerbindung:
ZEIT: Schwarz-Gelb hat eine katastrophale Legislaturperiode abgeliefert. Und doch ist daraus keine klare linke Alternative entstanden. Woran liegt das?
Gabriel: Die politische Linke differenziert sich leider weiter aus. Die Linkspartei schrumpft zwar wieder auf die Größe einer ostdeutschen Regionalkraft. Aber weder die SPD noch die Grünen haben derzeit hinreichend Bindekraft, um das Aufkommen der Piraten zu verhindern. Das hat was mit der Individualisierung unserer Gesellschaft zu tun, hängt aber auch damit zusammen, dass die politische Linke traditionell selbstverliebt ist. Die reine Lehre ist ihr wichtiger als die Gestaltungsmehrheit im Land. Und da es neue gesellschaftliche Kulturen gibt, gibt es auch eine neue Partei. Die Konservativen waren da meist klüger, weil sie wussten, dass sie so ihre gesellschaftliche Gestaltungskraft verlieren würden. Mitte-Links muss das alle 20 Jahre neu lernen.
ZEIT: Ist die SPD vielleicht zu verantwortungsbewusst, zu pragmatisch geworden, um ihre Anhänger zu mobilisieren?
Gabriel: Die SPD ist stolz darauf, beides zu sein: wertbezogen und pragmatisch. Etwas anderes hat uns mehr geschadet. Politik spielt immer mehr auf der Erscheinungsebene und verkommt zur reinen Pose. Guttenberg, Wulff, auch die Piraten – der Auftritt ist heute wichtiger als die Substanz. Zu diesem Trend haben wir in der Vergangenheit selbst beigetragen. Wir waren auch daran beteiligt, dass sich der Zynismus in der Politik weit verbreitet hat. Es ist zynisch, vor Wahlen Dinge zu versprechen, die hinterher nicht oder ganz anders kommen. Der Zynismus rächt sich schon seit Längerem. In der Wahlenthaltung. Im Bedeutungsverlust der Volksparteien und jetzt eben im Aufschwung der Piraten.
ZEIT: Sind die Piraten allein ein politisches Frustrationsphänomen?
Gabriel: Nicht nur, sie verkörpern eine andere, neue Kultur. In dieser Kultur äußern sich übersteigerte Individualisierungsansprüche, wie etwa beim bedingungslosen Grundeinkommen. Diese Kultur sieht im Urheberrecht ein Hindernis für individuelle Nutzungsansprüche – und verkennt, dass es auch um den Schutz geistiger Arbeit geht. Sie versteht Demokratie als permanenten Austausch über das Internet und sieht nicht, dass viele Menschen das weder können noch wollen. Da kommt ein anderer, neuer Lebensstil zum Ausdruck, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen.
ZEIT: Bisher wird diese Auseinandersetzung eher mit Samthandschuhen geführt. Warum?
Gabriel: Die Lebenswelt der Piraten ist eine ganz andere als etwa die der Menschen in meinem Wahlkreis. Das muss man zur Kenntnis nehmen und respektieren. Aber die Piraten haben Humor. Ich habe ein Wahlplakat gesehen, da zeigen sie einen Mann meines Formats und schreiben drüber: Mehr Inhalt. Das ist doch großartig. Wer Humor hat, mit dem kann man klarkommen.
ZEIT: Ist der Aufschwung der Piraten eine spezifisch deutsche Antwort auf populistische Tendenzen, wie wir sie andernorts in Europa sehen?
Gabriel: Gott sei Dank wählen die Leute, die verärgert über die Politik sind, bei uns die Piraten. Anderswo wählen sie Extremisten oder, wie jetzt in Griechenland, gar Faschisten. Als Demokrat kann man durchaus froh sein, dass es Piraten gibt.

Donnerstag, Mai 17, 2012

Wo sich die Linkspartei eine Scheibe abschneiden kann

Interview in der taz mit dem Bundevorsitzenden der Piraten, Bernd Schlömer:
(...) taz: Sie gehen in die Opposition, ohne Opposition zu machen?
Schlömer: Ja. Es wird zumindest keine richtige Opposition in jenen Punkten geben, in denen die Piraten Ziele umgesetzt sehen möchten. Das gilt vor allem bei klassischen Piratenthemen, wo es etwa um Fragen von Transparenz und Urheberrechten geht. Anzeige Das Selbstbewusstsein, mit dem Sie sich den Regierenden angedeihen, ist ja fast schon dreist.
taz: Wieso? 
Schlömer: Wir sind eine gesellschaftliche Strömung, die sich entschlossen hat, Partei zu sein, am Parlamentssystem teilzunehmen und zu Wahlen anzutreten. Dem entsprechend wollen wir unsere Themen und Inhalte natürlich auch durchsetzen. In dem sturen Bekenntnis, eine Oppositionspartei zu sein, gewinnt dieses Anliegen nichts. Unsere Rolle folgt der Strategie, dass in der Politik wieder stärker inhaltlich argumentiert werden soll. (...)

Mittwoch, Mai 16, 2012

"Hinsehen." Diskutieren mit Günter Wallraff

Etwa 270 Gäste konnten die Jusos Darmstadt- Dieburg, die Jusos Darmstadt und die Jusos Hessen-Süd bei ihrer gestrigen Veranstaltung mit Günter Wallraff begrüßen. Ein sehr buntes Publikum sah erst Ausschnitte aus Wallraffs Film „Schwarz auf Weiß“, um danach gespannt weiteren Ausführungen seinerseits zu lauschen. Schließlich diskutierte der ganze Saal zusammen mit Wallraff über aktiv gefühlten Fremdenhass in ihrer unmittelbaren Umgebung. „Die Veranstaltung und vor allem das Publikum haben alle Erwartungen übertroffen. Viele Leute unterschiedlichen Alters haben auf einem sehr ausgewogenen Niveau untereinander und mit Günter Wallraff diskutiert. Wir hätten noch den ganzen Abend diskutieren können, wenn Günter Wallraff nicht am nächsten Tag einem Betriebsrat unter die Arme hätte greifen müssen.“ freute sich Vivien Costanzo, Vorsitzende der Jusos Darmstadt- Dieburg. Abgerundet wurde der Abend durch die lockere Atmosphäre im Vorraum, wo man bei einer Cola oder einem Hefeweizen noch das ein oder andere Gespräch führen konnte. Fazit ist, dass ein allgemein sehr entspanntes Publikum hinter der mahnenden Aussage des gezeigten Filmes stand und rigorose Ablehnung gegenüber Fremdenhass zeigte. „Gerade die auch anfangs von Günter Wallraff angesprochene Geschlossenheit in den Themen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat sich sehr gut im Publikum widergespiegelt – vielleicht werden sie durch diese Veranstaltung noch stärker dazu motiviert, auch weiter im Alltag gegen Vorurteile anzukämpfen.

Dienstag, Mai 15, 2012

Namenstag

Wie mir mein gmx-Account heute verrät:
"Lieber Carsten Sinß, wissen Sie schon, dass heute Ihr Namenstag ist? Carsten bedeutet übrigens so viel wie: 'Anhänger von Christus'"

Sonntag, Mai 13, 2012

Hoffnung

"Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens."

- Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Philologe & Philosoph (Quelle: Nietzsche: „Weisheit für Übermorgen“) -

Samstag, Mai 12, 2012

RamSAUer

Zur diesjährigen Demonstration gegen Bahnlärm sind weit über tausend Menschen und damit noch mehr als im vergangenen Jahr nach Rüdesheim gekommen, um sich gemeinsam mit der zahlreich vertretenen politischen Prominenz wie Landrat Burkhard Albers u.a. für Geschwindigkeitsbegrenzungen und ein Nachtfahrverbot im Mittelrheintal, modernes Zug- und Schienenmaterial sowie langfristig eine Alternativtrasse einzusetzen. Mit Ausnahme des Bundesverkehrsministers Peter RamSAUer, der der Veranstaltung in  gewohnter Manier trotz Einladung fern blieb.
"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Ruhe klaut!"

Freitag, Mai 11, 2012

Vom Schweinefleisch in der Geflügelsalami

Am 6. Mai hatte ich folgende eMail an den Kundenservice von edeka geschickt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Verwunderung musste ich heute nach Verzehr der "Delikatess-Geflügelsalami" und Studium des sprichwörtlich „Kleingedruckten“ aus Ihrem Sortiment feststellen, dass diese Schweinefleisch enthält (siehe Anhang). Weder kann ich mir das erklären, noch erachte ich dies als angemessen, vor allem wenn man auf der Vorderseite des Produkts das Wort „Geflügelsalami“ gesondert hervorhebt. Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie sich womöglich Menschen fühlen, die Schweinefleisch aus religiösen Gründen ablehnen und sich deshalb bewusst für Produkte entscheiden, die kein Schweinefleisch enthalten sollen und dies auch durch die Aufmachung des Produkts suggeriert wird.
Ich möchte Sie daher freundlich bitten, in besagtem Produkt entweder die Zusätze aus Schweinefleisch zu entfernen, damit in einer „Geflügel“salami auch tatsächlich nur selbiges enthalten ist oder alternativ einen deutlich sichtbaren Hinweis auf Schweinefleischzusatz anzubringen.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten Sinß

Nach einer kurzen Eingangsbestätigung am 7. Mai hat edeka heute, gerade mal fünf Tage nach Versand der Beschwerde, wie ich finde sehr positiv reagiert und zugesagt, zukünftig einen entsprechenden Hinweis auf den Verpackungsfolien gut sichtbar anzubringen. Mir erschließt sich zwar immer noch nicht so ganz, was Schweinefleisch überhaupt in Geflügelsalami zu suchen hat (Kostengründe?), aber immerhin...und ein Set Salz-/Pfefferstreuer gab es noch dazu :-)

Donnerstag, Mai 10, 2012

Eitelkeit

"Mir ist der Applaus wichtiger als der Kaviar auf dem Brot. Mir reicht auch die Marmelade."

- Klaus Marschall (*1961), Leiter d. Augsburger Puppenkiste -

Mittwoch, Mai 09, 2012

9.05 Europe's Day - Pan European Flashmob

Die Jusos Hessen-Süd nahmen heute am europaweiten Flashmob der PES activists teil und informierten vor der EZB und dem deutschen Finanzplatz in Frankfurt über die sozialdemokratische Alternative für ein von "Merkozy" kaputtgespartes Europa. Dabei stand der Kampf gegen die europaweite Jugendarbeitslosigkeit und die Tragödie in Griechenland ebenso im Fokus wie die Regulierung der Finanzmärkte!

Dienstag, Mai 08, 2012

Linie 64

Im Mainzer Linienbus. Eine Frau im Rollstuhl kriegt vom Busfahrer die Barriere ausgefahren und fährt in den Bus.

Busfahrer: "Wohin wollen Sie denn?"
Frau: "Neubrunnenplatz."
Busfahrer: "Da fahre ich aber nicht vorbei."
Frau: "Doch, das ist doch die Linie 64!"
Busfahrer (überlegt): "Stimmt, mein Fehler."

Montag, Mai 07, 2012

Connected City - Berliner Stadtgeschichten

Richtig gute Idee der Designer Stephanie Neumann und Jonas Breme, die in Berlin die Geschichten von Kiez-Einwohnern mit unterschiedlichen Methoden gesammelt und im öffentlichen Raum zugänglich gemacht haben. Das ganze nennt sich "Connected City".

Freitag, Mai 04, 2012

Kubicki, die Zweite

Ich werde noch Kubicki-Fan... :-)
"(...) Kubicki hat sich schon ausgemalt, wie der Tag der Entscheidung verlaufen wird. Früh am Morgen, um acht, wird er ins Wahllokal gehen. Später wird er eine Runde Golf spielen. Am Abend, wenn die ersten Hochrechnungen ausgestrahlt werden, wird er nach Kiel fahren im Fernsehen Kommentare abgeben. Danach wird er nach Strande zurückkehren, er wird feiern, er wird gegen 3.30 Uhr zu Hause sein und ins Bett fallen. Und schlafen. Am Morgen danach wird einer seiner Vertreter zur FDP nach Berlin aufbrechen und sich vom Parteichef einen Blumenstrauß überreichen lassen. Auf der anschließenden Pressekonferenz wird ein Journalist fragen: »Wo ist Kubicki?« Und Kubickis Abgesandter wird antworten: »Der schläft seinen Rausch aus.« Wolfgang Kubicki hat schon mehrere Journalisten gebeten, bloß diese eine, weitreichende Frage zu stellen: Wo ist Kubicki? (...)"

Quelle: http://www.zeit.de/2012/19/FDP-Kubicki

Mittwoch, Mai 02, 2012

Plagiator

Ich habe "nach bestem Gewissen" recherchiert und folgende Erkenntnisse gewonnen:

Doktorwürde wegen Plagiats aberkannt:
  • Jorgo Chatzimarkakis (FDP)
  • Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
  • Veronica Saß, Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU)
  • Sylvana Koch-Mehrin (FDP)
  • Bijan Djir-Sarai (FDP)
  • Margarita Mathiopoulos (FDP)
  • Florian Graf (CDU)
  • Matthias Pröfrock (CDU)
Gerügt wegen fehlerhafter Arbeit:
  • Roland Wöller (CDU)
  • Jürgen Goldschmidt (FDP)
  • Bernd Althusmann (CDU)
Unerlaubt Doktortitel geführt:
  • Dieter Jasper (CDU)
  • Kai Schürholt (CDU)

Unter Plagiatsverdacht:
  • Anette Schavan (CDU)

Signifikant erscheint mir dann doch die Zuordnung zu einem gewissen politischen Spektrum zu sein...

Dienstag, Mai 01, 2012

Wiefelspütz der Woche

Frage zum Thema Inneres und Justiz

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,
ich halte das Simulieren der Tötung von Menschen ebenfalls für sittenwidrig.
Fragen:
  • wie ist Ihr Standpunkt zum Thema Waterboarding.
  • bezieht die SPD Spendengelder von der Waffenindustrie
  • bezieht die SPD Spendengelder von Paintballvereinen
Diese Fragen sind Ihrem Anspruch folgend klar, deutlich, differenziert und allgemeinverständlich formuliert.
Als Wähler erhoffe ich Anspruch auf ebenso klare Antworten, auch, wenn die Spendensituation noch eruiert werden müsste.
Grüße,
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrter Herr ,
waterboarding ist menschenverachtende Folter.
Ich erhalte weder Spendengelder von der Waffenindustrie noch von Painballvereinen.
Mir ist nicht bekannt, welche Spenden die SPD erhält. Ich habe keine Parteiämter in der Spitze der SPD.
Warum wenden Sie sich nicht an die Schatzmeisterin der SPD?
Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens. Ich möchte arbeitsfähig bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB