Samstag, Juni 16, 2012

lg-Nobelpreis

Der Ig-Nobelpreis (englisch-/französischsprachiges Wortspiel: ignoble unwürdig, schmachvoll, schändlich), gelegentlich als Anti-Nobelpreis bezeichnet, ist eine satirische Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren, die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“ („to honor achievements that first make people laugh, and then make them think“). Vergeben wird der Preis von der in Cambridge erscheinenden Zeitschrift Annals of Improbable Research. Die Preise werden an der Harvard-Universität überreicht. Eine Bedingung für eine Nominierung ist, dass die Entdeckung nicht wiederholt werden kann oder nicht wiederholt werden sollte. Weiterhin muss das Forschungsthema neuartig sein – niemand darf vorher eine ähnliche wissenschaftliche Arbeit abgeliefert haben.

Ich habe mal aus den einzelnen Jahren meine Favoriten rausgepickt. So gab es in der Vergangenheit u.a. Preisträger für... :-)
  • 1991 - Medizin: Alan Kligerman, Entwickler verdauungsbezogener Erlösung, Retter im Falle von Ausdünstungen und Erfinder von Beano für seine pionierhafte Arbeit mit Antigas-Flüssigkeiten, die Blähung, Übelkeit und Verärgerung vermeiden.
  • 1992 - Physik: David Chorley und Doug Bower, Löwen der Tiefenergiephysik, für ihre kreisförmigen Beiträge zur Feldtheorie der geometrischen Zerstörung englischer Kornfelder.
    Eine Dose Spam
  • 1993 - Frieden: Die Pepsi-Cola Company der Philippinen, für die Förderung eines Wettbewerbs, der einen Millionär küren soll, und das Ansagen der falschen Gewinnzahl, wodurch sie 800.000 randalierende und erwartungsvolle Gewinner anspornte und vereinte und viele verschiedene Parteien zusammenbrachte, zum ersten Mal in der Landesgeschichte.
  • 1994 - Physik: The Japanese Meteorological Agency, für ihre siebenjährige Studie darüber, ob Erdbeben durch Welse verursacht werden, die mit den Schwänzen wackeln. (Der Gewinner ist nicht mehr offiziell gelistet, da sein Gewinn auf etwas basiert, was sich als irriger Pressebericht herausstellte.)
  • 1995 - Frieden: Das taiwanische Nationalparlament für deren Demonstration, dass Politiker mehr durch einander Boxen, Schlagen und Prügeln gewinnen als dadurch, Kriege gegen andere Nationen zu führen.
  • 1996 - Frieden: Jacques Chirac, der zum Gedenken an den fünfzigsten Jahrestag von Hiroshima im Pazifik Atomtests durchführen ließ.
  • 1996 - Physik: Robert Matthews von der Aston University in Birmingham für seine Studien zu Murphys Gesetz, insbesondere für den Nachweis, dass Toastbrotscheiben einer ihr innewohnenden Tendenz unterliegen, auf die gebutterte Seite zu fallen.
  • 1998 - Literatur: Mara Sidoli aus Washington, D.C. für ihren erleuchtenden Bericht „Furzen als Verteidigung gegen unaussprechliche Furcht“.
  • 1999 - Biologie: Paul Bosland, Direktor des Chile Pepper Institutes der New Mexico State University für die Züchtung eines Jalapeño-Chili ohne Schärfe.
  • 2000 - Gesundheit: Jonathan Wyatt, Gordon McNaughton und William Tullet aus Glasgow für ihren alarmierenden Bericht „Der Zusammenbruch von Toiletten in Glasgow.“
  • 2001 - Technik: zu gleichen Teilen verliehen an John Keogh aus Hawthorn, Victoria (Australien), für die Anmeldung des Rades zum Patent im Jahre 2001 und das australische Patentamt, das ihm Patent #2001100012 ausstellte.
  • 2002 - Hygiene: Eduardo Segura aus Tarragona in Katalonien (Spanien) für die Entwicklung einer Waschmaschine für Hunde und Katzen.
  • 2003 - Ingenieurswissenschaften: John Paul Stapp, Edward A. Murphy und George Nichols für die Entwicklung von Murphys Gesetz: If there are two or more ways to do something, and one of those ways can result in a catastrophe, someone will do it (auf Deutsch: „Wenn es zwei oder mehr Wege gibt, etwas zu tun, und einer der Wege zu einer Katastrophe führt, dann wird jemand genau diesen Weg einschlagen.“ Oftmals wird dies auch so übersetzt: „Falls irgendetwas schiefgehen kann, wird es das.“).
  • 2004 - Medizin: Steven Stack von der Wayne State University, Detroit, USA und James Gundlach von der Auburn University, USA, für ihren Bericht über die Effekte von Country-Musik auf Selbstmörder.
  • 2005 - Frieden: Claire Rind und Peter Simmons von der Newcastle University für die Erforschung der Hirnströme von Heuschrecken beim Star-Wars-Betrachten.
  • 2006 - Akustik: D. Lynn Halpern von Harvard Vanguard Medical Associates, der Brandeis University und der Northwestern University, Randolph Blake von der Vanderbilt University und der Northwestern University und James Hillenbrand von der Western Michigan University und der Northwestern University für Experimente zur Erhellung der Ursachen, warum Menschen das Geräusch von über Tafeln kratzenden Fingernägeln ungern hören.
  • 2006 - Physik: Basile Audoly und Sebastien Neukirch von der Universität Pierre und Marie Curie in Paris, für ihre Einblicke in das Phänomen, dass trockene Spaghetti bei Biegung meist in mehr als zwei Teile zerbrechen.
  • 2006 - Mathematik: Nic Svenson und Piers Barnes von der Australian Commonwealth Scientific and Research Organization, für die Berechnung der Anzahl an Fotos, die aufgenommen werden müssen, um sicherzustellen, dass (fast) niemand in einer Gruppe die Augen geschlossen hat.
  • 2007 - Frieden: Dem Wright Laboratorium der U.S. Air Force, weil es Forschungsarbeiten über chemische Waffen angeregt hatte, welche gegnerische Truppen schwul machen sollten (siehe auch Sex Bomb).
  • 2008 - Medizin: Dan Ariely für seine Demonstration, dass teure Placebos besser wirken als billige.
  • 2009 - Medizin: Donald L. Unger aus Kalifornien (USA) für die Untersuchung, ob tägliches Fingerknacken über 60 Jahre hinweg Arthritis in der Hand verursacht. Er knackte dazu 60 Jahre lang regelmäßig mit den Fingern seiner linken, nicht aber seiner rechten Hand. Arthritis bekam er in beiden Händen nicht.
  • 2010 - Medizin: Simon Rietveld von der Universität Amsterdam (Niederlande) und Ilja van Beest von der Universität Tilburg (Niederlande) für die Entdeckung, dass Asthmasymptome mit einer Achterbahnfahrt behandelt werden können.
  • 2011 - Physik: Philippe Perrin, Cyril Perrot, Dominique Deviterne, Bruno Ragaru und Herman Kingma für den Versuch, herauszufinden, warum Diskuswerfern schwindlig wird und Hammerwerfern nicht, in ihrem Papier: „Schwindel bei Diskuswerfern ist verwandt mit der Reisekrankheit, die durch Drehen erzeugt wird“.
  • 2012 - Psychologie: Anita Eerland, Rolf Zwaan und Tulio Guadalupe für ihre Studie „Der Eiffelturm sieht kleiner aus, wenn man sich nach links lehnt.“
  • 2013 - Psychologie: Laurent Bègue, Oulmann Zerhouni, Baptiste Subra, Medhi Ourabah und Brad Bushman für ein Experiment, das zeigte, dass Menschen, die glauben, betrunken zu sein, auch glauben, attraktiv zu sein.
  • 2014 - Wirtschaft: ISTAT, das staatliche Italienische Statistikinstitut, für seinen Nachweis, dass Italien führend in der Erfüllung der europäischen Vorgaben für das Wirtschaftswachstum ist – wenn Einnahmen aus Prostitution, Drogenhandel, Schmuggel und illegalen Finanztransaktionen mitgerechnet werden.
  • 2015 - Literatur: Mark Dingemanse, Francisco Torreira und Nick J. Enfield für ihre Entdeckung, dass das Wort „Huh?“ (oder dessen Entsprechung) in jeder menschlichen Sprache zu existieren scheint – und dafür, dass sie sich nicht sicher sind, warum das so ist.[131]

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