Sonntag, Februar 03, 2013

Persönliche Erklärung des Juso-Bezirksvorsitzenden

„Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“
- Sergeant Murtaugh, Lethal Weapon -


Liebe Genossinnen und Genossen,

auf der nächsten Juso-Bezirkskonferenz am 21. und 22. April werde ich nicht wieder für den Bezirksvorstand der südhessischen Jusos kandidieren. Das bedeutet, dass ich mich auch nicht mehr für die Wahl des/der Vorsitzenden zur Verfügung stelle.

Für mich persönlich steht dieser Schritt schon seit geraumer Zeit fest. Nach knapp zehn Jahren Juso-Tätigkeit, davon sechs Jahre im Juso-Bezirksvorstand und zwei als Vorsitzender dieses Verbandes, sage ich mit einem wehmütigen, aber auch einem lachenden Auge: Irgendwann ist es auch einfach mal gut!

Ich werde im kommenden Jahr 30 Jahre alt und es ist an der Zeit, den Platz frei zu machen für jüngere GenossInnen. Ich stehe aber auch seit letzten Herbst mittendrin im Berufsleben. Neben weiteren politischen und ehrenamtlichen Ämtern, Hobbies und einem Privatleben erlaubt es mir vor allem meine berufliche Verpflichtung nicht mehr, dass ich mich mit voller Aufmerksamkeit der Tätigkeit als Juso-Bezirksvorsitzender widmen kann. Mein Anspruch war es aber nie, diesen Verband nur zu verwalten. Ich wollte und möchte vor allem gestalten!

Vor zwei Jahren auf der Ronneburg habe ich meine Vorstellungsrede als Kandidat für den Juso-Bezirksvorsitz mit dem Versprechen beendet, mit euch gemeinsam diesen Verband „rocken“ zu wollen. Es mögen andere beurteilen, ob und wie gut das gelungen ist. Ich bin aber stolz darauf, dass unser Verband während meiner Amtszeit offener und transparenter wurde. Dass wir die Mitmachmöglichkeiten erhöht und den Verband in seiner Breite gestärkt haben. Und dass wir das Auseinanderdriften zwischen starken und schwachen Unterbezirken durch gezielte Fördermaßnahmen zumindest ein Stückweit aufgefangen haben. Unsere Bezirksförderung sucht heute seinesgleichen in diesem Juso-Bundesverband und deshalb ist es wichtig, dass sie in ihrer jetzigen Form auch erhalten und möglichst weiter ausgebaut wird. Denn vor Ort – dort wo es auch mal „stinkt“, um mit den Worten unseres Parteivorsitzenden zu sprechen – wird die eigentliche Kärrnerarbeit gemacht.

Mir persönlich war es nie wichtig, selbst die beste Idee zu haben. Für einen lebendigen Verband wie die Jusos erachte ich es als viel wichtiger ein Klima zu schaffen, wo nicht um die beste Ideologie, sondern um die beste Idee gestritten werden kann. Gerne kontrovers – aber immer sachlich! Nur eine abgelehnte, 95% einstimmige Beschlussvorlagen während meiner Amtszeit als Vorsitzender im Bezirksvorstand und viele gute Debatten auf Konferenzen, Bezirksarbeitsausschüssen und Veranstaltungen mit den dazugehörigen Ergebnissen – weitergetragen bis hin zur Juso- und SPD-Bundesebene – zeigen, dass uns das in den letzten beiden Jahren im Großen und Ganzen ziemlich gut gelungen ist.

Ich bin stolz, dass ich diesem wunderbaren Verband mit eurer Unterstützung zwei Jahre vorstehen durfte. Die geballte Kompetenz, Tatkraft und Meinungsvielfalt der südhessischen Jusos sucht seinesgleichen in unserem Juso-Bundesverband und wird gebraucht in unserer Partei. Denn immer dann, wenn wir Jusos alle unsere Stärken gebündelt haben, konnten wir über uns hinauswachsen und Großes für die Menschen da draußen erreichen. Es gelang uns bei der Verfassungsklage gegen Studiengebühren. Es gelang uns 2008 bei der Landtagswahl. Und es wird uns 2013 bei der Landtags- und Bundestagswahl gelingen, wofür auch in den letzten beiden Jahren die Grundlagen in unserem Verband gelegt wurden. Beides sind Richtungswahlen und müssen deshalb Schwerpunkte des neuen Bezirksvorstands sein.

Ich bin aber auch dankbar, dass ich in den Jahren als aktiver Juso viele engagierte, interessante und nette Menschen kennenlernen durfte. Teilweise sind daraus echte Freundschaften erwachsen, die mich auch über die Juso-Zeit hinaus prägen werden. Sicherlich bin ich dem einen oder der anderen in den letzten Jahren auch mal sprichwörtlich auf den Schlips oder die Bluse getreten. Es wäre jetzt zu verlogen, mich für alles zu entschuldigen. Aber böse war es – zumindest meistens – nie gemeint. ;-)

Viele von Euch werde ich auch in Zukunft wiedersehen – dann als einfaches Basismitglied. Seht das als Angebot und nicht als Drohung.

Glück auf!

Euer Carsten

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