Freitag, Januar 31, 2014

Stöckchen: 25 Indizien für eine Social Media-Sucht

  1. Sie wundern sich, dass die Vögel vor Ihrem Fenster nicht blau sind. Nein, ich wundere mich, dass da überhaupt Vögel sind zu dieser Jahreszeit. (-)
  2. Ohne #ff würden Sie nicht wissen, dass Freitag ist. Kann #fforkommen. (x)
  3. Sätze, die Sie sagen, haben nie mehr als 140 Zeichen. In der Kürze liegt die Würze (x)
  4. Sie können keinen Tatort mehr sehen, ohne die Handlung parallel zu twittern. Ich kann grundsätzlich keinen Tatort sehen. (-)
  5. Auch Ihr PKW sendet neuerdings Auto-DMs. Ich bin froh, wenn mein Auto überhaupt fährt. (-)
  6. Ein Tag ohne Retweet ist ein verlorener Tag. RT (x)
  7. Ihre Augenbrauen haben inzwischen die Form von ^^. Andere hätten das jetzt fett gedruckt, um eine stärkere Ähnlichkeit zu meinen Augenbrauen zu symbolisieren. (-)
  8. Wenn Sie sonntags die Kirche betreten, checken Sie erst einmal bei Foursquare ein. Weder noch. (-)
  9. Sie können sich nicht erinnern, eine Toilette besucht zu haben, ohne Ihr Smartphone zu zücken. Sport Bild! :-) (-)
  10. Ihre Freunde können sich nicht erinnern, den Toilettenbesuch nicht auf Foursquare bemerkt zu haben. Siehe 8 und 9. (-)
  11. Sie sind der Mayor Ihres Arbeitgebers. Eher Mädchen für alles. (-)
  12. Ihr jüngster Anmachspruch lautet: “Sind wir uns nicht schon mal gefolgt?” Meine Freundin folgt mir bereits. (-)
  13. Ihre Briefe beginnen neuerdings mit “@Sehr geehrte #Damen und #Herren”. Keine Leerzeichen nach dem @! (-)
  14. Sie kennen die Twitterer in Ihrer Umgebung besser als Ihre Nachbarn. Siehe meine Twitter-List "Region". (x)
  15. Auf “Wie finden Sie das?” antworten Sie: “+1″. Wer fragt mich denn nach seiner Meinung? (-)
  16. Früher haben Sie zur Entspannung abgehangen, heute haben Sie Hangouts. Hangaround... (-)
  17. Eine Kamera wird auf Sie gerichtet und Sie fragen: “Komm ich jetzt in Facebook?” Immer noch ins Fernsehen. (-)
  18. Nachdem das Essen serviert ist, machen Sie zuerst ein Foto und laden es hoch. Ich habe sogar ne Rubrik in meinem Blog :-) (x)
  19. Sie skypen und chatten mit Ihrem Partner, obwohl der keine zwei Meter neben Ihnen sitzt. *räusper* (x)
  20. Sie kennen Ihren aktuellen Klout-Wert auswendig. Meinen was? (-)
  21. Zum Lächeln legen Sie Ihren Kopf automatisch zur Seite. Nein. (-)
  22. Als Sie aufwachten, stand diese Woche schon zwei Mal ZTREWQ auf Ihrer Stirn. ? (-)
  23. Sie kennen in Ihrer Stadt mehr freie WLANs als Sehenswürdigkeiten. Nein, aber es gibt auch keine. (-)
  24. Ihre Lieblingssportart ist Surfen. Ohne Wasser. Couchsurfing zählt dazu?! (-)
  25. Sie haben bei jedem der Punkte genickt. Zum Glück nicht :-) (-)
  26. Und diese Liste trotzdem noch bis zum Ende gelesen. Erwischt. (x)

Donnerstag, Januar 30, 2014

Evaluation

Evaluation im Seminar "Politische Theorie": 
  • "Why not Socialism?" nach nur vier Wochen war einer Kommilitonin 'zu hart'
  • Eine Kommilitonin wünscht sich mehr Praxisbezug...

Mittwoch, Januar 29, 2014

State of the Union Adress

Die alljährliche "State of the Union Adress" ist ja auch irgendwie immer so eine spannende Mischung aus Pathos und Party. :-)


Dienstag, Januar 28, 2014

Berlin (26.-28.1.14)

In winterlichen Gefilden ging es nach Berlin, um dort den Berliner Kolleginnen im Büro von Martin Rabanus nicht nur den heimischen Wahlkreis zu erläutern, sondern auch selbst etwas über den Berliner Politikbetrieb kennenzulernen. Nur verbunden durch eine Brücke trennt die aktuell zugefrorene Spree das Paul-Löbe- und das Elisabeth-Marie-Lüders-Haus, die Heimat der meisten der aktuell 631 Bundestagsabgeordneten. Ich lernte die historische Ablage mit Fächern aller Abgeordneten des Bundestages von Bismarck bis Merkel kennen, nahm dort Platz, wo sonst Thomas Oppermann in guter Tradition 1,2 die Geschicke dieser 193 Abgeordneten führt - welche zu dieser Zeit aber im Plenarsaal der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz weilten - und entdeckte sogar ein Stückchen Heimaterde, vergraben mit Erde sämtlicher Wahlkreise in diesem Gartenstück.

Samstag, Januar 25, 2014

Überdurchschnittlich

Ich bin überdurchschnittlich mathematisch begabt - hätte ich das mal in meiner Abitur-Prüfung abgerufen :o

Freitag, Januar 24, 2014

Kapital

"Wer das Kapital liest, hat keins."

- Wandschrift im AfE-Turm der Johann Wolfgang von Goethe-Universität Frankfurt

Donnerstag, Januar 23, 2014

Spenden an die APO

Veröffentlichungspflichtige Spenden an Parteien im Dezember 2013: FDP 280.000 €, CDU 150.000 €, Bündnis 90/Die Grünen 60.000 €, SPD 55.000 €. Nur mal so...

Mittwoch, Januar 22, 2014

Passierschein A38, oder: Eine ganz normale KFZ-Abmeldung

Theorie: 
Nummernschilder des abzumeldenden PKW abmontieren und mit diesen sowie Fahrzeugbrief und -schein zur zuständigen Zulassungsstelle gehen und den entsprechenden PKW abmelden. Das ganze kostet eine überschaubare Abmeldegebühr. Ende.

Praxis:
Beim Abmontieren der Nummernschilder diese auf der Straße vergessen. Tags darauf von der Polizei einen Anruf erhalten, dass die Nummernschilder aufgefunden wurden und abgeholt werden können. Zur Polizei fahren und dort nach ca. 30 Minuten Wartezeit im Vorraum erfahren, dass die Nummernschilder bereits an die zuständige Zulassungsstelle geschickt wurden. Welche Niederlassung wisse man allerdings nicht mehr. Tags darauf bei der Zulassung anrufen und erfahren, dass die Nummernschilder mittlerweile an das zuständige Ordnungsamt geschickt worden wären. Vom ahnungslosen Ordnungsamt an das noch ahnungslosere Fundbüro verweisen lassen. Beim erneuten Anruf bei der Zulassungsstelle erfahren, dass nicht Ordnungsamt, sondern Ordnungsbehörde=Polizei gemeint gewesen sei. Von der Polizei wieder an die zuständige Zulassungsstelle verweisen lassen. Dort erfahren, dass die Nummernschilder nicht auffindbar seien, aber ohnehin laut Vermerk eh nur eines aufgefunden wurde. Beide Nummernschilder als verloren melden und per Erklärung an Eides statt (!) versichern, dass man nicht mehr im Besitz der Nummernschilder sei. Circa eine Stunde damit verbringen, wie der zuständige Sachbearbeiter versucht auf das PC-Laufwerk zuzugreifen, wo sich die Vorlage für eine eidesstattliche Erklärung findet. Eine erheblich höhere Verwaltungsgebühr entrichten. Ende.

Freitag, Januar 17, 2014

Eine 30-Tage-Bilanz

Die neue Bundesregierung ist nun rund 30 Tage im Amt. Grundsätzlich wird den Ministern eine Schonfrist von 100 Tagen zugestanden, ehe eine erste Bilanz gezogen wird. Aber da traditionell die MinisterInnen vor allem in den ersten Amtstagen versuchen, sich zu profilieren und erste Duftmarken zu setzen, möchte ich eine kleine 30-Tage-Bilanz des Bundeskabinetts wagen.
  • Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin:Souverän wie eh und je, gefühlt aber noch stärker abgetaucht und außerhalb der politischen Sphären als zuvor bereits. (befriedigend)
  • Sigmar Gabriel, SPD, Bundesminister für Wirtschaft und Energie:Kluger Ministeriumszuschnitt, noch klügere personelle Besetzungen in der zweiten Reihe, klares Bekenntnis zur bezahlbaren Energiewende, außerdem klare Positionierung für die Work-Life-Balance als Familienvater. (gut)
  • Frank-Walter Steinmeier, SPD, Bundesminister des Auswärtigen:Wer Westerwelle beerbt, hat es ohnehin leicht, könnte man meine, aber gefühlt war Steinmeier nie weg, er setzt seinen souveränen Job aus 2005-2009 unmittelbar fort, ergreift erste Initiativen (Nahost, Russland) und die Medien honorieren es entsprechend. (sehr gut)
  • Thomas de Maizière, CDU, Bundesminister des Innern:siehe Steinmeier, gefühlt nie weg gewesen - und nun zumindest auch endgültig außerhalb der medialen Schusslinie des von ihm (mit) zu verantwortenden Beschaffungsskandals im Verteidigungsministerium. Allerdings gab es auch bereits eine erste Niederlage in Sachen Vorratsdatenspeicherung gegen sein Pendant, Justizminister Maas (SPD). (befriedigend)
  • Heiko Maas, SPD, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz:Schon die Nominierung zum Minister war ein Überraschnungscoup, und in Sachen Vorratsdatenspeicherung hat Maas direkt mal Pluspunkte gesammelt und sich gegen de Maiziere und CDU/CSU vollumfänglich durchgesetzt. (sehr gut)
  • Wolfgang Schäuble, CDU, Bundesminister der Finanzen: Seit Regierungsübernahme noch nicht in Erscheinung getreten, das wird vermutlich spätestens bei den ersten kostenintensiven Vorhaben der Großen Koalition geschehen. (befriedigend)
  • Andrea Nahles, SPD, Bundesministerin für Arbeit und Soziales:Drückt aufs Tempo in Sachen Rente, muss nun aber den medialen Beschuss der finanziellen Generationenungerechtigkeit aushalten und die Reform souverän durchbringen. (gut)
  • Hans-Peter Friedrich, CSU, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: Der Verlierer der Ministerrochade, seitdem nicht mehr in Erscheinung getreten, aber vermutlich das, was ihm und der CSU gefällt (ausreichend)
  • Ursula von der Leyen, CDU, Bundesministerin der Verteidigung:Die Gewinnerin der Ministerrochade als erste Frau im Verteidigungsministerium, setzt direkt eine (für sie authentische) Duftmarke in Sachen familienfreundliche Bundeswehr. Wenn von der Leyen das Haifischbecken Verteidigungsministerium überlebt, wird sie Kanzlerkandidatin 2017, oder womöglich schon früher Kanzlerin. (sehr gut)
  • Manuela Schwesig, SPD, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:Pluspunkte gesammelt in Sachen Extremismusklausel, eine (wenn auch kontroverse) Debatte ausgelöst mit der 32-Stunden-Familienwoche (gut)
  • Hermann Gröhe, CDU, Bundesminister für Gesundheit:Nimmt sich seine Chefin zum Vorbild und steckt noch voll im CDU-Wahlkampfmodus, heißt: Ja nicht in Erscheinung treten. (mangelhaft)
  • Alexander Dobrindt, CSU, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:Deutschland soll das schnellste Internet erhalten, die Maut hat immer noch kein EU- oder CSU-Wahlprogramm-konformes Konzept...aber die Brille steht ihm gut (befriedigend)
  • Barbara Hendricks, SPD, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:Aus Proporz- und Verdienstgründen im Kabinett, beschnitten in ihrem Ressort durch den eigenen Parteichef. Bewies aber durch ihr unaufgeregtes Outing zum Jahreswechsel, dass dies mittlerweile zur Normalität in unserer Gesellschaft gehört. (ausreichend)
  • Johanna Wanka, CDU, Bundesministerin für Bildung und Forschung:Unauffällig wie in den wenigen Ministermonaten am Ende der letzten Legislaturperiode, allerdings positives Echo durch die PISA-Debatte. (befriedigend)
  • Gerd Müller, CSU, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Wer? Einer musste es ja machen, zumindest kompetent scheint er (auf dem Papier und durch seine Vita) zu sein und weniger ernst als sein Vorgänger wird er sein Amt auch nicht nehmen können.(ausreichend)

Donnerstag, Januar 16, 2014

Jungfernrede

Mein Chef hat seine erste Rede gehalten :-)

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wenn man als Vierzehnter in einer solchen Debatte spricht, erweckt man relativ schnell den Eindruck: Es ist zwar schon alles gesagt, aber nicht von jedem. Diesen Eindruck möchte ich gerne vermeiden. Daher knüpfe ich an das an, was Herr Schummer vorhin gesagt hat. Dies ist die erste Debatte dieser Woche und dieses Jahres, und dies ist die erste Debatte über Bildungspolitik in dieser Wahlperiode. Darauf möchte ich gerne verweisen.
Ich bitte darum, dies einerseits als Bekenntnis und andererseits als Verpflichtung des gesamten Hauses zu verstehen, dem Thema Bildung auch in den kommenden vier Jahren die Bedeutung zukommen zu lassen, die ihm gebührt.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Ich glaube, es ist nur eingeschränkt hilfreich, wenn man eine solche Debatte dazu nutzt, kleine parteipolitische Münzen zu prägen. Ich will daher nicht der Versuchung erliegen, mich hier beispielsweise über schwarz-grüne Koalitionsverträge in verschiedenen Bundesländern auszulassen,
(Christine Lambrecht (SPD): Es ist zum Glück nur eins! Özcan Mutlu (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): In Berlin hat man die Zweigliedrigkeit eingeführt! Nur zur Information!)
eben weil ich dieser Debatte eine andere Bedeutung beimesse.
Ich finde es ausgesprochen ertragreich, darüber nachzudenken, wo in diesem Haus insgesamt die Gemeinsamkeiten bei diesem Thema liegen. Begriffe wie Chancengleichheit habe ich von den Rednern aller Fraktionen im Laufe des Vormittags gehört.
Wir wollen Chancengleichheit durch Bildung erreichen.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Ich habe wörtlich oder zumindest sinngemäß von allen Seiten gehört, dass wir in Bildung die Grundlage für Teilhabe sehen. Es geht um Teilhabe an der Gesellschaft, und zwar in allen Facetten. Es geht um Arbeitsprozesse, kulturelle Bedingungen, gesellschaftliche Teilhabe, demokratische Teilhabe und derlei Dinge mehr. Integration durch Bildung und Bildungsgerechtigkeit sind, glaube ich, die wesentlichen Stichworte, um die sich die Debatte in den nächsten Jahren drehen wird. Wir werden um den richtigen Weg ringen, wie wir diese Leitziele erreichen können. Wir werden nicht nur ringen, sondern wir werden auch diskutieren. Vielleicht werden wir zuweilen auch streiten wie die Kesselflicker. Möglicherweise werden die Streitlinien dann nicht nur entlang der klassischen parlamentarischen Lager verlaufen, sondern auch einmal quer. Auch das ist angedeutet worden.
Wir Sozialdemokraten, alle hier Anwesenden und auch die Öffentlichkeit wissen sehr wohl, dass im Koalitionsvertrag nicht alle Punkte zu 100 Prozent so weit entwickelt werden konnten, wie es sich unterschiedliche Partner in der Koalition gewünscht hatten. Die Stichworte wurden bereits genannt. Das Kooperationsverbot ist eines der Stichworte. Ein anderes Stichwort ist das Betreuungsgeld. Es gibt also Punkte, bei denen die Parteien erkennbar unterschiedlich bleiben. Dennoch werden sie in der Großen Koalition eine respektable bestimmten Leitzielen verpflichtete Politik auf den Weg bringen. Das hat sich die Koalition vorgenommen.
Auch ich wünsche mir das. Ich wünsche mir einen Dialog mit dem ganzen Haus in einem offenen Prozess, ein gemeinsames Anpacken, um die Ziele Bildung, Teilhabe, Integration und Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.
All das steht unter der großen Überschrift „Chancengleichheit durch Bildung stärken“. Das steht übrigens auch genau so in der Präambel des Koalitionsvertrages. Das könnte eine Basis sein, auf der wir uns als Deutscher Bundestag gemeinsam um die Zukunft der jungen Menschen und damit die Zukunft unseres Landes verdient machen. Darauf freue ich mich. Unsere Aufgabe besteht nicht darin, uns nur selbst zu gefallen, sondern vor allen Dingen darin, die Arbeit für die Menschen zu machen, die uns hierher geschickt haben. Ich freue mich sehr darauf, mit Ihnen gemeinsam diese Arbeit anzupacken.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Dienstag, Januar 14, 2014

"Butterfly Effect"

"Schmetterlings-Effekt: Das Schlagen der Flügel eines Schmetterlings in Asien kann zu einem Wirbelsturm auf der anderen Seite des Globus führen."


Es gibt wenige Filme, die mich anfassen und nachhaltig berühren - auch nach wiederholtem Anschauen. "Butterfly Effect" gehört dazu - und dabei bezeichne ich mich wahrlich nicht als Ashton Kutcher-Fan. Kutcher ist es auch nicht, der diesen Film zu etwas "besonderem" macht, denn seine begrenzten schauspielerischen Qualitäten werden auch in diesem Werk offenbar und versagen "Butterfly Effect" das meines Erachtens verdiente Lob der Kritiker. Denn die im Verlauf dieses Films darzustellende gesamte Facette menschlicher Emotionen darzustellen gelingt ihm nur bedingt. 

Aber um was geht es? Evan Treborn (Ashton Kutcher), Psychologiestudent an der Universität, sucht noch nach Möglichkeiten der Trauma-Verarbeitung: Denn an vieles seiner durch Gewalt geprägten Kindheit kann er sich kaum erinnern, da er regelmäßig unerklärliche Blackouts hatte und sich nicht erinnern kann, was währenddessen passierte. Dies eint ihn mit seinem Vater, der schließlich in der Psychiatrie endete. Als Evan Tagebücher von früher entdeckt, kommen Erinnerungen, die er fast vergessen glaubte: an Jugendfreundin Kayleigh (Amy Smart) und ihren gewalttätigen Bruder (William Lee Scott), ihren Kumpel und die traumatischen Erlebnisse von damals. Evan entdeckt, dass er sich bei Konzentration auf das Geschriebene zurück in die entscheidenden Momente seiner Kindheit versetzen kann, in denen er unter seinen Blackouts litt. Nun versucht Evan, "die Dinge in Ordnung zu bringen". Jedoch, mit jeder Entscheidung in der Vergangenheit verändert sich auch die Zukunft in unvorhergesehener Weise. Immer verzweifelter kämpft Evan gegen das entstehende Dilemma aus Ursache und Wirkung, den Schmetterlings-Effekt...

Trotz Kutcher funktioniert "Butterfly Effect". Das Problem ist gar nicht mal, dass die Story riesige Logiklöcher hat und das gesamte Konzept sehr bequem angelegt ist (Kutchers Figur guckt auf sein Tagebuch und ist in dem Moment in der Vergangenheit - Zeitreise einfach gemacht). Das ist nämlich erstens bei Zeitreisefilmen grundsätzlich ein Problem und zweitens tut es dem Vergnügen kaum Abbruch. So lange die Dinge am Laufen sind und der Zuschauer keine lange Zeit zum Nachdenken hat, fesselt "Butterfly Effect". Gerade die erste halbe Stunde, in der Treborns desaströse Kindheit abgehandelt wird, ist extrem spannend und dicht inszeniert. Dabei allerdings auch sehr düster und brutal (Kinder werden missbraucht, Haustiere massakriert und Menschen zusammengeschlagen oder tödlich verletzt), was allerdings eine enorme emotionale Bindung zu den Charakteren und der Handlung aufbaut. Und deshalb ist "Butterfly Effect" innerhalb seines begrenzten Horizonts effektiv, spannend und unterhaltsam. In diesem Kontext sind auch die alternativen Enden äußerst sehenswert und als Sahnehäubchen zu betrachten.


Butterfly Effect
Original: The Butterfly Effect
Regie: Eric Bress & J. Mackye Gruber
Drehbuch: Eric Bress & J. Mackye Gruber
Cast: Ashton Kutcher, Amy Smart, William Lee Scott, Eric Stoltz, u.a.
Spielzeit: 113 Minuten
Kinostart: 26. August 2004

Sonntag, Januar 12, 2014

Wer betrügt, der fliegt

Der CSU fällt in der Debatte um die sogenannte Armutseinwanderung also nicht mehr ein wie zu sagen: "Wer betrügt, der fliegt"

Dann messen wir die CSU doch einmal an ihren Worten:
  • Horst Seehofer hat seine Frau betrogen
  • Uli Hoeneß hat den deutschen Staat betrogen
  • Karl-Theodor zu Guttenberg hat seine Universität betrogen
  • Andreas Scheuer war nicht gut genug, um die Universität betrügen zu können
  • Viele CSU-Landtagsabgeordnete und eine CSU-Bundestagsabgeordnete haben bei der Beschäftigung ihrer Verwandten betrogen
  • Dobrindt hat die Wähler bei der Maut betrogen 
  • ...

Samstag, Januar 11, 2014

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


- Hermann Hesse -

Freitag, Januar 10, 2014

Verhandlungsbasis

Kleiner Tipp: Mit einem qualmenden PKW auf den Hof des Autohändlers vorfahren erhöht nicht unbedingt die Verhandlungsbasis. :-)

Auf Opel Corsa folgt nun also Opel Astra...

Donnerstag, Januar 09, 2014

Stainless, Alexanderplatz

"Die Kamera gleitet an den Passagieren auf dem U-Bahnsteig Alexanderplatz vorbei. Sie schauen auf Smartphones, lesen Bücher, kauen auf Brötchen herum - und stehen doch still da wie Skulpturen. Der Künstler Adam Magyar hat sie mit einer Industriekamera in eine bewegte Momentaufnahme eingefroren. Den Film hat der in Berlin lebende Magyar mit einer High-Speed-Industriekamera und selbst geschriebener Software geschaffen. Die Kamera kann bis zu 100.000 Einzelbilder in der Sekunde aufzeichnen. Diese Geräte fotografieren sonst Crashtests oder die Bewegungen von Roboterarmen. Magyar hat mit dieser Kamera aus den Fenstern einer fahrenden U-Bahn gefilmt. Die Kamera zeichnet in derselben Zeit 56-mal so viele Einzelbilder auf wie eine normale Videokamera, so entsteht der Zeitlupeneffekt, der die auf dem Bahnsteig stehenden Menschen völlig bewegungslos und mit erstarrter Mimik zeigt, während die Kamera vorbeigleitet."

Quelle: Spiegel Online

Adam Magyar - Stainless, Alexanderplatz (excerpt) from Adam Magyar on Vimeo.

Mittwoch, Januar 08, 2014

Hitzlspergers Coming Out

Das schlimme am Hitzlsperger-Outing ist doch eigentlich nur, dass es im 21. Jahrhundert noch für Schlagzeilen sorgt. Trotzdem: Überfällig und Danke!

Ich hoffe nur, dass das verfrühte Karriereende von Hitzlsperger nicht mit seiner Homosexualität in Verbindung steht.

Dienstag, Januar 07, 2014

Samstag, Januar 04, 2014

Wenn zwei das gleiche tun, ist das noch lange nicht das selbe...

Angelehent an die Berliner Morgenpost, 12.12.2005
Pofalla kritisiert Schröder Pofalla scharf
Berlin - Der neue alte CDU-Generalsekretär Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat das geplante Engagement von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) im deutsch-russischen Ostsee-Gaspipeline-Unternehmen Vorstand der Deutschen Bahn AG heftig kritisiert. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur verlangte Pofalla am Montag zugleich neue Verhaltensregeln für ausgeschiedene Regierungsmitglieder, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern.
«Gerhard Schröder Ronald Pofalla richtet mit seinem Einstieg in das Unternehmen erheblichen Schaden an», meinte Pofalla. «Noch vor Monaten hat er sich als Kanzler Kanzleramtsminister für das Pipeline-Projekt die Deutsche Bahn stark gemacht - jetzt kassiert er von denen, die von seinem Einsatz profitiert haben. Es ist ein erstaunlicher Vorgang, dass ein deutscher Bundeskanzler Kanzleramtsminister schon Wochen nach seinem Ausscheiden die Reputation seines früheren Amtes für eine kommerzielle Tätigkeit nutzt. Das Vertrauen darauf, dass ein früherer Kanzler Kanzleramtsminister weiß, was sich gehört und er auch im Nachhinein seinem Amt schuldet, hat Gerhard Schröder Ronald Pofalla gründlich zerstört. Schröder Pofalla geht es nicht um Gas Schienen - es geht ihm um Kohle!»
Schröder Pofalla hatte sich gemeinsam mit Russlands Präsident Wladimir Putin Bahnchef Rüdiger Grube besonders um das Projekt bemüht, dessen Hauptbetreiber der russische Gaskonzern Gasprom die Deutsche Bahn AG ist. Bislang ist nach den Worten Pofallas die Politik davon ausgegangen, dass «wir keine Regeln für solche Fälle brauchen - einfach weil ein solches Vorgehen jenseits aller Vorstellungskraft lag. Im Fall Schröder Pofalla haben wir uns offensichtlich getäuscht.»
«Jetzt kommen wir an einer rechtlichen Regelung wohl nicht vorbei: Es ist offensichtlich eine Illusion zu glauben, dass der Appell an politischen Anstand alleine ausreicht, um solche Fälle zu verhindern», sagte Pofalla weiter. «Ich könnte mir eine Art Selbstverpflichtung von Regierungsmitgliedern vorstellen, für die Zeit nach Ausscheiden aus dem Amt sich geschäftliche Rücksicht aufzuerlegen. Auch Karenzzeiten halte ich für vorstellbar.»

Freitag, Januar 03, 2014

Entropie

"Alle natürlich ablaufenden Prozesse erhöhen die Entropie der Welt."

- Zweites Gesetz der Thermodynamik -

Donnerstag, Januar 02, 2014

Regentropfen

Dieser eine kurze Moment, in dem Du den Regentropfen erahnst, aber keine Zeit mehr hast ihm auszuweichen, bevor er auf deiner Brille landet.

Mittwoch, Januar 01, 2014

Das wird 2014

  • Neuer Arbeitsplatz
  • Europawahl
  • Bootsführerschein
  • Mehr Laufen und neue Laufschuhe
  • Neuer Tischtennisschläger
  • Schachclub
  • Berlin
  • Vielleicht New York...
  • Mit den Fingern schnipsen lernen
  • Skat spielen lernen