Donnerstag, Juli 25, 2019

Mountainbike im Wald


Die Mitteilung der Stadtverwaltung Oestrich-Winkel, zukünftig im Wald Mountainbiker kontrollieren und mit Bußgeldern belegen zu wollen, hat für reichlich Irritationen bei den Betroffenen geführt. Hintergrund sind Auswüchse von illegal befahrenen Wegen bis hin zum Anbringen von Trails, die sogar von motorisierten Zweirädern genutzt werden. Klar ist, dass ein Wald keine Rennstrecke sein und solche Umtriebe auch nicht von der Stadt geduldet werden können. Viele Mountainbiker, fühlen sich jetzt aber - verständlicherweise - zu Unrecht über einen Kamm geschert. Der Wald ist ein Naherholungsgebiet unmittelbar vor unserer Haustür und Gemeingut aller (!) Bürger, weshalb es zunächst auch zu begrüßen ist, wenn ihn viele Bürger ökologisch und behutsam nutzen - selbstverständlich im Einklang mit den Erfordernissen an die Natur und ihre Tierwelt. 

Um die berechtigten Interessen aller betroffenen Akteure - also auch des Forsts bzw. der Waldwirtschaft und der Jägerschaft - unter einen Hut zu bringen, regt die SPD zeitnah einen runden Tisch an. Ihm sollen angehören Vertreter der Stadtverwaltung, der Jägerschaft, der großen Fahrradvereine im Rheingau, der Pächter der Hallgarter Zange, den lizenzierten Radguides Petra Weiler und Karlheinz Kraft sowie dem Fahrradbeauftragten Kurt Bussweiler. Gemeinsam an einem Tisch kann es sicher am besten gelingen, eine gute Lösung und Verbesserung zum Status quo zu erreichen, anstatt direkt mit der Bußgeldkeule zu drohen. In diesem Zusammenhang könnte auch die Idee einer separaten Mountainbikestrecke im Oestrich-Winkeler Wald nochmals ergebnisoffen geprüft werden. 

In Oestrich-Winkel muss das sprichwörtliche Rad nicht neu erfunden werden, denn viele Städte haben ähnliche Probleme im Dialog und mit der Akzeptanz aller Beteiligten gelöst und können womöglich mit ihrer Erfahrung als Vorbild dienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.