Sonntag, September 15, 2013

Wiesbaden loves JFK

Am 25. Juni 1963, vor 50 Jahren, war John Fitzgerald Kennedy, der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, zu Gast in Wiesbaden. Dieses herausragende Ereignis der Stadtgeschichte Wiesbadens stand im Zentrum der neuen Ausstellung des Stadtmuseums Wiesbaden unter dem Titel "Wiesbaden loves JFK – Die Erinnerungen an den Kennedybesuch 1963". ...und sogar John F. Kennedy hat vom damaligen Ministerpräsidenten Karl-August Zinn etwas über den Rheingau mit auf den Weg gekriegt (siehe Redeauszug unten) :-)
Die Ausstellung dokumentiert detailliert den protokollarischen Rahmen, die Abläufe und den Ausnahmezustand, in dem sich Wiesbaden zurzeit des Präsidentenbesuches befand. Deutlich wird insbesondere die außergewöhnlich große Begeisterung und Beteiligung der Bevölkerung bei Kennedys öffentlichen Auftritten vor Ort. Allein bei der Fahrt des US-Präsidenten vom Hotel bis zum Kurhaus am Abend des 25. Juni 1963 säumten mehr als 100.000 jubelnde Menschen die Innenstadtstraßen. Nie wieder fand ein Staatsbesuch seither eine derart große Anteilnahme bei der Bevölkerung. Der 25. Juni 1963 war sicherlich der Höhepunkt der deutsch-amerikanischen Freundschaft in der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Um die Hintergründe für die Begeisterung der Wiesbadener für John F. Kennedy museal darstell- und interpretierbar zu machen, setzt die Ausstellung auf eine zentrale multimediale Installation, die über 20 eigens aufgenommene filmische Interviews mit seinerzeit direkt Beteiligten vereint.
So spielt die Erinnerungen der Zeitzeugen eine herausragende Rolle in der Ausstellung, da sie Informationen und Wahrnehmungen liefern, die in Verbindung mit den bekannten Fakten eine weiterreichende wissenschaftliche Einordnung und Interpretation der Ereignisse im zeithistorischen Zusammenhang überhaupt erst ermöglichen. Mit der Frage nach dem zeitgenössischen USA- und Kennedy-Bild in der Bevölkerung sowie der ausführlichen Auseinandersetzung mit den Ereignissen in Wiesbaden während des Präsidentenbesuchs 1963 erschließt das Projekt erneut ein wichtiges Stück Stadtgeschichte, das bisher in der Forschung noch wenig Aufmerksamkeit gefunden hat. Zugleich setzt es mit der intensiven Beteiligung von regionalen Zeitzeugen die erfolgreiche Reihe vorangegangener Ausstellungen des Stadtmuseums mit partizipativen Ansätzen fort. Die Bedeutung der Zeitzeugen für das Projekt und weit darüber hinaus unterstreicht die enge Zusammenarbeit mit dem Verein "Gedächtnis der Nation", der am 5. Juni einen Teil der Zeitzeugen in seinem "Jahrhundertbus" auf dem Schlossplatz interviewen wird.

In Verbindung mit den medial bereitgestellten Informationen präsentiert die Ausstellung eine Fülle von häufig erstmals ausgestellten Fotografien und Originalexponaten aus Privatbesitz, angefangen bei den heiß begehrten Kennedyringen für Damen, über Gastgeschenke Kennedys bis hin zu ganzen Sammelordnern mit Ausschnitten aus Journalen zum amerikanischen Präsidenten und seiner Familie, die von damaligen Fans und Sammlern angelegt wurden. Auch bei der Erschließung vieler dieser Exponate kommen die Zeitzeugen zu Wort und entschlüsseln die Herkunft, die Bewahrungsgeschichte und den spezifischen Erinnerungswert der Objekte.
Leihgaben von anderen Museen und Archiven, darunter das Deutsche Historische Museum Berlin, das Alliierten Museum Berlin sowie das Wiesbadener Hauptstaats- und das Stadtarchiv, bereichern den gezeigten Kreis von insgesamt rund 44 Exponaten. Sie dienen der Kontextualisierung der regionalen Ereignisse im übergreifenden Zusammenhang des Deutschlandbesuchs der Kennedy-Administration und seiner historischen Bedeutung.
Einen weiteren Fokus legt die Ausstellung auf die zeitgenössische mediale Darstellung des Präsidentenbesuchs. Presse, Rundfunk, Film und Fernsehen steigerten die Wirkung um ein Vielfaches und prägen sie bis heute. Manche Menschen fotografierten Kennedy während seines Aufenthaltes in Deutschland gar im Fernsehen. So groß war die Faszination und der Wunsch nach Bewahrung des als historisch empfundenen Augenblicks. Auch derartige Fotos zeigt die Ausstellung neben zahlreichen Beispielen für die Berichterstattung in den offiziellen Medien.
Am 9. Juli wurde die von Studierenden des Historischen Seminars der Goethe-Universität Frankfurt entwickelte "Wall of Memories" in die Ausstellung integriert.


Quelle: Homepage der Stadt Wiesbaden


Impressionen:







 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.