Dienstag, Juli 30, 2013

Gute Arbeit für die Politik

Matthias Platzeck tritt diesen Monat vom Amt des Ministerpräsidenten im Bundesland Brandenburg zurück. Als Grund gibt er den Schutz seiner Gesundheit an, die in der Vergangenheit schon ein ums andere Mal in Mitleidesnschaft gezogen wurde, zuletzt durch einen leichten Schlaganfall. Für das Land Brandenburg, aber auch die SPD, ist das ein erheblicher Verlust. Für die politische Kultur in Deutschland könnte es aber ein enormer Gewinn sein. Denn Politiker zu sein ist ein Knochenjob. Die von Platzeck ins Spiel gebrachten 80 Stunden pro Woche sind nicht übertrieben, kein Einzelfall und keine Ausnahme - vor allem in hervorgehobener Funktion. Dem Wähler zu dienen fordert seinen Tribut - bis hin zur gesundheitlichen Belastungsgrenze. Der Preis sind aber zumeist doch nur undankbare Wähler mit Kurzzeitgedächtnis, die sich in der Regel immer erst dann bemerkbar machen, wenn sie unzufrieden sind - nicht umgekehrt. Das politische Umfeld wird, Internet, Facebook, Twitter & Co. sei Dank, immer schnellebiger und erzeugt so ebenfalls zusätzlichen Druck auf PolitikerInnen - 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Vermeintlich lukrative Diäten und Altersversorgungen wiegen das nur bedingt auf. Auch das sind Gründe, warum sich qualifizierte Menschen immer öfter zweimal überlegen, sich diesen Knochenjob zuzumuten und dann am Ende anstatt im Plenarsaal bei besserer Bezahlung und weniger Belastung in Wissenschaft, Wissenschaft etc. landen. Gute Arbeit muss eben auch für die Politik gelten.

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