Montag, November 26, 2018

Die Linksliberalen schotten sich ab

Treffender Artikel der FAZ - die Zeit zum Lesen solltet Ihr Euch nehmen!

Soziale Spaltung - Die Linksliberalen schotten sich ab
"(...) Wie aber soll man die Haltung nennen, die über Jahre verhindert hat, dass der bei vielen muslimischen Jugendlichen verbreitete Antisemitismus angeprangert wird? Warum kann man einem Akademiker, der trotz besserer Qualifikation wegen einer Frauenquote keine Stelle bekommt, nicht zugestehen, dass er sich über Political Correctness und Gender Mainstreaming aufregt? Weil das AfD-Positionen sind, werden die Vertreter des Milieus gegenhalten. Aber haben sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, dass es vielleicht genau deshalb AfD-Positionen geworden sind, weil sie von einem bornierten, scheinbar liberalen Großbürgertum als inakzeptabel und nicht verhandelbar diffamiert wurden? Um dem Applaus der falschen Seite gleich vorzubeugen: Es ist ein Trauerspiel, dass es für solche Positionen eine Partei braucht, die mit Rechtsextremen und Identitären kokettiert und kooperiert, einen Systembruch anstrebt, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk säubern will und die Spaltung auf die Spitze treibt, um davon zu profitieren. (...) Kaum einer hat diese gesellschaftlichen Spannungen so gespürt wie Sigmar Gabriel, der ehemalige SPD-Vorsitzende. Mit seinem Temperament hat er viele verprellt. Doch wie wenig linksliberale Abwägung es in seiner Partei gibt, zeigte sich, als er sich ein Bild der Pegida-Demonstrationen machen und mit Teilnehmern sprechen wollte. In der Partei rumorte es deswegen. (...) „Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und bemänteln dessen, was ist“, sagte einst der SPD-Gründervater Ferdinand Lassalle. Um aber zu wissen, was ist, darf man sich nicht abschotten."

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